Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Große Hoffnungen, kleine Chancen?

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

In diesem Artikel
Brent Crude Oil
|
Ticker: COIL
|
Währung: USD
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

In der Spitze gab Brent Crude Oil vom Wochenhoch des Montags bis zu 20 US-Dollar nach. Das wirkt, als wäre das Gröbste jetzt überstanden. Aber der Schein könnte trügen – bezogen auf die Rahmenbedingungen ebenso wie auf das Chartbild. Denn noch bleibt Brent bullisch.

Hinsichtlich der für die Tendenz des Rohöls entscheidenden Rahmenbedingungen tappen die Marktteilnehmer weiterhin im Dunklen. Am Dienstag schien es, als könnte sich die Krise schnell lösen lassen, nachdem der US-Präsident mitteilte, dass sein gerade erst einen Tag vorher verkündetes „Project Freedom“ erst einmal ausgesetzt würde, weil man mit den Verhandlungen mit dem Iran so weit gediehen sei, dass eine Einigung sehr bald möglich sei. Daraufhin begannen die Kurse der wichtigsten Ölsorten rasant zu fallen, nur:

In der Nacht zum Donnerstag kamen wieder die alten Drohungen, dass es zu massiven Zerstörungen kommen werde, wenn der Iran nicht bald einem „Deal“ zustimmen würde. Was den Gedanken aufkommen lässt, dass die Eskortierung von Frachtschiffen nur deswegen ausgesetzt worden sein könnte, weil man im Weißen Haus eingesehen hat, dass ein sicheres Geleit einfach nicht sicherzustellen ist. Was den Verdacht schürt, dass man in Sachen Einigung eigentlich keinen Schritt weiter ist als in der Vorwoche.

Was ist jetzt denn nun Fakt? Man weiß es nicht. Was man aber wissen kann, zumal das zahlreiche Experten und Institute so kommuniziert haben: Selbst wenn es umgehend zu einer tragfähigen Einigung käme und die Passage für die festsitzenden Frachter umgehend freigegeben würde, sind doch so viele Zerstörungen in Bezug auf die Produktion und die Logistik angerichtet worden – und das in den meisten Ländern der Region –, dass es grundsätzlich auf Monate hinaus zu einem Nachfrageüberhang kommen würde, was hieße:

Expertenmeinung: Eine Rückkehr des Kurses von Brent Crude Oil auf das Level vor dem Angriff auf den Iran wäre vorerst wenig wahrscheinlich, das Abwärtspotenzial also begrenzt. Damit wären die jetzt auch auf den Aktienmarkt projizierten großen Hoffnungen auf einen „Deal“ und in dessen Folge deutlich und nachhaltig fallende Ölpreise bislang eher mit kleinen Chancen versehen. Und das Chartbild von Brent Crude spiegelt das auch durchaus wider, denn so kräftig der Abstieg der vergangenen Tage auch war: Für ein bärisches Signal hat er bis jetzt nicht sorgen können.

Der Chart zeigt, dass die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts zwar den Ausbruch über das März-Hoch abgefangen haben, wodurch Brent Crude Oil wieder in die vorherige Handelsspanne zurückfiel. Aber ein „Deckel“ ist deswegen noch lange nicht drauf. Sollte es zu entsprechend unguten Nachrichten kommen, kann der Kurs jederzeit erneut nach oben ausbrechen. Denn noch hat er als einzige der vier derzeit entscheidenden gleitenden Durchschnittslinien nur die kurzfristigste von allen, die 10-Tage-Linie, unterboten. Am Mittwoch ebenso wie am Donnerstag wurde die 20-Tage-Linie zwar intraday unterboten, zum Handelsende indes jeweils wieder überschritten.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 07.05.2026, Kurs 101,49 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 07.05.2026, Kurs 101,49 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Auffällig ist auch, dass die 50-Tage-Linie (im Chartbild blau), die beim bislang tiefsten Kurs seit Anfang März, der Mitte April bei 81,40 US-Dollar erreicht wurde, ein zuverlässiges Sprungbrett für die Bullen war, schnell von unten als zusätzlicher Support heranläuft. Der Weg nach unten wäre auch darunter noch von mehreren potenziell soliden Auffanglinien erschwert, daher: Hier Short-Trades aufzubauen hieße, einer Entwicklung vorzugreifen, die weder von der Nachrichtenlage noch vom Chartbild bislang Unterstützung bekäme – das wäre eine äußerst verwegene Wette mit aktuell eher geringen Chancen, sie zu gewinnen.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.05.2026 um 22:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Firmendepot für Kapitalgesellschaften

