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Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Jetzt hat die kritische Phase begonnen

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

In diesem Artikel
Brent Crude Oil
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Ticker: COIL
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Währung: USD
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Börse: --
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Am Mittwoch erreichte der Brent Crude Oil-Future mit Liefertermin November das Hoch vom März, entstanden, als klar wurde, dass der Angriff auf den Iran große Auswirkungen auf die Ölversorgung haben würde. Damit ist eine Phase erreicht, in der nichts mehr unmöglich wäre.

Derzeit schätzen Experten, dass auch inklusive der „Schattenfahrten“ von Tankern durch die Straße von Hormus, die nicht von den offiziellen Daten erfasst werden, ein Drittel des Öls fehlt, das normalerweise aus dieser Region kommen würde. Was allein noch kein zwingender Grund für diesen zuletzt wieder stetigen Anstieg der Ölpreise wäre, aber:

Die Heizsaison auf der deutlich stärker bevölkerten Nordhalbkugel beginnt. Und zugleich verstetigt sich der Eindruck, dass sich die kritische Lage um die Straße von Hormus und um die westlich davon liegende Passage von Bab el-Mandab auf Wochen, womöglich auf Monate hinaus nicht normalisieren wird.

Denn die militärischen Schläge und Gegenschläge schaukeln sich gerade wieder hoch. Und es scheint, als würde der Iran kalkuliert immer wieder Nadelstiche setzen, um die USA zu provozieren. Denn so gerät der US-Präsident keine acht Wochen vor den Zwischenwahlen immer mehr unter Druck. Eine erneute, massive Eskalation würde die Perspektive für die am 3. November stattfindenden Midterm Elections noch weiter verschlechtern.

Er müsste versuchen, die Misere vorher zu beenden. Da der Iran aber genau das weiß, sitzt man dort am längeren Hebel und kann für eine Stabilisierung der Lage Forderungen stellen, die für die USA einer Niederlage gleichkommen würden. Was Donald Trumps Standing ebenso massiv beschädigen würde. Also steigt das Risiko, dass die Ausfuhr von Rohöl auch noch im Spätherbst und Winter zu gering bleibt und sich der Nachfrageüberhang weiter vergrößert.

Expertenmeinung: Damit kann jetzt zu der trendkonformen Spekulation sukzessiv mehr unmittelbare Nachfrage von Unternehmen hinzukommen, die sich über den Future die nötigen Ölvorräte für die kommenden Monate sichern wollen, um die Gefahr von Produktionsstopps einzugrenzen. Und so etwas kann dazu führen, dass der Ölpreis nicht an charttechnischen Widerständen haltmachen könnte wie denen, die er jetzt angelaufen hat.

Das März-Hoch bei 100,63 US-Dollar pro Barrel der hier abgebildeten Futures-Laufzeit mit Lieferung im November ist bereits erreicht bzw. leicht überboten. Es bleiben das Mai-Hoch bei 103,34 US-Dollar und das Jahresverlaufshoch bei 105,71 US-Dollar als potenzielle Bremsmarken. Aber warum sollten die Trader dort anfangen, ihre Long-Positionen zu schließen, und diejenigen, die sich über den Future reale Lieferungen sichern, damit aufhören … in einer Konstellation wie dieser?

Brent Crude Oil Future: Chart vom 09.09.2026, Kurs 100,85 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 09.09.2026, Kurs 100,85 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Daher sollte man im Augenblick mit dem Gedanken an Short-Positionen äußerst vorsichtig umgehen. Als der Ukraine-Krieg begann, erreichte Brent Crude Oil kurzzeitig Kurse über 130 US-Dollar. Völlig auszuschließen wäre ein Level wie damals keinesfalls, daher:

Brent Crude Oil müsste unter 84 US-Dollar pro Barrel schließen, damit man hier zumindest auf kurzfristiger Ebene Entwarnung geben könnte. Solange das nicht der Fall ist und idealerweise von positiven Veränderungen in Bezug auf die Lage in Nahost begleitet wird, bliebe der Weg des Ölpreises nach oben der vorerst leichtere.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.09.2026 um 21:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Brent Crude Oil Aktie

