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EURO STOXX 50 Prognose Euro Stoxx 50: Einfach nicht nach unten schauen!

News: Aktuelle Analyse des EURO STOXX 50 Index

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des EURO STOXX 50 Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.01.2026 um 18:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass der Euro Stoxx 50 nach den Zoll-Drohungen aus den USA zum Wochenstart in die Knie ging, war nicht überraschend, dass erste Akteure schon am Dienstag wieder begannen zu kaufen, schon eher. Denn mit Blick auf den Terminkalender wären Käufe ein riskantes Spiel.

Würde es so kommen, wie Donald Trump am Wochenende androhte, und wichtige Länder der Eurozone würden ab dem 1. Februar einen Einfuhr-Zollaufschlag von 10 und ab dem 1. Juni dann sogar von 25 Prozent verpasst bekommen, falls Dänemark ihm nicht Grönland ausliefert, wäre das für die Wachstumsperspektive der Eurozone und die Gewinnaussichten vieler im Euro Stoxx 50 gelisteter Unternehmen ein Schlag ins Kontor. Aber könnte es nicht sein, dass Trump einmal mehr zurückzieht und die Zölle am Ende doch nicht kommen?

Es könnte sein, keine Frage. Aber viele Politik-Experten warnen seit Längerem davor, einige Rückzieher seinerseits zur Regel zu erheben. In fallende Kurse hinein die Hand aufzuhalten, in der sicheren Erwartung, dass einem hier gerade ideale Einstiegskurse in den Schoß fallen, wäre äußerst riskant. Zumal die aktuelle Runde des Grönland-Händels mit Trumps bisherigen Aussagen ja noch nicht vorbei ist. Sie dürfte heute weitergehen. Denn der US-Präsident besucht das seit Montag laufende Weltwirtschaftsforum in Davos, will dort eine Rede halten und am Rande mit politischen Entscheidern auch über das Grönland-Thema sprechen. Damit haben der heutige und womöglich auch der morgige Handelstag „Pfeffer“.

Expertenmeinung: Da dann aufgrund des grundsätzlich durchaus beeindruckenden Reduzierens der Verluste am Dienstag zu unterstellen, dass sich der Sturm bereits gelegt hat, wäre gewagt. Je nachdem, was da aus Davos an Meldungen kommt, kann der Euro Stoxx 50 zwar schnell wieder an und ggf. sogar über seine jüngsten Rekordhochs laufen. Aber es könnte eben auch damit enden, dass diese runde Marke von 6.000 Punkten doch nicht zur Etappe auf dem Weg zu immer neuen Rekorden, sondern zur Endstation der Hausse wird.

Da es müßig ist, über die Ergebnisse der Davos-Gespräche zu spekulieren, bietet es sich an, die Sache konsequent anhand der charttechnischen Signallage umzusetzen. Und richtig ist dahingehend durchaus:

Bislang ist noch nichts angebrannt. Die nächstgelegene charttechnische Auffangzone liegt bei 5.795/5.818 Punkten. Die wurde am gestrigen Tagestief (5.836 Punkte) fast erreicht, aber die Käufe Richtung Handelsende sorgten nicht nur dafür, dass diese Zone hielt, sondern auch, dass sich der Euro Stoxx 50 zum Schlusskurs wieder über die 20-Tage-Linie retten konnte.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 20.01.2026, Kurs 5.892,08 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 20.01.2026, Kurs 5.892,08 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Es fällt allerdings auf, dass der europäische Leitindex die „magische Marke“ von 6.000 Punkten zwar mit Schwung erreichte, dann aber keine nennenswerten Anschlusskäufe kamen, wie wir im Chart auf Tagesbasis sehen. Der Gedanke drängt sich auf, dass die großen Akteure am Terminmarkt diese runde Marke zur Abrechnung der Index-Optionen am vergangenen Freitag erreichen wollten, darüber aber keine weiteren Ambitionen hatten. Und sollten die großen Adressen der Terminbörse diese 6.000 als Ziel sehen, würde es mit einem Ausbruch nach oben schwieriger.