Sie möchten ein Depot für Ihre GmbH, AG oder UG eröffnen und Betriebsvermögen in Wertpapieren anlegen? Informieren Sie sich jetzt über unser Wertpapierdepot für Geschäftskunden: Mehr zum Firmendepot über LYNX

Loading ...
Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der Brent Crude Oil Aktie

30.04.2026

Brent Crude Oil: Das Warnsignal ist an, aber kaum einer scheint hinzuschauen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.04.2026 um 22:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wie geht es weiter mit der Ölversorgung? Die Akteure am Ölmarkt preisen gerade eine Verknappung ein, die über einen kurzen Zeitraum deutlich hinausgeht. Da wirkt es extrem gewagt, dass man dieses Warnsignal am Aktienmarkt ignoriert.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 29.04.2026, Kurs 110,72 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 29.04.2026, Kurs 110,72 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Brent Crude Oil hatte im März zwar kurzzeitig Kurse von 116 US-Dollar ausgewiesen, aber auf den Future bezogen war das eine andere Laufzeit gewesen. Aktuell ist der Future mit Liefertermin Juli die als nächstes endende Laufzeit (der Juni-Kontrakt endet heute). Und bei dieser Laufzeit wurde das März-Hoch jetzt erreicht bzw. sogar ganz leicht überboten. Am Terminmarkt zahlt man also gerade gut 110 US-Dollar pro Barrel für eine Lieferung im Hochsommer. Und das ist eine klare Aussage:

Man geht nicht davon aus, dass der Ölpreis in den kommenden Wochen wirklich deutlich und nachhaltig nach unten abdreht. Und diese Erwartung ist auch nachvollziehbar, denn:

Expertenmeinung: Davon abgesehen, dass die Lage zwischen den USA und dem Iran derzeit wie eingefroren scheint und dadurch weiterhin kein nennenswerter Verkehr durch die Straße von Hormus möglich ist, würde selbst eine zeitnahe Öffnung der Passage die Angebotsverknappung nicht sofort beenden, weil viele Förder- und Logistikeinrichtungen durch die bisherigen Kampfhandlungen so beschädigt sind, dass sich die Reparaturen in Einzelfällen Monate hinziehen können. Und die Lagerkapazitäten der Ölförderer sind begrenzt.

Das gilt nicht nur für den Iran, der offenbar kurz davorsteht, seine Förderung großenteils einstellen zu müssen, weil die Lager voll sind und kein Öl mehr das Land verlassen kann, sondern auch für andere Förderer in der Region, die auf diese Passage angewiesen sind. Dass die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Mitgliedschaft in der OPEC quasi fristlos gekündigt haben, deutet zwar an, dass man dort die Gelegenheit nutzen möchte, fernab von kollektiv entschiedenen Förderquoten bei diesen hohen Preisen so viel wie möglich zu exportieren. Aber das alleine kann den Nachfrageüberhang nicht beseitigen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ölpreis schnell und weit sinkt, ist daher klein genug, um nicht nur Spekulanten, sondern auch Unternehmen, die ihren Bedarf über die Futures sichern, dazu zu bringen, zu derart hohen Preisen zu kaufen.

Dass der Aktienmarkt diese haushohen Warnsignale einfach ignoriert, ist extrem riskant, zumal die Experten ja zu Recht darauf hinweisen, dass die konjunkturellen Folgen dieser Situation großenteils mit Verzögerung sichtbar werden. Was Brent Crude Oil selbst angeht, lebt man als Trader aber nicht unbedingt weniger gefährlich. Das obige Chartbild ist zwar grundsätzlich klar bullisch. Aber die Nachrichtenlage kann jederzeit starke Ausschläge auslösen – in beide Richtungen. Hier als „normaler“ Anleger mitzumischen, ist also derzeit nicht wirklich angeraten.  

