Skip to main content
Bitte wählen Sie:

DAX Prognose DAX: Kurs auf den Verlaufsrekord … warum eigentlich?

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

In diesem Artikel
DAX
ISIN: DE0008469008
|
Ticker: DAX -,-- %
|
Börse: --

--- Punkte
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zum DAX

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Erstmals seit dem 8. September schloss der DAX gestern über 26.000, das Verlaufshoch bei 26.618,74 Punkten kommt näher. Zwar heißt es „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“, aber trotzdem sollte man sich fragen, was hinter dieser plötzlichen Dynamik steckt.

Rein vom charttechnischen Bild her passt dieser Anstieg perfekt. Der DAX hatte nach einem schwachen September Anfang Oktober die 200-Tage-Linie getestet und verteidigt. Es etablierte sich eine Bodenbildungs-Zone zwischen 24.800 und 25.800 Punkten, die mit dem gestrigen Plus von 1,3 Prozent nach oben verlassen wurde: ein klar bullisches Signal aus Sicht der Charttechnik. Zusätzlich bedeutsam, weil das untere Ende der Bodenbildung zugleich die Unterstützungszone 24.479 bis 24.771 Punkte verteidigte, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 ein hartnäckiger Widerstand war und jetzt als Support dient.

DAX: Chart auf Tagesbasis vom 29.10.2026, Kurs 26.039,68 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Tagesbasis vom 29.10.2026, Kurs 26.039,68 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Man könnte zugunsten des bullischen Lagers argumentieren, dass die bisherigen Quartalszahlen der DAX-Unternehmen weniger problematisch ausfielen als gedacht. Was zwar mit Blick auf die Autobauer eine ambitionierte Sichtweise wäre, aber nichtsdestotrotz eine mögliche. Aber wenn man sich so ansieht, was derzeit beim DAX zulegt und welche Aktien zurückbleiben, kommen Fragen auf.

Denn unter den Aktien, die im DAX derzeit die höchste relative Stärke aufweisen, sind keine, von denen man noch im Sommer sicher war, dass diese Unternehmen das stärkste Gewinnwachstum erzielen und deren Aktien deshalb immens zulegen würden. Von Siemens Energy, Hochtief oder Infineon ist da nichts zu sehen, die momentan höchste relative Stärke zum Index zeigen adidas, Zalando, Scout24 und Qiagen. Das könnte man mit dem Spruch „Unverhofft kommt oft“ einfach zur Kenntnis nehmen. Aber wenn man versucht, die Beweggründe hinter der Wiederbelebung des DAX und dieser Aktien aus eher „klassischen“ Branchen zu finden, könnte man dabei auch Hinweise darauf erhalten, wie stabil man sich diese neue Dynamik des deutschen Leitindex vorstellen darf.

Den aktuellen Kurs und Chart des DAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Einordnung der aktuellen Zugpferde in den Bereich der klassischen Branchen oder, um es mit dem Ausdruck aus der Internet-Blase zu formulieren, der „Old Economy“, ist für sich genommen schon ein Indiz. Es wirkt, als wollten viele Akteure zwar ihr Kapital investiert halten, sich aber jetzt, da der „KI-Zweifel“ umgeht, anders aufstellen, indem sie durch den Switch aus sehr konjunktursensiblen und zyklischen Titeln in defensivere Bereiche das Risiko reduzieren wollen. Was zum einen funktionieren könnte (aber nie muss) und zum anderen durchaus eine Zeitlang weitergehen könnte. Vor allem, wenn es an den US-Börsen auch und gerade wegen der am Dienstag anstehenden „Midterm Elections“ so turbulent würde, dass angeblich langweilige Aktien auch dort auf einmal wie ein „sicherer Hafen“ erscheinen.

Auffällig ist aber noch etwas anderes, und zwar in Bezug auf die US-Börsen. Denn die präsentierten sich am Donnerstag schwach, nicht nur die Nasdaq mit ihrem Hightech-Schwerpunkt, sondern auch Dow Jones und S&P 500 notierten im negativen Bereich. Oft dienen die US-Indizes für DAX & Co. als Vorlagengeber, gestern jedoch lief der deutsche Leitindex auffällig in die Gegenrichtung. Und nicht nur er, die meisten europäischen Indizes legten zu … und das ohne unmittelbaren Auslöser, denn die EZB-Entscheidung fiel ebenso unspektakulär wie erwartet aus.