Es fällt zudem auf, dass der Index auf Monatsbasis so überkauft ist wie zuletzt vor Beginn der Baisse 2008/2009. Wer das sieht, könnte in Bezug auf Zukäufe oder sogar den Neueinstieg Long eher zurückhaltend sein, zumal die Wachstumsperspektive der Eurozone und diese Rekordjagd auch ohne neue US-Zölle deutlich auseinandergelaufen sind.

Da wäre also ohnehin Vorsicht geboten. Solange die Unterstützungszone 5.795/5.818 nicht auf Schlusskursbasis unterboten wurde, ist zwar in der Tat noch kein Grund gegeben, hier eilig auszusteigen. Aber die kommenden Tage könnten mit Blick auf Davos hochvolatil werden. Und falls diese Supportzone fiele, könnte der nächste Kurszielbereich zwischen 5.462 und 5.568 Punkten blitzschnell angelaufen werden.

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 20.01.2026, Kurs 5.892,08 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 20.01.2026, Kurs 5.892,08 Punkte, Kürzel: SX5E
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.01.2026 um 21:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Noch im vergangenen Frühjahr hätte wohl kaum jemand erwartet, dass die runde Marke von 6.000 Punkten für den Euro Stoxx 50 in absehbarer Zeit ein Thema sein könnte. Jetzt aber ist sie in Schlagdistanz. Was zuletzt indes fehlte, war die eigentlich nötige „Goldgräberstimmung“.

Der DAX hat „seine“ 25.000 geschafft, aber andere große Indizes notieren noch knapp unterhalb ihrer „Traummarken“. Der Dow Jones knapp unter 50.000, der S&P 500 knapp unter 7.000 und der Euro Stoxx 50 in Reichweite zur 6.000. Aber der Weg des europäischen Leitindex dorthin läuft derzeit nicht so, wie sich die Bullen das wohl vorgestellt haben.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 08.01.2026, Kurs 5.904,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 08.01.2026, Kurs 5.904,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Der Chart auf Tagesbasis zeigt, dass der Euro Stoxx 50 sofort mit Beginn des neuen Börsenjahres durchstartete und am dritten Handelstag mit dem bisherigen Verlaufsrekord von 5.943,21 Punkten weniger als ein Prozent von der runden 6.000er-Marke entfernt war. Doch dieser dritte Handelstag, der Dienstag, brachte kaum noch Raumgewinn. Er endete, nach den zwei vorangegangenen, langen grünen Kerzen im Candlestick-Chart, mit einem Doji. Ein kurzes Verharren, ein „Atemholen“, könnte man denken, aber:

Expertenmeinung: Auch der Mittwoch und der Donnerstag brachten die Käufer nicht zurück. Es gab zwar nur wenig Abgabedruck, aber drei Tage Wassertreten auf Rekordniveau, unmittelbar unter dieser „magischen“ runden Marke: Da dürfte einigen der unangenehme Gedanke kommen, dass die 6.000 vielleicht doch keine Etappe auf dem Weg zu immer neuen Allzeithochs, sondern für zu viele Anleger das Ziel sein könnte, bei dessen Erreichen sie Buchgewinne in echte verwandeln wollen. Kommt es so?