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

17.04.2026

Brent Crude Oil: Die Sache ist noch nicht „durch“ — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.04.2026 um 22:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran hat den Ölpreis zwar von seinem vorherigen Hoch heruntergeholt. Aber anders als am Aktienmarkt traut man der Sache am Rohölmarkt noch nicht, denn noch ist hier ein Topp nur „in Arbeit“ und keineswegs bereits vollendet.

Obwohl Donald Trump am Donnerstagabend verkündete, dass jetzt auch zwischen Israel und dem Libanon eine Feuerpause beginnen werde und der Iran den meisten US-Forderungen zugestimmt habe, so dass eine zweite Verhandlungsrunde bereits den Durchbruch bedeuten könnte, legte der Kurs von Brent Crude Oil, der für Europa wichtigsten Rohölsorte, am Donnerstag um recht deutliche 4,7 Prozent zu.

Und das, obwohl erste Öltanker bereits wieder durch die Straße von Hormus fahren? Klingt das nicht, als sei eine Normalisierung der Versorgungslage nur eine Frage kurzer Zeit? Im ersten Moment könnte man das denken. Aber wer sich die Lage genauer betrachtet, erkennt schnell:

Expertenmeinung: Der Schaden, der seit Anfang März angerichtet wurde, ist keinesfalls schnell zu reparieren. Wichtige Produktionsanlagen wurden beschädigt, deren Reparatur Monate – mindestens – dauern wird. Zugleich bleibt die Straße von Hormus ein Nadelöhr, das sich jederzeit wieder schließen könnte. Und die avisierte Anhebung der Produktionsmenge durch die OPEC ist in Relation zum weltweiten Bedarf so klein, dass sie kaum etwas bringt.

Hinzu kommt, dass die Blockade von Schiffen von und nach den Häfen des Irans dessen Ölexport abwürgt. Kein unmittelbarer Abnehmer iranischen Öls gewesen zu sein, hilft wenig: Es geht um das Gesamtangebot, das weltweit zur Verfügung steht, wenn es um die Preisbildung geht. Und das ist eben ohne das iranische Öl spürbar geringer als zuvor. Was bedeutet:

Das Problem ist mit Feuerpausen nicht gelöst. Erst eine solide, glaubwürdig wirkende Befriedung der Lage und die Wiederinbetriebnahme eines Großteils der beschädigten Anlagen im arabischen Raum würden die Lage am Ölmarkt entspannen. Und das wird Zeit brauchen … und muss nicht gelingen. Daher ist der Umstand, dass die noch zur Wochenmitte so greifbar wirkende Vollendung des Topps bei Brent Crude Oil erst einmal vertagt wurde, eigentlich nicht überraschend.

Der Kurs müsste die Nackenlinien-Zone des Topps bei 90,40 zu 91,70 US-Dollar und idealerweise auch die 50-Tage-Linie, aktuell bei 87 US-Dollar, unterbieten, um ein klares, abwärts gerichtetes Signal zu erzeugen, das dann aus rein charttechnischer Sicht den Weg in Richtung der Unterstützungen bei 74,00 US-Dollar (100-Tage-Linie) und 72,60 US-Dollar (Jahres-Verlaufshoch 2025) frei machen würde. Aber auch dann sollte man die Sache mit Vorsicht genießen, denn hier haben wir eine „politische Börse“, die eindeutig nicht die ihr so gerne nachgesagten, kurzen Beine hat!

Brent Crude Oil: Chart vom 16.04.2026, Kurs 99,39 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 16.04.2026, Kurs 99,39 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

01.04.2026

Brent Crude Oil: Man traut dem Braten (noch?) nicht — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.03.2026 um 22:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nach verlängerten Fristen und angeblichen Verhandlungen erwägt Donald Trump angeblich jetzt, die Kampfhandlungen von sich aus zu beenden. Doch Brent Crude Oil fällt bislang nur zögerlich. Es scheint, dass viele den Aussagen aus Washington nicht mehr glauben mögen.

Wobei beileibe nicht die spekulativen Akteure alleine dafür sorgen, dass Brent Crude Oil und andere wichtige Rohölsorten nur zögerlich nachgeben und insgesamt weiter im Aufwärtstrend verharren, Rücksetzer zuletzt immer kleiner wurden und der Kurs weiterhin recht nahe am bisherigen Jahresverlaufshoch von 116,08 US-Dollar pro Barrel notiert.