DAX: Chart auf Wochenbasis vom 29.10.2026, Kurs 26.039,68 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Wochenbasis vom 29.10.2026, Kurs 26.039,68 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Das lässt den Gedanken aufkommen, dass hier möglicherweise internationale, große Adressen aus Sorge vor den womöglich negativen Folgen der US-Zwischenwahlen Kapital nach Europa umschichten, um die Exposition am US-Markt zu reduzieren. Was nachvollziehbar wäre, was aber auch bedeuten könnte, dass das Geld im Fall einer ruhigen und womöglich positiven Reaktion auf diese Wahl zeitnah wieder an den US-Aktienmarkt zurückfließen könnte.

Wäre diese Überlegung richtig, wäre der DAX auf einmal ein „politischer“ Index, auch wenn das, worum es geht, auf der anderen Seite des Atlantiks passiert. Und gerade bei Wahlen weiß man bekanntlich selten, wie es am Ende ausgeht, daher:

Ja, dieser Anstieg über die Nackenlinie der in den letzten Wochen über der 200-Tage-Linie vollzogenen Bodenbildung ist aus charttechnischer Sicht bullisch, die Motive dahinter sind aber möglicherweise kurzlebig. Es wäre allemal zu überlegen, die Stoppkurse von Long-Positionen parallel zu möglichen weiteren Kursgewinnen des DAX für den „Fall eines Falles“ konsequent nachzuziehen.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
T-Hoch
T-Tief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.10.2026 um 20:13 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Firmendepot für Kapitalgesellschaften

Sie möchten ein Depot für Ihre GmbH, AG oder UG eröffnen und Betriebsvermögen in Wertpapieren anlegen? Informieren Sie sich jetzt über unser Wertpapierdepot für Geschäftskunden: Mehr zum Firmendepot über LYNX

Loading ...
Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der DAX Aktie

02.10.2026
08:14 Uhr

DAX: 200-Tage-Linie wird getestet – könnte das ein Boden werden? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.10.2026 um 21:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Drei Wochen lief der DAX in einer relativ engen Handelsspanne seitwärts, zur Quartalswende löste sich die Range nach unten auf, in dem aktuellen Umfeld nicht überraschend. Aber das bedeutet nicht zwingend, dass jetzt ein größerer Abwärtsimpuls ansteht. Zumindest noch nicht.

Die Zwischenhochs des ersten Halbjahres zwischen 25.406 und 25.508 Punkten hätten sich als Sprungbrett für einen neuen Anlauf an und über das bisherige Rekordhoch angeboten. Aber der Chart auf Tagesbasis zeigt: Bereits im Vorfeld des Abwärtsrucks vom Mittwoch und Donnerstag spielte dieser Bereich keine entscheidende Rolle, der DAX lag mal über, mal unter diesen Linien. Doch die beiden Unterstützungen, die jetzt angesteuert wurden, sind ohnehin bedeutsamer: die ab April konstruierbare Aufwärtstrendlinie und, knapp darunter, die 200-Tage-Linie.

DAX: Chart auf Tagesbasis vom 01.10.2026, Kurs 24.939,35 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Tagesbasis vom 01.10.2026, Kurs 24.939,35 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Ein Test der 200-Tage-Linie bleibt nicht unbeachtet. Man sieht sie zwar eher als Richtschnur für mittel- und langfristige Marktteilnehmer, aber auch für die kurzfristigen Trader wäre ein Bruch dieser Linie ein wichtiges Signal, das aussagt: Da ist jetzt wieder Luft nach unten. Denn würde dieser wichtige gleitende Durchschnitt deutlicher unterboten, könnten viele Anleger daraufhin Positionen abbauen und für den Druck sorgen, der Tradern auf der Short-Seite in die Karten spielt. Im Gegenzug könnten Letztere schnell ihre Zelte abbrechen und ggf. auch auf die Long-Seite wechseln, wenn diese Linie halten sollte. Denn nicht selten wird ein erfolgreicher Test der 200-Tage-Linie zum Ausgangspunkt eines neuen Aufwärtsimpulses.

Die Frage steht also für alle im Raum: Was passiert jetzt? Hält die 200-Tage-Linie oder nicht? Und sollte sie fallen, könnte es trotzdem noch zu einer Bärenfalle kommen, sodass man eventuell zur Disposition stehende Positionen lieber noch hält?