Diese Möglichkeit würde sich erst dann in ein wahrscheinliches Szenario verwandeln, wenn die nächstliegende Unterstützungszone 5.795/5.818 und die aktuell bei 5.779 Punkten verlaufende, zügig in diesen Bereich vorstoßende 20-Tage-Linie unterboten würden und damit aus dem derzeitigen, „verdächtigen“ Wassertreten ein kurzfristig bärisches Signal würde. Bis dahin wäre für das Bullen-Lager noch alles drin. Aber natürlich dürfte man auch dort nicht übersehen, dass der Index derzeit markttechnisch ziemlich heiß gelaufen ist:

Der RSI-Indikator ist nicht nur auf Tagesbasis zuletzt in die überkaufte Zone gelaufen, sogar im Monatschart ist dieser Oszillator im überkauften Bereich angekommen. Dort notiert der RSI so hoch wie zuletzt im Jahr 2007. Das dürfte einige vorsichtig machen … und wer vorsichtiger wird, sichert sich auf der Unterseite ab, statt wild zuzukaufen. Sich dem Lager der Vorsichtigen anzuschließen, dürfte daher aktuell kein Fehler sein:

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 08.01.2026, Kurs 5.904,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 08.01.2026, Kurs 5.904,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Noch spricht nichts dagegen, bestehende Long-Positionen zu halten, aber eine Absicherung über Stoppkurse, bei aggressiveren Positionierungen idealerweise über Stop Loss-Verkaufsorders, wäre jetzt auf jeden Fall zu überlegen, sofern sie noch nicht vorhanden ist.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.12.2025 um 19:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wer hätte im Frühjahr 2025 gedacht, dass der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 im Verlauf des Jahres das alte Rekordhoch aus dem Jahr 2000 überbieten würde? Das Börsenjahr lief besser als befürchtet und lässt viele hoffen, dass 2026 genauso wird. Sollte man so denken?

Euro Stoxx 50 Index: Monatschart vom 22.12.2025, Kurs 5.743,69 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50 Index: Monatschart vom 22.12.2025, Kurs 5.743,69 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS

Kurz vor dem Ende des Börsenjahres hat der Euro Stoxx 50 eine äußerst ansehnliche 2025er-Performance von gut 17 Prozent vorzuweisen. Das ist im langjährigen Vergleich überdurchschnittlich und war angesichts der Entwicklung der Rahmenbedingungen im Jahresverlauf nicht gerade zu erwarten gewesen. Denn der Ärger mit den USA ist nun einmal ein fortbestehendes Problem, die Unberechenbarkeit dieses wichtigen Handelspartners schafft Unsicherheit.

Hinzu kommt, dass die Eurozone zwar insgesamt in diesem Jahr Wachstum erreichte, aber wirklich stark fiel es nicht aus: Mit einer Veränderung zum Vorjahresquartal von +1,4 Prozent per Ende des dritten Quartals lag die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts klar unter dem Schnitt der Prä-Corona-Jahre, aber:

Heißt das automatisch, dass der Euro Stoxx 50 einer erhofften Steigerung des Wachstums vorgegriffen hat und damit das Risiko besteht, dass 2026 ein deutlich weniger starkes, ggf. sogar bärisches Jahr wird, falls das Wachstum nicht liefert, was die Anleger schon mal vorweg eingepreist haben?

Expertenmeinung: Nicht automatisch, denn die 50 Unternehmen der Eurozone, aus denen dieser Index zusammengesetzt ist, sind große Unternehmen mit einer entsprechenden Marktmacht. Dass der gesamte Euroraum eher schwach zulegt, deckt ja alles ab, auch die Selbständigen, die Kleinunternehmen, den Mittelstand. Die Großunternehmen hingegen stehen normalerweise in solchen Situationen besser da, was Umsatz- und Gewinnwachstum angeht, ebenso wie in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit gegenüber unklaren Perspektiven, wie man sie momentan in Bezug auf die USA beklagt. Aber daraus abzuleiten, dass der Weg für die Gewinne dieser Unternehmen ebenso wie für die Kurse ihrer Aktien deswegen vorgezeichnet nach oben weist, das wäre dann eben auch wieder zu einfach.

