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DAX Prognose DAX mit technischem Signal

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

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Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Vorherige Analysen des DAX Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.03.2026 um 20:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der DAX ist in die zwischen Juni und Dezember geltende Handelsspanne zurückgefallen. Die nächsten Kursziele lägen im Bereich um 23.000 und im Extremfall bei 20.800 Punkten. Aber eine Supportlinie könnte das aufhalten. Die Frage ist: Wird diese Linie auch wahrgenommen?

An den US-Börsen hatte man am Montag versucht, eine größere Abverkaufswelle zu verhindern, indem man die Flucht nach vorne antrat. Das anfängliche Minus wurde zum Handelsende nahezu eliminiert, womit das bullische Lager den Eindruck erwecken wollte: Keine Panik, kein Grund zur Sorge, alles ist im Griff. Das Problem war: Die dortigen Anleger dürften sich zwar wenig dafür interessiert haben, dass man in Europa keineswegs so verwegen war, die durch die militärischen Aktionen der USA ausgelösten Verluste mit großem Kapitaleinsatz aufzukaufen, aber sie sahen einen massiv steigenden Ölpreis. Und neben dem Trend des Aktienmarkts sind für viele US-Bürger der Öl- bzw. Benzinpreis Dreh- und Angelpunkt für die Beurteilung der Lage.

Dementsprechend war die Aufholjagd der US-Aktienindizes am Dienstagmorgen in den Futures schon fast komplett zurückgenommen worden. Nach Handelsbeginn nahm der Druck sogar zu. Und das dürfte denen, die im DAX am Montag noch ausgeharrt hatten, den Rest gegeben haben: Der deutsche Leitindex startete mit einer Abwärts-Kurslücke von 430 Punkten zum ohnehin schwachen Montags-Schlusskurs in den Handel und fiel zügig weiter. Am Ende stand ein Minus von 847 Punkten oder 3,44 Prozent zu Buche. Eines, das aus charttechnischer Sicht allerhand „Flurschaden“ angerichtet hat.

Denn dadurch ist der Index mit einem Schlag tief in die das zweite Halbjahr 2025 dominierende Handelsspanne zwischen 22.943 und 24.771 Punkten zurückgefallen und hat zudem gleich zur Eröffnung seine 200-Tage-Linie durchbrochen. Damit wäre die untere Begrenzungszone der alten Handelsspanne zwischen 22.943 bis 23.381 Punkte eigentlich das nächste Kursziel. Aber es gibt noch eine Linie, die nicht nur darüber wartet, sondern am Dienstag auch ziemlich genau touchiert wurde, bevor sich das Minus zumindest ein klein wenig reduzierte. Das Problem könnte sein: Es ist nicht wirklich sicher, dass diese Linie auch alle sehen, denn:

Expertenmeinung: Diesen gestern am Tagestief angelaufenen, potenziellen Support findet man eigentlich nur, wenn man sich ein längerfristiges Chartbild des DAX auf Wochenbasis ansieht. Und ob das in einer „Getümmel-Phase“ wie derzeit viele tun, ist zumindest offen. Worum geht es?

DAX: Wochen-Chart vom 03.03.2026, Kurs 23.790,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochen-Chart vom 03.03.2026, Kurs 23.790,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Es geht um die obere Begrenzung des im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrendkanals. Beide Linien dieses Trendkanals, der im Januar 2025 nach oben verlassen wurde, haben sich in den vergangenen zwölf Monaten als wichtig erwiesen. So drehte der DAX im Zuge des „Zoll-Crashs“ im April 2025 auffällig nahe an der unteren Begrenzung des Kanals nach oben. Und die obere Begrenzungslinie diente im November als Unterstützung, als der DAX drohte, aus dem Seitwärts-Kanal, in den er jetzt wieder hineingerutscht ist, nach unten herauszufallen. Grundsätzlich wäre diese um 23.600 Punkte verlaufende Linie also allemal eine Chance, einen Test oder gar Bruch der Supportzone 22.943 zu 23.381 Punkte zu verhindern. Wenn genug Akteure diese Linie sehen, als relevant einstufen und, vor allem, daraufhin auch aktiv auf der Long-Seite agieren.