Expertenmeinung: Dass die im Tageschart blau gehaltene, vorgelagerte April-Trendlinie bei aktuell 25.130 Punkten nicht hielt, ist zwar nicht gut, aber noch kein Beinbruch, wichtiger ist, ob dieser doppelte Support zusammen mit dieser 200-Tage-Linie insgesamt hält, sprich, ob hier jetzt Käufe aufkommen.

Dass diese Linie am Donnerstag bei 24.829 Punkten lag und das Tagestief des DAX bei 24.831 Zählern, ist ein Zeichen dafür, dass man die Chance, die eine Verteidigung der Linie bieten würde, durchaus wahrnimmt. Dass der deutsche Leitindex dann aber nicht deutlich anzog, sondern mit 24.939 Punkten nur wenig über dem Tagestief aus dem Handel ging, ist jedoch ein Hinweis darauf, dass das Wahrnehmen der Relevanz dieser Linie und die Bereitschaft, daraufhin unmittelbar auf der Käuferseite aktiv zu werden, zwei Paar Schuhe sind.

Dass die Akteure gestern nicht beherzt zugegriffen und den Test der 200-Tage-Linie als klare Einstiegschance gesehen haben, darf nicht wundern. Der Ölpreis steigt erneut in bedenkliches Terrain, an den Anleihemärkten wird massiv verkauft, die Edelmetalle können, zumindest aktuell, nicht davon profitieren. Das ist ein Umfeld, das von erheblicher Verunsicherung geprägt ist; sich da dagegen zu stemmen, ist weder jedermanns Sache noch unbedingt klug. Aber hieße das, dass dem DAX, falls die 200-Tage-Linie fallen sollte, ein großer Abverkauf bevorsteht? Das auszuschließen wäre keine gute Idee, aber in der Tat sollte man erst einmal prüfen, ob ein Unterschreiten dieser Linie nicht tatsächlich als Bärenfalle enden könnte, denn:

Es gibt ein zweites Sprungtuch. Konkret wäre das die im Jahr 2025 den „Deckel“ bildende und jetzt als Support dienende Zone zwischen 24.479 und 24.771 Punkten, die Sie im DAX-Chart auf Wochenbasis sehen. Sie liegt nur leicht unterhalb dieses gleitenden Durchschnitts und könnte einen Abwärtsimpuls noch stoppen. Doch da geht der Blick wieder auf das Umfeld und legt nahe, dieses „könnte“ wirklich kursiv zu schreiben. Und würde auch dieses „Sprungtuch Nummer 2“ nicht halten, dann wäre der Weg nach unten, Sie sehen es im Wochenchart, aus rein charttechnischer Sicht tatsächlich erst einmal frei. Die nächste markante Unterstützungszone würde dann im Bereich 22.943/23.053 Punkte warten.

DAX: Chart auf Wochenbasis vom 01.10.2026, Kurs 24.939,35 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Wochenbasis vom 01.10.2026, Kurs 24.939,35 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

21.09.2026
08:02 Uhr

DAX: „Evening Star“ im Chart – eine Warnung, aber noch nicht mehr — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.09.2026 um 15:07 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Eine lange rote Kerze im Candlestick-Chart, die unter einer Widerstandszone einem Doji folgt und die den Versuch ausbremst, sich nach oben abzusetzen: Das sieht kritisch aus. Aber nüchtern betrachtet ist dieser „Evening Star“ im DAX, zumindest noch, kein Beinbruch.

Eine „Evening Star“- oder „Abendstern“-Formation fungiert nicht selten als Grundstein einer Abwärtswende … aber eben nicht immer. Darüber hinaus müssten mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, um ein Abwärtssignal dieser Formation ernst zu nehmen. Zum einen sollte die Formation in Form einer weißen Kerze, eines von der vorherigen und der nachfolgenden Kerze nach oben abgehobenen Dojis und einer roten Kerze idealerweise nach einer größeren Aufwärtsbewegung entstehen. Hier, beim DAX, gab es zuvor nur den kurzen Versuch, sich von einer Supportzone nach oben abzusetzen. Zum anderen benötigt eine solche Formation eine Bestätigung, um gültig zu sein, indem der Kurs am Folgetag, spätestens aber am übernächsten Handelstag, erneut eine rote Kerze zeigt. Ob es dazu kommt, muss man erst einmal abwarten.

