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Dow Jones Prognose Dow Jones Index: Worauf es bei diesem Chartbild jetzt ankommt

News: Aktuelle Analyse des Dow Jones Index

In diesem Artikel
Dow Jones
ISIN: US2605661048
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Ticker: INDU -,-- %
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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zum Dow Jones

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Die Chartmarken, die entscheidend dafür wären, den Dow Jones Index aus seiner derzeitigen Pendelbewegung herauszuholen und ein klar bullisches oder bärisches Signal zu generieren, sind leicht zu definieren. Aber wird heute der Tag sein, an dem sich die Richtung entscheidet?

Wenn Sie diesen Beitrag lesen, dürften viele Wahlergebnisse der US-Zwischenwahlen bereits vorliegen. Ob das aber bereits für eine klare Wegweisung auf politischer Ebene reicht, ist offen. Nachzählungen, Anfechtungen und Verzögerungen könnten dazu führen, dass zwar bereits klar ist, wer in der zweiten Hälfte der präsidialen Amtszeit die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus haben wird. Aber ob man das auch in Bezug auf den Senat sicher sagen kann, ist zweifelhaft. Doch angenommen, auch das wäre klar:

Dow Jones Industrial Average: Chart auf Tagesbasis vom 03.11.2026, Kurs 51.786,42 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones Industrial Average: Chart auf Tagesbasis vom 03.11.2026, Kurs 51.786,42 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Würde das für die US-amerikanischen ebenso wie für die internationalen Investoren bereits eine klare Wegweisung sein, in welche Richtung es mit dem US-Index-Flaggschiff und in seinem Kielwasser mit dem gesamten US-Aktienmarkt gehen wird? Es ist möglich, wenn wir heute im Laufe des Tages eine klare Vorgabe sehen, ob die Republikaner zumindest eine Kammer des US-Kongresses halten konnten oder aber auch die Mehrheit im Senat bei den Demokraten liegen wird. Aber ist das dann auch eine sichere Vorlage für den Dow?

Den aktuellen Kurs und Chart des Dow Jones sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es ist aus meiner Sicht unsicher genug, um die Entscheidung zu treffen, die Analyse der Ausgangslage des Dow Jones nicht am frühen Morgen unter dem Eindruck einer halb ausgezählten Wahl zu schreiben, sondern direkt nach dem US-Handelsende, noch knapp vor Schließung der ersten Wahllokale im Osten.

Denn die US-Index-Futures werden am frühen Mittwochmorgen zwar vermutlich massiv in Bewegung geraten sein. Aber man wäre verleitet, die da dann vorherrschende Richtung als Wegweisung anzusehen – und könnte damit schiefliegen. Als Donald Trump seine erste Wahl im November 2016 gewann – womit der Markt nicht gerechnet hatte –, waren die frühmorgendlichen Tendenzen des Dow Jones ein Irrlicht. Denn zuerst war der Future auf diesen Index eingebrochen und damit klar bärisch. Doch bald darauf holten die Futures das Minus nicht nur auf, sondern der US-Aktienmarkt stieg über Tage hinweg massiv.

Denn ein einigermaßen klares Wahlergebnis beantwortete damals nicht umgehend alle Fragen, das dürfte heute nicht anders sein. Zumal die Anleger ja wissen: Sofort am Tag 1 nach den Zwischenwahlen würde sich auf der politischen Ebene erst einmal nichts ändern, die neu besetzten Kammern des Kongresses treten erst im Januar zusammen. Und bis dahin kann viel passieren … vor allem mit Blick auf den Iran und damit unmittelbar verbunden auf die Energiepreise.

Daher müssen erste Reaktionen auf das Wahlergebnis, z. B. nachgebende Ölpreise und abrutschende Kurse von Aktien mit KI-Bezug im Fall eines klaren Erfolgs der Demokraten, nicht von Dauer sein. Erst der offizielle Handel ab 15:30 Uhr unserer Zeit wäre etwas, das man im Auge behalten sollte … und erst, wenn dieser Handelstag zu Ende ist, wäre eine Wegweisung denkbar. Aber selbst, wenn dabei entscheidende Chartmarken im Dow Jones gekreuzt wurden, wäre die Sache mit Vorsicht zu genießen, denn Nachwahl-Börsen sind grundsätzlich hoch volatil und Bullen- ebenso wie Bärenfallen keine Seltenheit. Um welche Marken geht es beim Dow Jones konkret?