Dass der Euro Stoxx 50 mit einem – als Schnitt aus den Bewertungen der 50 Einzelwerte errechneten – Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19 derzeit überdurchschnittlich teuer ist, zeigt, dass man da sehr wohl ein wenig „Luft“ drin hat. Rechnet man durch Sonderfaktoren bedingte Verzerrungen, in diesem Fall den KGV-Peak der Corona-Hochphase, heraus, läge das durchschnittliche KGV des Index über die vergangenen 15 Jahre bei etwa 15. Wenn die Unternehmensgewinne nicht zulegen, hieße das:

Um wieder auf ein KGV von 15 zu kommen, müsste der Index in die Region um 4.500 bis 4.600 Punkte zurücksetzen. Was keineswegs passieren muss … denn wäre eine „normale“ Bewertung zwingend, wäre der Euro Stoxx 50 ja gar nicht erst so weit gestiegen. Aber es unterstreicht:

Dass 2025 besser lief als von den meisten vermutlich erwartet, ist kein gutes Omen für das kommende Jahr. Hier hat man eine Art „Kredit auf die Zukunft“ aufgenommen. Der kann zwar 2026 weiterlaufen, statt zu platzen, muss es aber nicht. Und gerade 2025 hat ja, wirklich nicht zum ersten Mal in den vergangenen Jahren, bewiesen, dass immer wieder das Unerwartete ins Rampenlicht tritt (2025 in Form der Trumpschen Zölle) und dass Prognosen darüber, ob das kommende Jahr genug Argumente für eine Fortsetzung der Hausse liefern wird, nicht mehr sind als Kaffeesatzleserei. Was zu der (eigentlich allgemein bekannten) Schlussfolgerung führt:

Was war, ist keine Blaupause für das, was kommt. Man sollte und muss einfach abwarten, was auf die Kurse einwirken wird. Festzuhalten wäre nur, dass man beim Euro Stoxx 50 im Jahr 2025 mehr Kursplus erreicht hat, als dies seitens der Unternehmensgewinne unterfüttert wäre und dies das Abwärtsrisiko grundsätzlich erhöht. Aber entscheidend für unmittelbare Dispositionen bleibt natürlich das Chartbild:

Euro Stoxx 50 Index: Tageschart vom 22.12.2025, Kurs 5.743,69 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50 Index: Tageschart vom 22.12.2025, Kurs 5.743,69 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS

Solange der Euro Stoxx 50 die im Oktober und November perfekt verteidigte Supportzone 5.467/5.568 Punkte und die an diese Zone heranlaufende 200-Tage-Linie bei derzeit 5.418 Punkten nicht klar unterschreitet, ist das Abwärtsrisiko zwar vorhanden, aber nicht „aktiviert“, sprich: Oberhalb dieses Bereichs ist die Oberseite die trendfolgend „richtige“.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.11.2025 um 22:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am 13.11. hatte der Euro Stoxx 50 mit 5.818,07 Punkten einen neuen Verlaufsrekord erreicht, doch noch am selben Tag ging es abwärts. Vier Tage kräftige Verkäufe machten den Ausbruch zur Bullenfalle. Aber dann hielt genau die Zone, die halten musste. Bisher zumindest.

Die markante Unterstützungszone zwischen 5.467 und 5.568 Punkten, zusammengesetzt aus den wichtigsten Zwischenhochs der ersten drei Quartale, hat sich jetzt beim europäischen Leitindex als tragfähig erwiesen. Dass der Euro Stoxx 50 mit Schwung in diesen Bereich hineinrutschte, dort aber sofort weniger Druck zu spüren war, deutet an: Hier wird gekauft und erste Short-Seller sehen dieses Minimal-Kursziel einer Korrektur bereits als ausreichend an, um ihre Positionen zu schließen. Doch tragfähig bedeutet nicht, dass dieser Bereich auf Dauer tragen muss.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 25.11.2025, Kurs 5.573,91 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 25.11.2025, Kurs 5.573,91 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Erst, wenn der Index diese Auffangzone deutlich unter sich lassen würde, könnte man hinter die Gefahr einer größeren Korrektur erst einmal einen Haken machen. Dafür wäre ein Schlusskurs unter der zuletzt bei 5.638 Punkten verlaufenden 20-Tage-Linie die Minimalforderung, besser wäre es, wenn der Euro Stoxx 50 dieses abverkaufte, neue Hoch zeitnah überwindet, also über 5.818 Zählern schließt. Was aber nicht so einfach ist, denn:

