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EURO STOXX 50 Prognose Euro Stoxx 50: Kleine Schritte, robustes „Fahrwerk“ – das passt!

News: Aktuelle Analyse des EURO STOXX 50 Index

In diesem Artikel
EURO STOXX 50
ISIN: EU0009658145
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Ticker: SX5E --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zum EURO STOXX 50

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Man könnte es so formulieren: Bislang ist der Euro Stoxx 50 in diesem Jahr der „bessere DAX“, d. h. der europäische Leitindex zeigt eine bessere Performance als der deutsche und tritt charttechnisch stabiler auf. Nur sollte man darauf achten, dass das auch so bleibt.

Vergleicht man den Euro Stoxx 50 mit dem DAX-Kursindex (und nur dieser Vergleich wäre korrekt, weil der Euro Stoxx 50 grundsätzlich als Kursindex gezeigt wird, in dem Dividenden nicht als Kursgewinne gerechnet werden, während das beim DAX-Performanceindex, der für die meisten der „normale DAX“ ist, der Fall ist), schlägt er den DAX in der bisherigen Jahresperformance klar. Der Euro Stoxx 50 kommt per Dienstagabend auf etwa 13 Prozent, der DAX-Kursindex auf ca. 5 Prozent Zugewinn.

Das mag überraschen, weil die beiden großen europäischen Indizes DAX und CAC 40 (Paris), aus denen zusammen mehr als die Hälfte der 50 im Euro Stoxx 50 gelisteten Aktien stammen, beide deutlich schwächer daherkommen. Aber das gilt nicht für zwei andere, nicht unwesentliche europäische Indizes: für den AEX in Amsterdam und den Ibex in Madrid. Und aus diesen beiden Indizes stammen starke Performer im Euro Stoxx 50 wie z. B. die ASML Holding und die ING Groep, Banco Bilbao, Banco Santander oder Inditex.

Hier auf der Long-Seite dabei zu sein, musste man also bislang nicht bereuen. Allerdings bewegt sich der Aktienmarkt nicht gerade in ruhigem Fahrwasser. Rallyes wie die der Halbleiter, die auch im Euro Stoxx 50 eine Rolle spielen, wirken derzeit wie eine gewagte Pokerpartie. Das geopolitische Umfeld birgt stete Risiken, die hohen Energiepreise als deren Folge nicht minder, was hieße:

Den aktuellen Kurs und Chart des EURO STOXX 50 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das Risiko, dass die bislang so solide wirkende Aufwärtsbewegung des Index abrupt enden könnte, ist also grundsätzlich da. Nur bietet das Chartbild in Bezug auf Chartmarken, an denen man Ein- und Ausstiege bzw. Absicherungen festmachen könnte, beim Euro Stoxx 50 ein robust wirkendes „Fahrwerk“, sprich der Index ist mehrfach und mit präzise festzumachenden Ankerpunkten unterstützt.

Seinen Ursprung nahm dieser aktuell robuste Gesamteindruck, als es gelang, die uralte, ein Vierteljahrhundert geltende Bestmarke aus dem Jahr 2000 im Zuge des Abverkaufs zu Beginn des Iran-Krieges auf Monatsbasis zu verteidigen. Allerdings ist diese Linie keine, die selbst als Stoppmarke für aktive Trader dienen könnte, sie verläuft bei 5.464 Zählern und ist damit viel zu weit entfernt.

Euro Stoxx 50: Chart auf Monatsbasis vom 11.08.2026, Kurs 6.551,22 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Chart auf Monatsbasis vom 11.08.2026, Kurs 6.551,22 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS

Das gilt aber nicht für die Zone, die zur Ausgangsbasis des Abverkaufs im März wurde, dann im Juni mit Schwung überboten und wochenlang effektiv verteidigt werden konnte. Dieser Bereich findet sich zwischen 6.181 und 6.200 Punkten. Sollte diese Zone durchschlagen werden, könnte es zügig in Richtung der momentan bei 5.950 Zählern verlaufenden 200-Tage-Linie gehen. Auch wer eher mittelfristig denkt, könnte es sich daher überlegen, diesen Supportbereich mit einem Stopp zu sichern. Doch das ist derzeit nicht die einzige Zone, die Unterstützung bieten würde:

Darüber finden sich noch weitere potenzielle Unterstützungen. Bei momentan 6.310 Zählern verläuft die Ende März etablierte Aufwärtstrendlinie. Und noch einmal darüber liegt, für aggressivere und kurzfristige Long-Trades nicht unwichtig, das bis Anfang August geltende Rekordhoch vom Juli bei 6.431 Punkten.

