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DAX Prognose DAX: TACO rettet die Bullen … vorerst

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des DAX Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.01.2026 um 15:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wer wirklich wissen will, wie es um den DAX steht, sollte die Schwergewichte durchleuchten.
Wir werden sehen, ob die nächste Gewichtsklasse dieselben Ergebnisse liefert wie die Top 5, und wechseln ins Halbschwergewicht.

Wie steht es um Siemens Energy, Rheinmetall, Munich Re, Deutsche Bank und Mercedes?

Die Herausforderer

Mit Siemens Energy sind wir bei Platz 6 angekommen. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Stromerzeugung, -übertragung und industriellen Energielösungen.
Siemens Energy deckt fast das gesamte Energiespektrum ab – von konventionellen Kraftwerken über erneuerbare Energien bis hin zu Wasserstofftechnologien.

Siemens Energy hatte jedoch über weite Strecken massive Probleme mit der Profitabilität und steckte nach dem Börsengang im Jahr 2020 bis einschließlich 2023 in den roten Zahlen fest.

Im Geschäftsjahr 2024 scheint jedoch der Knoten geplatzt zu sein. Siemens Energy erzielte einen Gewinn von 1,37 Euro je Aktie und konnte anschließend daran anknüpfen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Gewinnsprung um 21 % auf 1,63 Euro je Aktie erzielt.

Doch damit genug. Im laufenden Geschäftsjahr 2026 soll sich das Ergebnis auf 3,40 Euro je Aktie noch einmal mehr als verdoppeln.
Siemens Energy kommt demnach auf ein KGVe von 39,7.

Die Bewertung ist natürlich grenzwertig, aber das Geschäft läuft erstaunlich gut.

Rheinmetall

Auf dem siebten Platz folgt Rheinmetall. Das Unternehmen stellt unter anderem Panzer, Munition, Luftabwehrsysteme und militärische Elektronik her und gehört zu den wichtigsten Rüstungslieferanten Europas.

Durch die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa hat Rheinmetall in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und eine Renaissance des Geschäfts erlebt.

Im faktisch bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 dürfte der Gewinn um 55 % auf 27,65 Euro je Aktie gestiegen sein – und das dürfte sich in ähnlicher Weise fortsetzen.
Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 werden jeweils auch Gewinnsprünge um die 50 % erwartet. Das Ergebnis dürfte sich bis 2027 auf über 60 Euro je Aktie verdoppeln.

Das spiegelt sich in einer entsprechend hohen Bewertung wider. Derzeit kommt Rheinmetall auf ein KGVe (2026) von 44,9.

Münchener Rück

Mit der Münchener Rück sind wir bei Platz 8 angekommen. Das Chance-Risiko-Verhältnis beim Rückversicherer ist tendenziell auch nicht schlecht.

Durch die jüngste Korrektur und die vorangegangene Seitwärtsbewegung seit Anfang 2025 ist das KGV auf etwa 11 gesunken. Langfristig pendelt das KGV um einen Wert von 11,4.

Die Aktie ist weitgehend fair bewertet, eine Kursrakete sollte man bei Wachstumsraten von 5 – 7 % jedoch nicht erwarten. Im Gegenzug erhalten Anleger eine recht solide Dividendenrendite in Höhe von 3,8 %.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist ein international tätiges deutsches Kreditinstitut und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Investmentbanking, Firmenkundengeschäft, Privatkundenbank und Vermögensverwaltung an.

Seit dem Ende der Nullzinsphase hat dieses einstige Sorgenkind eine regelrechte Renaissance erlebt.
Der Gewinn konnte seit 2021 durchweg im zweistelligen Prozentbereich gesteigert werden.

Derzeit sehen die Konsensschätzungen für 2026 einen Anstieg des Gewinns um 9 % auf 3,33 Euro je Aktie vor. Die Deutsche Bank kommt demnach auf ein KGVe von 10,0.
Das ist im Verhältnis zu den Wachstumsraten aus meiner Sicht angebracht.

Mercedes

Mercedes, denke ich, bedarf keiner Vorstellung und vollendet die Top 10 der Schwergewichte im DAX.
Die gesamte Autobranche stand in den letzten Jahren vor großen Herausforderungen. Unter den großen deutschen Autobauern scheint Mercedes die Umwälzungen in der Branche am besten zu meistern – die Kursentwicklung spricht jedenfalls dafür.