DAX: Chart auf Tagesbasis vom 18.09.2026, Kurs 25.304,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Tagesbasis vom 18.09.2026, Kurs 25.304,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Darüber hinaus hat der deutsche Leitindex dadurch zwar unterhalb des Kreuzwiderstands aus 20-Tage-Linie und Juli-Hoch im Bereich 25.882/25.900 Punkte nach unten abgedreht, was man durchaus als kritisch ansehen darf. Aber er hat noch keine wirklich entscheidenden Supportlinien gebrochen. Trotz der langen roten Kerze ist er noch nicht durch die Unterstützungszone 25.280 zu 25.508 Punkte gerutscht. Und erst knapp darunter würde es um mittelfristig bedeutsame Supportlinien gehen. Erst wenn der DAX die April-Aufwärtstrendlinie um 25.000 Punkte und die bei 24.775 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie durchbrechen sollte, käme es hier tatsächlich zu einem markanten Abwärtssignal.

DAX: Chart auf Wochenbasis vom 18.09.2026, Kurs 25.304,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Wochenbasis vom 18.09.2026, Kurs 25.304,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Allerdings sollte man das Risiko, dass es so weit kommt, nicht zu gering schätzen und es deshalb einfach ignorieren. Dass dieser „Evening Star“ am Freitag entstand und damit ausgerechnet an einem Abrechnungstag an der Terminbörse kräftig Abgabedruck aufkam, ist zumindest ein Hinweis darauf, dass der DAX momentan auf der Unterseite nicht besonders robust ist. Ein Risiko als solches wahrzunehmen und einer Verschärfung der Lage vorzugreifen, sind aber trotz allem zwei Paar Schuhe. Ersteres ist zweifellos ratsam, Letzteres nicht, zumal:

Hätte der Automobilsektor am Freitag nicht deutlich nachgegeben, wäre es zu diesem „Evening Star“ nicht gekommen. Der Druck auf den Sektor ging von einer Prognosesenkung bei VW aus (siehe die gesonderte, heutige Analyse zur VW-Vorzugsaktie), sodass die Chance bestünde, dass das Gros derer, die darauf mit einem Verkauf reagieren wollten, das bereits getan hat. Und da die anderen Titel aus diesem Bereich gleich in Vorwegnahme ebenfalls sinkender Prognosen bereits unter Druck gekommen sind, wäre es keineswegs abwegig zu hoffen, dass sich dieser am Freitag negativ wirkende Aspekt heute bzw. in den kommenden Tagen nicht fortsetzt.

Was man ebenfalls erst einmal beobachten sollte, ist der Einfluss der am Freitag absolvierten Abrechnung an den Terminbörsen. Hat dieser Termin die Kurse im Vorfeld eher gestützt oder gedrückt? Hinzu kommen weitere, „bewegliche“ Einflussfaktoren: Deutet sich zum Wochenstart eine Entspannung beim Ölpreis und den Zinsen am Anleihemarkt an oder wird der Druck dort wieder größer? Könnten die Wahlergebnisse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, deren Ausgang zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrags noch nicht bekannt ist, den DAX beeinflussen?

Es sind unmittelbar nach der Entstehung dieses potenziell, aber nicht zwingend bärischen „Evening Stars“ noch zu viele Fragen offen, um bereits jetzt, zum Start in die neue Handelswoche, bewerten zu wollen, wie dieser sich auswirken wird. Klar ist:

Wenn die Marktteilnehmer dieses Damoklesschwert loswerden wollen, muss der DAX zügig über die Hürde hinaus, unter der er jetzt erst einmal abgedreht hatte: über den Kreuzwiderstand 25.882/25.900 Punkte. Aber erst wenn er die 200-Tage-Linie bei momentan 24.775 Punkten klar unterboten hat, würde aus einer durch diesen „Evening Star“ verlängerten Korrektur wirklich ein klares, bärisches Signal. Behalten Sie den Index im Auge, eines von beiden Szenarien dürfte nicht lange auf sich warten lassen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

10.09.2026
07:59 Uhr

DAX: Die erste von zwei Schlüsselzonen ist erreicht — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.09.2026 um 21:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Ölpreis und die Zinsen steigen. Das Umfeld für den DAX wird immer kniffliger. Aber auch, wenn der Index am Mittwoch deutlich unter Druck geriet: Die entscheidenden Supportzonen liegen unter dem Kurs … zumindest noch. Was muss gelingen, damit es auch so bleibt?