Auf der Oberseite müsste es gelingen, das letzte Zwischenhoch, markiert am 22. Oktober bei 52.928 Punkten, auf Schlusskursbasis zu überwinden. Das wäre bereits ein Hinweis darauf, dass die Anleger das Ergebnis dieser Midterm Elections positiv werten. Zwar würde dann noch der Widerstand bei 53.820 Punkten einem Anlauf an das bisherige Rekordhoch im Weg stehen. Aber gelingt es, nach all der Nervosität im Vorfeld der Wahl einen ersten überzeugend wirkenden Impuls nach oben zu generieren, kann das die nötige Sogwirkung erzeugen, um den Index auch über diese Hürde zu tragen.

Auf der Unterseite sind die entscheidenden Chartmarken zwar massiver, weil mittelfristig bedeutsamer. Aber der Umstand, dass die bei 50.693 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie ebenso wie die auf das letzte Hoch vor Beginn des Iran-Krieges zurückgehende und Anfang Oktober als Support bestätigte Linie bei 50.513 Punkten mittelfristig relevant sind, bedeutet auch: Rutscht der Dow Jones durch beide Auffanglinien, wäre das ein sehr markantes bärisches Signal im Chartbild. Ein Signal, das zudem – Sie sehen das gut im Chart auf Wochenbasis – deutliches charttechnisches Abwärtspotenzial freisetzen würde.

Dow Jones Industrial Average: Chart auf Wochenbasis vom 03.11.2026, Kurs 51.786,42 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones Industrial Average: Chart auf Wochenbasis vom 03.11.2026, Kurs 51.786,42 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

In dieser Gemengelage einer charttechnischen Entscheidung vorzugreifen, wäre riskant, daher: Besser wäre es, abzuwarten, bis nicht nur die Zählung der Wählerstimmen, sondern auch das erste hektische Hin und Her am Aktienmarkt über die Bühne gegangen ist, bevor man über eine eigene Positionierung nachdenkt.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.11.2026 um 23:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der Dow Jones Aktie

05.10.2026
08:08 Uhr

Dow Jones: Jetzt müssten die Bullen die Flucht nach vorne antreten — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.10.2026 um 23:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Dow Jones hatte am Donnerstag an zwei wichtigen charttechnischen Unterstützungen nach oben gedreht und sie damit zunächst verteidigt. Aber mit reinem Halten kommt man nicht aus der Gefahrenzone, da muss zeitnah mehr kommen. Auf welche Marken kommt es an?

Der Ölpreis bleibt hoch, eine Lösung dieser Problematik ist aktuell nicht in Sicht. Zugleich haben die Renditen am US-Anleihemarkt Levels erreicht, die man seit 2007, bei einigen Laufzeiten sogar noch länger, nicht mehr gesehen hat. Was zwei Dinge andeutet: Staat und Unternehmen brauchen immer mehr Geld, zugleich lässt die Bereitschaft, Kapital in solche Anleihen zu investieren, nach.

Das ist eine Gesamtsituation, die man, nicht zuletzt mit Blick auf die morgen in vier Wochen anstehenden Zwischenwahlen, mit Fug und Recht als schwierig bezeichnen kann. Und es ist ein Umfeld, in dem die Anleger am Aktienmarkt aufgrund der Nachrichtenlage tendenziell wachsamer werden. Charttechnisch bärische Signale will man da im Lager der Bullen natürlich vermeiden. Nur liegt zwischen „Wollen“ und „Können“ die Bereitschaft, mit eigenem Kapital aktiv mitzuwirken, wenn es darum geht, einen im Fokus stehenden Index wie das US-Index-Flaggschiff Dow Jones an wichtigen Supportmarken nach oben zu drehen und daraus einen neuen Aufwärtsimpuls zu machen. Einen, der hinreichend dynamisch ist, um die Bedenken in Bezug auf die Gesamtsituation wieder in den Hintergrund zu drängen. Und bislang scheint diese Bereitschaft überschaubar zu sein.