Im Geschäftsjahr 2025 war der Gewinn dennoch spürbar rückläufig. Der Ausblick lässt jedoch hoffen, denn das Ergebnis soll um 40 % auf 6,78 Euro je Aktie steigen – damit steckt das Unternehmen aber noch mitten in der Aufholjagd, nachdem der Gewinn 2025 um etwa die Hälfte eingebrochen sein dürfte.

Mercedes Benz Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 56,66 EUR - Kürzel: MBG | Online Broker LYNX
Mercedes Benz Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 56,66 EUR – Kürzel: MBG | Quelle: TWS

Fazit:
Die fünf Halbschwergewichte haben einen Anteil von 17 % am DAX.  Gemeinsam kommen die zehn größten DAX-Konzerne also auf eine Gewichtung von knapp über 59 %.

Wer einordnen kann, wo die Schwergewichte stehen, weiß auch, wie es um den DAX steht.

Ich vollziehe diese Übung etwa einmal im Jahr und in Summe ist das Fazit wesentlich positiver, als ich es erwartet hätte.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.01.2026 um 11:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wer wirklich wissen will, wie es um den DAX steht, sollte die Schwergewichte durchleuchten. Wie steht es um SAP, Siemens, Allianz, Airbus und Telekom?

Im zweiten Teil der Analyse beleuchten wir: Siemens Energy, Rheinmetall, Munich Re, Deutsche Bank, Mercedes.

Der DAX hängt seit Wochen um das Allzeithoch und kommt nicht mehr weiter. Langsam bröckeln die Kurse, vielleicht ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um über Gewinnmitnahmen nachzudenken.
Oder kann die Rallye weitergehen?

Die Top 5

SAP hat ab 2022 eine massive Rallye hingelegt, ist zuletzt aber wieder scharf zurückgekommen. Die Verlagerung des Geschäfts in die Cloud, war überfällig, nicht leicht, hat sich jedoch als richtig herausgestellt.

Durch die Umstellung auf ein Abo-Geschäft hat sich das Geschäft zu einer Cashflow-Maschine mit hoher Planbarkeit gewandelt. Es gibt immer weniger deutsche Unternehmen, die international noch in der Top-Liga mitspielen, doch bei SAP ist das der Fall.

Langfristig dürfte sich das Geschäft gut entwickeln und dank der umfassenden Korrektur ist die Bewertung auch wieder auf ein aus meiner Sicht vertretbares Niveau zurückgekommen.
Derzeit kommt SAP auf ein KGV von 33,3 und einen P/FCF von 29. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 23,7 und der P/FCF bei 33,6.

In den kommenden beiden Geschäftsjahren 2026 und 2027 werden jeweils Gewinnsteigerungen um 18 % erwartet. Der freie Cashflow soll in demselben Umfang zulegen.

Für den DAX sind das gute Nachrichten. Das absolute Schwergewicht im Index dürfte sich als Kurstreiber herausstellen.

Siemens

Bei Siemens sieht es bewertungstechnisch nicht ganz so gut aus aus. Aktuell kommt das zweite Schwergewicht auf ein KGV von 26,2.
Langfristig pendelt das KGV von Siemens um einen Mittelwert von 18,1. Im historischen Vergleich ist die Aktie demnach hoch bewertet.

Die Bullen stehen jedoch nicht mit leeren Händen da. Den Konsensschätzungen zufolge steht Siemens vor einer Phase mit erhöhter Wachstumsdynamik.

Im laufenden Geschäftsjahr, das noch bis Ende September 2026 läuft, soll das Ergebnis um 15 % auf 10,96 Euro je Aktie steigen.
Siemens kommt demnach auf ein KGVe von 23,7.

Siemens muss die hohen Erwartungen erfüllen, nur dann ist die vergleichsweise hohe Bewertung auch gerechtfertigt.

Airbus

Die Auftragsbücher von Airbus sind prall gefüllt, die nächsten 8 oder 10 Jahre wird man sich, was die Nachfrage angeht, wohl wenig Sorgen machen müssen.
Das Unternehmen hat derzeit offenbar nur zwei Probleme: Man kann die Kapazitäten nicht schnell genug ausbauen und man bekommt nicht genug Teile. Das gilt vor allem für Triebwerke.

Die Probleme sind größtenteils nicht hausgemacht und sollten mittelfristig in den Griff zu bekommen sein. Daher geht man derzeit davon aus, dass der Gewinn in den kommenden beiden Jahren um 21 – 24 % steigen wird.

