Am Mittwoch erreichte der Brent Crude Oil-Future mit Liefertermin November das Hoch vom März, entstanden, als klar wurde, dass der Angriff auf den Iran große Auswirkungen auf die Ölversorgung haben würde. Damit ist eine Phase erreicht, in der nichts mehr unmöglich wäre.
Derzeit schätzen Experten, dass auch inklusive der „Schattenfahrten“ von Tankern durch die Straße von Hormus, die nicht von den offiziellen Daten erfasst werden, ein Drittel des Öls fehlt, das normalerweise aus dieser Region kommen würde. Was allein noch kein zwingender Grund für diesen zuletzt wieder stetigen Anstieg der Ölpreise wäre, aber:
Die Heizsaison auf der deutlich stärker bevölkerten Nordhalbkugel beginnt. Und zugleich verstetigt sich der Eindruck, dass sich die kritische Lage um die Straße von Hormus und um die westlich davon liegende Passage von Bab el-Mandab auf Wochen, womöglich auf Monate hinaus nicht normalisieren wird.
Denn die militärischen Schläge und Gegenschläge schaukeln sich gerade wieder hoch. Und es scheint, als würde der Iran kalkuliert immer wieder Nadelstiche setzen, um die USA zu provozieren. Denn so gerät der US-Präsident keine acht Wochen vor den Zwischenwahlen immer mehr unter Druck. Eine erneute, massive Eskalation würde die Perspektive für die am 3. November stattfindenden Midterm Elections noch weiter verschlechtern.
Er müsste versuchen, die Misere vorher zu beenden. Da der Iran aber genau das weiß, sitzt man dort am längeren Hebel und kann für eine Stabilisierung der Lage Forderungen stellen, die für die USA einer Niederlage gleichkommen würden. Was Donald Trumps Standing ebenso massiv beschädigen würde. Also steigt das Risiko, dass die Ausfuhr von Rohöl auch noch im Spätherbst und Winter zu gering bleibt und sich der Nachfrageüberhang weiter vergrößert.
Expertenmeinung: Damit kann jetzt zu der trendkonformen Spekulation sukzessiv mehr unmittelbare Nachfrage von Unternehmen hinzukommen, die sich über den Future die nötigen Ölvorräte für die kommenden Monate sichern wollen, um die Gefahr von Produktionsstopps einzugrenzen. Und so etwas kann dazu führen, dass der Ölpreis nicht an charttechnischen Widerständen haltmachen könnte wie denen, die er jetzt angelaufen hat.
Das März-Hoch bei 100,63 US-Dollar pro Barrel der hier abgebildeten Futures-Laufzeit mit Lieferung im November ist bereits erreicht bzw. leicht überboten. Es bleiben das Mai-Hoch bei 103,34 US-Dollar und das Jahresverlaufshoch bei 105,71 US-Dollar als potenzielle Bremsmarken. Aber warum sollten die Trader dort anfangen, ihre Long-Positionen zu schließen, und diejenigen, die sich über den Future reale Lieferungen sichern, damit aufhören … in einer Konstellation wie dieser?

Daher sollte man im Augenblick mit dem Gedanken an Short-Positionen äußerst vorsichtig umgehen. Als der Ukraine-Krieg begann, erreichte Brent Crude Oil kurzzeitig Kurse über 130 US-Dollar. Völlig auszuschließen wäre ein Level wie damals keinesfalls, daher:
Brent Crude Oil müsste unter 84 US-Dollar pro Barrel schließen, damit man hier zumindest auf kurzfristiger Ebene Entwarnung geben könnte. Solange das nicht der Fall ist und idealerweise von positiven Veränderungen in Bezug auf die Lage in Nahost begleitet wird, bliebe der Weg des Ölpreises nach oben der vorerst leichtere.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.09.2026 um 21:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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