03.09.2026
08:33 Uhr

Brent Crude Oil: Langsam wird die Zeit knapp — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.09.2026 um 22:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Preis für ein Barrel der Rohöl-Sorte Brent Crude nähert sich der 100 US-Dollar-Marke … und es hat nicht den Anschein, als würde es seitens der Entscheider im Iran-Krieg ernsthafte Bemühungen geben, den Kurs nach unten zu bekommen. Zugleich drängt jetzt die Zeit.

Brent Crude Oil ist am Dienstag über das Juli-Hoch bei 93,66 US-Dollar gelaufen, an dem der Kurs vor knapp zwei Wochen noch nach unten abgedreht hatte, und hielt sich am Mittwoch darüber. Der vorangegangene, kurze Rücksetzer wurde von den gleitenden Durchschnitten der letzten 10, 20 und 100 Handelstage aufgefangen Die Anfang Juli etablierte, kurzfristige Aufwärtstrendlinie wurde dadurch gar nicht erst getestet. Damit ist das Chartbild ohne Wenn und Aber bullisch.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.09.2026, Kurs 95,56 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.09.2026, Kurs 95,56 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Die nächsten charttechnischen Kursziele auf der Oberseite wären die bisherigen Peaks des Jahres: das März-Hoch bei 100,63 US-Dollar (immer bezogen auf den hier abgebildeten Futures-Kontrakt mit Liefertermin November), das Zwischenhoch von Mitte Mai bei 103,34 US-Dollar und letztlich das Jahresverlaufshoch, das Brent Crude am 4. Mai bei 104,92 US-Dollar markiert hatte. Für die Weltwirtschaft ist das eine erhebliche Gefahr, denn:

Expertenmeinung: Auf der Nordhalbkugel beginnt jetzt langsam die Heizperiode. Und die verknappten Ölreserven können, wenn nicht schlagartig ein ungefährdeter Seetransport von Öl von der arabischen Halbinsel sichergestellt würde, zu Panik-Käufen führen, bei Unternehmen ebenso wie bei Privathaushalten. Und neben einem inflationstreibenden Preisanstieg wäre auch ein realer Mangel an Öl nicht auszuschließen. Und das hieße: Auf der Oberseite wäre bei Brent Crude Oil dann nichts unmöglich.

Ob es wirklich so weit kommt, ist absolut nicht vorhersagbar, immerhin hängt da alles an Entscheidungen, die für sich genommen nicht berechenbar sind. Aber wenn die OPEC am Wochenende das Thema Fördermengenkürzungen aufgrund des auch da klar gesehenen Nachfrage-Überhangs gar nicht erst diskutieren wird und der Vorstandschef der deutschen Reederei Hapag-Lloyd erklärt, dass die Annahme durchaus ihre Berechtigung habe, dass die Straße von Hormus auf absehbare Zeit blockiert bleiben könnte, sollte man das als Warnsignal werten.

Das Problem ist, dass sich die USA mit ihrer Nonstop-Behauptung, die Meerenge sei sicher befahrbar und unter US-Kontrolle, selbst eine Grube gegraben haben. Der Iran sitzt damit am längeren Hebel, was den Umgang mit US-Forderungen angeht und kann darauf setzen, dass die USA ihnen erheblich entgegenkommen könnten, wenn die Ölpreise noch weiter steigen. Ein Entgegenkommen, das man in den USA mit aller Macht vermeiden will.

