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Minus 1,35 Prozent zum Wochenschluss, das war für den eher gemächlich laufenden Dow Jones nicht gerade wenig. Aber im Vergleich zu den drastischen minus 4,77 Prozent, mit denen der Nasdaq 100 den Freitag beendete, war das fast harmlos … könnte diese Differenz wegweisend sein?
Grundsätzlich ja. Denn dass der Dow Jones der vorletzte der wichtigen US-Indizes war (der NYSE Composite scheiterte am Freitag beim Versuch, neue Rekordhochs zu markieren), der die vorherigen Hochs überwinden konnte, hatte einen Grund, der keinem Anleger verborgen geblieben war: Die Halbleiterbranche, die zuletzt außer Rand und Band nach oben gezogen wurde, ist hier schwach vertreten. Intel hatte den Dow Jones verlassen müssen, es blieben nur wenige mit der Halbleiter-Thematik verbundene Tech-Titel wie Nvidia und Cisco. Und die Breite an „klassischen“ Branchen, die den Dow Jones als Querschnitt der US-Wirtschaft herausheben, war in den vergangenen Wochen eben nicht gefragt.
Aber jetzt sind im Nasdaq 100 die Sterne vom Himmel gefallen. Die großen Zugpferde der vergangenen Wochen wiesen am Freitag teils sogar Verluste über zehn Prozent aus. Der Gedanke, dass Geld aus den überhitzten Chip-Werten abfließt und ein Teil davon in die zuletzt geschmähten Aktien der – um den Begriff aus der Zeit der Internet-Blase zu verwenden – „Old Economy“ fließen könnte, drängt sich da durchaus auf. Könnte es so kommen … und dies dann dazu führen, dass es nicht mehr der Nasdaq 100 ist, den die Bullen hofieren, sondern der Dow Jones?
Expertenmeinung: Das wäre zumindest denkbar, nicht zuletzt, weil genau solche „Wechseltendenzen“ am Freitag bereits zu beobachten waren, auch innerhalb des Dow Jones-Index. Denn unter den größten fünf Verlierern des Tages fanden sich mit Nvidia, IBM und Cisco typische Vertreter des „Tech-Sektors“. Und auch, wenn man das angesichts des ja keineswegs kleinen Minus des Index nicht erwarten würde:

Selbst der fünftplatzierte unter den Gewinnern des Tages legte zwei Prozent zu! Und die Liste dieser fünf stärksten Gewinner spricht für sich: Procter & Gamble, Coca-Cola, Travelers, McDonald’s und Johnson & Johnson. Alles Aktien aus klassischen, konservativen Branchen also. Und die Pluszeichen von zwei bis zu vier Prozent vor den Tages-Veränderungen zeigten: Diese Aktien hielten sich nicht einfach gut, weil da keiner Verkaufsdruck aufbaute, sie wurden aktiv gekauft.
Diese Schere, die sich in den vergangenen Wochen und sogar Monaten aufgebaut hat, indem diese „Old Economy“ auf dem Wühltisch der Trader liegen blieb und die Bewertungen dadurch moderat blieben und sogar sanken und Technologietitel durch ihre Hausse extrem teuer wurden, könnte sich also schließen, aber:
Ein einziger Tag macht da noch keinen Trend. Vor allem ist weiter offen, ob die seit Monaten schwer gebeutelten Software-Titel ebenfalls eine Aufwärtswende schaffen – was den Dow Jones noch zusätzlich stützen könnte. Man muss beobachten, wie sich die kommenden ein, zwei Wochen darstellen. Aber solange der Dow Jones die wichtige Unterstützungszone aus der 20-Tage-Linie und dem vormaligen Rekordhoch vom Februar im Bereich 50.400/50.500 Punkte einigermaßen hält, wäre die Chance, dass sich der Dow Jones zum „sicheren Hafen“ verunsicherter Trader mausert, zumindest vorhanden!

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.06.2026 um 23:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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