Euro Stoxx 50: Chart auf Tagesbasis vom 11.08.2026, Kurs 6.551,22 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Chart auf Tagesbasis vom 11.08.2026, Kurs 6.551,22 Punkte, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS

Man hätte also hier für jeden Zeithorizont und Trading-Stil die „passende“ Basis für einen Stoppkurs. Wann man die brauchen wird, ist natürlich ungewiss, die Rahmenbedingungen zu ignorieren kann lange funktionieren, geht aber, wenn, dann meist ohne Vorwarnung schief. Aber bislang präsentiert sich dieser Aufwärtstrend recht robust, wobei gerade der Umstand, dass es zuletzt oft eher gemächlich, zugleich aber stetig aufwärts ging, der Sache aktuell eine gewisse Solidität verleiht.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.08.2026 um 20:02 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der EURO STOXX 50 Aktie

17.07.2026
08:23 Uhr

Euro Stoxx 50: Noch wäre ein Befreiungsschlag möglich — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.07.2026 um 18:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Euro Stoxx 50 war gerade auf dem Weg, sich nach oben abzusetzen, als die Rückschläge in Bezug auf den Iran-Konflikt die Käufer ausbremsten. Seither schiebt sich der Index in einer recht engen Spanne seitwärts. Das wirkt wie Gelassenheit … aber der Schein dürfte trügen.

Im langfristigen Bild auf Monatsbasis hat man noch in keiner Weise den Eindruck, als sei für das bullische Lager etwas angebrannt. Der europäische Leitindex hat nach drei starken Monaten, mit denen der schwache März problemlos ausgekontert wurde, einfach ein wenig zurückgesetzt. Und schließlich ist der Juli noch lang, es könnte also allemal noch zu einem neuen Rallyeimpuls kommen, der auch diesen Monat zu einem Gewinner macht. Und das könnte es in der Tat. Noch wäre ein Befreiungsschlag möglich.

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 16.07.2026, Kurs 6.283,61 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 16.07.2026, Kurs 6.283,61 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Nur sollte man nicht ignorieren, dass das Hoffen auf einen Befreiungsschlag beinhaltet, dass man ihn eben auch bräuchte. Das heißt: Aktuell sieht das Chartbild des Euro Stoxx 50 kritisch aus. Es würde nicht viel fehlen, um ein durchaus markant bärisches Signal zu generieren. Zwar erst einmal nur auf kurzfristiger Ebene … aber heißt es nicht „Wehret den Anfängen“? Zumal: Wenn der Index die jetzt im Feuer stehende Supportzone brechen würde, wäre das argumentativ durchaus unterfüttert. Worum geht es konkret?

Expertenmeinung: Der Euro Stoxx 50 läuft seit sechs Handelstagen in einer ungewöhnlich schmalen Handelsspanne zwischen grob 6.200 und 6.300 Punkten seitwärts. Dabei fällt auf, dass er auf der Oberseite jeweils an der dort verlaufenden 20-Tage-Linie gestoppt wird. Das deutet an, dass hier bärische Trader einen Ausbruch nach oben – bislang erfolgreich – abwehren. Umso fulminanter könnte er indes ausfallen, wenn er doch noch gelingt.

Das wäre aus Sicht der Bullen unbedingt wünschenswert, denn die charttechnische Relevanz der Unterseite der Trading-Range ist ungleich größer. Hier bilden das Hoch, das der Index unmittelbar vor dem Ausbruch des Iran-Krieges markiert hat, und die Ende März etablierte Aufwärtstrendlinie eine markante Kreuzunterstützung. Sollte dieser Support im Bereich 6.190/6.200 Punkte fallen, würde sofort die aktuell bei 5.880 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie als Kursziel in den Fokus rücken.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 16.07.2026, Kurs 6.283,61 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 16.07.2026, Kurs 6.283,61 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Die Sache wird aktuell dadurch noch ein gutes Stück spannender, weil heute ein Abrechnungstermin an der Terminbörse ansteht. Haben die Aktivitäten der großen Adressen am Terminmarkt dazu geführt, dass der Euro Stoxx 50 bis zu diesem Termin nach oben gedeckelt wurde … oder hat die anstehende Abrechnung ihn im Gegenteil gestützt?