Doch das ist in einem Umfeld wie momentan alles, nur nicht sicher. Und selbst wenn diese Linie auch heute und im Rest der Woche standhalten sollte: Angesichts der komplett unkalkulierbaren Nachrichtenlage, bei der der Iran derzeit zwar dominiert, aber die anderen Aspekte wie Zölle oder US-Konjunkturdaten jederzeit wieder ins Rampenlicht rücken können, ist eine verteidigte Unterstützung eine genauso unsichere Sache wie eine zurückeroberte Unterstützung. Andererseits: Wenn man im DAX aktiv agieren möchte, sind Ankerpunkte mit einem höheren Unsicherheitsfaktor als sonst immer noch weit besser, als würde man sich von der jetzt herrschenden Hektik und Nervosität anstecken lassen und einfach aus dem Bauch heraus mal hier, mal dort vor sich hin traden.

DAX: Tages-Chart vom 03.03.2026, Kurs 23.790,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 03.03.2026, Kurs 23.790,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Fazit: Falls diese obere Begrenzung des 2022er-Kanals im Bereich 23.600 Punkte hält, wäre das ein Grund mehr, Short-Positionen, die über Daytrading und „kleines Geld“ hinausgehen, erst einmal aufzuschieben. Ein mittelfristig relevantes, bärisches Signal wäre ohnehin erst gegeben, wenn der Index aus dieser jetzt wieder relevanten Seitwärtsrange durch Schlusskurse unter 22.943 Punkten nach unten herausfällt. Aber weitere bärische Signale zu verhindern, bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass der DAX dann automatisch als bullisch einzustufen wäre. Dazu müsste er nicht nur die jetzt im Feuer stehende Linie halten, sondern umgehend wieder aus dieser Seitwärtsspanne nach oben hinauslaufen. Dazu bräuchte es Schlusskurse über 24.771 Zähler. Und das ist definitiv nichts, dem man im Vertrauen auf die „Bullen-Power“ vorgreifen sollte!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.02.2026 um 18:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass dem DAX am Freitag ein solides Plus gelang und damit der bisherige Verlaufsrekord in Reichweite kam, dürfte manchen Akteur angesichts der Ereignisse in den USA überrascht haben. Aber am Montag war er schon wieder da, der Deckel, der auf diesem Index liegt.

Was gab es am vergangenen Freitag eigentlich zu jubeln? Das oberste Bundesgericht hatte, und nur darum ging es ja, entschieden, dass Donald Trump die massiven, von ihm „reziprok“ genannten Zölle, die er Anfang April 2025 losgetreten hatte, nicht hätte verhängen dürfen, weil a) die Argumentation dafür nicht stichhaltig war und er b) damit seine Befugnisse überschritten hat. Aber der Gedanke, der einige im ersten Moment umgetrieben haben mag, nämlich, dass die Zölle damit verschwinden und das bisher geflossene Geld zurückgezahlt wird, erwies sich als – natürlich – Wunschdenken. Zumal der US Supreme Court ja nicht geurteilt hatte, dass solche Zölle an sich unzulässig wären, es ging nur um den Weg dorthin.

Zudem hatte US-Finanzminister Bessent bereits seit Wochen mehrfach betont, dass das Weiße Haus im Fall einer wie jetzt getroffenen Entscheidung des Gerichts längst alternative Gesetzesgrundlagen vorbereitet habe, mit denen sich diese Zölle weiter betreiben lassen. Und so kam es dann auch. Der Trump’sche Gegenschlag erfolgte zwar erst, als der offizielle Handel im DAX bereits beendet war. Aber auch nachbörslich tat man so, als sei nichts passiert. Das änderte sich am Montag allerdings. Wobei die Art und Weise, wie das ablief, bemerkenswert war, denn:

Expertenmeinung: Es kam zwar zu einem „Gap Down“, d.h. einer Abwärtskurslücke zur Eröffnung. Aber es gab erst einmal keine Anschlussverkäufe, der DAX pendelte mit einem eher moderaten Minus seitwärts … bis der reguläre US-Handel einsetzte. An den US-Märkten waren die Abschläge der Index-Futures ebenfalls zunächst moderat gewesen. Aber kaum begann der Präsenzhandel um 15:30 Uhr unserer Zeit, vergrößerte sich das Minus – und riss den DAX mit, am Ende wieder knapp unter die Marke von 25.000 Punkten. Sie sehen das gut im DAX-Chart, der ihn auf 15 Minuten-Basis über den Zeitraum von fünf Handelstagen zeigt.