Sieht man sich das langfristige Chartbild des DAX an, scheint weiterhin alles in bester Ordnung zu sein. Bis auf den Umstand, dass der RSI-Indikator auf Monatsbasis eine negative Divergenz ausgebildet hat, die man als Warnsignal sehen könnte, sieht alles noch bullisch aus. Da wirkt der Umstand, dass der Index bislang für den September ein Minus ausweist, irrelevant. Zumal der Monat ja noch lang ist. Allerdings:

DAX: Chart auf Monatsbasis vom 09.09.2026, Kurs 25.576,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Monatsbasis vom 09.09.2026, Kurs 25.576,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

In diesem Zeitraster wäre auch ein Test der oberen Begrenzung des übergeordneten Aufwärtstrendkanals, der 2009 entstand und 2024 nach oben verlassen wurde, nur eine Korrektur in einem bullischen Gesamtumfeld. Sieht man aber genauer hin, erkennt man, dass eben diese „ganz normale“ Zielzone einer Korrektur gerade bei 18.500 Punkten verläuft. So betrachtet sollte man sich von einem langfristig intakten Chartbild nicht dazu verleiten lassen, jetzt unaufmerksam zu werden.

Denn was die Rahmenbedingungen angeht, ist das Umfeld für den DAX alles, aber sicher nicht „intakt“ aus bullischer Sicht. Ein haussierender Ölpreis, steigende Zinsen am Anleihemarkt, ein schwaches Konsum- und Investitionsumfeld und die Unsicherheit, die auch in wirtschaftlicher Hinsicht vom Weißen Haus ausgeht, das ist eine Mixtur, die es zumindest schwieriger macht, dauerhaft ausreichend mehr Käufer als Verkäufer am Markt zu finden, um einen Abwärtsschwenk des Index zu verhindern. Der, wenn er denn käme, erst recht die Gefahr eines markanten Ungleichgewichts zwischen Käufern und Verkäufern bergen würde.

Zwar könnte man sich sagen: All diese Belastungsfaktoren existieren nicht erst seit gestern, trotzdem hat der DAX immer wieder neue Rekordhochs ausgebildet … warum sollte sich das auf einmal ändern?

Expertenmeinung: Aber das besondere Risiko der aktuellen Phase liegt nicht nur in den nicht bullischen Rahmenbedingungen, sondern auch darin, dass das Ignorieren der Risiken seitens vieler Akteure entscheidend mitgeholfen hat, dass die neuen Hochs seit Beginn des Iran-Krieges überhaupt zustande kamen. Denn kaum jemand wird übersehen haben, dass das Pflaster langsam heißer wird. Man hat einfach darauf gesetzt, dass der Trend, solange er hält, die externen Risiken auf Distanz halten wird.

Was bislang in der Tat funktioniert hat. Aber da die Akteure wissen, dass die Risiken da sind und groß genug wären, um den DAX ein ordentliches Stück in die Tiefe zu schicken, dürften sie auf Irritationen im Chartbild, die andeuten, dass der Trend bricht und unter dessen Trümmern eine bärische Gesamtsituation zum Vorschein kommt, sehr sensibel reagieren. Will heißen: Solange charttechnisch nichts anbrennt, kann dieses Ausblenden der Gefahren weitergehen. Brennt jedoch etwas an, kann die Reaktion stark ausfallen, weil dann zu viele zugleich reagieren könnten, um einen „kontrollierten Rückzug“ der Kurse sicherzustellen. Und in Bezug auf das Thema „anbrennen“ hätte der Index jetzt die erste von zwei Schlüsselzonen erreicht:

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der DAX mit dem gestrigen, kräftigen Rücksetzer die Unterstützungszone zwischen 25.406 und 25.508 Punkten angelaufen hat, die aus den markantesten Zwischenhochs der ersten fünf Monate des Jahres gebildet wird. Diese Zone bildet eine Art vorgelagerte Verteidigungslinie vor der mittelfristig wichtigeren Unterstützungszone zwischen 24.700 und 24.920 Punkten, einer leicht ansteigenden Zone, die sich vor allem aus der April-Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie zusammensetzt.