Im Verhältnis dazu ist die Bewertung mit einem KGV von 33,7 vertretbar. Im langjährigen Durchschnitt pendelt das KGV von Airbus um einen Wert von 27 – allerdings waren die Wachstumsraten auch nie höher als derzeit.

Allianz

Die Bewertung von Allianz ist im Rahmen. Aktuell liegt das KGV bei 13,4. Langfristig pendelt die Bewertung um einen Mittelwert von 11,8.

Man könnte argumentieren, dass das KGV eine Ecke zu hoch ist. Durch das Zusammenspiel von etwa 7 % Gewinnwachstum und einer Dividende von knapp 4 % ist die zu erwartende Rendite dennoch nicht schlecht.

Deutsche Telekom

Mit der Deutschen Telekom folgt die Nummer 5 unter den Schwergewichten im DAX. Das Geschäft im Heimatmarkt entwickelt sich wie gewohnt eher träge, doch in den USA verzeichnet man dank T-Mobile US ein erhebliches Wachstum.

Inzwischen hat das Geschäft auf der anderen Seite des Ozeans Ausmaße angenommen, die die Dynamiken auf der Konzernebene verändert haben. Ich bin zwar, wie seit vielen Jahren, der Meinung, dass es vermutlich besser ist, T-Mobile US zu kaufen, aber auch für die Aktie der Deutschen Telekom sieht es aus meiner Sicht nicht schlecht aus.

Deutsche Telekom Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 27,19 EUR - Kürzel: DTE | Online Broker LYNX
Deutsche Telekom Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 27,19 EUR – Kürzel: DTE | Quelle: TWS

Derzeit liegt das KGV bei 13,6. Das ist weniger als im langjährigen Durchschnitt in Höhe von 14,2. Die Wachstumsraten im operativen Geschäft waren in dieser Zeit aber auch nicht so hoch wie heute.

Zwischenfazit:
In Summe kommen die fünf größten Unternehmen im DAX auf eine Gewichtung von 42 %. Die Konzentration ist noch stärker als im S&P 500 oder Nasdaq 100, auch wenn es die Börsenmedien gerne anders darstellen.

Im Endeffekt hängt Wohl und Wehe des deutschen Leitindex nahezu ausschließlich von diesen Aktien ab.
Im Verhältnis dazu ist die untere Hälfte des Index quasi zu vernachlässigen. Für den DAX-Kurs spielt es kaum eine Rolle, ob Zalando, Scout24 oder Brenntag um 100% steigen oder auf null fallen.

Die Bullen können sich bisher freuen. So schlecht sieht es für sie nicht aus, die meisten Schwergewichte bringen sogar Kurspotenzial mit.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.01.2026 um 22:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Kurz vor der wichtigen Dezember-Abrechnung an der Terminbörse begann der DAX rapide zu steigen, überwand das bisherige Hoch und nahm problemlos die magische 25.000er-Marke. Der Index zeigte keine Schwäche, das bullische Lager dominierte alles – bis gestern.

Man ist es ja schon gar nicht mehr gewohnt: Am Ende des Mittwoch-Handels stand doch tatsächlich ein Minus zu Buche. -0,53 Prozent sind zwar alles andere als drastisch, trotzdem ist das der höchste Tagesverlust seit Mitte Dezember. Was diesen Tag bemerkenswert macht, ist aber nicht das Minus an sich, sondern die Konstellation, die daraus entstanden ist:

Wir sehen jetzt einen „Evening Star“, zu Deutsch Abendstern, im Chartbild. Eine potenziell bärische Formation in der Candlestick-Lehre, die aus einer grünen Kerze nach einem längeren Aufwärtsimpuls besteht, die von einem Doji und nach diesem von einer roten Kerze gefolgt wird. Die Aussage lautet: Das bullische Lager droht, die Kontrolle abzugeben.

DAX: Tages-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Im Gegensatz zu einem nahezu gleich aussehenden Doji, der am Donnerstag vergangener Woche auftauchte, wurde gestern nach den damit im Chartbild sichtbaren, einsetzenden Gewinnmitnahmen nicht sofort wieder mit entschlossenen Käufen zurückgeschlagen. Diesmal kamen die Käufer am Tag danach nicht zurück. Damit endete der Mittwoch mit einer roten Kerze. War es das also mit der DAX-Rallye?

