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Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Aufgeschoben oder aufgehoben?

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des Brent Crude Oil Futures

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.01.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der erste Rallyeschub des Jahres basierte auf dem erneuten Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran. Als sich die Gemüter beruhigten, kam Brent Crude Oil zwar zurück, blieb aber über einer entscheidenden Supportzone, die die Bullen jetzt effektiv als Sprungbrett nutzten.

Die Argumente, die man für den aktuellen Aufwärtsschub bei Rohöl vorbringt, der die Sorte Brent Crude binnen vier Handelstagen um in der Spitze fast sieben Prozent nach oben befördert hat, sind neben den üblicherweise genannten geopolitischen Spannungen auch das besonders kalte Wetter in den USA. Die Kälte erhöht den Energiebedarf. Und auch, wenn andere Weltregionen mit deutlich weniger kalten Füßen dastehen: Die USA sind nun einmal nach Kanada und Saudi-Arabien die Nation mit dem dritthöchsten Energieverbrauch pro Kopf. Im Prinzip wäre diese Argumentation also schlüssig, aber:

Diese ungewöhnlich eisige Phase mit ihren Winterstürmen ist ja nicht von Dauer. Und eine kurzzeitig höhere Nachfrage kann die US-Ölindustrie problemlos stemmen. Und was, so fragt man sich, ist mit den Argumenten, die den Ölpreis bis vor drei Wochen in einer Abwärtstendenz hielten, nämlich zusätzliches Angebot aus Venezuela und eine laut Schätzungen der IEA im Jahr 2026 sinkende weltweite Nachfrage?

Expertenmeinung: Diese Argumente sind natürlich weiter gültig, nur werden sie im Augenblick beiseitegeschoben. Was am Ölmarkt auch nichts Ungewöhnliches ist. Die kurzfristige Spekulation wird meist von der Charttechnik geleitet. Neue fundamentale Faktoren werden bisweilen zwar logisch in den Kursverlauf eingearbeitet, aber keineswegs immer. Was hier zählt, ist das Chartbild und kein „müsste eigentlich“. Und dieses Chartbild zeigt, dass es das bullische Lager ist, das dieser Tage den Taktstock schwingt.

Brent Crude Oil: Chart vom 28.01.2026, Kurs 67,55 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 28.01.2026, Kurs 67,55 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

In der letzten Analyse hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass der Abverkauf des vorherigen Kurssprungs vom 15. Januar noch keine Entwarnung bedeutet, weil dieser Rücksetzer zwar an, aber nicht unter die hier seit Monaten dominierende Chartzone geführt hatte. Sie besteht aus den gleitenden Durchschnittslinien der letzten 50, 100 und 200 Handelstage und bewegt sich wie eine Trennwand zwischen bullischem und bärischem Territorium in der Zone zwischen 61,85 und 62,90 US-Dollar nahezu seitwärts.

Und diese Zone wurde auch nicht unterboten. Brent Crude Oil testete diesen Unterstützungsbereich tagelang, ohne dass erkennbar wurde, dass genug Kraft für einen Durchbruch nach unten vorhanden ist. Und kurzfristige Trader, die hier zahlreich unterwegs sind, reagieren da ganz pragmatisch, indem sie sich sagen: Wenn nach unten nichts geht, dann eben nach oben. Brent Crude zog an und bestätigte damit diesen Supportbereich. Aktuell ist die Widerstandszone 67,15 zu 67,85 US-Dollar pro Barrel erreicht. Gelingt es, diese zu überbieten, läge das nächste Kursziel im hier abgebildeten Futures-Frontmonat April (d. h., das ist der Kontrakt mit der als nächstes endenden Laufzeit) bei knapp 70 US-Dollar.

Rein von der Logik her muss Brent Crude Oil dieses denkbare Kursziel zwar nicht unbedingt erreichen oder gar überbieten. Aber wie gesagt: Hier dominieren kurzfristige, eng am Chartbild agierende Trader, daher wäre es äußerst verwegen, oberhalb dieser entscheidenden Zone 61,85 zu 62,90 US-Dollar auf der Short-Seite dagegenhalten zu wollen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.01.2026 um 22:03 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit Oktober bewegte sich Brent Crude Oil unterhalb seiner entscheidenden gleitenden Durchschnittslinien. Doch vor einer Woche begann der Kurs kräftig zu steigen, ein bullisches Signal entstand – das jetzt aber erst einmal abgefangen wurde. Haben die Bullen verloren?

