Bislang läuft die Korrektur des Euro Stoxx 50 in ruhigen Bahnen. Trotz des kräftigen Abschlags vom Donnerstag notiert der Index nur 4,7 Prozent unter seinem vor gut vier Wochen erzielten Rekord. Allerdings müssten die Käufer jetzt zusehen, dass sich das Tempo nicht verschärft.
Der Bereich um 6.200 Punkte ist eine immens wichtige Zone für den europäischen Leitindex. Hier haben wir das Hoch, das unmittelbar vor Beginn des Iran-Krieges ausgebildet wurde und das, nachdem es überwunden wurde, im Juni und Juli mehrfach als Support funktioniert hatte. Aber hier haben wir auch die obere Begrenzung eines bis zum Corona-Crash-Tief 2020 zurückreichenden Aufwärtstrendkanals, wie der Chart auf Wochenbasis zeigt. Eine Kreuzunterstützung, die bedeutsam … und aktuell nur noch gut ein Prozent entfernt ist.

Zwar könnte man die aktuell bei 6.035 Zählern verlaufende 200-Tage-Linie als eine Art Sprungtuch ansehen, das die Bullen auffangen könnte, wenn der Euro Stoxx 50 durch die 6.200 rutscht. Aber bei solchen potenziellen zweiten Verteidigungslinien kann man sich nie sicher sein, ob die Käufer im Fall, dass diese markante Zone bei 6.200 fallen sollte, dort auch wirklich die Nerven, den Willen und das nötige Kapital haben, um einen abrutschenden Index nicht nur aufzufangen, sondern auch zu drehen.
Daher wäre es momentan opportun, sich in Bezug auf die Frage, ob man aggressivere und/oder kurzfristig ausgelegte Long-Trades halten oder besser verkaufen sollte, vor allem auf den Support bei 6.200 Punkten zu konzentrieren. Und da wäre es dieser Tage wohl angebracht, mit einem offenen Auge zu schlafen, denn:
Expertenmeinung: Bereits seit Anfang August konnte das Chartbild des Index aus bullischer Perspektive nicht mehr überzeugen. Die Notierungen hatten sich auffallend frühzeitig nach dem Ausbruch über das vormalige Rekordhoch von Anfang Juli festgefahren. Nachdem danach die Kreuzunterstützung aus eben diesem Juli-Hoch und der März-Aufwärtstrendlinie Anfang dieses Monats gebrochen wurde, fiel die Gegenbewegung äußerst kraftlos aus: Winzige grüne Kerzen brachten kaum Raumgewinn. Und diese Gegenreaktion wurde genau da gestoppt, wo es bei einer bereits umfassenderen bärischen Aktivität zu erwarten wäre: an der 20-Tage-Linie.

Seit Mitte August sind die Kerzen beim Euro Stoxx 50 nur dann länger, wenn sie rot sind, d. h. die Dynamik liegt auf der abwärts gerichteten Seite. Und während das Umfeld bislang nur mäßig ungünstig war, hat sich der Faktor der Rahmenbedingungen zuletzt in eine unmittelbare Belastung verwandelt. Der am Donnerstagabend auf neue Jahreshochs gestiegene Ölpreis, dazu Renditen am Anleihemarkt – in Europa ebenso wie in den USA – auf mehrjährigen Hochs: In einem solchen Umfeld geraten die Bullen zwangsläufig in die Defensive.
Um da herauszukommen, bräuchte es ein klares Signal im Chartbild. Ein Signal, das deutlich macht: Wir wollen und wir können diesem von außen einwirkenden Druck widerstehen und die Hausse stabilisieren. Das würde zweifelnde Anleger vom Ausstieg und bärische Trader von gezielten Short-Attacken abhalten. Aber dazu müsste es gelingen, den Euro Stoxx 50 zumindest über die 20-Tage-Linie und das Juli-Hoch zu ziehen. Das wäre bei Schlusskursen über 6.432 Punkten erreicht. In einem bullischen Marktumfeld wäre das ein Katzensprung, aktuell aber erscheint es eher wie eine – wenngleich grundsätzlich zu stemmende – Herkules-Aufgabe.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.09.2026 um 22:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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