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Es ist viel Geld im Spiel am Ölmarkt. Zudem hängt die gesamte Weltwirtschaft am Auf und Ab des Ölpreises. Und die Nerven der Investoren werden jetzt schon fast drei Monate strapaziert. Kein Wunder, dass man mittlerweile auf jedes Zucken des Nachrichtentickers reagiert.
Die Weltwirtschaft steuert auf ernste Probleme zu, wenn die Straße von Hormus nicht sehr, sehr bald wieder frei befahrbar ist. Ein deutlicher Abstieg bei den Kursen der wichtigsten Ölsorten wie Brent Crude Oil ist daher etwas, was sich das Gros der Marktteilnehmer dringend wünscht. Zumal der Aktienmarkt auf einem Level angekommen ist, auf dem ihm nur dann nicht jederzeit der Boden unter den Füßen entzogen werden könnte, wenn Rohöl eine Abwärtswende vollzieht. Und zwar eine nachhaltige. Und das schnell.

Doch wir sehen es im Chart: Noch ist davon nichts zu sehen. Die Schwankungen sind erheblich, aber sie spielen sich auf einem deutlich höheren Niveau ab als das, was man gerne sehen würde. Kein Wunder, dass immer mehr Akteure Nerven zeigen und auch bei Nachrichten drastisch reagieren, die tendenziell gar keine sind. Zumindest keine, die eine glaubwürdige Veränderung für den Ölpreis darstellen würden – so auch gestern:
Expertenmeinung: In dem Moment, als die iranische Nachrichtenagentur Tasnim gestern Nachmittag mitteilte, dass in den vergangenen 24 Stunden 26 Frachtschiffe in Koordination mit den iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus passiert hätten, brach der Kurs von Brent Crude Oil binnen kürzester Zeit deutlich ein. Sicher, das wirkte im ersten Moment, als sei man gerade auf dem Weg zu einer Normalisierung. Aber ist man das wirklich?
Vor Beginn des Iran-Krieges fuhren täglich über 100 Frachter durch die Meerenge. 26 helfen da herzlich wenig. Zumal man sich fragen könnte: Wollten es nicht die USA sein, die kontrollieren, wer da durchfährt und wer nicht? Was da gemeldet wurde, ist, wenn es zutreffen sollte, nur ein Tropfen auf einen mittlerweile sehr heißen Stein.
Auch die Aussage des US-Präsidenten, man sei mit den Verhandlungen mit dem Iran „in einer finalen Phase“ sorgte für Druck auf den Ölpreis. Aber so etwas hört man nicht zum ersten Mal. Und hatte nicht genau dieser Präsident gerade erst am Montagabend verkündet, er habe in allerletzter Minute vor einem „sehr großen Angriff“ entschieden, diesen erst einmal auszusetzen? Ein Angriff, der zweifellos erfolgen sollte (wenn er denn wirklich bevorstand), weil diese Verhandlungen weiter zu nichts führen?
Am Ölmarkt werden die Nerven dünner. Man beginnt zu glauben, was man glauben will, auch abseits belastbarer Fakten. Das bedeutet immer größer werdende Risiken, die Trader, die dem Nachrichtenticker folgen, eingehen. Daher würde es sich hier unbedingt anbieten, konsequent erst dann und mit kontrolliertem Kapitaleinsatz über eine Positionierung oder das Drehen einer bestehenden Position nachzudenken, wenn das Chartbild das hergibt.
Und wir sehen es ja: Brent Crude Oil sackt immer mal wieder durch, zieht bislang aber schnell wieder an. Irgendwann wird Brent Crude nachhaltig abwärts drehen und deutlicher fallen, keine Frage. Aber noch ist der Trend unter dem Strich eben aufwärts gerichtet. Erst, wenn die zuletzt in den Fokus gerückte, im Chart blau gehaltene 50-Tage-Linie eindeutig und auf Schlusskursbasis fallen sollte, wären Zweifel angebracht, ob „Long“ noch die richtige Seite ist. Oberhalb dieses gleitenden Durchschnitts sind Short-Attacken weiterhin eine gefährliche Sache.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.05.2026 um 22:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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