15 min Chart vom 23.02.2026, Kurs 24.991,97 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Das deutet an, dass Trader zwar versuchten, das grundsätzlich bullische Bild aufrechtzuerhalten, um die Anleger davon abzuhalten, als Reaktion auf diese neue Runde im für alle Seiten hoch problematischen „Zolltheater“ auszusteigen, das aber offenbar nicht funktionierte. Es wirkt, als hätten viele Marktteilnehmer diese auffällige Diskrepanz zwischen den „Bad News“ in Form von Donald Trumps Reaktionen auf den Gerichtsentscheid und die so unbeteiligt daherkommenden Aktienmärkte mit Argusaugen beobachtet und beim ersten Anzeichen, dass diese scheinbare Stabilität keine ist, reagiert und verkauft.

Das war gestern immer noch nicht dramatisch, letztlich setzte der DAX damit ja nur in etwa auf den Schlusskurs des vergangenen Dienstags zurück und notiert weiter über der breiten Unterstützungszone 24.266 zu 24.771 Punkte, die wiederum wie ein massiv wirkendes Polster vor der aktuell bei 24.142 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie liegt. Erst, wenn Letztere unterboten wäre, würde der DAX ein mittelfristig relevantes, negative Signal aussenden, aber:

DAX: Chart vom 23.02.2026, Kurs 24.991,97 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart vom 23.02.2026, Kurs 24.991,97 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Dieser Wochenstart unterstreicht, dass der DAX auf der Oberseite argumentativ Probleme hat. Ohne taugliche, neue Argumente liegt da ein ziemlich schwergewichtiger Deckel drauf, zusammengesetzt aus weitgehend ausgereizt wirkenden Zugpferden des Vorjahres, potenziellen Aufwärtswende-Kandidaten, für die das Umfeld noch nicht passt, und den Rahmenbedingungen an sich, die von Druck aus den USA, weiter ausstehenden Reformen und Unsicherheit geprägt ist. Hier im blinden Vertrauen darauf, dass der DAX schon irgendwie imstande sein wird, seine Rekordserie fortzusetzen, weiter zuzukaufen, wirkt daher aktuell riskanter als im vergangenen Jahr.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.02.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ist der DAX zu teuer bewertet? Könnte das Platzen zu großer Hoffnungen ihn auf eine deutlich tiefere Ebene drücken? Das ist aktuell womöglich gar nicht so entscheidend. Wichtiger dürfte sein, wie sich der Index im Kursverlauf präsentiert. Und da kann er aktuell nicht überzeugen.

Angenommen, Ihnen wäre völlig bewusst, dass der DAX-Index insgesamt ungewöhnlich teuer bewertet wäre. Dass es eine Schere zwischen der wirtschaftlichen Lage nebst ihrer Perspektive und dem Verlauf des Aktienmarkts gäbe. Nicht zuletzt, weil untypisch wenige Aktien ihn höher ziehen, was die Hausse auf dünne Beine stellt? Was wäre, wenn Sie zudem wüssten, dass der DAX auf Monatsbasis, also im langfristigen Zeitraster, seit Monaten tief in der markttechnischen Überhitzungszone notiert … Sie aber gerade massiv Long investiert wären? Würden Sie deswegen verkaufen oder gar die Seiten wechseln?

In einer solchen Gemengelage – und die liegt jetzt vor – würde ein Anleger zwar ein wenig unruhig, weil ihm klar ist, dass das Abwärtsrisiko höher ist als sonst. Aber er würde sich, zu Recht, vermutlich sagen: “Entweder erkennen das die anderen Anleger nicht oder sie machen es wie ich: Weiter kaufen, aber eben ein wenig behutsamer.” Denn wäre das nicht so, wäre der DAX nicht da, wo er jetzt ist. Denken und handeln genug Marktteilnehmer so, geht ein Aufwärtstrend auch gegen eigentlich problematische Rahmenbedingungen weiter, einfach, weil mehr Geld in einen Index hinein als hinaus fließt. Ein Perpetuum Mobile?

Nein. Das denkt man in solchen Phasen immer, aber die Börsengeschichte weiß: Auf Dauer ging das nie gut. Zwei Faktoren könnten die Hausse brechen. Entweder ein äußerst drastisches, negatives Ereignis. Oder eine Veränderung im „Flow“, in der Struktur der Kursbewegungen, die andeutet, dass man sich der Begleitung anderer in Bezug auf fortwährende Käufe nicht mehr sicher sein kann. Und Letzteres etabliert sich meiner Ansicht nach gerade.