Expertenmeinung: Für eine effektive Defensive braucht es nur genug Akteure, die bereit sind, einen größeren Schaden, den ein weiterführender Abstieg des Index in ihren Portfolios anrichten würde, aktiv durch Einsatz ihrer Barreserve zu verhindern. Für eine erfolgreiche Offensive hin zu neuen Hochs müsste der Index aber vom gestrigen Schlusskurs am oberen Ende der Unterstützungszone noch ein gutes Stück laufen. Dafür bräuchte es einiges an Kapitaleinsatz und, vor allem, Überzeugung. Die Überzeugung, dass man damit auch etwas verdienen kann, weil dann über dem bisherigen Hoch noch nicht Schluss ist, sondern idealerweise die „magische“ 6.000 angelaufen und überboten wird.

Aber um überzeugt zu sein, wären halt gute Argumente nötig. Und die sind derzeit ein wenig dünn gesät. Natürlich sind die US-Börsen grundsätzlich Lieferanten von Vorlagen. Und die ziehen gerade wieder kräftig an. Aber die Basis dieser Käufe in Übersee ist keine, die europäische Marktteilnehmer überzeugen oder auch nur unmittelbar betreffen würden.

So scheint in den USA gerade die statistisch durchaus messbare „Thanksgiving-Rallye“ zu laufen. In der Woche des Thanksgiving-Feiertages (der morgen stattfindet) liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Aktienmärkte steigen, über die letzten Jahrzehnte hinweg bei gut zwei Dritteln. Dass sich diese Trefferquote erhöht, alleine weil genug Anleger davon wissen und die Sache dadurch zu einer „self fulfilling prophecy“ machen, ist indes ein Risiko … denn nach der Thanksgiving-Woche würden dann eben wieder die normalen Faktoren den Taktstock übernehmen.

Wobei die Wall Street da derzeit von der steigenden Hoffnung auf eine Leitzinssenkung in der anstehenden Dezember-Sitzung zehrt, die indes nicht die von manchen in sie hinein interpretierte Fähigkeit zur Wunderheilung hat. Und zugleich müsste man an kritischen Konjunkturdaten wie dem gerade gestern gemeldeten, sehr deutlich gefallenen US-Verbrauchervertrauen gezielt vorbeischauen. Aber all das ist nichts, das als Argument dienen könnte, explizit beim Euro Stoxx 50 oder dessen Einzelwerten zuzugreifen. Daher erscheint der „Kielwasser-Effekt“ derzeit zu schmalbrüstig, um ihm über den Weg zu trauen.

Ein signifikantes Verlassen der aktuell eben „nur“ gehaltenen Unterstützungszone 5.467/5.568 Punkte sollte man einfordern, bevor man hier über die Long-Seite nachdenkt. Noch ist die Gefahr, dass ein, zwei schwache Tage diesen wichtigen Unterstützungsbereich durchschlagen und der Index dann in Richtung 5.350/5.380 Punkte (200-Tage-Linie und 2022er-Aufwärtstrendlinie) weiter abrutscht, nicht gebannt.

Euro Stoxx 50: Wochen-Chart vom 25.11.2025, Kurs 5.573,91 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Wochen-Chart vom 25.11.2025, Kurs 5.573,91 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS
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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.11.2025 um 23:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als die europäischen Aktienindizes am Dienstagmorgen mit dicken Minuszeichen starteten, dürften viele recht nervös geworden sein. Doch das bullische Lager drehte den Euro Stoxx 50 genau dort nach oben, wo es darauf ankam. Die Frage ist, wie man das werten muss.