Wir sehen im Chart, dass Brent Crude binnen weniger Tage von 60 auf knapp 67 US-Dollar pro Barrel nach oben gestiegen war. Doch am Mittwoch traf die Kaufwelle auf Abgabedruck, der am Donnerstag weiterging. Das wirkt, als wäre das bullische Lager aufs Glatteis geraten, aber noch ist das in Bezug auf erneut steigende Rohölpreise keine Entwarnung.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 15.01.2026, Kurs 63,77 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 15.01.2026, Kurs 63,77 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Denn bislang ist Brent Crude Oil dadurch nur wieder auf diese Schlüsselzone aus den gleitenden Durchschnitten der letzten 50, 100 und 200 Handelstage zurückgefallen. Dieser aktuell zwischen 62,08 und 63,33 US-Dollar nahezu seitwärts verlaufende Bereich müsste erst einmal klar durchbrochen werden und sich der Kurs dann ein, zwei Tage darunter halten, bevor die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dieser Ausflug nach oben keine Fortsetzung findet. Und selbst dann sollte man sich hüten, das Wort „sicher“ auch nur zu denken, denn die Basis für Rallye und Abverkauf ist eine, bei der Voraussagen unmöglich sind:

Expertenmeinung. Der Grund, weshalb es zu diesen abrupten Kurssteigerungen kam, liegt in der Entwicklung im Iran. Als die dortigen Proteste eskalierten, immer mehr Todesopfer zu beklagen waren und zugleich aus Richtung der USA Aussagen kamen, die auf eine unmittelbare Intervention hindeuteten, kam die fast schon klassische Reaktion: Der Ölpreis zog an, weil man die Gefahr steigen sah, dass der Iran im Fall eines militärischen Eingreifens von außen die Transportrouten der Öltanker im Nahen Osten blockieren könnte.

Nachrichten, die andeuteten, dass seitens der USA und Israel vorerst kein Eingreifen wahrscheinlich wäre, brachten den Ölpreis dann ab der Wochenmitte wieder nach unten, aber:

Die üblichen Einflussfaktoren wie OPEC-Fördermengen, Verbrauchsprognosen oder Daten zur Industrieproduktion stehen jetzt erst einmal im Hintergrund, das Kursgeschehen wird von den unvorhersehbaren Entwicklungen um den Iran bestimmt. Und dieser Mangel an Vorhersehbarkeit betrifft nicht nur die Nachrichtenlage, sondern auch die kommenden Impulse bei Brent Crude Oil. Hier wäre daher, wenn, dann nur sehr kurzfristiges Trading zu erwägen … und das auch nur dann, wenn man mit einem offenen Auge schläft, denn das Risiko von über Nacht auf den Kopf gestellten Kurseinflüssen ist nicht zu unterschätzen. Derzeit ist Trading hier also nur etwas für explizit risikofreudige Trader mit ebenso viel Nerven wie Erfahrung!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.01.2026 um 18:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Brent Crude Oil: Chart vom 05.01.2026, Kurs XXXX US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Gültigkeit: Bis zu einer Woche

Aussicht: neutral

Kursziel: –

Viele Marktteilnehmer dürften nach den Ereignissen des Wochenendes erwartet haben, dass der Rohöl-Preis zum Wochenstart fallen würde. Anfangs tat er das auch, doch dann drehte der Kurs ins Plus und generierte ein bullisches Intraday-Reversal. Was steckt dahinter?

Richtig ist, dass Venezuela vermutlich über die größten Rohöl-Vorkommen eines einzelnen Landes weltweit verfügt. Würden die USA an diese Vorkommen herankommen und sie zugänglich machen, würde das Angebot am Ölmarkt deutlich zunehmen. Und da die EIA und andere Organisationen für 2026 ohnehin von einem Überangebot ausgehen, könnte die unmittelbare Schlussfolgerung lauten: Der Ölpreis müsste nach dieser Aktion der USA am Wochenende sinken.

Aber während die deutlich steigenden Kurse am US-Aktienmarkt den Eindruck erwecken, dass man dort bereits sinkende Benzinpreise feiert, war die Reaktion am Ölmarkt eine andere. Brent Crude Oil kam zwar anfänglich etwas zurück. Aber mit Handelsbeginn in Europa zog der Kurs wieder an und drehte zügig ins Plus. Wobei man hier unterscheiden muss, was die Argumentationslage angeht: Das Minus war nicht logisch unterfüttert, ein Plus indes mit Blick auf das Thema Venezuela auch nicht. Warum nicht?

