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Drei Wochen lief der DAX in einer relativ engen Handelsspanne seitwärts, zur Quartalswende löste sich die Range nach unten auf, in dem aktuellen Umfeld nicht überraschend. Aber das bedeutet nicht zwingend, dass jetzt ein größerer Abwärtsimpuls ansteht. Zumindest noch nicht.
Die Zwischenhochs des ersten Halbjahres zwischen 25.406 und 25.508 Punkten hätten sich als Sprungbrett für einen neuen Anlauf an und über das bisherige Rekordhoch angeboten. Aber der Chart auf Tagesbasis zeigt: Bereits im Vorfeld des Abwärtsrucks vom Mittwoch und Donnerstag spielte dieser Bereich keine entscheidende Rolle, der DAX lag mal über, mal unter diesen Linien. Doch die beiden Unterstützungen, die jetzt angesteuert wurden, sind ohnehin bedeutsamer: die ab April konstruierbare Aufwärtstrendlinie und, knapp darunter, die 200-Tage-Linie.

Ein Test der 200-Tage-Linie bleibt nicht unbeachtet. Man sieht sie zwar eher als Richtschnur für mittel- und langfristige Marktteilnehmer, aber auch für die kurzfristigen Trader wäre ein Bruch dieser Linie ein wichtiges Signal, das aussagt: Da ist jetzt wieder Luft nach unten. Denn würde dieser wichtige gleitende Durchschnitt deutlicher unterboten, könnten viele Anleger daraufhin Positionen abbauen und für den Druck sorgen, der Tradern auf der Short-Seite in die Karten spielt. Im Gegenzug könnten Letztere schnell ihre Zelte abbrechen und ggf. auch auf die Long-Seite wechseln, wenn diese Linie halten sollte. Denn nicht selten wird ein erfolgreicher Test der 200-Tage-Linie zum Ausgangspunkt eines neuen Aufwärtsimpulses.
Die Frage steht also für alle im Raum: Was passiert jetzt? Hält die 200-Tage-Linie oder nicht? Und sollte sie fallen, könnte es trotzdem noch zu einer Bärenfalle kommen, sodass man eventuell zur Disposition stehende Positionen lieber noch hält?
Expertenmeinung: Dass die im Tageschart blau gehaltene, vorgelagerte April-Trendlinie bei aktuell 25.130 Punkten nicht hielt, ist zwar nicht gut, aber noch kein Beinbruch, wichtiger ist, ob dieser doppelte Support zusammen mit dieser 200-Tage-Linie insgesamt hält, sprich, ob hier jetzt Käufe aufkommen.
Dass diese Linie am Donnerstag bei 24.829 Punkten lag und das Tagestief des DAX bei 24.831 Zählern, ist ein Zeichen dafür, dass man die Chance, die eine Verteidigung der Linie bieten würde, durchaus wahrnimmt. Dass der deutsche Leitindex dann aber nicht deutlich anzog, sondern mit 24.939 Punkten nur wenig über dem Tagestief aus dem Handel ging, ist jedoch ein Hinweis darauf, dass das Wahrnehmen der Relevanz dieser Linie und die Bereitschaft, daraufhin unmittelbar auf der Käuferseite aktiv zu werden, zwei Paar Schuhe sind.
Dass die Akteure gestern nicht beherzt zugegriffen und den Test der 200-Tage-Linie als klare Einstiegschance gesehen haben, darf nicht wundern. Der Ölpreis steigt erneut in bedenkliches Terrain, an den Anleihemärkten wird massiv verkauft, die Edelmetalle können, zumindest aktuell, nicht davon profitieren. Das ist ein Umfeld, das von erheblicher Verunsicherung geprägt ist; sich da dagegen zu stemmen, ist weder jedermanns Sache noch unbedingt klug. Aber hieße das, dass dem DAX, falls die 200-Tage-Linie fallen sollte, ein großer Abverkauf bevorsteht? Das auszuschließen wäre keine gute Idee, aber in der Tat sollte man erst einmal prüfen, ob ein Unterschreiten dieser Linie nicht tatsächlich als Bärenfalle enden könnte, denn:
Es gibt ein zweites Sprungtuch. Konkret wäre das die im Jahr 2025 den „Deckel“ bildende und jetzt als Support dienende Zone zwischen 24.479 und 24.771 Punkten, die Sie im DAX-Chart auf Wochenbasis sehen. Sie liegt nur leicht unterhalb dieses gleitenden Durchschnitts und könnte einen Abwärtsimpuls noch stoppen. Doch da geht der Blick wieder auf das Umfeld und legt nahe, dieses „könnte“ wirklich kursiv zu schreiben. Und würde auch dieses „Sprungtuch Nummer 2“ nicht halten, dann wäre der Weg nach unten, Sie sehen es im Wochenchart, aus rein charttechnischer Sicht tatsächlich erst einmal frei. Die nächste markante Unterstützungszone würde dann im Bereich 22.943/23.053 Punkte warten.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.10.2026 um 21:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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