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Brent Crude Oil hat die Handelsspanne der letzten Wochen noch nicht nach oben verlassen, schloss aber genau an deren oberem Ende – was so noch nicht gelungen war. Das bullische Lager steht bereit für den Ausbruch – und alles steht und fällt dabei mit der Iran-Thematik.
Die Zwischenhochs vom September dienten in den vergangenen drei Wochen als effektiver Support. Es gab zu keinem Zeitpunkt den ernsthaften Versuch einer Korrektur, die den Ölpreis (hier die für Europa wichtigste Sorte Brent Crude) an die mittelfristig zwischen bullisch und bärisch trennende Scheidemarke in Form der gleitenden Durchschnitte der letzten 50, 100 und 200 Börsentage hätte drücken können. Der Grund:
Man setzt zum einen darauf, dass das Ende vergangenen Jahres von mehreren Institutionen für 2026 vermutete Überangebot nicht zum Tragen kommen wird, weil das Wirtschaftswachstum weltweit höher ausfallen könnte, da größere, negative Folgen der US-Einfuhrzölle bislang ausgeblieben sind. Und zum anderen, weil die Situation im Nahen Osten weit von einer nachhaltigen, vertrauenerweckenden Beruhigung entfernt ist. Wofür derzeit nicht zuletzt die USA sorgen, denn:
Expertenmeinung: Weiterhin wartet man auf klare Aussagen zum Stand der Dinge bei den Atomverhandlungen mit dem Iran. Und je länger es dauert, desto größer wird in den Augen der Trader die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Intervention durch die USA. Gerade erst sagte US-Vizepräsident Vance, dass die bisherigen Gespräche zwar teilweise gut verlaufen seien, der Iran aber die „roten Linien“ des US-Präsidenten weiterhin nicht anerkennen. Das ist „Futter“ für das bullische Lager am Rohöl-Markt.
Und man bringt sich schon mal in Position … ein Signal dafür, dass ein neuer Impuls unmittelbar vor der Tür steht und die Bullen diejenigen sind, die die Sache für sich entscheiden wollen. Wir sehen im Chartbild, dass Brent Crude Oil zwar am Mittwochabend „nur“ am oberen Ende der aktuellen Handelsspanne geschlossen hat. Aber erstmals gelang es, über der Widerstandslinie in Form des Ende Juli entstandenen Peaks bei 69,77 US-Dollar zu schließen. Bei den beiden vorangegangenen Anläufen wurde Brent Crude in beiden Fällen zum Handelsende wieder unter diese Linie gedrückt – diesmal nicht. Aber:
Damit ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs nach oben mit nächstem Kursziel bei 75,15 US-Dollar (das Jahres-Verlaufshoch 2025) zwar höher als die eines Wassertretens an dieser charttechnischen Entscheidungsmarke oder als eines Abdrehens nach unten.
Aber unmöglich sind diese beiden alternativen Szenarien keineswegs – es wird schlicht davon abhängen, wie sich die Lage in den kommenden Tagen darstellt. Ohne entsprechenden Rückhalt auf der Nachrichtenseite einem Ausbruch nach oben vorzugreifen, wäre daher ein unkalkulierbar hohes Risiko. Besser wäre, diese sich anbahnende Richtungsentscheidung abzuwarten, um dann abwägen zu können, ob einem das charttechnische Potenzial nach einer ersten, meist ja binnen Minuten vollzogenen Reaktion noch ausreichend erscheint, um selbst aktiv zu werden. Da könnte, wenn einem die Sache eher vage vorkommt, ein gezieltes Wegbleiben durchaus die beste Lösung sein.
Aussicht: neutral

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