Expertenmeinung: Der erste Schritt, das Verteidigen von Schlüssel-Supportmarken, ist jetzt zwar getan. Der zweite, sich von diesen Marken zu lösen, aber noch nicht. Und da tickt für die Bullen die Uhr, denn je länger der Index nicht überzeugend nach oben davonzieht, desto mehr Akteure werden sich fragen, ob es wirklich eine gute Idee wäre, hier mit eigenem Geld „anzuschieben“ … oder ob es nicht im Gegenteil in Kürze heißen könnte: „Wer als Erster verkauft, bekommt noch gute Kurse“. Es geht mit Blick auf den Chart des Dow Jones aktuell nämlich nicht nur darum, die Bullen neu zu motivieren, sondern auch darum, die Short-Seller fernzuhalten.

Denn die beiden Supportlinien, an denen es am Donnerstag gelang, das seit Anfang August laufende Abbröckeln des Index erst einmal zu stoppen, stechen im Chartbild nicht nur besonders heraus. Unter ihnen wäre zugleich einiges an neuem charttechnischem Abwärtspotenzial gegeben.

Es geht um das Februar-Hoch bei 50.513 Punkten und die nur knapp darunter, bei aktuell 50.367 Punkten, verlaufende 200-Tage-Linie. Darunter würde, das sehen Sie im Chart auf Wochenbasis, erst wieder bei 45.057 Punkten eine markante Supportmarke warten, das wäre das März-Tief dieses Jahres. Dass dieses Kursziel im Fall des Bruchs dieser Kreuzunterstützung wirklich erreicht würde, ist zwar keineswegs sicher. Aber das derzeitige Umfeld wäre grundsätzlich durchaus eines, das zum Ziehen so mancher Reißleine führen könnte, sollte dieser aktuell gehaltene Bereich doch noch fallen.

Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 02.10.2026, Kurs 51.176,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 02.10.2026, Kurs 51.176,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Und das, was der Dow Jones am Donnerstag vom Tagestief aufholte und am Freitag an Boden gutmachte, ist noch deutlich zu wenig, um erwarten zu können, dass die Kuh aus Sicht der Bullen jetzt schon vom Eis wäre. Die 20-Tage- ebenso wie die 50-Tage-Linie sowie die Anfang August entstandene Abwärtstrendlinie müssten bezwungen sein, um das behaupten zu können. Dafür müsste der Index momentan (die Linien fallen langsam) über 52.740 Punkten schließen. Das bärische Lager hätte also den deutlich kürzeren Weg, um zu punkten … die Käuferseite ist jetzt gefordert.

Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 02.10.2026, Kurs 51.176,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 02.10.2026, Kurs 51.176,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

04.09.2026
08:26 Uhr

Dow Jones: Die Bullen versuchen eine „Wahlkampf-Rallye“ — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.09.2026 um 22:21 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der US-Präsident startet in die Wahlkampfphase zu den am 3. November anstehenden US-Zwischenwahlen. Er ebenso wie sein Vize fielen bereits in den letzten Tagen mit optimistischen Aussagen auf. Die Bullen werden versuchen, das u. a. beim Dow Jones für sich zu nutzen.

Der Ölpreis ist gestiegen, die Renditen der US-Staatsanleihen haben deutlich zugelegt, die US-Notenbank tendiert immer mehr zu einer Leitzinserhöhung, der US-Arbeitsmarkt wirkt wacklig und Probleme bleiben ungelöst. Die US-Verbraucher zeigen sich mehrheitlich unzufrieden mit der derzeitigen Regierung, die deshalb nicht zu Unrecht fürchten muss, bei den in zwei Monaten anstehenden Zwischenwahlen die Mehrheit in einer oder sogar in beiden Kammern des US-Kongresses zu verlieren. Was man natürlich vermeiden will.

Das Problem ist, dass das mit Taten kaum zu bewerkstelligen ist. In Sachen Iran sitzt man in einer selbst gegrabenen Grube, die Zölle haben die USA nicht reich gemacht und die Verschuldung läuft immer mehr aus dem Ruder. Außerdem haben die US-Bürger die von Donald Trump versprochene „Zoll-Dividende“ nie gesehen.

Da ist kurzfristig nicht zu schaffen, was seit Januar 2025 nicht geschafft wurde. Also verlegt man sich auf markige Sprüche. Aus dem Weißen Haus ist zu hören, dass wieder viele Schiffe durch die Straße von Hormus laufen (nachts, weshalb die offiziellen Schifffahrtsdaten sie nicht erfassen), der Benzinpreis in Kürze wieder deutlich fallen wird, die Nahrungsmittelpreise ebenso. Trumps Vize Vance sprach sich am Donnerstag für Zinssenkungen der US-Notenbank aus, Trumps Finanzminister Bessent versucht, am Anleihemarkt einzugreifen und die Renditen der langlaufenden US-Bonds durch verstärkte Käufe zu drücken. Man versucht mit aller Macht, das Gesamtbild rechtzeitig zur Wahl so weit aufzupolieren, dass eine Niederlage abgewendet wird.