Die Unruhe kam diesmal von unerwarteter Seite. Die CEOs von Morgan Stanley und Goldman Sachs erklärten im Zuge einer Investmentkonferenz in Hongkong, dass man in den kommenden zwei Jahren damit rechnen müsste, dass der Aktienmarkt auch mal eine Korrektur sieht, die über zehn Prozent hinausgeht. Eigentlich etwas, das jedem jederzeit bewusst sein müsste. Dass das anscheinend nicht so ist, ist ein Warnsignal für die Stabilität der Hausse an sich, denn zu viele ahnungs- und sorglose Trader sind nun einmal ein Risiko. Aber wie sieht es mit der Reaktion auf die anfänglichen Abgaben aus, wie ist die zu werten?

Denn am Ende schloss der europäische Leitindex mit einem Minus von gerade einmal 0,33 Prozent, nachdem er am Tagestief 1,8 Prozent abgegeben hatte. Und dadurch gelang es, den Euro Stoxx 50 genau dort nach oben zu drehen, wo weitere Abgaben hätten brenzlig werden können:

Euro Stoxx 50: Chart vom 04.11.2025, Kurs 5.660,20 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Chart vom 04.11.2025, Kurs 5.660,20 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass das Tagestief (5.577,21 Punkte) knapp oberhalb der nächstgelegenen Unterstützungszone lag, die sich aus den zwischen März und August zwischen 5.467 und 5.568 Punkten entstandenen Zwischenhochs zusammensetzt. Mitte Oktober hatte der Index nahe ans untere Ende der Zone zurückgesetzt, nachdem zuvor neue Rekorde erzielt wurden, und lief umgehend wieder nach oben: ein perfekter Pullback an den Ausbruchslevel. Diesmal drehte er am oberen Ende der Zone dynamisch aufwärts und generierte, wenn schon keinen Intraday-Turnaround, so doch einen potenziell bullischen „Hammer“ im Chartbild auf Candlestick-Basis. Zudem gelang es so, über der zuletzt auf Tages-Schlusskursbasis mehrfach verteidigten 20-Tage-Linie zu schließen. Perfekt?

Expertenmeinung: Ja … und nein. Wirklich bullisch sind solche „Hammer-Kerzen“ vor allem nach längeren Abwärtsbewegungen und nicht in der Nähe eines Allzeithochs. Da ließe sich eine solche Kaufwelle direkt über wichtigen Unterstützungen auch anders auslegen: als „offensive Defensive“. Was bedeuten würde, dass viele der gestrigen Käufer nicht zugegriffen haben, weil sie das im Gesamtkontext ja eher kleine Minus als perfekte Chance für den Einstieg und/oder Zukäufe ansahen, sondern um ein bärisches Signal zu verhindern.

Der Unterschied ist im Chartbild nicht sichtbar, aber das Motiv ist jeweils ein völlig anderes, im ersteren Fall Optimismus, im letzteren hingegen Angst. Die Angst davor, dass aus einem kleinen Rücksetzer eine größere Korrektur werden könnte, die man dann mit randvoll Long ausgerichteten Portfolios und geringen Barreserven womöglich nicht mehr in den Griff bekommt. Was von beidem trifft zu?

Sicher kann man sich dessen nicht sein, es ist letzten Endes nicht möglich, die Motivation all derer abzuklopfen, die gestern auf der Käuferseite standen. Aber das Umfeld ist problematisch genug, um diese gestrige Erholung nicht einfach als klares Signal für die souveräne Dominanz der Bullen zu den Akten zu legen. Sollte der Euro Stoxx 50 das gestrige Tagestief bei 5.577,21 Zählern unterbieten, wäre das bereits ein markantes Warnsignal. Eines, das zumindest das Risiko erheblich erhöht, dass diese Supportzone zwischen 5.467 und 5.568 Punkten womöglich nicht für die Ewigkeit gemacht ist.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.