DAX: Chart auf Tagesbasis vom 09.09.2026, Kurs 25.576,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Tagesbasis vom 09.09.2026, Kurs 25.576,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Sollte diese zweite Verteidigungslinie fallen, kann der Druck schnell ansteigen, vor allem, falls sich die Faktoren, die ihn intensivieren könnten, wie der Ölpreis, die Zinsen, aber auch die Lage vor und nach den Zwischenwahlen in den USA, verschärfen. Die erste Bewährungsprobe für das Ignorieren der Risiken steht jetzt mit dem Test der Zone 25.406 zu 25.508 Punkten an. Wird der nicht bestanden, sollte, wer hier auf der Long-Seite engagiert ist, den Bereich 24.700 zu 24.920 Punkte nicht aus den Augen lassen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

31.08.2026
08:24 Uhr

DAX: Der rote Teppich wäre schon mal ausgerollt — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.08.2026 um 23:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass der August ein eher träger Monat wird, ist nichts, worauf man sich an der Börse verlassen könnte, aber diesmal war es so. Doch morgen endet dieser Monat. Und was den DAX angeht, wäre er in einer guten Ausgangslage, um den September mit einem Paukenschlag zu starten.

Wollte man den Spruch von der Saure-Gurken-Zeit bemühen, dann könnte er für den August 2026 durchaus angebracht sein. Denn in Bezug auf den Iran wurde viel verkündet, gedroht und versprochen, wirklich bewegt hat sich jedoch nichts. In Bezug auf die Ölpreise bleibt vorerst alles möglich. Und bis auf einige wenige Blue Chips hatte die Saison der Quartalsbilanzen bereits Anfang August ihr Ende gefunden. Jetzt aber, im September, könnte es heißen: Neuer Monat, neues Glück. Und was das Chartbild des DAX angeht, wäre die Basis für einen starken Start in den meteorologischen Herbst bereits geschaffen:

Der Monat war, wie wir im Chart auf Monatsbasis sehen, der vierte mit Kursgewinnen binnen fünf Monaten. Markttechnisch überkauft ist der DAX auf Monatsbasis trotzdem noch nicht, weil die noch im Februar überkaufte Lage durch den schwachen März bereinigt wurde.

DAX: Chart auf Monatsbasis vom 28.08.2026, Kurs 26.569,99 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Monatsbasis vom 28.08.2026, Kurs 26.569,99 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Auf Tagesbasis sehen wir, dass der DAX am Freitag mit einem neuen Schlussrekord ins Wochenende ging. Nur knapp über dem vorherigen Hoch vom 12. August, aber mit einer guten „Vorgeschichte“. Denn wir sehen, dass der deutsche Leitindex den zur Monatsmitte vollzogenen Rücksetzer genau auf Höhe des alten Rekordhochs vom 6. Juli beendete, nach oben drehte und seither entlang der 20-Tage-Linie höher lief. Hinzu kommt, dass die markttechnischen Oszillatoren auch hier, im Tagesraster, noch nicht einmal in der Nähe der überkauften Levels notieren, wie wir hier beispielhaft am Stochastik-Oszillator sehen. Rein vom Chartbild her könnte man also konstatieren:

DAX: Chart auf Tagesbasis vom 28.08.2026, Kurs 26.569,99 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Tagesbasis vom 28.08.2026, Kurs 26.569,99 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Das ist schon fast ein Elfmeter für die Bullen. Indes, wenn man bei diesem Bild bleiben will, sollte man sich daran erinnern, dass man einen Elfmeter auch verschießen kann. Und solange es in den USA weiter eher chaotisch zugeht, was die politischen Rahmenbedingungen angeht, solange der Ölpreis hoch bleibt, sich in Sachen Iran nichts bewegt und das hiesige Wachstum mager bleibt, stehen die Chancen, dass der DAX ein neues Hoch erzielt und es dann auch verteidigt, eher schlecht … oder?

Nein, nicht nur die günstige charttechnische Basis würde einen Ausbruch für die bullische Seite nicht zu einem Himmelfahrtskommando werden lassen. Auch die Struktur innerhalb des Index hat sich jetzt so gewandelt, dass ein Ausbruch, der den DAX ein gutes Stück nach oben trägt, keineswegs unrealistisch wäre … wenngleich man das besser nicht mit „sicher“ gleichsetzen sollte, denn sicher ist an der Börse, was die Zukunft angeht, bekanntlich nichts.