Das Risiko auf der Unterseite ist zumindest nicht zu unterschätzen, denn neben einem markant bärischen Signal würde ein Unterschreiten der Kreuzunterstützung bei 6.190/6.200 Punkten auch den sukzessiv unübersichtlicheren Rahmenbedingungen entsprechen. Die verfahrene Lage in Nahost mit ihren Auswirkungen auf die Ölpreise und damit auf die weltweiten Wachstumsperspektiven … und die Sorge, dass die unberechenbaren Entscheidungen des US-Präsidenten jederzeit noch mehr Öl ins Feuer gießen könnten … passt nicht gerade ideal zu einem Aktienindex auf stabilem Rekordkurs.

Solange der Aufwärtstrend hält, dürften das die meisten Akteure ignorieren. Doch normalerweise sorgen bärische Signale schnell dafür, dass dieser Vorhang, den man vor die Rahmenbedingungen zieht, beiseite gewischt wird. Wenn das bullische Lager das verhindern will, sollte der Ausbruch klar über 6.200 Punkte daher tunlichst zügig gelingen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

17.06.2026
08:24 Uhr

Euro Stoxx 50: Zu viel vorgefeiert? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.06.2026 um 20:50 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Gegensatz zum DAX gelang dem Euro Stoxx 50 zum Wochenstart mit dem Rückenwind des Trump’schen „Friedensplans“ der Ausbruch auf neue Rekorde. Doch das Chartbild mag – zumindest noch – nicht gefallen, denn bislang wartet man vergebens auf Anschlusskäufe.

Das passte: Der europäische Leitindex überbot das unmittelbar vor Beginn des Iran-Krieges Ende Februar markierte Rekordhoch bei 6.200 am Montag gleich zur Eröffnung. Aus rein charttechnischer Sicht war das ein klares, bullisches Signal. Aber wo blieben die Anschlusskäufe?

Der Euro Stoxx 50 eröffnete die Woche mit 6.225 Punkten, lief dann am Montag bis 6.287 Zähler weiter … und verlor diesen Boden wieder. Am Ende des Tages schloss der Index mit 6.229 Zählern nur marginal über der Eröffnung. Woraus ein sogenannter „Gravestone Doji“ entstand. Der am Ende von Aufwärtsbewegungen die Botschaft aussendet: Das hier könnte leicht zum Grabstein für die Bullen werden.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 16.06.2026, Kurs 6.257,42 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 16.06.2026, Kurs 6.257,42 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Die sahen das natürlich und begannen am Dienstag umgehend, diese Gefahr „wegzukaufen“. Der Euro Stoxx 50 zog erneut an, aber Sie sehen es im Chart auf Tagesbasis: Auch wenn es gelang, ein Plus ins Handelsende zu retten, kam es erneut – und leicht unterhalb des Verlaufsrekords vom Vortag – zu Abgabedruck. Der war nicht groß genug, um die Lage so zuzuspitzen, dass dem ersten „Gravestone Doji“ gleich ein zweiter hinterhergesetzt wurde. Aber gefallen kann dieses Chartbild trotzdem nicht.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Ölpreis nicht nur am Montag, sondern auch am Dienstag kräftig nachgab. Kann es angehen, dass die Trader bei Rohöl an eine nachhaltige Befriedung der Lage in Nahost glauben, die Akteure am Aktienmarkt aber nicht?

Expertenmeinung: Das wäre zwar grundsätzlich möglich, aber das dürfte nicht der Grund sein, weshalb der Euro Stoxx 50 bislang nicht wirklich anspringt. Wenn wir uns das Chartbild ansehen, sehen wir eine seit Ende März laufende Aufwärtsbewegung. Das heißt, die Kurse liefen schon längst wieder aufwärts, obgleich in Sachen Iran-Krieg noch alles offen war und sich die Sache noch ewig hätte hinziehen können. Jetzt stehen wir an einem Punkt, an dem zumindest der Eindruck entsteht, dass die Käufer der vergangenen zweieinhalb Monate bekommen haben, worauf sie gesetzt hatten.