Solche Phasen sind nicht selten günstige Phasen für den Aktienmarkt gewesen. Warum, wenn man nicht erwarten kann, dass große Sprüche flaue Fakten wirklich ändern werden?

Expertenmeinung: Letztlich baut man da auf einen rein psychologischen Effekt: Trader mögen nicht daran glauben, dass Wahlkampfsprüche wirklich die Lage verbessern, setzen aber darauf, dass genug andere das glauben, um einen Index wie den Dow Jones im Vorfeld der Wahl ins Laufen zu bekommen. Dadurch könnten zwar wenige glauben, was ihnen versprochen wird, aber viele trotzdem kaufen. Was indes nur funktionieren kann, wenn der Zug bereits anrollt, auf den andere dann aufspringen sollen. Und es scheint, dass genau das gerade versucht wird.

Wir sehen im Chart, dass das US-Index-Flaggschiff am Dienstag an die 50-Tage-Linie gerutscht war, die zusammen mit der 20-Tage-Linie seit Monaten den Leitstrahl der Aufwärtsbewegung darstellt. Diese Linie wurde am Mittwoch dann zwar einigermaßen verteidigt, aber das ist bei Weitem zu wenig, um als Einladung zur Wahlkampf-Rallye zu dienen. Da musste also umgehend etwas vorangehen … und das wurde am Donnerstag angegangen.

Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 03.09.2026, Kurs 53.686,11 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 03.09.2026, Kurs 53.686,11 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Bereits vor Beginn des regulären Handels wurden die Futures „angeschoben“, eine zweite Kaufwelle folgte ca. 90 Minuten nach Handelsstart. Dadurch gelang es, den Index wieder knapp über diese „Schiene“ aus 50-Tage- und 20-Tage-Linie zu tragen. Aber eben nur knapp. Um die Chance deutlich zu verbessern, dass es bis zur Wahl tendenziell aufwärts geht, ist das noch zu wenig. Zumal dieses Plus des Donnerstags zwar mit dem Rückenwind der Aussagen von Trump und Vance, aber ohne Geleitschutz von Ölpreis und US-Anleihe-Renditen zustande kam. Jetzt müssen Anschlusskäufe folgen, idealerweise ein baldiger Ausbruch über das bisherige Verlaufshoch bei 54.744 Punkten.

Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 03.09.2026, Kurs 53.686,11 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 03.09.2026, Kurs 53.686,11 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Das kann klappen, aber es muss nicht. Achten Sie daher weiterhin auf diese beiden derzeit entscheidenden gleitenden Durchschnitte der letzten 50 und 20 Handelstage bei aktuell 52.935 und 53.490 Punkten: Diese Zone darf nicht fallen, sonst könnte die Wahlkampf-Rallye ganz schnell zum Rohrkrepierer werden.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

18.08.2026
08:21 Uhr

Dow Jones: Der Wochenchart suggeriert Handlungsbedarf — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.08.2026 um 22:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Neue Rekorde trotz schwierigem Umfeld: Der Dow Jones scheint nicht zu stoppen zu sein. Doch irgendwann endet jeder Aufwärtsimpuls. Und beim Blick auf das mittelfristige Chartbild wird deutlich: Die Käufer sollten sich ranhalten, damit aus „irgendwann“ nicht „jetzt“ wird.

Dass mal acht Handelstage lang die Käufer in der Unterzahl sind und der Index deshalb konsolidiert, ist beim Dow Jones nichts Ungewöhnliches, vor allem nicht, wenn zuvor neue Rekorde markiert wurden. Im Gegensatz zum deutlich volatileren Nasdaq 100 ist das US-Index-Flaggschiff meist gemächlicher unterwegs, nach dem Prinzip „zwei Schritte vorwärts und dann erst einmal einen zurück.“ Außerdem ist aus charttechnischer Sicht noch nicht das Geringste angebrannt, wie man im Chartbild auf Tagesbasis sehen kann:

Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 17.08.2026, Kurs 53.459,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 17.08.2026, Kurs 53.459,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Solange der Dow nicht nennenswert unter das vorherige Hoch vom 7. Juli bei 53.289 Punkten fällt, bleibt er selbst auf kurzfristiger Ebene bullisch. Die Käufer sollten zwar langsam wieder aktiver werden, damit das nicht passiert, immerhin ist der Index am Montag schon ziemlich nahe an diesen Support herangelaufen. Aber selbst, wenn er das Juli-Hoch unterbieten sollte:

Solange er nicht auch noch unter die 20-Tage- und die 50-Tage-Linie sowie die unter diesen Linien wartende Unterstützungszone 51.302 zu 51.660 Punkte rutscht, würde das bärische Lager wohl kaum in größerem Umfang aktiv, es sei denn, es würden sich neue Argumente dafür ergeben. Was man aber besser nicht einfach ausschließen sollte.

Expertenmeinung: Denn der Ölpreis kommt nicht nach unten. Womit einige aber gerechnet haben dürften, denn immerhin hatte Donald Trump vor nunmehr gut zwei Wochen verkündet, die Wiederbelebung der Rahmenvereinbarung für Verhandlungen zu einer endgültigen Einigung mit dem Iran stünde kurz bevor. Und auch die vordergründige Freude, dass schwache Arbeitsmarktdaten die US-Notenbank vielleicht von einer Zinserhöhung abhalten könnten, hat zwei Seiten. Und eigentlich wiegt Druck auf den Arbeitsmarkt für die Gesamtwirtschaft schwerer als ein Viertelpunkt höhere Leitzinsen.

Neue Argumente seitens der Bilanzen kommen auch nicht mehr, die „Saison“ ist durch, die Ausblicke angepasst, die Reaktionen erfolgt. Da wird dann mehr auf die Charts geschaut. Und da findet sich etwas, das zur Vorsicht mahnt … und zwar im Chart auf Wochenbasis.

Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 17.08.2026, Kurs 53.459,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 17.08.2026, Kurs 53.459,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Denn wenn man sich den mal seit dem Corona-Crash-Tief im März 2020 ansieht, stellt man fest, dass sich da ein Aufwärtstrendkanal konstruieren lässt, an dessen oberer Begrenzung der Dow Jones in der vorvergangenen Woche gestoppt wurde. Kurz kam er innerhalb der Woche über die Linie, am Ende schloss er aber darunter und damit wieder innerhalb des Trendkanals. Und er machte letzte Woche keine Anstalten, einen zweiten Versuch zu starten.

Man kann und darf einwenden, dass diese obere Begrenzungslinie bislang nur durch einen Punkt definiert ist, d. h. noch nicht bestätigt wurde. Außerdem ist es nie zwingend, dass solche Linien einen Trendimpuls dauerhaft aufhalten, ein „Overshooting“ wäre immer drin, aber:

Konsolidierungsphasen, wie wir sie gerade sehen, sind trotzdem ziemlich sensible Momente. Die Anleger sehen das neue Hoch langsam schwinden … und sollten genug Marktteilnehmer einen Blick auf das mittel-/langfristige Bild auf Wochenbasis werfen, kann es durchaus sein, dass diejenigen, die es bräuchte, um von dieser jetzt nahen Supportlinie aus das Ruder herumzureißen, ein bisschen zu sehr zögern und manch einer doch noch ein paar Positionen zu viel reduziert, um den Aufwärtsschwenk zu schaffen. Und bleibt der aus, kann auch der die Kauffreude bremsende Zweifel zurückkehren, der bei den meisten nur im Hintergrund läuft, solange das Aufwärts-Momentum „passt“.

Fazit: Der Dow Jones wäre jetzt in einer Position, in der er erneut durchstarten könnte. Das Umfeld und dieses Erreichen der oberen Begrenzungslinie des 2020er-Trendkanals machen das aber unsicher genug, um diesen altehrwürdigen Index, der immense Ausstrahlungskraft auf den Aktienmarkt in seiner Gesamtheit hat, engmaschig im Auge zu behalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

15.06.2026
08:20 Uhr

Dow Jones: Gerettet? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.06.2026 um 23:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Bis Mitte vergangener Woche sah es so aus, als würde sich der alte Spruch „Sell in May and go away“ bewahrheiten. Aber dann gelang den Bullen am Donnerstag ein wichtiger Konter … jetzt scheint es, als sei der Aufwärtstrend des Dow Jones gerettet, aber: Bleibt das auch so?