Aber es ist schon interessant, dass sich im Kreis derjenigen Aktien, die aktuell auf kurzfristiger Zeitebene relative Stärke im Index zeigen, die ersten Autowerte tummeln und die Banken wieder mitmischen. Damit wäre eine Wachablösung bei den Zugpferden des DAX möglich, d. h. man wäre für neue, stabile Hochs nicht zwingend darauf angewiesen, dass die alten Favoriten wie Siemens Energy, Rheinmetall oder Infineon wieder rasant zulegen.

Der rote Teppich wäre also ausgerollt. Beschreiten müssten ihn die Käufer aber trotzdem erst einmal … und das in hinreichend großer Zahl und/oder mit genug Kapitalvolumen, um Verkaufsorders derer, die mit Verweis auf die ziemlich teure Bewertung des DAX und auf die mit neuen Hochs ja nicht rosiger werdenden Rahmenbedingungen in neue Hochs hinein eher aussteigen würden, effektiv abarbeiten zu können. Der Ausbruch muss dabei nicht im ersten Anlauf gelingen, aber spätestens, wenn der DAX die Linie, auf der er zuletzt gedreht hat, d. h. das Juli-Hoch bei 25.900 Punkten, unterschreiten sollte, wäre die Chance erst einmal wieder vom Tisch und einmal mehr bewiesen: Auch einen Elfmeter kann man verschießen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

03.08.2026
08:08 Uhr

DAX: Jetzt müssten die Bullen dranbleiben … aber tun sie es auch? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.08.2026 um 18:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Bei 25.900,1 Punkten liegt der bisherige Verlaufsrekord des DAX. Bis 25.891,51 Zähler kam der Index am Freitag, bevor er erst einmal abdrehte und dadurch fast seinen kompletten Tagesgewinn abgab. Jetzt wartet man gespannt darauf, ob die Bullen es erneut versuchen.

DAX: Chart auf Tagesbasis vom 31.07.2026, Kurs 25.629,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Tagesbasis vom 31.07.2026, Kurs 25.629,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Einmal ist keinmal, heißt es ja … und tatsächlich ist es oft so, dass ein erster Anlauf, einen wichtigen Widerstand zu überbieten, scheitert, der zweite aber gelingt. „Oft“ heißt indes nicht „immer“. Und letztlich steht zudem die Frage im Raum, was neue Rekorde im DAX perspektivisch auslösen. Könnten sie zur Basis einer größeren Hausse-Welle werden … oder wäre es wenige Hundert Punkte höher dann schon wieder vorbei mit den Käufen?

Letzteres wäre derzeit wahrscheinlicher, als dass der deutsche Leitindex nach einem Ausbruch massiv „durchzieht“. Denn natürlich könnte eine über ETF-Zuflüsse und die Futures induzierte Rallye, vor allem, wenn sie Rückenwind von den US-Indizes bekäme, weit tragen. Aber der DAX ist schon jetzt eher teuer bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der aktuellen Gewinne der im Index gelisteten Unternehmen liegt um 18, der Zehn-Jahres-Durchschnitt bewegt sich um 15,5. Und das Problem ist:

Für diese hohe Bewertung finden sich aktuell wenige Argumente. Das Wachstum hierzulande ist insgesamt schwach. Der Export sieht zwar momentan einigermaßen gut aus, aber der allein kann die Gesamtwirtschaft nicht wirklich dynamisch in Fahrt bringen. Und mit der Automobilbranche hängen wichtige DAX-Aktien durch, die aus aktueller Sicht auch kaum Chancen haben, kurzfristig zu einem rosigen Szenario zu gelangen.

Es waren die Aktien, die unmittelbar mit KI, Halbleitern, Rüstung und Infrastrukturausbau zu tun haben, die den Index dorthin trugen, wo er jetzt ist. Aber die initiale Kaufwelle in diesen Sektoren ist vorüber. Es bräuchte also hier die „zweite Luft“ oder Argumente, um Autobauer, Chemie, Pharma, Konsumgüter, aber auch Versicherer und die Banken für die Käufer wieder attraktiv zu machen. Die Aktien also, die in den ersten sieben Monaten großenteils am unteren Ende der Performance-Liste des DAX gelandet sind.