Expertenmeinung: Das kann so sein, aber noch ist die Formation nur vorhanden. Was ihr noch fehlt, wäre eine Bestätigung. Denn ein „Evening Star“ braucht laut Regelwerk eine Bestätigung in Form weiterer Abgaben, die entweder gleich heute oder spätestens morgen zu einer erneuten, nennenswert langen roten Kerze führen. Will heißen: Erst, wenn wir im Chart sehen können, dass die Marktteilnehmer auf den „Evening Star“ auch tatsächlich mit Abgaben reagieren, ist er ein faktisches bärisches Signal. Und auch dann muss das Kind noch nicht im Brunnen liegen, denn:

DAX: Wochen-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochen-Chart vom 14.01.2026, Kurs 25.286,24 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Alle Candlestick-Formationen haben nur eine Prognosereichweite von vier bis fünf Zeiteinheiten, d.h. hier, im Tageschart, würde der „Arm“ eines bestätigten „Evening Stars“ nur etwa eine Handelswoche weit reichen. Was hieße: Eine Korrektur wäre drin, für eine Trendumkehr müssten aber auch auf der Wochen- und sogar auf der Monatsebene entsprechend bärische Signale der Candlestick-Lehre oder der klassischen Charttechnik auftauchen – und da sehen wir bislang noch keine problematischen Signale.

Damit käme beim DAX im Fall einer Korrektur die jetzt als Unterstützung fungierende Zone zwischen 24.479 und 24.771 Punkten ins Spiel, die die Zwischenhochs seit Juni 2025 sowie die 20-Tage-Linie umfasst. Dieser Bereich wäre ein naheliegendes Ziel einer durch einen bestätigten „Evening Star“ ausgelösten Korrektur. Aber erst, wenn diese Zone brechen sollte, würde es für das bullische Lager wirklich ernst!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.01.2026 um 19:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Dezember 2024 stieg der DAX erstmals über 20.000, jetzt sind schon 25.000 erreicht: Die Hausse wirkt unaufhaltsam. Aber wie ist die jetzt bezwungene, runde Marke einzuordnen: Steigert sie die Motivation der Bullen oder wird sie zum Weckruf für bislang sorglose Trader?

Es gäbe eine ganze Reihe an Aspekten, die andeuten würden, dass der DAX ein nicht unwesentliches Abwärtsrisiko mit sich herumträgt. Der Index ist seitens der Markttechnik auf Monatsbasis überkauft, was zuletzt Anfang 2015 der Fall war, als dieser Situation knapp ein Jahr lang schwache Kurse folgten. Die Bewertung auf Basis des Kurs-/Gewinn-Verhältnisses ist mit 19,2 ungewöhnlich hoch und gerade wegen der vielen im Index enthaltenen Aktien, die von ihrer Branche her niedrige Bewertungen haben, auffällig problematisch. Und das umso mehr, als viele Bewertungen von Einzelwerten des DAX deswegen untypisch hoch sind, weil zwar die Kurse gestiegen sind, die Gewinne aber nicht mitgezogen haben.

DAX: Monats-Chart vom 07.01.2026, Kurs 25.122.26 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monats-Chart vom 07.01.2026, Kurs 25.122.26 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Doch Fakten sind an der Börse nur relevant, wenn genug Akteure sie auch wahrnehmen wollen. Und wäre das der Fall, hätte man schon früher reagiert, indem viele ihren Gewinn mitgenommen und nicht mehr zugekauft hätten. Was womöglich auch ein Grund war, wieso der DAX zwischen Mai und Dezember nur seitwärts lief. Aber jetzt ist er aus diesem Käfig ausgebrochen und hat einen Kurslevel erreicht, den vermutlich vor einem Jahr kaum jemand für den Start ins Börsenjahr 2026 prognostiziert hat. Natürlich könnten sich da einige denken:

‚Das ist genau die Gelegenheit, auf die ich gewartet habe, um zu perfekten Kursen auszusteigen‘. Aber auch, wenn das ein von den Rahmenbedingungen her nachvollziehbarer Gedanke wäre, könnte, wer diese Idee auch umsetzt, die Rechnung vielleicht ohne den Wirt gemacht haben, denn:

Expertenmeinung: Anders als vor dreißig, vierzig Jahren, als es kaum jemand gewagt hätte, sich an den Aktienmarkt zu wagen, ohne sich ein umfassendes Grundwissen angeeignet zu haben, fließt heutzutage viel Geld von Anlegern zu, die von Bewertungen oder Chart- und Markttechnik nichts wissen und auch nicht wissen wollen. Für sie kann eine runde Marke daher schwerlich ein Weckruf sein, der ihnen deutlich machen würde, dass man sich womöglich in schwindelerregender Höhe bewegt und daher ein kontrollierter Abstieg oder zumindest eine solide Absicherung gegen Kursstürze höchst angebracht wäre. Die sogenannte „Herde“ folgt faktisch betrachtet nicht den Rahmenbedingungen, sondern sich selbst … oft, ohne es zu merken.

