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Bei 25.900,1 Punkten liegt der bisherige Verlaufsrekord des DAX. Bis 25.891,51 Zähler kam der Index am Freitag, bevor er erst einmal abdrehte und dadurch fast seinen kompletten Tagesgewinn abgab. Jetzt wartet man gespannt darauf, ob die Bullen es erneut versuchen.

Einmal ist keinmal, heißt es ja … und tatsächlich ist es oft so, dass ein erster Anlauf, einen wichtigen Widerstand zu überbieten, scheitert, der zweite aber gelingt. „Oft“ heißt indes nicht „immer“. Und letztlich steht zudem die Frage im Raum, was neue Rekorde im DAX perspektivisch auslösen. Könnten sie zur Basis einer größeren Hausse-Welle werden … oder wäre es wenige Hundert Punkte höher dann schon wieder vorbei mit den Käufen?
Letzteres wäre derzeit wahrscheinlicher, als dass der deutsche Leitindex nach einem Ausbruch massiv „durchzieht“. Denn natürlich könnte eine über ETF-Zuflüsse und die Futures induzierte Rallye, vor allem, wenn sie Rückenwind von den US-Indizes bekäme, weit tragen. Aber der DAX ist schon jetzt eher teuer bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der aktuellen Gewinne der im Index gelisteten Unternehmen liegt um 18, der Zehn-Jahres-Durchschnitt bewegt sich um 15,5. Und das Problem ist:
Für diese hohe Bewertung finden sich aktuell wenige Argumente. Das Wachstum hierzulande ist insgesamt schwach. Der Export sieht zwar momentan einigermaßen gut aus, aber der allein kann die Gesamtwirtschaft nicht wirklich dynamisch in Fahrt bringen. Und mit der Automobilbranche hängen wichtige DAX-Aktien durch, die aus aktueller Sicht auch kaum Chancen haben, kurzfristig zu einem rosigen Szenario zu gelangen.
Es waren die Aktien, die unmittelbar mit KI, Halbleitern, Rüstung und Infrastrukturausbau zu tun haben, die den Index dorthin trugen, wo er jetzt ist. Aber die initiale Kaufwelle in diesen Sektoren ist vorüber. Es bräuchte also hier die „zweite Luft“ oder Argumente, um Autobauer, Chemie, Pharma, Konsumgüter, aber auch Versicherer und die Banken für die Käufer wieder attraktiv zu machen. Die Aktien also, die in den ersten sieben Monaten großenteils am unteren Ende der Performance-Liste des DAX gelandet sind.
Nicht gerade förderlich ist, dass relativ viele Analysten daran derzeit nicht so recht glauben. Normalerweise sind verlockend hoch angesetzte Kursziele ein wichtiger Aspekt, der die Bullen animiert, am Ball zu bleiben. Doch für Ende 2026 liegt der Schnitt der Bankenprognosen für den DAX bei gut 26.000 Punkten … nur eine Winzigkeit über dem bisherigen Verlaufshoch. Also keine Chance für die Bullen?
Expertenmeinung: Ganz nüchtern betrachtet sollte man auf einen großen Rallyeschub beim DAX angesichts all der vorstehenden Aspekte besser nicht zu viel wetten, das mag sein. Aber man sollte bedenken, dass passive Anleger, die hier z. B. über Sparpläne monatlich frisches Geld in Fonds oder ETFs investieren, derartige Überlegungen eher selten anstellen. Und dass die rein technisch agierenden Trader ebenso wie die Handelsprogramme normalerweise einfach trendkonform reagieren und nicht fragen, ob das klug ist und wie weit das gehen könnte, wenn es gelingt, ein bullisches Signal zu generieren.
Möglich ist es also trotz allem, dass der DAX nicht nur das bisherige Verlaufshoch herausnimmt, sondern dann auch mehr als ein, zwei Prozent vorankommt, bevor die nächste Korrektur beginnt. Nur zeigt das Kursverhalten des Freitags, dass man einem solchen Signal besser nicht vorgreifen sollte.
Dass der DAX den Ausbruchsversuch an einem Monatsultimo abbrach, an dem gerne eine perfekte Dynamik suggeriert wird, um zum Start in den neuen Börsenmonat so viele Anleger wie möglich zu Zukäufen zu motivieren, ist auffällig genug, um besser abzuwarten, ob es tatsächlich zeitnah zu einem zweiten und dann erfolgreichen Anlauf kommt.
Ein Signal, dass das bullische Lager sein Pulver verschossen hat, war dieser Freitag aber definitiv noch nicht. Und selbst wenn der DAX die unmittelbar nächstliegende Auffangzone 25.406 bis 25.508 brechen sollte, wäre das erst einmal nur ein Indiz dafür, dass man für einen neuen Angriff auf das bisherige Hoch etwas mehr Anlauf benötigt.

Erst wenn der deutsche Leitindex die mittelfristig derzeit entscheidende Unterstützungszone, bestehend aus dem Supportbereich 24.441 bis 24.771 Punkten, der am unteren Ende dieser Zone liegenden April-Aufwärtstrendlinie sowie der diesen Bereich auf der Unterseite abschließenden 200-Tage-Linie bei aktuell 24.395 Punkten, unterbieten sollte, könnte man unterstellen, dass es aus einem größeren Aufwärtsimpuls für den DAX in nächster Zeit wohl nichts mehr wird.
Quellenangaben:
Banken-Kursziele für den DAX 2026: https://www.boerse.de/boersen-prognosen-2026/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.08.2026 um 18:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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