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Ab Freitag soll die Straße von Hormus wieder frei befahrbar sein. Gerade noch rechtzeitig, um eine ernste Verknappung bei Rohöl zu vermeiden. Auf Basis dieser Nachricht rutschte Brent Crude Oil zum Wochenstart erneut ab. Damit sind die Bullen aus dem Feld geschlagen – oder?
Das könnte man unterstellen, wenn man sicher sein dürfte, dass jetzt dauerhaft freie Fahrt herrscht. Aber darf man das? Was jetzt als „Friedensabkommen“ gefeiert wird, ist ja bislang nur eine Vereinbarung darüber, binnen 60 Tagen eine endgültige Einigung erzielen zu wollen, also eine Art „Rahmenabkommen für Verhandlungen“. Und soweit man weiß – dieses Abkommen soll ja erst am Freitag unterzeichnet werden – klammert man das Thema des angereicherten Urans bislang aus, weil man sonst auch jetzt noch nichts zu Papier hätte bringen können. Der Streit kann also jederzeit wieder eskalieren und auf die militärische Ebene zurückkehren.
Das, was man jetzt durch nachgebende Ölpreise einpreist, ist eher eine Beruhigung auf Bewährung. Dem Braten kann man also nicht so recht trauen … allerdings sollte man auch einen anderen Aspekt sehen:
Expertenmeinung: Sollte es doch wieder zu Angriffen kommen, muss das die Rohölversorgung nicht zwingend wieder auf den alten Stand zurückwerfen. Beide Seiten haben sich mit der Blockade der Passage von Frachtschiffen selbst ins Knie geschossen. Und dieses Abkommen ist eine Chance, aus dieser Klemme herauszukommen. Jetzt, da beiden Parteien bewusst ist, wie fatal sich dieser gegenseitige „Unterpfand“ der Kontrolle der Straße von Hormus auswirkt, dürfte man sich eher hüten, sich noch einmal in ein solches Patt drängen zu lassen. Sich als Anleger sicher darauf zu verlassen, wäre hochriskant … aber das müsste man ja auch nicht, denn das Chartbild von Brent Crude Oil bietet gute Ankerpunkte, an denen man sich als Trader orientieren könnte.

Wir sehen, dass der gestrige Abwärtsimpuls den Kurs jetzt auch unter die 100-Tage-Linie gedrückt hat. Unter dieser Linie hatte Brent Crude zuletzt Anfang Januar notiert. Um ein mittelfristig bärisches Signal zu generieren, müsste jetzt noch das April-Zwischentief, das im hier abgebildeten Futures-Kontrakt mit Liefertermin August bei 78,96 US-Dollar liegt, unterboten werden. Das nächste, darunter verlaufende charttechnische Kursziel wäre dann die in Gelb gehaltene 200-Tage-Linie bei aktuell 70,44 US-Dollar.
Für die Gegenrichtung gilt: Sollte man sich in Sachen Hoffnung zu weit aus dem Fenster gelehnt haben und Brent Crude wieder nach oben drehen, würde daraus erst dann ein bullisches Signal, wenn es gelingen sollte, die gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20 und 50 Handelstage zurückzuerobern. Dazu müsste der Kurs über 96,25 US-Dollar steigen, wobei diese drei gleitenden Durchschnitte sukzessiv nach unten laufen.
Die Bullen sind derzeit klar in der Defensive, aber ob sie wirklich geschlagen werden, hängt – wie zuletzt ja permanent – von der Nachrichtenlage ab. Und die wird vermutlich noch so manche Überraschung bereithalten, positive wie negative. Daher wäre eine konsequente und „meinungsfreie“ Ausrichtung an diesem charttechnisch ja durchaus „griffigen“ Chartbild unbedingt zu überlegen.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.06.2026 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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