Euro Stoxx 50: Wochen-Chart vom 16.06.2026, Kurs 6.257,42 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Wochen-Chart vom 16.06.2026, Kurs 6.257,42 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Und der Euro Stoxx 50 hat mit seinem Sprung über das vorherige Hoch jetzt einen Level erreicht, an dem er grundsätzlich signalisiert, dass die Lage besser ist als zuvor. Ansonsten wären neue Hochs in einem seitens der Konjunkturdaten ja keineswegs zu einem Bullen-Markt passenden Umfeld nicht opportun. Aber die Lage wäre jetzt ja im besten Fall so wie zuvor … und die Aufholjagd im Vorfeld macht deutlich, dass sich sehr viele darauf längst positioniert haben. Jetzt bräuchte es also mehr Kapital, das frisch in den Markt hineinfließt, als durch Gewinnmitnahmen abfließt. Oder, als Alternative, Argumente, jetzt als jemand, der seit Wochen auf der Hausse-Seite steht, nicht Kasse zu machen.

Die könnten, vielleicht, kommen, wenn dieser in seinen Details noch nicht offengelegte „Friedensplan“ die Marktteilnehmer überzeugen sollte und es auch nach der für Freitag avisierten Unterzeichnung ruhig bleibt. Es könnte zudem helfen, dass übermorgen ein „dreifacher Hexensabbat“ ansteht, die große Abrechnung der Futures und Optionen am Terminmarkt. Aber das muss sich jetzt zügig im Chartbild niederschlagen.

Denn ob die Bullen noch einen Tag mit abverkauften Gewinnen tatenlos zusehen, wäre immerhin fraglich. Achten Sie daher auch auf die Unterseite. Absicherungen von Long-Trades wären jetzt unbedingt zu überlegen. Sollte der Index kurz unter das alte Hoch rutschen, muss das noch kein Beinbruch sein, solange er nicht zu lange und zu weit abrutscht. Sollte er aber unter die momentan bei 5.980 Punkten verlaufende, diese ganze Vorgriff-Rallye begleitende März-Aufwärtstrendlinie rutschen … die zügig nach oben läuft … dann müsste man in der Tat konstatieren, dass für die Bullen etwas erheblich schief läuft.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

04.06.2026
08:23 Uhr

Euro Stoxx 50: Es ist mühsam … und keinesfalls ein Selbstläufer — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.06.2026 um 22:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Während die großen US-Indizes längst über die Rekordlevels vor dem Iran-Krieg hinaus sind, tut sich der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 damit noch schwer. Aber immerhin bleibt er bislang in Reichweite für einen Ausbruch … es darf halt jetzt nichts dazwischenkommen.

Aus bullischer Sicht ist dieser im Vergleich z. B. zum Nasdaq 100 viel zu zögerlich wirkende, holperige Anstieg des Euro Stoxx 50 zweifellos ein Ärgernis, andererseits aber nicht überraschend. Unter den 50 hier gelisteten Titeln finden sich zu wenige mit KI und Halbleitern verbundene Unternehmen, um aus dem Index eine Kursrakete machen zu können. Zumal der hier stark vertretene Bereich der Luxusgüter ebenso wie die Aktien der Software-Branche die Aufwärtsdynamik bislang deutlich bremsen.

Auf der anderen Seite könnten gerade diese Bleigewichte an den Füßen der Bullen auch Vorteile haben, wenn es mit den Gipfelstürmern, derzeit vor allem aus dem Halbleitersektor, einmal schnell und scharf abwärts gehen sollte. Schließlich bleiben Korrekturen nie aus. Die alte Faustregel „Runter kommen sie immer“ hat schon ihre Berechtigung, auch, wenn sie eigentlich in der Fliegerei verortet ist. Es fällt sich deutlich weicher, wenn von den 50 Aktien in einem Index nur zwei in die Kategorie von möglicherweise auf Luftlöcher zusteuernden Himmelsstürmern gehören. Konkret wären das Infineon und die ASML Holding.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 03.06.2026, Kurs 6.053,57 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 03.06.2026, Kurs 6.053,57 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Die Unterseite könnte also relativ weich gefedert sein, zumal das Chartbild zeigt, dass der Index im Frühjahr genau dort wieder nach oben gedreht hatte, wo es darauf ankam:

Expertenmeinung: Im langfristigen Chart auf Monatsbasis ist als dicke grüne Linie das uralte, aber ewig nicht überwundene Rekordhoch aus dem Jahr 2000 eingezeichnet. Das lag damals bei 5.464 Punkten und wurde nach längerem Ringen erst im vergangenen Herbst klar übertroffen. Diese Chartmarke wurde im Zuge des Kursrutsches im März verteidigt und zementiert damit die Relevanz dieser alten Linie: Solange die hält, bleibt der Index auf mittelfristiger Ebene bullisch. Wird sie das auch … oder stellt sich diese Frage gar nicht, weil der Euro Stoxx 50 ohnehin nach oben ausbrechen wird?