Sie folgt sich selbst, weil diese Anleger steigende Kurse als einzig relevanten Beleg dafür sehen, um weiter zu kaufen. Wenn diese Marktteilnehmer aber weiter kaufen, steigen die Kurse eben auch weiter, denn der Anteil derer, die so vorgehen, ist in den letzten Jahren spürbar gestiegen, nicht zuletzt, weil das schnelle Aufholen von Kurseinbrüchen wie des Corona-Crashs 2020 und des Zoll-Crashs 2025 vorgaukelt, dass da nichts schiefgehen kann. Und so sehen wir eine Art Perpetuum mobile: Man kauft, weil es steigt, es steigt, weil man kauft, also kauft man weiter.

Für diese Anleger ist der Ausbruch aus der monatelangen Seitwärtsbewegung und das Überwinden dieser so prägnanten Kursmarke von 25.000 also eher eine Motivation, um erneut zu kaufen, und nichts, was zu höherer Vorsicht anleitet. Aber heißt das, dass der DAX also doch eine Einbahnstraße ist und die „Herde“ somit recht hat?

Genau das wurde beispielsweise Anfang 2000 oder Anfang 2008 von vielen postuliert. Zumal man sich sagte: Die Sache kann zwar dann kippen, wenn das zur Verfügung stehende, frische Geld versiegt und/oder zu viele die Depotbestände abbauen müssten, um Geld für zwingende Anschaffungen freizubekommen. Aber weil das Depot ja immer mehr wert wird, würden viele da eher einen Kredit aufnehmen, um Anschaffungen zu finanzieren, als ihre gut laufenden Aktien zu verkaufen. Was übrigens ganz oben in der Hitliste fataler Ideen steht. Aber die müsste man sich eben vorher zu Gemüte geführt haben, um das zu wissen.

Wie lange eine solche sich aus sich selbst nährende Hausse dauert, weiß man nie im Voraus. Aber das muss man auch nicht. Für den Moment passt charttechnisch alles, vom Umfeld her aber zu wenig, um in gemütlicher Freizeitkleidung bei nüchtern betrachtet hochalpin wirkenden 25.000 Punkten im DAX herumzuturnen, aber:

Solange Sie selbst dem Trend nicht sinnbildlich in Badelatschen und kurzer Hose, sondern mit konsequenter Disziplin in Sachen Money-Management und Stop Loss-Absicherung folgen, wäre ein plötzlicher Absturz, der bei früheren Abrissen scheinbar ewiger Haussen genauso wenig vorab absehbar war, wie es diesmal der Fall sein wird, ein Problem anderer Leute. Long-Positionen so abzusichern, dass sie bei einem klaren Rutsch unter die heute vermutlich bei knapp 24.400 Punkten ankommenden 20-Tage-Linie glattgestellt oder zumindest reduziert würden, wäre derzeit für aggressivere Positionierungen ein sinnvoller Gedanke. Ungesichert die Füße hochzulegen und sorglos von der 30.000 zu träumen, wäre hingegen keine gute Idee.

DAX: Tages-Chart vom 07.01.2026, Kurs 25.122.26 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 07.01.2026, Kurs 25.122.26 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.12.2025 um 22:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Heute endet das Börsenjahr 2025. Für den DAX steht zum Start des letzten Handelstages ein Jahresplus von 22,3 Prozent zu Buche. Weit mehr als der langjährige Durchschnitt. Aber dennoch weniger, als manche erhofft hatten. Die kurze Bilanz eines bemerkenswerten Jahres.

