Wer wirklich wissen will, wie es um den DAX steht, sollte die Schwergewichte durchleuchten.
Wir werden sehen, ob die nächste Gewichtsklasse dieselben Ergebnisse liefert wie die Top 5, und wechseln ins Halbschwergewicht.
Wie steht es um Siemens Energy, Rheinmetall, Munich Re, Deutsche Bank und Mercedes?
Die Herausforderer
Mit Siemens Energy sind wir bei Platz 6 angekommen. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Stromerzeugung, -übertragung und industriellen Energielösungen.
Siemens Energy deckt fast das gesamte Energiespektrum ab – von konventionellen Kraftwerken über erneuerbare Energien bis hin zu Wasserstofftechnologien.
Siemens Energy hatte jedoch über weite Strecken massive Probleme mit der Profitabilität und steckte nach dem Börsengang im Jahr 2020 bis einschließlich 2023 in den roten Zahlen fest.
Im Geschäftsjahr 2024 scheint jedoch der Knoten geplatzt zu sein. Siemens Energy erzielte einen Gewinn von 1,37 Euro je Aktie und konnte anschließend daran anknüpfen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Gewinnsprung um 21 % auf 1,63 Euro je Aktie erzielt.
Doch damit genug. Im laufenden Geschäftsjahr 2026 soll sich das Ergebnis auf 3,40 Euro je Aktie noch einmal mehr als verdoppeln.
Siemens Energy kommt demnach auf ein KGVe von 39,7.
Die Bewertung ist natürlich grenzwertig, aber das Geschäft läuft erstaunlich gut.
Rheinmetall
Auf dem siebten Platz folgt Rheinmetall. Das Unternehmen stellt unter anderem Panzer, Munition, Luftabwehrsysteme und militärische Elektronik her und gehört zu den wichtigsten Rüstungslieferanten Europas.
Durch die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa hat Rheinmetall in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und eine Renaissance des Geschäfts erlebt.
Im faktisch bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 dürfte der Gewinn um 55 % auf 27,65 Euro je Aktie gestiegen sein – und das dürfte sich in ähnlicher Weise fortsetzen.
Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 werden jeweils auch Gewinnsprünge um die 50 % erwartet. Das Ergebnis dürfte sich bis 2027 auf über 60 Euro je Aktie verdoppeln.
Das spiegelt sich in einer entsprechend hohen Bewertung wider. Derzeit kommt Rheinmetall auf ein KGVe (2026) von 44,9.
Münchener Rück
Mit der Münchener Rück sind wir bei Platz 8 angekommen. Das Chance-Risiko-Verhältnis beim Rückversicherer ist tendenziell auch nicht schlecht.
Durch die jüngste Korrektur und die vorangegangene Seitwärtsbewegung seit Anfang 2025 ist das KGV auf etwa 11 gesunken. Langfristig pendelt das KGV um einen Wert von 11,4.
Die Aktie ist weitgehend fair bewertet, eine Kursrakete sollte man bei Wachstumsraten von 5 – 7 % jedoch nicht erwarten. Im Gegenzug erhalten Anleger eine recht solide Dividendenrendite in Höhe von 3,8 %.
Deutsche Bank
Die Deutsche Bank ist ein international tätiges deutsches Kreditinstitut und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Investmentbanking, Firmenkundengeschäft, Privatkundenbank und Vermögensverwaltung an.
Seit dem Ende der Nullzinsphase hat dieses einstige Sorgenkind eine regelrechte Renaissance erlebt.
Der Gewinn konnte seit 2021 durchweg im zweistelligen Prozentbereich gesteigert werden.
Derzeit sehen die Konsensschätzungen für 2026 einen Anstieg des Gewinns um 9 % auf 3,33 Euro je Aktie vor. Die Deutsche Bank kommt demnach auf ein KGVe von 10,0.
Das ist im Verhältnis zu den Wachstumsraten aus meiner Sicht angebracht.
Mercedes
Mercedes, denke ich, bedarf keiner Vorstellung und vollendet die Top 10 der Schwergewichte im DAX.
Die gesamte Autobranche stand in den letzten Jahren vor großen Herausforderungen. Unter den großen deutschen Autobauern scheint Mercedes die Umwälzungen in der Branche am besten zu meistern – die Kursentwicklung spricht jedenfalls dafür.
Im Geschäftsjahr 2025 war der Gewinn dennoch spürbar rückläufig. Der Ausblick lässt jedoch hoffen, denn das Ergebnis soll um 40 % auf 6,78 Euro je Aktie steigen – damit steckt das Unternehmen aber noch mitten in der Aufholjagd, nachdem der Gewinn 2025 um etwa die Hälfte eingebrochen sein dürfte.

Fazit:
Die fünf Halbschwergewichte haben einen Anteil von 17 % am DAX. Gemeinsam kommen die zehn größten DAX-Konzerne also auf eine Gewichtung von knapp über 59 %.
Wer einordnen kann, wo die Schwergewichte stehen, weiß auch, wie es um den DAX steht.
Ich vollziehe diese Übung etwa einmal im Jahr und in Summe ist das Fazit wesentlich positiver, als ich es erwartet hätte.
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