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 03.06.2026, Kurs 6.053,57 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 03.06.2026, Kurs 6.053,57 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Das wäre zumindest nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Denn dazu müssten entweder die Zugpferde der vergangenen Monate noch einmal stärker anziehen – was dann aber das Risiko einer sehr scharfen Korrektur und damit einer Bullenfalle erhöhen würde. Oder aber die in den vergangenen Monaten erheblich unter Druck geratenen Titel aus den Bereichen Software, Automobile, Versicherungen und teilweise auch Rüstung übernehmen die bullische Rolle. Wobei selbst eine ordentliche Aufwärts-Korrektur der schwächeren Titel ausreichen könnte, um den Euro Stoxx 50 über seinen bisherigen, am 26. Februar erzielten Verlaufsrekord von 6.199,78 Zählern zu ziehen.

Aber die müsste eben erst einmal kommen. Momentan klemmt es da an Argumenten für die Akteure. Ein weiterhin zu hoher Ölpreis, die unsichere geopolitische Perspektive und jetzt auch noch die Androhung einer neuen „Zoll-Runde“ seitens der USA sind nicht gerade dazu angetan, in Branchen der „Old Economy“ eine Einstiegschance wittern zu wollen. Einem Ausbruch nach oben vorgreifen zu wollen, wäre daher riskant … und spätestens im Fall einer klar gebrochenen 200-Tage-Linie, die derzeit bei 5.758 Punkten verläuft, wäre das jetzt noch grundsätzlich bullische Setup noch oberhalb des alten 2000er-Hochs auf kurzfristiger Ebene vom Tisch … und die Bullen, die dann zumindest ihre mittelfristigen Chancen verteidigen müssten, in der Defensive.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

01.04.2026
08:19 Uhr

Euro Stoxx 50: Das könnte heute ein entscheidender Tag werden — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.03.2026 um 22:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Überraschend werden vom US-Präsidenten Aussagen berichtet, nach denen er dazu tendiert, den Iran-Krieg vorerst zu beenden. Gestern traute man dem Braten beim Euro Stoxx 50 noch nicht – aber das könnte sich mit Blick auf die Vorlagen der Wall Street heute womöglich ändern.

Ein Ende der Kampfhandlungen, ohne sichergestellt zu haben, dass die Straße von Hormus wieder passierbar ist, weil man das Hauptziel, den Iran am Besitz von Atomwaffen zu hindern, erreicht habe? Solche angeblichen Ansichten von Donald Trump kommen überraschend, zumal laut den USA doch Verhandlungen laufen, eine Frist bis zum 6. April ausgerufen wurde und mehr und mehr US-Bodentruppen in der Region ankommen. Zwar sind es bislang auch keine expliziten Entscheidungen, sondern offenbar nur Erwägungen des US-Präsidenten. Aber es sind natürlich verheißungsvolle Erwägungen.

Sollte sich Mr. Trump auf diese Weise aus der verzettelten Situation herauslösen, würden wichtige Anlagen und Häfen intakt bleiben. Und da der Iran die Straße von Hormus eigentlich selbst braucht, wäre es denkbar, dass wieder deutlich mehr Tanker die Meerenge passieren könnten. Wenn es denn so kommt. Denn dass die Börsen dieser Sache eher misstrauisch begegnen, kann, nach den zahlreichen Richtungswechseln bei den Entscheidungen und Zielen der USA, nicht überraschen. Andererseits: Alleine die Hoffnung auf ein wieder positives Bild an den Märkten könnte viel bewegen. Und eine lukrative Ausgangslage hätten die Trader beim Euro Stoxx 50 dafür jetzt durchaus, denn:

Expertenmeinung. Das erste Quartal war eines zum Vergessen, das zeigt unser Chart auf Monatsbasis deutlich.

