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Ein kurzfristiges, bullisches Signal entstand bereits zu Wochenbeginn, als Brent Crude Oil die Mai-Abwärtstrendlinie mit Schwung überwand. Aber der Ölpreis könnte jetzt auch jederzeit ein mittelfristig relevantes Signal generieren. Die kommenden Tage werden entscheidend.
Man darf vermuten, dass nicht gerade viele Investoren dem „Rahmenabkommen“ als Basis für eine binnen 60 Tagen zu schließende, endgültige Einigung zwischen den USA und dem Iran viel zugetraut hatten. Aber dass sich die Sache derart schnell in Rauch auflösen würde, war dann doch ernüchternd. Seither bewegt man sich zügig an einen Punkt, an dem die Lage genauso offen und unberechenbar wird wie Ende März, als man erstmals hoffte, dass der Spuk bald ein Ende haben würde. Und es geht bei allem, was die Kontrahenten verkünden und/oder tun, ums Öl.
Der Iran erklärt die Straße von Hormus für geschlossen, Donald Trump hingegen teilt mit, das US-Militär halte sie geöffnet. Zugleich haben die gegenseitigen Angriffe wieder begonnen. Ob im Hintergrund Verhandlungen laufen und in wie weit das alles noch einigermaßen strukturiert läuft, weiß man nicht. Dass Brent Crude Oil erst einmal wieder kräftig anzog, wundert also nicht. Aber eines ist sehr auffällig:
Expertenmeinung: Zunächst hatte Mr. Trump ja verfügt, dass ab sofort alles, was an Gütern durch die Straße von Hormus transportiert wird, einer „Schutzgebühr“ von 20 Prozent des Warenwerts als Entgelt für die militärische Sicherung durch die US-Streitkräfte unterliegt. Was Öl, das durch diese Passage laufen würde, natürlich immens verteuern würde. Dabei war im Vorfeld bereits erkennbar geworden, dass diese absolute Sicherheit gar nicht gewährleistet werden kann. Umgehend zog Trump zurück, strich die 20-Prozent-Aktion und teilte mit, man werde die Kosten durch seitens der Anrainerstaaten zugesicherte Investitionen in den USA hereinholen. Doch Sie sehen im Chart:

Das brachte den Ölpreis in keiner Weise wieder nach unten. Ein Hinweis darauf, dass die Akteure offenbar nicht glauben, dass es damit getan ist.
In dieser Hinsicht könnte das jetzt anstehende Wochenende wegweisend werden. In der Nacht zum Samstag (auf Basis unserer Zeit) will Donald Trump eine große Rede zur Lage der Nation halten. Da wird es natürlich unter anderem um den Iran gehen. Kommen da neue, problematische Entscheidungen auf den Tisch? Oder wird sich unabhängig von dieser Rede auf militärischer Ebene Neues ergeben? Die Lage ist derart problematisch, dass man fast darauf wetten könnte, dass Brent Crude Oil und die anderen wichtigen Ölsorten mit einer Kurslücke in die kommende Woche starten. Nur … in welche Richtung?
In einer Gemengelage wie dieser werden einem da weder Kaffeesatz noch Glaskugel den Weg weisen können, weshalb es definitiv keine gute Idee wäre, hier unmittelbar vor diesem Wochenende einfach mal auf Long oder Short zu wetten. Aber das Chartbild macht eines deutlich: Das bullische Lager hätte momentan die deutlich günstigere Ausgangslage.
Während man auf der Unterseite bis hinunter zur kürzlich erfolgreich getesteten und als Sprungbrett der aktuellen Aufwärtsbewegung dienenden 200-Tage-Linie (im Chart gelb) eine ganze Phalanx an Supportlinien unterbieten müsste, um ein neues, bärisches Signal zu generieren, stünden die Bullen deutlich günstiger da. Denn für ein mittelfristig bullisches Chartsignal, das den Weg in die Region des bisherigen Jahreshochs freigeben würde, müsste Brent Crude nur den Kreuzwiderstand aus einem Ende Mai markierten Zwischentief sowie der 50-Tage- und der 100-Tage-Linie im Bereich 87,10 bis 88,90 US-Dollar überbieten. Ein „Katzensprung“ … vor allem, wenn es an diesem Wochenende zu einer erneuten Verschärfung der Lage kommen sollte!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.07.2026 um 18:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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