DAX: Monats-Chart vom 05.02.2026, Kurs 24.491,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monats-Chart vom 05.02.2026, Kurs 24.491,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Im Chart auf Monatsbasis fällt nicht nur auf, dass der DAX ungewöhnlich kräftig überkauft ist. Wir sehen hier auch, dass der deutsche Leitindex zwar im Januar aus seiner monatelangen Handelsspanne nach oben ausbrach, zum Monatsschluss aber wieder in die alte Range zurückfiel. Der Februar ist noch jung, aber würde er genau jetzt enden, wäre ein erneuter Versuch, sich nach oben abzusetzen, misslungen. Das würde psychologisch entmutigend wirken. Das bullische Lager muss also zusehen, dass zeitnah wieder etwas vorangeht, wenn ihm die Käufer nicht von der Fahne gehen sollen. Und das gilt auch für die kurzfristige Ebene auf Tagesbasis:

DAX: Tages-Chart vom 05.02.2026, Kurs 24.491,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 05.02.2026, Kurs 24.491,06 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Wenn ein fulminanter Start in ein Börsenjahr relativ bald auf eine Korrektur trifft, ist das noch kein Beinbruch. Nicht einmal, wenn dabei der bisherige Gewinn in wenigen Tagen wieder dahin ist … sofern die Käufer dagegenhalten und klar machen: Wir bleiben hier die dominierende Seite. Aber das gelang beim DAX nicht. Die Gegenbewegung „verhungerte“ deutlich unter dem vorherigen Rekordhoch und landete auf Schlusskursbasis sogar wieder in der alten, das zweite Halbjahr 2025 dominierenden Handelsspanne. Da wurden die Käufer zwar umgehend erneut aktiv … aber wiederum erfolglos. Das Erreichen des vorherigen Zwischenhochs traf vergangene Anfang der Woche sofort auf Verkaufsdruck … und gestern testete der DAX bereits das Jahres-Verlaufstief, das in der Woche zuvor bei 24.266 Punkten ausgebildet wurde.

Diese Supportlinie hielt zwar am Donnerstag. Aber wenn man mehrfache Versuche, sich nach oben zu befreien, scheitern sieht, schrumpft natürlich die Motivation, für den nächsten Versuch mit ungewissem Ausgang eigenes Kapital ins Rennen zu schicken.

Ob dieses Scheitern der Bullen am Dienstag bereits „dieses eine Mal zu viel“ war, wird sich erst herausstellen. Aber dieses Kursverhalten unterminiert bullische Zuversicht. Und sollte der DAX das Vorwochentief unterbieten, wäre er schon mittendrin in der alten Handelsspanne und nahe dran an der wichtigen, aktuell bei 24.017 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie. Und ob es da dann angesichts dieses Chartbilds zu effektiven Käufen kommt, die den DAX umgehend aus der charttechnischen Gefahrenzone tragen (was man unterstellen könnte, wenn das Verlaufshoch dieser Woche bei 25.099 Punkten auf Schlusskursbasis überwunden würde), ist fraglich genug, um hier jetzt auf der Hut zu sein.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.01.2026 um 23:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos kamen von Donald Trump zwei Statements, die dafür sorgten, dass ein intraday in kritisches Terrain abgedrifteter DAX seine Verluste zum Handelsende verringerte und nachbörslich mehr als wettmachte. Aber bleibt das auch so?

Am Aktienmarkt geht in Bezug auf den US-Präsidenten der Begriff „TACO“ um: Trump Always Chickens Out oder, zu Deutsch: Trump macht immer einen Rückzieher. Viele Politikexperten warnen zwar davor, sich zu sehr darauf zu verlassen. Aber am Mittwoch lagen diejenigen, die genau darauf gesetzt hatten, wieder einmal richtig.

Schon in seiner Rede am Nachmittag kam eine erste Entwarnung: Er habe, so Trump, nicht vor, in Bezug auf Grönland Gewalt anzuwenden. Wenngleich dieses Szenario einer militärischen Besetzung ohnehin wenig wahrscheinlich war, weil er da mit massivem Gegenwind sogar seitens der eigenen Partei und womöglich auch des Militärs hätte rechnen müssen: Die Marktteilnehmer reagierten binnen Sekundenschnelle, der DAX zog binnen weniger Minuten um ca. 140 Punkte an und verringerte dadurch das zeitweise bis gut 350 Punkte betragende Minus des Tages deutlich.