Euro Stoxx 50: Monatschartchart vom 31.03.2026, Kurs 5.569,73 Euro, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Monatschartchart vom 31.03.2026, Kurs 5.569,73 Euro, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS

Aber man sollte das Wort „war“ nicht zu klein schreiben. Jetzt ist das erste Quartal vorbei und in Sachen Performance abgerechnet. Ein neues Vierteljahr beginnt, die Chance, dass seitens der Sparer trotz der problematischen Gesamtsituation frisches Geld zufließt, ist vorhanden und mit ihr die Möglichkeit, dass der Strom an zurück an den Aktienmarkt fließenden Geldes stärker wird, wenn, ja wenn Mr. Trump seine teils kolportierten, teils öffentlich ausgesprochenen neuen Ansichten in die Tat umsetzen sollte.

Weise wäre es natürlich, erst einmal abzuwarten, ob es dazu kommt. Aber in einem hochvolatilen, von blanken Nerven geprägten Aktienmarkt greifen viele nach jedem Strohhalm. Gut möglich also, dass man der Sache vorgreift. Das war, wie wir im Chart auf Tagesbasis sehen, zwar beim Euro Stoxx 50 am Dienstag noch nicht der Fall, der europäische Leitindex legte nur ein halbes Prozent zu und schloss unterhalb der steilen März-Abwärtstrendlinie und am oberen Ende der Supportzone 5.467 zu 5.568 Punkten. Er wäre also dran an einer wichtigen Hürde, aber noch nicht darüber.

Euro Stoxx 50: Tageschart vom 31.03.2026, Kurs 5.569,73 Euro, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tageschart vom 31.03.2026, Kurs 5.569,73 Euro, Kürzel: ESTX50 | Quelle: TWS

Aber werden viele zum Start ins neue Quartal auch so skeptisch bleiben wie gestern, angesichts eines Ölpreises, der zumindest einige Prozentpunkte nachgab? Es wäre allemal denkbar, dass man beim Euro Stoxx 50 nachzieht und dann im Fall eines Schlusskurses über 5.622 Punkten auch noch die 200-Tage-Linie bezwingt. Das wäre ein Szenario, das die Bullen anlocken würde, aber:

Es wäre keines, das ungefährlich daherkommen würde. Denn auch, wenn ein solcher Ausbruch nach oben womöglich bei vielen das Eis brechen und die Nerven restaurieren würde: Erst, wenn der Index auch den Widerstandsbereich 5.795/5.818 Punkten überboten hätte, wäre wirklich ein Befreiungsschlag auf charttechnischer Ebene zu unterstellen. Und erst, wenn das von einer wirklich glaubhaften Befriedung der Lage um den Iran begleitet wäre, wäre das ein Signal, das nicht mit dem Etikett „Vorsicht, dünnes Eis“ versehen werden müsste. Eine Chance hätte der Index also, wenn er heute kräftig durchstarten sollte … ein komfortables Polster aus vertrauenerweckend klaren Rahmenbedingungen indes würde vorerst fehlen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

24.03.2026
08:13 Uhr

Euro Stoxx 50: Es ist eine Trump-Börse – mehr denn je — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.03.2026 um 21:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Euro Stoxx 50 schoss gestern zur Mittagszeit binnen zehn Minuten um 5,25 Prozent nach oben. Der Anstieg führte ihn aus einem kräftigen Minus heraus weit ins Plus. Am Ende blieben ein Zugewinn von 1,33 Prozent zum Freitag … und viele offene Fragen.

Die Nachricht, dass Donald Trump das Bombardement iranischer Energieversorgungsanlagen für fünf Tage aussetzen werde und man sich in Verhandlungen befände, sorgte für einen Satz nach oben, der auffallend an den erinnert, mit dem im April vergangenen Jahres auf das „Zurückrudern“ in Sachen der absurd hohen und nicht minder absurd hergeleiteten US-Zölle reagiert wurde. Auch damals startete ein Tag mit dramatischen Abschlägen und am Ende stand ein Plus, weil man sich sagte: Mr. Trump wird immer darauf achten, dass ihm die Börsen nicht wegkippen, denn dies und der Benzinpreis sind in den USA entscheidende Faktoren. Für den Konsum ebenso wie für die Wählergunst.