DAX Index: Tageschart vom 29.12.2025, Kurs 24.351,12 Punkte, Kürzel: DAX | Online Broker LYNX
DAX Index: Tageschart vom 29.12.2025, Kurs 24.351,12 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Läuft etwas wie am Schnürchen, reagieren Menschen auf zwei Arten: Die einen trauen der Sache nicht über den Weg und werden vorsichtig, weil es ihnen „zu“ gut läuft. Die anderen verlängern die gute Phase mit dem Lineal in die Zukunft und legen die Füße hoch, weil: Was läuft, läuft weiter. Die Erfahrung lehrt, dass Personen, die am Aktienmarkt aktiv sind und zugleich nur wenig Erfahrung mitbringen, mehrheitlich in der zweiten Gruppe anzusiedeln sind. Das mag erklären, wie es sein kann, dass ein Börsenjahr, das der DAX mit über 20 Prozent Gewinn abschließt, für manche tatsächlich wie eine Enttäuschung wirkt.

DAX Index: Monatschart vom 29.12.2025, Kurs 24.351,12 Punkte, Kürzel: DAX | Online Broker LYNX
DAX Index: Monatschart vom 29.12.2025, Kurs 24.351,12 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

So wirklich überraschend ist das mit Blick auf die Charts allerdings nicht. Denn dort, wo der DAX das Jahr vermutlich beenden wird, notierte er bereits Anfang Juni. Das komplette zweite Halbjahr war eine Nullnummer, eine Seitwärtsbewegung, die schon im Mai begann und zwar volatil daherkam und so manchem kurzfristigen Trader lukrative Gelegenheiten lieferte. Aber für erfolgsverwöhnte Anleger, die angesichts der rasanten Erholungen nebst neuer Hochs nach Corona-Crash, Ukraine-Kursrutsch und Zoll-Panik in den letzten Jahren dachten, der DAX „muss“ stetig steigen, war das unerfreulich. Jetzt, zum Start in das Börsenjahr 2026, lautet daher die Gretchenfrage: Was entsteht aus diesem relativen Unmut über fehlende Rekorde?

Expertenmeinung: Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Im ersten Moment könnte man denken, es gäbe eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder legen die Bullen noch eine Schippe drauf und sehen so zu, dass sie den Index aus diesem „Käfig“ nach oben hinausbekommen. Oder zu viele werden nervös, nehmen den Gewinn mit, solange er noch da ist und der Index rutscht nach unten heraus. Dass grundsätzlich nur diese beiden Auswege existieren, ist klar. Aber es kann viele Wege geben, wie eines der beiden Szenarien zustande kommt.

Denn der DAX war 2025 ungewöhnlich „zerrissen“, was seine Einzelwerte angeht. Zwar beenden 27 der 40 DAX-Aktien das Jahr mit einem Kursgewinn. Aber nur 14 von ihnen liefen besser als der DAX. Und da finden sich fast durchweg Aktien, die durch die großen Themen des Jahres gezogen wurden: Höhere Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur-Investitionen und steigender Energiebedarf vor allem durch KI. Das Problem dabei ist: All das ist zwar wohl großenteils bereits eingepreist. Aber es ist noch nicht wirklich in den Bilanzen angekommen.

Auf der Gegenseite finden sich die ungewöhnlich vielen Underperformer aus Branchen, die unter der schwachen Konsumneigung und dem wackligen Wachstum in China und/oder den höheren US-Zöllen leiden. Autobauer, Chemie und Pharma, Konsumgüterhersteller. Sie repräsentieren das grau in grau daherkommende „Ist“. Die Outperformer hingegen haben eingepreist, was sich die Käufer von diesen Unternehmen in der Zukunft erwarten. Problematisch, wenn es anders kommt.

2025 war ein Börsenjahr der Hoffnungen (in Bezug auf glimpfliche Folgen der Zölle) und der Fantasien bzw. Visionen (bzgl. Rüstung und Infrastruktur). In diesen Bereichen müssen 2026 Fakten kommen, die beides bestätigen. Käme es so und würden sich Hoffnungen und Visionen der Anleger zu den immerhin 13 DAX-Aktien verlagern, die das Jahr mit einem Minus beenden werden, könnte 2026 das vierte bullische Jahr in Folge werden. Aber vermutlich nur dann.

Denn auch, wenn große Erwartungen kein zwingendes Verfallsdatum haben, auf Dauer wird es ohne echte „good news“ in Sachen Konjunktur nicht gehen; dass der DAX seit Mai nur noch seitwärts pendelt, macht das sehr deutlich. Wir dürfen gespannt sein, ob und wann diese bullischen Fakten kommen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.