DAX: Wochen-Chart vom 21.01.2026, Kurs 24.560,98 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochen-Chart vom 21.01.2026, Kurs 24.560,98 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Am Abend gegen 20:30 Uhr war die Aufwärtsbewegung beim da dann nachbörslichen DAX (und damit in den Charts nicht abgebildet, weil wir dort den regulären Handel bis 17:30 Uhr zeigen) noch deutlich stärker. Da verkündete Mr. Trump, er habe im Gespräch mit NATO-Generalsekretär Rutte eine Rahmenvereinbarung zur Grönland-Thematik erreicht, so dass die am Wochenende gegen die europäischen „Grönland-Widersacher“ angekündigten Zusatz-Zölle nicht mehr notwendig seien. Das war beim DAX einen Aufwärtsimpuls von 300 Punkten in nur einer einzigen Minute wert. In der Spitze erreichte der Index nachbörslich sogar 24.900 Punkte. Sind die Bullen also gerettet?

Expertenmeinung: Rein aus charttechnischer Sicht vorerst ja. Die am Mittwoch am Tagestief bereits gebrochene Unterstützungszone 24.441/24.771 Punkte wurde durch die Rückkäufe im regulären Handel doch noch gehalten, am Abend lief der DAX dann sogar darüber hinaus. Und für den Moment ist diese Reaktion auch rational unterfüttert: Es war diese Androhung weiterer Zölle, die den DAX zum Wochenstart von einem Level über 25.000 Punkten wegbrechen ließ. Die hat der US-Präsident jetzt wieder einkassiert, warum also nicht dorthin zurücklaufen, wo der DAX zuvor notierte?

Die Frage steht aber jetzt im Raum, ob das ein Zug ist, der gerade erst aus dem Bahnhof fährt, so dass man noch aufspringen könnte. Und da sollte man zumindest vorsichtig sein. Dass die Bären jetzt erst einmal klar aus dem Feld geschlagen wurden, heißt nicht automatisch, dass der deutsche Leitindex ab sofort wieder wie auf Schienen steigen müsste. Immerhin ist der DAX im Vorfeld sehr weit gelaufen, ohne dass man bereits wüsste, ob die anstehenden Quartalsbilanzen und Ausblicke auf 2026 das auch untermauern können. Und ob diese von Mr. Trump erwähnte „Rahmenvereinbarung“ für Europa wirtschaftlich als neutral einzuordnen ist, werden wir erst noch erfahren. Dennoch:

Jetzt, nachdem der DAX diese so wichtige Unterstützungszone verteidigen konnte, stur auf Short-Positionen zu beharren, dürfte eine schlechte Idee sein. Aber mit Mann und Maus Long zu gehen, womöglich auch, denn die Entscheidungen in Washington sind unberechenbar. Wer zurückrudert, kann jederzeit auch wieder mit etwas Neuem unangenehm überraschen.

Solange der DAX das gestrige Tagestief (24.349,54 Punkte) nicht unterschreitet, brennt auf der bullischen Seite nichts an, aber bei dieser immensen Volatilität sollte man mit überschaubarem Kapitaleinsatz agieren und nicht vergessen, unter dieses gestrige Tief für den „Fall eines Falles“ einen Stoppkurs zu legen.

DAX: Tages-Chart vom 21.01.2026, Kurs 24.560,98 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 21.01.2026, Kurs 24.560,98 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.01.2026 um 15:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wer wirklich wissen will, wie es um den DAX steht, sollte die Schwergewichte durchleuchten.
Wir werden sehen, ob die nächste Gewichtsklasse dieselben Ergebnisse liefert wie die Top 5, und wechseln ins Halbschwergewicht.

Wie steht es um Siemens Energy, Rheinmetall, Munich Re, Deutsche Bank und Mercedes?

Die Herausforderer

Mit Siemens Energy sind wir bei Platz 6 angekommen. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Stromerzeugung, -übertragung und industriellen Energielösungen.
Siemens Energy deckt fast das gesamte Energiespektrum ab – von konventionellen Kraftwerken über erneuerbare Energien bis hin zu Wasserstofftechnologien.

Siemens Energy hatte jedoch über weite Strecken massive Probleme mit der Profitabilität und steckte nach dem Börsengang im Jahr 2020 bis einschließlich 2023 in den roten Zahlen fest.