Beides wirkte am Montag in der Tat auf einmal wieder im Lot. Und ob an der Wall Street oder an den Eurozone-Börsen: Man reagierte sofort. Schneller, als man imstande gewesen wäre, die Sache durchzudenken und zu hinterfragen. Aber es gab allerhand, was man da hinterfragen könnte bzw. müsste:

Mit wem wird da angeblich gerade verhandelt? Mr. Trump sprach von einer Top-Person, obwohl er Tage zuvor behauptet hatte, der Iran wolle „einen Deal machen“ aber die USA hätten niemanden, mit dem sie reden könnten. Medien wollten am Montag herausgefunden haben, dass es sich um den iranischen Parlamentspräsidenten handele. Aber es sind die Revolutionsgarden, die dort derzeit die Fäden ziehen. Die jedoch haben Verhandlungen abgelehnt. Und ein Parlamentspräsident kann den USA ihre Forderung nach einer ungefährdeten Passage durch die Straße von Hormus nicht erfüllen.

Was zu der Frage führt: Was gedenken die USA zu tun, wenn die neue Fünf-Tage-Frist abgelaufen ist? Letztlich gäbe es derzeit nur die Alternativen einer weiteren Eskalation oder eines Zurückfahrens der militärischen Aktivitäten und Forderungen. Was nach den Tönen der vergangenen Wochen aber wie eine Niederlage wirken würde. Davon abgesehen: Was tut dann Israel?

Expertenmeinung: Der Euro Stoxx 50 reagierte extrem, wie alle Aktienindizes. Unser Chart auf Fünf-Minuten-Basis, der allein den Verlauf am gestrigen Montag abbildet, verdeutlicht das. Er reflektierte damit einen prozentual zweistellig zurückkommenden Ölpreis. Aber dass der dort bleibt oder sogar weiter fällt, ist angesichts der o. a. offenen Fragen alles, nur nicht in Stein gemeißelt. Davon abgesehen, dass auch die jetzt zurückgekommenen Preise am Ölmarkt hoch genug wären, um die Weltwirtschaft drastisch zu bremsen.

Euro Stoxx 50: Intraday-Chart vom 20.03.2026, Kurs 5.574,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Intraday-Chart vom 20.03.2026, Kurs 5.574,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS

Dieser Kurssprung basierte auf extremen Reaktionen auf extreme Aussagen, die indes auf dünnen Beinen daherkommen. Viele dürften alleine deswegen gekauft oder ihre Short-Positionen eingedeckt haben, weil sie diesen Kurssprung sahen – ohne zu wissen, was dahintersteckt. Ein Kurssprung, der zusätzlich durch automatisch ausgelöste Stop-Loss-Orders der Bären intensiviert wurde. Wir sind, es war zu erwarten, mitten drin in einer „Trump-Börse 2.0“, in der alles, was aus dem Weißen Haus kommt, für starke Reaktionen sorgt, die aber oft Momentaufnahmen bleiben. Was auch für diesen Intraday-Turnaround des Euro Stoxx 50 gelten könnte, nicht nur aufgrund der „Wackligkeit“ des Auslösers, sondern auch mit Blick auf die Charttechnik.

Die Ausgangslage war ein europäischer Leitindex, der am Freitag unter die 200-Tage-Linie auf ein neues Jahrestief gefallen war und dadurch in der wichtigen Unterstützungszone 5.467 bis 5.568 Punkten gelandet war. Durch diese war er am Montagvormittag mit nächstem Kursziel 5.155/5.197 Punkte durchgerutscht. Diesen Ausbruch nach unten vermochte der gestrige Intraday-Turnaround abzufangen. Aber was aus Bärensicht misslang, ist aus Bullensicht noch kein Sieg, denn:

Dadurch ist noch nicht einmal die 200-Tage-Linie zurückerobert worden. Und erst, wenn die darüber wartende Zone 5.795/5.818 und die in Kürze diesen Bereich verstärkende 20-Tage-Linie bezwungen wären, könnte man den Euro Stoxx 50 wieder als bullisch einordnen. Und angesichts der Unwägbarkeiten, die diese „Trump-Börse“ mit sich bringt, wäre ein Vorgriff auf einen solchen charttechnischen Befreiungsschlag, vorsichtig formuliert, ziemlich verwegen!

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 20.03.2026, Kurs 5.574,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 20.03.2026, Kurs 5.574,32 Punkte, Kürzel: SX5E | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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