Es sind auch und womöglich gerade die Unternehmen mit hohem Energiebedarf, die in dieser Situation einfach zusehen müssen, dass sie den Ölbedarf für die kommenden Wochen und Monate sicher haben. Einfach, weil sie nicht abschätzen können, ob es nicht doch zu einer ggf. länger anhaltenden Verknappung kommt, die dann sogar dazu führt, dass nicht genug Öl für alle am Markt verfügbar ist. Und wenn das passiert, wenn die Produktion deshalb zum Erliegen käme, käme das eben teurer, als jetzt in diesen äußerst sauren Apfel zu beißen und sich die Lieferung mit Termin Juni zu derart hohen Preisen zu sichern.

Und das führt letzten Endes zum Grund, wieso die Aussagen aus dem Weißen Haus bislang nicht funktionieren, was das Drücken der Ölpreise angeht:

Expertenmeinung: Diejenigen, die ihren Ölbedarf sichern müssen, können sich nicht auf warme Worte verlassen. Auch nicht, wenn der US-Präsident ein ums andere Mal verkündet, der Krieg sei bald vorüber, die Straße von Hormus bald wieder frei und der Iran habe im Rahmen der Verhandlungen bereits mehreren Punkten des Trumpschen 15-Punkte-Plans zugestimmt. Nicht, solange vom Iran aus weiter Raketen abgeschossen werden und aus Teheran mitgeteilt wird, man habe auf den Plan noch gar nicht geantwortet.

Und auch die kolportierten Überlegungen im Weißen Haus, die entscheidenden „Kriegsziele“ als erfüllt zu deklarieren und die Kampfhandlungen einzustellen, werfen zu viele Fragen auf. Selbst, wenn aus Überlegungen Entscheidungen würden: Solange das US-Militär dort noch massiv präsent ist und die Bodentruppen vor Ort bleiben, könnte man es sich jederzeit anders überlegen. Und Zickzack-Kurse hatte man ja aus dieser Richtung schon oft genug gesehen.

Je länger Beteuerungen nicht zur Realität werden, desto tiefer sinkt das Vertrauen in solche Aussagen. Dass die Reaktionen bei Brent Crude mit jedem Versuch des Weißen Hauses, den Preis „herunterzureden“, kleiner wurden, unterstreicht das.

Der Trend weist bei Brent Crude bis jetzt stur aufwärts. Es bräuchte zumindest einen Schlusskurs unterhalb der im Chart rot gehaltenen 20-Tage-Linie bei derzeit 97 US-Dollar und idealerweise auch unter dem letzten, markanteren Zwischentief vom 23. März bei 91,70 US-Dollar, um eine Basis für eine nennenswerte Abwärtskorrektur zu haben.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 31.03.2026, Kurs 104,65 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 31.03.2026, Kurs 104,65 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Eine echte Entwarnung, die bullische Spekulanten zum Ausstieg bringen würde, wäre aber erst gegeben, wenn die Nachrichtenlage das unterstützen würde … und danach sieht es, wie wir wissen, im Augenblick noch nicht aus. Ohne klare Argumente seitens der Charttechnik und der Nachrichtenlage bleiben Trades auf der Short-Seite halsbrecherisch. Und gerade, weil das so offenkundig ist, haben die Bullen, von den Sorgen der Unternehmen bzgl. ihres Energiebedarfs noch unterstützt, bislang noch leichtes Spiel.

Aussicht: Neutral

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

24.03.2026

Brent Crude Oil: Stop Loss-Lawine? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.03.2026 um 21:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein deutlicher Abwärtsimpuls bei Brent Crude Oil lässt manche hoffen, dass der „Spuk“ haussierender Ölpreise ein Ende gefunden hat. Doch der Auslöser für den Sell-off wirft Fragen auf – zumal wir Ähnliches vor zwei Wochen erlebt haben und die Wende da ausgeblieben war.