Rein von der Charttechnik her war dieser kräftige Kursanstieg mit den Anschlusskäufen zum Wochenschluss immens wichtig. Wir sehen im Chart auf Tagesbasis, dass das US-Index-Flaggschiff zum Mittwochs-Closing nicht nur unter das vormalige Rekordhoch vom Februar bei 50.513 Punkten gerutscht war, sondern auch noch leicht unterhalb der „magischen“ Marke von 50.000 Punkten schloss.

Dow Jones: Tageschart vom 12.06.2026, Kurs 51.202,26 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tageschart vom 12.06.2026, Kurs 51.202,26 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Es hätte viele Akteure erheblich nervös machen können, wenn es dabei geblieben wäre. Und von „nervös werden“ bis zum Ausstieg ist es meist kein weiter Weg. Daher kam die Kaufwelle am Donnerstag zum genau richtigen Moment. Dadurch lief der Dow Jones umgehend wieder über 50.000 Punkte und das Februar-Hoch und hat sich dem bisherigen Verlaufshoch, das am 5. Juni bei 51.660 Punkten markiert wurde, schon so angenähert, dass ein fester Tag reichen würde, um das Risiko einer Abwärtswende zumindest aus charttechnischer Sicht erst einmal vom Tisch zu bekommen. Das Problem ist:

Derzeit kann etwas charttechnisch noch so solide zementiert wirken, sicher ist trotzdem nichts, dazu spielt die Nachrichtenlage eine zu große Rolle. Und die ist dieser Tage ebenso bedeutsam wie unberechenbar.

Expertenmeinung: Diese Analyse wurde am späten Samstagabend beendet. Da war der Stand der Nachrichten wie folgt: Mr. Trump verkündete, dass ein Abkommen mit dem Iran am Sonntag unterzeichnet würde. Der Iran dementierte das. Aber selbst, wenn man zum Zeitpunkt dieses Artikels wüsste, ob dieses Abkommen denn nun wirklich zum Start in die Handelswoche unterschrieben wurde: Wäre man dann wirklich so viel schlauer, dass die kommenden Tage und Wochen für den Aktienmarkt im Allgemeinen und den Dow Jones im Besonderen berechenbar würden?

Das wäre man nicht. Dass ein solches Abkommen kommen muss, weiß man. Aber es wäre ja nur die Vereinbarung darüber, worüber man in den kommenden Wochen und Monaten verhandeln will. Was heißt, dass die Sache jederzeit wieder hochkochen kann und die Fortschritte auf Null gesetzt werden könnten. Unberechenbar wäre all das, was sich im Nahen Osten abspielt und den Ölpreis beeinflusst, also weiterhin. Das Problem der Bullen ist dabei:

Seit Ende März, als man sich entschieden hatte, das Prinzip Hoffnung gelten zu lassen und die vorherige Korrektur in eine Aufwärtsbewegung drehte, hat der Dow Jones nicht nur den Level vor der Attacke auf den Iran erreicht, sondern auch noch das vorherige Rekordhoch überboten. Man ist hier also, mit Blick auf einen immer noch höheren Ölpreis, eine höhere Inflation und wacklige Konjunkturdaten, in „Vorleistung“ gegangen. Und das hieße: Da muss jetzt seitens des Weißen Hauses wirklich zeitnah etwas kommen, das solide genug daherkommt, um den Marktteilnehmer den Eindruck zu vermitteln, dass dieser Vorgriff des Index auch gerechtfertigt wnar … und bleibt. Denn jetzt gilt eben: Der Dow Jones ist bullisch, die Rahmenbedingungen sind es nicht. Fazit:

Dow Jones: Wochenchart vom 12.06.2026, Kurs 51.202,26 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochenchart vom 12.06.2026, Kurs 51.202,26 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Für den Moment mag der Dow Jones aus Sicht der Bullen gerettet sein, aber das muss nicht von Dauer sein. Es kommt darauf an, wie es im Nahen Osten weitergeht … und in den kommenden vier bis sechs Wochen werden dann auch noch die Halbjahresergebnisse nebst aktualisierten Ausblicken der Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. Solange der Trend aufwärts weist, muss man über die Short-Seite erst einmal nicht nachdenken. Sollte das Vorwochentief bei 49.909 Punkten auf Schlusskursbasis doch noch fallen, wäre das jedoch ein Signal dafür, dass für das bullische Lager etwas erheblich schiefzugehen beginnt. Achten Sie auf diese Marke!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

08.06.2026
08:11 Uhr

Dow Jones: Könnte es jetzt zum Favoritenwechsel kommen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.06.2026 um 23:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Minus 1,35 Prozent zum Wochenschluss, das war für den eher gemächlich laufenden Dow Jones nicht gerade wenig. Aber im Vergleich zu den drastischen minus 4,77 Prozent, mit denen der Nasdaq 100 den Freitag beendete, war das fast harmlos … könnte diese Differenz wegweisend sein?

