Man könnte es so formulieren: Bislang ist der Euro Stoxx 50 in diesem Jahr der „bessere DAX“, d. h. der europäische Leitindex zeigt eine bessere Performance als der deutsche und tritt charttechnisch stabiler auf. Nur sollte man darauf achten, dass das auch so bleibt.
Vergleicht man den Euro Stoxx 50 mit dem DAX-Kursindex (und nur dieser Vergleich wäre korrekt, weil der Euro Stoxx 50 grundsätzlich als Kursindex gezeigt wird, in dem Dividenden nicht als Kursgewinne gerechnet werden, während das beim DAX-Performanceindex, der für die meisten der „normale DAX“ ist, der Fall ist), schlägt er den DAX in der bisherigen Jahresperformance klar. Der Euro Stoxx 50 kommt per Dienstagabend auf etwa 13 Prozent, der DAX-Kursindex auf ca. 5 Prozent Zugewinn.
Das mag überraschen, weil die beiden großen europäischen Indizes DAX und CAC 40 (Paris), aus denen zusammen mehr als die Hälfte der 50 im Euro Stoxx 50 gelisteten Aktien stammen, beide deutlich schwächer daherkommen. Aber das gilt nicht für zwei andere, nicht unwesentliche europäische Indizes: für den AEX in Amsterdam und den Ibex in Madrid. Und aus diesen beiden Indizes stammen starke Performer im Euro Stoxx 50 wie z. B. die ASML Holding und die ING Groep, Banco Bilbao, Banco Santander oder Inditex.
Hier auf der Long-Seite dabei zu sein, musste man also bislang nicht bereuen. Allerdings bewegt sich der Aktienmarkt nicht gerade in ruhigem Fahrwasser. Rallyes wie die der Halbleiter, die auch im Euro Stoxx 50 eine Rolle spielen, wirken derzeit wie eine gewagte Pokerpartie. Das geopolitische Umfeld birgt stete Risiken, die hohen Energiepreise als deren Folge nicht minder, was hieße:
Expertenmeinung: Das Risiko, dass die bislang so solide wirkende Aufwärtsbewegung des Index abrupt enden könnte, ist also grundsätzlich da. Nur bietet das Chartbild in Bezug auf Chartmarken, an denen man Ein- und Ausstiege bzw. Absicherungen festmachen könnte, beim Euro Stoxx 50 ein robust wirkendes „Fahrwerk“, sprich der Index ist mehrfach und mit präzise festzumachenden Ankerpunkten unterstützt.
Seinen Ursprung nahm dieser aktuell robuste Gesamteindruck, als es gelang, die uralte, ein Vierteljahrhundert geltende Bestmarke aus dem Jahr 2000 im Zuge des Abverkaufs zu Beginn des Iran-Krieges auf Monatsbasis zu verteidigen. Allerdings ist diese Linie keine, die selbst als Stoppmarke für aktive Trader dienen könnte, sie verläuft bei 5.464 Zählern und ist damit viel zu weit entfernt.

Das gilt aber nicht für die Zone, die zur Ausgangsbasis des Abverkaufs im März wurde, dann im Juni mit Schwung überboten und wochenlang effektiv verteidigt werden konnte. Dieser Bereich findet sich zwischen 6.181 und 6.200 Punkten. Sollte diese Zone durchschlagen werden, könnte es zügig in Richtung der momentan bei 5.950 Zählern verlaufenden 200-Tage-Linie gehen. Auch wer eher mittelfristig denkt, könnte es sich daher überlegen, diesen Supportbereich mit einem Stopp zu sichern. Doch das ist derzeit nicht die einzige Zone, die Unterstützung bieten würde:
Darüber finden sich noch weitere potenzielle Unterstützungen. Bei momentan 6.310 Zählern verläuft die Ende März etablierte Aufwärtstrendlinie. Und noch einmal darüber liegt, für aggressivere und kurzfristige Long-Trades nicht unwichtig, das bis Anfang August geltende Rekordhoch vom Juli bei 6.431 Punkten.

Man hätte also hier für jeden Zeithorizont und Trading-Stil die „passende“ Basis für einen Stoppkurs. Wann man die brauchen wird, ist natürlich ungewiss, die Rahmenbedingungen zu ignorieren kann lange funktionieren, geht aber, wenn, dann meist ohne Vorwarnung schief. Aber bislang präsentiert sich dieser Aufwärtstrend recht robust, wobei gerade der Umstand, dass es zuletzt oft eher gemächlich, zugleich aber stetig aufwärts ging, der Sache aktuell eine gewisse Solidität verleiht.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.08.2026 um 20:02 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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