Vor zwei Wochen hatte US-Präsident Trump verkündet, dass der Iran-Krieg sehr bald vorüber sein würde, weil man fast alle militärischen Ziele erreicht habe. Wir wissen: Das war nicht der Fall. Und diese Aussagen brachten den Ölpreis nur kurzzeitig nach unten, den Aktienmarkt nur flüchtig auf höhere Levels, weil man sah: Im Gegenteil, die USA schienen sich in Sachen Iran völlig zu verzetteln. Und von einem Einknicken des Gegners war nichts zu sehen. Bis heute nicht.

Am gestrigen Montag begann der Präsident seinen Tag mit der Aussage, dass man mit einer „Top-Person“ des Irans gesprochen habe, und erklärte, dass der Iran auf Atomwaffen verzichten werde, ernsthaft zu verhandeln bereit sei und man deswegen die Umsetzung der am Wochenende ausgesprochenen Drohung, die iranische Energieversorgung zu zerstören, für fünf Tage aussetzen werde. Da weder der Präsident noch seine Verhandler offenbar mit dem neuen Oberhaupt des Irans noch mit den Führern der momentan die Entscheidungen treffenden Revolutionsgarden gesprochen haben, werfen diese Aussagen mindestens ebenso viele Fragen auf wie die vor zwei Wochen, die sich letztlich als substanzlos entpuppt hatten. Trotzdem reagierte Brent Crude Oil rasch und fiel wie vom Blitz getroffen. Wieso?

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

17.03.2026

Brent Crude Oil: Die Bullen scheinen nicht nervös zu werden — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.03.2026 um 21:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Weltweit werden strategische Ölreserven freigegeben und es wird versucht, die Ölkonzerne davon abzuhalten, die Situation auszunutzen. Zugleich heißt es in Sachen Ölreserve: Wenn nötig, ist mehr da. Doch die Reaktion von Brent Crude Oil und anderen Ölsorten ist auffallend gering.

Es scheint, dass die Trader am Rohölmarkt bezweifeln, dass die Angebots-Engpässe in absehbarer Zeit behoben sind. Dabei wäre es möglich, den Ölbedarf über die weltweit verteilten strategischen Reserven allemal für zwei, drei Wochen alleine zu bestreiten. Und große Förderländer wie die USA oder Norwegen produzieren ungehindert weiter, zugleich muss ja nicht das gesamte Rohöl des Nahen Ostens durch die Straße von Hormus.

Daher hätte man sich eigentlich nicht wundern müssen, wäre der Ölpreis nach dieser „Freigabe-Stafette“ der Ölreserven und den Ankündigungen der USA, die Sache mit der Straße von Hormus zeitnah im Griff zu bekommen, massiven eingebrochen. Doch das passierte nicht, wie der Chart zeigt:

Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.03.2026, Kurs 96,54 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.03.2026, Kurs 96,54 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Zwar zeigt der jetzt als „Frontmonat“ dienende Brent Crude Oil-Future mit Liefertermin Juni ein „bearish engulfing pattern“, was auf kurzfristiger Ebene ein potenziell bärisches Signal wäre. D.h. wir sehen hier eine rote Kerze, deren Kerzenkörper den Körper der Vortages-Kerze komplett einhüllt: Im Plus begonnen, im Minus geschlossen, aber:

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

12.03.2026

Brent Crude Oil: Diese Reaktion war auffällig — Ronald Gehrt

09.03.2026

Brent Crude Oil: Fahnenstange? Ja, aber das allein hilft nicht weiter! — Ronald Gehrt

03.03.2026

Brent Crude Oil: Vorsicht, unberechenbar! — Ronald Gehrt

19.02.2026

Brent Crude Oil: Jetzt kommt es hier zum Schwur! — Ronald Gehrt

12.02.2026

Brent Crude Oil: Jetzt wird es hier spannend — Ronald Gehrt

03.02.2026

Brent Crude Oil: Aufgeschoben oder aufgehoben? — Ronald Gehrt

29.01.2026

Brent Crude Oil: Die Bullen dominieren … könnte es noch höher gehen? — Ronald Gehrt

16.01.2026

Brent Crude Oil: Bullen abgefangen – ist das schon die Entwarnung? — Ronald Gehrt

06.01.2026

Brent Crude: Unverhofft kommt oft — Achim Mautz

16.12.2025

Brent Crude Oil: Achtung, jetzt wird’s hier spannend! — Ronald Gehrt