Im Geschäftsjahr 2024 scheint jedoch der Knoten geplatzt zu sein. Siemens Energy erzielte einen Gewinn von 1,37 Euro je Aktie und konnte anschließend daran anknüpfen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Gewinnsprung um 21 % auf 1,63 Euro je Aktie erzielt.

Doch damit genug. Im laufenden Geschäftsjahr 2026 soll sich das Ergebnis auf 3,40 Euro je Aktie noch einmal mehr als verdoppeln.
Siemens Energy kommt demnach auf ein KGVe von 39,7.

Die Bewertung ist natürlich grenzwertig, aber das Geschäft läuft erstaunlich gut.

Rheinmetall

Auf dem siebten Platz folgt Rheinmetall. Das Unternehmen stellt unter anderem Panzer, Munition, Luftabwehrsysteme und militärische Elektronik her und gehört zu den wichtigsten Rüstungslieferanten Europas.

Durch die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa hat Rheinmetall in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und eine Renaissance des Geschäfts erlebt.

Im faktisch bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 dürfte der Gewinn um 55 % auf 27,65 Euro je Aktie gestiegen sein – und das dürfte sich in ähnlicher Weise fortsetzen.
Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 werden jeweils auch Gewinnsprünge um die 50 % erwartet. Das Ergebnis dürfte sich bis 2027 auf über 60 Euro je Aktie verdoppeln.

Das spiegelt sich in einer entsprechend hohen Bewertung wider. Derzeit kommt Rheinmetall auf ein KGVe (2026) von 44,9.

Münchener Rück

Mit der Münchener Rück sind wir bei Platz 8 angekommen. Das Chance-Risiko-Verhältnis beim Rückversicherer ist tendenziell auch nicht schlecht.

Durch die jüngste Korrektur und die vorangegangene Seitwärtsbewegung seit Anfang 2025 ist das KGV auf etwa 11 gesunken. Langfristig pendelt das KGV um einen Wert von 11,4.

Die Aktie ist weitgehend fair bewertet, eine Kursrakete sollte man bei Wachstumsraten von 5 – 7 % jedoch nicht erwarten. Im Gegenzug erhalten Anleger eine recht solide Dividendenrendite in Höhe von 3,8 %.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist ein international tätiges deutsches Kreditinstitut und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Investmentbanking, Firmenkundengeschäft, Privatkundenbank und Vermögensverwaltung an.

Seit dem Ende der Nullzinsphase hat dieses einstige Sorgenkind eine regelrechte Renaissance erlebt.
Der Gewinn konnte seit 2021 durchweg im zweistelligen Prozentbereich gesteigert werden.

Derzeit sehen die Konsensschätzungen für 2026 einen Anstieg des Gewinns um 9 % auf 3,33 Euro je Aktie vor. Die Deutsche Bank kommt demnach auf ein KGVe von 10,0.
Das ist im Verhältnis zu den Wachstumsraten aus meiner Sicht angebracht.

Mercedes

Mercedes, denke ich, bedarf keiner Vorstellung und vollendet die Top 10 der Schwergewichte im DAX.
Die gesamte Autobranche stand in den letzten Jahren vor großen Herausforderungen. Unter den großen deutschen Autobauern scheint Mercedes die Umwälzungen in der Branche am besten zu meistern – die Kursentwicklung spricht jedenfalls dafür.

Im Geschäftsjahr 2025 war der Gewinn dennoch spürbar rückläufig. Der Ausblick lässt jedoch hoffen, denn das Ergebnis soll um 40 % auf 6,78 Euro je Aktie steigen – damit steckt das Unternehmen aber noch mitten in der Aufholjagd, nachdem der Gewinn 2025 um etwa die Hälfte eingebrochen sein dürfte.

Mercedes Benz Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 56,66 EUR - Kürzel: MBG | Online Broker LYNX
Mercedes Benz Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 56,66 EUR – Kürzel: MBG | Quelle: TWS

Fazit:
Die fünf Halbschwergewichte haben einen Anteil von 17 % am DAX.  Gemeinsam kommen die zehn größten DAX-Konzerne also auf eine Gewichtung von knapp über 59 %.

Wer einordnen kann, wo die Schwergewichte stehen, weiß auch, wie es um den DAX steht.

Ich vollziehe diese Übung etwa einmal im Jahr und in Summe ist das Fazit wesentlich positiver, als ich es erwartet hätte.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.