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Brent Crude Oil war am Freitagabend 50 Prozent teurer als zu Jahresbeginn. Man könnte auf ein baldiges Ende der Kaufwelle hoffen, indem man darauf verweist, dass das Chartbild eine glasklare Fahnenstange ist … die brechen am Ende immer. Die Frage ist nur: wann und wo?
Eine wilde Spekulationswelle in einer Aktie, bei der extrem viele Akteure in kurzer Zeit glauben, zu egal welchem Preis dabei sein zu müssen, und dadurch eine markttechnisch massiv überkaufte Situation auslösen, die mit einer Überbewertung der Aktie einhergeht, das ist ein klassisches Beispiel für eine sogenannte „Fahnenstange“. Die Kurse steigen immer schneller… Und erfahrene Beobachter erkennen: Das wird am Ende dramatisch schiefgehen. Der Kuranstieg wird in dem Moment, in dem die Käufer nur kurzzeitig zu gering an Zahl sind und zu viele im selben Augenblick Kasse machen wollen, noch schneller in sich zusammenfallen, als es zuvor aufwärts ging.
Genauso sieht auch der Chart von Brent Crude Oil – und allen anderen Rohöl-Sorten – derzeit aus. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied:
Expertenmeinung: Wir können im Fall dieser Rohöl-Hausse nicht abschätzen, wie groß der Anteil wilder Zockerei einerseits und der unmittelbaren Notwendigkeit andererseits ist. Wenn Letzteres überwiegt, weil viele große Abnehmer momentan Engpässe erwarten (oder schon real haben) und deswegen höchst unfreiwillig die immer höher laufenden Preise bezahlen, um sicherzustellen, dass sie in ausreichender Menge an den Rohstoff kommen, dann wäre die „Fallhöhe“ für Brent Crude entscheidend davon abhängig, ob die Lieferketten halten oder nicht.
Um das abschätzen zu können, müsste man wissen, ob eine sichere Passage durch die Straße von Hormus bald wieder möglich wäre oder das große Volumen, das normalerweise in Sachen Öl und Gas dort durch muss, längere Zeit über die längeren und damit zugleich teureren Ausweichrouten transportiert werden muss. Was man aber nicht weiß. Ebenso wichtig wären Antworten auf die Frage, ob andere Ölförderländer mit in den Konflikt hineingezogen werden und deren Förderung und/oder der Export von Rohöl dadurch beeinträchtigt würden. Und, natürlich, ob große Förderländer außerhalb der Region, wie die USA oder Norwegen, Ausfälle ihrerseits ausgleichen können bzw. wollen und welche Rolle jetzt russisches Öl spielen könnte.
Antworten gibt es bislang auf keine dieser Fragen, auch nicht für diejenigen, die zu diesen dramatisch gestiegenen Preisen tatsächlich ihren Rohölbedarf mit dem hier gezeigten Futures-Liefertermin Mai sichern müssen. Also?

Also haben wir hier zwar eine charttechnische „Fahnenstange“, die jederzeit brechen und dann in einen Selloff übergehen könnte. Aber es ist definitiv nicht abschätzbar, wie nahe wir jetzt bereits am Hochpunkt dran sind. Dies in Verbindung mit dem üblichen „Fahnenstangen-Problem“, dass die nächstgelegene Unterstützung, die ihren Namen wert ist, mittlerweile weit entfernt ist (in unserem Fall das Hoch vom vergangenen Juni bei 74,74 US-Dollar pro Barrel), kann hier nur in ein Fazit münden: Wer nicht Nerven wie Drahtseile hat, wirklich erfahren ist und auch intraday traden kann und will, sollte sich von diesem Bereich derzeit auf jeden Fall fernhalten!
Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier: PRIIPs / KIDs CME Futures
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