Expertenmeinung: Das reine Vorhandensein großer Ölvorkommen erhöht das Angebot ja nicht. Dazu müssten diese Ölreserven erst einmal zugänglich gemacht werden. Da Venezuela aber wegen des US-Ölembargos am Ende nur noch ein kleiner Ölförderer war, der etwa ein Prozent der weltweiten Förderung bestritt, ist dafür keine Kapazität vorhanden. Die müsste erst geschaffen werden … und auch, wenn die US-Ölkonzerne bereit wären, sich da zu engagieren: Das würde Jahre dauern. Bis dahin ändert sich an der unmittelbar geförderten Menge nichts, warum also sollte der Ölpreis daraufhin unmittelbar sinken?

Aber würde man befürchten, dass die US-Aktion das Land erst recht ins Chaos stürzen könnte und selbst die eher geringen Fördermengen dadurch beeinträchtigt werden oder sogar zeitweise ausfallen, wäre das a) eine reine Vermutung und b) wiederum wegen der geringen Fördermenge nicht entscheidend, weil dieses eine Prozent von anderen Förderländern leicht ausgeglichen werden könnte. Also?

Brent Crude Oil: Chart vom 05.01.2026, Kurs 61.90 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 05.01.2026, Kurs 61.90 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Also ist diese für den Ölpreis scheinbar so bedeutsame Entwicklung eigentlich auf kurzfristiger Ebene keineswegs entscheidend. Das aber heißt auch: Das Stand gestern 18:30 Uhr MEZ erreichte, bullische Intraday-Reversal kann, muss aber keineswegs das Startsignal für einen neuen Aufwärtsimpuls sein. Erst, wenn die seit gut drei Monaten als effektiver Widerstand fungierende Zone der drei wichtigsten gleitenden Durchschnittslinien (50, 100 und 200 Tage), die derzeit zwischen 62,21 und 63,43 US-Dollar verläuft, klar überwunden würde, wäre aus diesem Richtungswechsel zu Wochenbeginn ein echtes, bullisches Signal geworden. Und da diese Entwicklung um Venezuela zwar kein Argument für einen Kursrutsch, andererseits aber auch keines für eine Rallye ist, sollte man einem solchen Befreiungsschlag auf der Oberseite besser nicht vorgreifen.

Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.12.2025 um 20:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Kurs von Brent Crude Oil rutschte am Montagabend aus einer großen, charttechnischen Dreiecksformation nach unten hinaus. Noch aber stünde eine markante Unterstützung vor einem mittelfristig relevanten, bärischen Signal. Auf dieser Linie werden jetzt alle Augen ruhen.

Der Chart zeigt, worum es geht: Nachdem Brent Crude Oil (oder zu Deutsch Rohöl der Sorte Brent, für Europa die wichtigste Ölsorte) seit Ende Oktober ein ums andere Mal an den drei wichtigsten gleitenden Durchschnitten (50, 100 und 200 Tage) nach unten abgewiesen wurde, hat sich der Kurs nach unten in Marsch gesetzt und am Montagabend eine auf das Jahrestief vom April und das Jahreshoch vom Juni zurückgehende, große Dreiecksformation nach unten verlassen.

Brent Crude Oil: Chart vom 15.12.2025, Kurs 60,27 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 15.12.2025, Kurs 60,27 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Bislang ist dieser Ausbruch aber noch eher verhalten. Erst, wenn das Verlaufstief des Oktobers, das beim aktuell wichtigsten Futures-Liefertermin Februar bei 59,24 US-Dollar pro Barrel liegt, unterboten würde, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht frei. Aber wäre das denn nicht mit Blick auf die Entwicklung um das Ölförderland Venezuela unrealistisch?

Expertenmeinung: Nicht unbedingt. Venezuela hat zwar gewaltige Ölvorkommen, fördert und exportiert aber wenig, vor allem aufgrund der US-Sanktionen. Würde da zeitweise gar nichts mehr exportiert, könnten andere OPEC-Mitgliedsländer das umgehend ausgleichen. Und es würde damit auch die Erwartung der IEA, der International Energy Agency, dass es 2026 zu einem Überangebot bei Rohöl kommen wird, nicht eliminieren. Hinzu kommt:

China als wichtiger Ölverbraucher lieferte gerade am Montag ernüchternd schwache Konjunkturdaten für den November. Das Wachstum dort steht unter Druck, von dieser Seite her wäre für die Rohöl-Bullen also vorerst auch keine Unterstützung zu erwarten.

