Seit fast zwei Monaten befindet sich der DAX in einer Art „stabiler Seitenlage“. Ein kurzer Ausbruchsversuch nach unten wurde sofort eingefangen, seither läuft er in der alten, schmalen Handelsspanne erneut seitwärts. Was ist da los … bzw. nicht los?
Eine Handelsspanne von etwa 2,5 Prozent mögen ganz kurzfristige Trader, die innerhalb der Range agieren, recht lukrativ finden, aber sonst eher niemand. So ziemlich jeder hätte gerne mehr Bewegung im DAX. Die einen würden gerne die magische 25.000 sehen, die anderen warten bislang vergebens darauf, dass der Index von den unverändert problematischen Rahmenbedingungen eingeholt wird. Sei es, um an fallenden Kursen zu verdienen, sei es, um billiger wieder einsteigen, zukaufen oder überhaupt erst einsteigen zu können. Aber so ziemlich alle warten. Was indes bereits die Ursache dieser fruchtlosen Seitwärtsbewegung aufzeigt:
Zu viele warten, dass andere etwas tun und, gerade mit Blick auf das Risiko von Bullen- und Bärenfallen, für sie die Kohlen aus dem Feuer holen. Denn je länger es seitwärts geht, desto größer wird das Risiko, dass ein im ersten Moment dynamisch und nachhaltig wirkender Ausbruch abgefangen wird. So geschehen Anfang August, als der DAX zwar aus dieser Handelsspanne 24.025 zu 24.639 Punkte nach unten ausbrach, da aber sofort an der nächstliegenden Supportlinie bei 23.476 Punkten abgefangen wurde und in die enge Range zurückkehrte. Die Verkäufer ärgerten sich, zu früh verkauft zu haben, die Bären mussten mit Verlust aus ihren Positionen raus. Das will man nicht selbst und erst recht nicht zweimal in kurzer Zeit erleben. Aber wie es halt so ist:

Wenn alle auf die anderen warten, tut keiner was und ein Index wie der DAX wird zur Statue. Was muss passieren, dass wir wieder Schwung in den Index bekommen?
Expertenmeinung: Es ist nicht damit getan, dass sich das bullische und bärische Lager einfach mal aufrafft und gezielt attackiert. Denn wer sich zuerst bewegt, könnte leicht als Verlierer enden. Grund: Weder Bullen noch Bären sind immer Bullen oder Bären, außerdem sind sie nicht in irgendwelchen Vereinen oder Genossenschaften organisiert. Will heißen: Wer vorprescht, kann nie wissen, ob andere dann mitziehen oder er nicht auf einmal ganz alleine auf weiter Flur steht und die Gegenseite, unerwartet stärker als erhofft, einem den Ausbruch „zerlegt“. Und das gilt für beide Seiten. Deswegen ist es, wenn man mal in einer solchen Fahrrinne feststeckt, gar nicht so einfach, da wieder herauszukommen.
Grundsätzlich ließe sich zwar festhalten, dass an der Börse oft zuerst der Impuls kommt und man sich die Argumentation danach irgendwie passend zurechtbiegt. Aber so ganz ohne neue, wirklich kursbewegende Nachrichten wird man da nicht weit kommen. Aber selbst, wenn „starke“ neue Nachrichten kommen, kann es sein, dass sie nicht als so bedeutsam wahrgenommen werden, um Trader bei einem Ausbruch nach unten vom Kauf, bei einem nach oben von Gewinnmitnahmen abzuhalten.
Es könnte also jederzeit zu einem starken, neuen Impuls kommen, sei es nach oben oder nach unten, es kann aber auch noch Wochen dauern, bis es soweit ist. Unmöglich ist letzteres nicht, alleine weil die US-Indizes als klassische Vorlagengeber derzeit zwar eher aufwärts laufen, das aber auch ohne jeden Schwung. Allerdings ist der September kein „Seitwärts-Monat“, sondern als volatil bekannt. Alleine das lässt hoffen, dass die Fahrrinne des DAX eher über kurz als über lang verlassen wird.
Und was ließe sich dann tun? Im Moment des Ausbruchs hat man keinerlei Chance zu erkennen, ob die Sache als Fehlausbruch enden oder „durchgehen“ wird. Das ist einfach nicht zu ändern. Daher hätte man zwei Optionen:

Entweder, man geht das Risiko einer Bullen- oder Bärenfalle ein, agiert aber mit einem konsequent engen Stop Loss innerhalb der Range, d.h. leicht unter 24.639 bzw. leicht über 24.025 Punkten, um schnell wieder aus dem Markt zu sein, falls der Ausbruch scheitert. Oder man wartet ab, ob sich der DAX außerhalb der Range etabliert, idealerweise ein Pullback an den Ausbruchslevel erfolgt und die Kurse dann in Ausbruchsrichtung weiterlaufen. Was zwar bedeuten könnte, dass man spät, wenn es ganz dumm läuft, sogar zu spät dran ist. Aber man hätte dann ein geringeres Risiko, durch zwei, drei oder gar mehr Fehlausbrüche auch mit eingegrenztem Risiko zu viel Kapital zu verbrennen.
Was indes keine Option wäre: Ungeduldig werden und einfach mal aus dem Bauch heraus mitten in der Rage eine Position eingehen, nur, damit man etwas getan hat. Es gibt nun einmal Phasen, in denen Passivität Geld bringt, indem sie Verluste vermeidet. Momentan ist der DAX in einer solchen Phase … aber er wird es nicht für die Ewigkeit sein, daher: Haben Sie Geduld mit ihm!
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