Grundsätzlich ja. Denn dass der Dow Jones der vorletzte der wichtigen US-Indizes war (der NYSE Composite scheiterte am Freitag beim Versuch, neue Rekordhochs zu markieren), der die vorherigen Hochs überwinden konnte, hatte einen Grund, der keinem Anleger verborgen geblieben war: Die Halbleiterbranche, die zuletzt außer Rand und Band nach oben gezogen wurde, ist hier schwach vertreten. Intel hatte den Dow Jones verlassen müssen, es blieben nur wenige mit der Halbleiter-Thematik verbundene Tech-Titel wie Nvidia und Cisco. Und die Breite an „klassischen“ Branchen, die den Dow Jones als Querschnitt der US-Wirtschaft herausheben, war in den vergangenen Wochen eben nicht gefragt.

Aber jetzt sind im Nasdaq 100 die Sterne vom Himmel gefallen. Die großen Zugpferde der vergangenen Wochen wiesen am Freitag teils sogar Verluste über zehn Prozent aus. Der Gedanke, dass Geld aus den überhitzten Chip-Werten abfließt und ein Teil davon in die zuletzt geschmähten Aktien der – um den Begriff aus der Zeit der Internet-Blase zu verwenden – „Old Economy“ fließen könnte, drängt sich da durchaus auf. Könnte es so kommen … und dies dann dazu führen, dass es nicht mehr der Nasdaq 100 ist, den die Bullen hofieren, sondern der Dow Jones?

Expertenmeinung: Das wäre zumindest denkbar, nicht zuletzt, weil genau solche „Wechseltendenzen“ am Freitag bereits zu beobachten waren, auch innerhalb des Dow Jones-Index. Denn unter den größten fünf Verlierern des Tages fanden sich mit Nvidia, IBM und Cisco typische Vertreter des „Tech-Sektors“. Und auch, wenn man das angesichts des ja keineswegs kleinen Minus des Index nicht erwarten würde:

Dow Jones: Tages-Chart vom 05.06.2026, Kurs 50.866,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 05.06.2026, Kurs 50.866,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Selbst der fünftplatzierte unter den Gewinnern des Tages legte zwei Prozent zu! Und die Liste dieser fünf stärksten Gewinner spricht für sich: Procter & Gamble, Coca-Cola, Travelers, McDonald’s und Johnson & Johnson. Alles Aktien aus klassischen, konservativen Branchen also. Und die Pluszeichen von zwei bis zu vier Prozent vor den Tages-Veränderungen zeigten: Diese Aktien hielten sich nicht einfach gut, weil da keiner Verkaufsdruck aufbaute, sie wurden aktiv gekauft.

Diese Schere, die sich in den vergangenen Wochen und sogar Monaten aufgebaut hat, indem diese „Old Economy“ auf dem Wühltisch der Trader liegen blieb und die Bewertungen dadurch moderat blieben und sogar sanken und Technologietitel durch ihre Hausse extrem teuer wurden, könnte sich also schließen, aber:

Ein einziger Tag macht da noch keinen Trend. Vor allem ist weiter offen, ob die seit Monaten schwer gebeutelten Software-Titel ebenfalls eine Aufwärtswende schaffen – was den Dow Jones noch zusätzlich stützen könnte. Man muss beobachten, wie sich die kommenden ein, zwei Wochen darstellen. Aber solange der Dow Jones die wichtige Unterstützungszone aus der 20-Tage-Linie und dem vormaligen Rekordhoch vom Februar im Bereich 50.400/50.500 Punkte einigermaßen hält, wäre die Chance, dass sich der Dow Jones zum „sicheren Hafen“ verunsicherter Trader mausert, zumindest vorhanden!

Dow Jones: Wochen-Chart vom 05.06.2026, Kurs 50.866,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 05.06.2026, Kurs 50.866,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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