Natürlich würde die OPEC+ gerne verhindern wollen, dass die Rohöl-Preise in Richtung der im April im Zuge des „Trump-Zollschocks“ entstandenen Jahrestiefs, bei Brent Crude Oil lag das Tief da bei 53,77 US-Dollar, abrutschen. Aber der Terminmarkt und die Spekulation sind hier der längere Hebel, dort werden die realen Kurse gemacht, nicht an den runden Tischen der OPEC-Länder. Fazit:

Solange die Erwartung eines Überangebots bestehen bleibt und sich die Wachstumsprognosen der großen Industrienationen nicht merklich aufhellen, könnte Brent Crude jederzeit einen „Ausflug“ in tiefere Regionen unternehmen. Die Schlüsselmarke hierzu ist dieses Oktober-Verlaufstief bei 59,24 US-Dollar … und das ist nahe genug, um die kommenden Tage hier spannend zu machen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.12.2025 um 22:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass der Ölpreis, hier die Rohölsorte Brent Crude, in einem Gesamtumfeld wie diesem kaum bewegt seitwärts läuft, mag überraschen. Aber die Trader hängen hier derzeit zwischen Baum und Borke, es fehlt der Auslöser für einen starken Impuls. Der aber jederzeit kommen könnte.

Grundsätzlich, davon gehen Energieorganisationen wie die IEA momentan aus, dürfte das Angebot die Nachfrage bei Rohöl im kommenden Jahr übersteigen. Nicht dramatisch, aber doch so, dass eine Ölpreis-Hausse keine rationale Grundlage hätte. Da könnte man denken, dass die Marktteilnehmer recht einhellig à la Baisse traden würden. Was sie aber, der Chart zeigt es, nicht tun. Weil?

Weil den erfahrenen Tradern … die im Rohstoffsektor meist deutlich überwiegen … klar ist, dass solche Prognosen eigentlich nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen, da man immer wieder erlebt hat, dass unerwartete Veränderungen der Rahmenbedingungen Angebot, Nachfrage und das Verhalten der Kurse am Markt schlagartig auf den Kopf stellen können. Daher reagiert der Ölpreis oft nur auf einen unmittelbaren, unerwarteten Auslöser, etabliert daraus einen schnellen, starken Trendimpuls … und dann beginnt das Warten auf neue Argumente, um den bisherigen Trendschub entweder zu verlängern oder umzukehren.

Und derzeit haben wir dahingehend, mit einem Brent-Crude-Kurs nahe der Mitte der diesjährigen Handelsspanne, eben nichts im Nachrichtenticker. Zwar hat OPEC+ am Wochenende entschieden, die Fördermenge im ersten Quartal 2026 erst einmal nicht zu erhöhen. Aber das war erwartet worden und brachte daher keinen nennenswerten Kursanstieg. Aber wie soll man Brent Crude Oil denn dann aktuell traden?

Expertenmeinung: So, wie sich das Chartbild momentan darstellt, wäre Neutralität eine aktive und zugleich sinnvolle Entscheidung. Nur sollte man da trotzdem immer mit einem Auge hinsehen, denn wenn sich beim Ölpreis etwas tut, geht es gerne mal schnell. Und immerhin hat das Chartbild Hinweise zu bieten, welche Linien wichtig sind, wenn es darum geht, hier wieder aktiv zu werden.

Wir sehen, dass sich der Kurs sehr zuverlässig an den drei wichtigsten gleitenden Durchschnitten, den der letzten 50, 100 und 200 Handelstage, orientiert. Monatelang war die Zone dieser drei Linien eine perfekte Unterstützung; seit der Bereich Ende September unterboten wurde, dienen diese drei momentan zwischen 63,50 und 64,80 US-Dollar verlaufenden Linien als effektiver Widerstand. Werden sie überwunden, wäre ein erster Schritt zurück in ein bullisches Chartbild getan. Oberhalb der Linien würde sich jeglicher Short-Trade verbieten, unter ihnen wäre ein Long-Engagement hoch riskant.

Brent Crude Oil: Chart vom 01.12.2025, Kurs 63,26 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 01.12.2025, Kurs 63,26 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Zugleich sehen wir, dass sich Brent Crude in einer Dreiecksformation bewegt, aber diese Formation spielt derzeit eine untergeordnete Rolle, weil die „Trigger-Linien“, die einen neuen Trendimpuls bestätigen würden, außerhalb des Dreiecks liegen: bei 68,91 US-Dollar auf der Ober- und bei 59,24 US-Dollar auf der Unterseite. Hier und heute dümpelt der Kurs müde seitwärts … aber wer den Ölmarkt kennt, weiß: Das kann sich von einem Augenblick auf den anderen ändern, daher sollte man, wenn man hier engagiert ist oder darüber nachdenkt, es zu sein, immer mit einem offenen Auge schlafen, denn „Ruhe“ ist bei Brent Crude immer trügerisch!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.