Nicht gerade förderlich ist, dass relativ viele Analysten daran derzeit nicht so recht glauben. Normalerweise sind verlockend hoch angesetzte Kursziele ein wichtiger Aspekt, der die Bullen animiert, am Ball zu bleiben. Doch für Ende 2026 liegt der Schnitt der Bankenprognosen für den DAX bei gut 26.000 Punkten … nur eine Winzigkeit über dem bisherigen Verlaufshoch. Also keine Chance für die Bullen?

Expertenmeinung: Ganz nüchtern betrachtet sollte man auf einen großen Rallyeschub beim DAX angesichts all der vorstehenden Aspekte besser nicht zu viel wetten, das mag sein. Aber man sollte bedenken, dass passive Anleger, die hier z. B. über Sparpläne monatlich frisches Geld in Fonds oder ETFs investieren, derartige Überlegungen eher selten anstellen. Und dass die rein technisch agierenden Trader ebenso wie die Handelsprogramme normalerweise einfach trendkonform reagieren und nicht fragen, ob das klug ist und wie weit das gehen könnte, wenn es gelingt, ein bullisches Signal zu generieren.

Möglich ist es also trotz allem, dass der DAX nicht nur das bisherige Verlaufshoch herausnimmt, sondern dann auch mehr als ein, zwei Prozent vorankommt, bevor die nächste Korrektur beginnt. Nur zeigt das Kursverhalten des Freitags, dass man einem solchen Signal besser nicht vorgreifen sollte.

Dass der DAX den Ausbruchsversuch an einem Monatsultimo abbrach, an dem gerne eine perfekte Dynamik suggeriert wird, um zum Start in den neuen Börsenmonat so viele Anleger wie möglich zu Zukäufen zu motivieren, ist auffällig genug, um besser abzuwarten, ob es tatsächlich zeitnah zu einem zweiten und dann erfolgreichen Anlauf kommt.

Ein Signal, dass das bullische Lager sein Pulver verschossen hat, war dieser Freitag aber definitiv noch nicht. Und selbst wenn der DAX die unmittelbar nächstliegende Auffangzone 25.406 bis 25.508 brechen sollte, wäre das erst einmal nur ein Indiz dafür, dass man für einen neuen Angriff auf das bisherige Hoch etwas mehr Anlauf benötigt.

DAX: Chart auf Wochenbasis vom 31.07.2026, Kurs 25.629,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart auf Wochenbasis vom 31.07.2026, Kurs 25.629,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Erst wenn der deutsche Leitindex die mittelfristig derzeit entscheidende Unterstützungszone, bestehend aus dem Supportbereich 24.441 bis 24.771 Punkten, der am unteren Ende dieser Zone liegenden April-Aufwärtstrendlinie sowie der diesen Bereich auf der Unterseite abschließenden 200-Tage-Linie bei aktuell 24.395 Punkten, unterbieten sollte, könnte man unterstellen, dass es aus einem größeren Aufwärtsimpuls für den DAX in nächster Zeit wohl nichts mehr wird.

Quellenangaben:
Banken-Kursziele für den DAX 2026: https://www.boerse.de/boersen-prognosen-2026/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

09.07.2026
08:08 Uhr

DAX: Bullenfalle oder sogar Shortsignal? — Ronald Gehrt

03.07.2026
07:56 Uhr

DAX: Pferdewechsel wie beim Pony-Express? — Ronald Gehrt

29.06.2026
08:29 Uhr

DAX: Tuchfühlung halten, muss die Devise jetzt lauten — Ronald Gehrt

11.06.2026
08:10 Uhr

DAX: Schaffen die Bullen es auch ein drittes Mal? — Ronald Gehrt

27.05.2026
08:23 Uhr

DAX: Gipfelsturm in dünner Luft? Unmöglich ist das nicht! — Ronald Gehrt

18.05.2026
08:22 Uhr

DAX: Momentan steht es hier 2:0 für die Bären — Ronald Gehrt

29.04.2026
08:08 Uhr

DAX: Wie kann man das Ringen um die 200-Tage-Linie einordnen? — Ronald Gehrt

20.04.2026
08:29 Uhr

DAX: Auf dem Sprung … aber mehr noch nicht — Ronald Gehrt

14.04.2026
08:31 Uhr

DAX: Könnte es den Bullen gelingen, die Krise „wegzukaufen“? — Ronald Gehrt

08.04.2026
08:12 Uhr

DAX: Das könnte das nächste Kursziel sein — Achim Mautz