Die moralische Frage, ob man bei Nahrungsmitteln und Energie auf steigende Kurse spekulieren sollte, ist kein Thema, das in eine Lage-Analyse wie diese gehört. Klar ist aber, dass man, wollte man auf der Short-Seite aktiv werden, in dieser aktuellen Gemengelage äußerst gefährlich leben würde.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

26.08.2026
08:13 Uhr

Brent Crude Oil: Reichen markige Worte, um den Ölpreis zu drehen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.08.2026 um 19:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der US-Präsident ändert abrupt seine „Strategie“ gegenüber dem Iran, der US-Finanzminister verkündet mit markigen Worten vage, was man tun will, und der Ölpreis fällt. Doch die Frage, die sich vermutlich alle am Ölmarkt stellen, hat ihre Berechtigung: Reicht das für eine Wende?

Man werde nunmehr beispiellose Maßnahmen zur wirtschaftlichen Isolation des Irans vornehmen, so der US-Präsident in der vergangenen Woche. Und alle, die weiterhin mit dem Iran Handel treiben würden, würden ernsten Konsequenzen entgegensehen. Diese Aussagen sollten am Montagabend in einer Pressekonferenz von US-Finanzminister Bessent konkretisiert werden, doch die versammelten Journalisten sowie die gespannten Anleger bekamen keine klaren Fakten, sondern erneut markige Worte ohne wirklich klare Aussagen zu hören. Der US-Präsident kontaktiere gerade die Länder, die nach seinem Willen den Handel mit dem Iran komplett einstellen sollen. Da die Vereinigten Arabischen Emirate dies bereits getan haben, dürfte es da vor allem um China und die Türkei gehen. Und da kommen bereits die ersten Fragen auf:

Werden sich diese beiden Länder wirklich Trumps Willen aufzwingen lassen, der sich ein Recht nehmen will, das er nicht hat, indem er in den Handel von zwei Ländern eingreifen will, von denen keines die USA ist? Würden die USA ggf. einen Verbündeten (Türkei) oder einen wirtschaftlichen Riesen, mit dem man sich sowieso schon angelegt hat (China), mit Sanktionen belegen, die vermutlich, wie fast immer in solchen Fällen, auch der US-Wirtschaft Nachteile bringen würden?

Und letztlich noch wichtiger ist die Frage: Wird das den Iran wirklich in die Knie zwingen? Kann das dazu führen, dass der seine Ambitionen in Bezug auf die Kontrolle der Straße von Hormus aufgibt und der Schiffsverkehr dort zeitnah wieder frei abgewickelt werden kann? Wobei man zwar aktuell den Eindruck gewinnt, dass die US-Streitkräfte sukzessive mehr Kontrolle über die Meerenge erlangen, aber „sicher“ ist sie noch nicht: Der Schiffsverkehr bleibt eingeschränkt und für eine ausreichende Ölversorgung zu gering. Was auch bedeutet:

Expertenmeinung: Trumps neue Vorgehensweise müsste nicht nur grundsätzlich funktionieren. Für eine Beruhigung der Lage am Ölmarkt und nennenswert sinkende Kurse müsste sie auch schnell funktionieren.

Und da kommen massive Zweifel ins Spiel. Selbst, wenn es gelingen sollte, die Regierungen in Ankara und Peking dazu zu bringen, keinen Handel mit dem Iran zu treiben und ihm zudem keine Plattform für Geldtransfers zu bieten, würde es bei einem Regime, wie man es in Teheran vorfindet, lange dauern, bis man dort tatsächlich einknickt. Zumindest, solange die USA nicht zugleich erneut militärisch agieren würden. Für eine freie Passage durch die Straße vor Hormus könnte das, was Donald Trump als „beispiellosen Wirtschaftskrieg“ ansieht, mittelfristig womöglich funktionieren. Aber nicht kurzfristig.

Daher sollte man den Rückgang bei Brent Crude Oil als Reaktion auf diese Aussagen von US-Finanzminister Bessent lieber nicht überbewerten. Vor allem nicht, weil dieses Minus des Dienstags aus Sicht des bullischen Lagers bislang nichts anderes ist als das Entstehen der Notwendigkeit, für einen Ausbruch über das letzte Zwischenhoch vom Juli (bei 93,66 US-Dollar pro Barrel, bezogen auf den hier abgebildeten Future mit Liefertermin November, der aktuell zur nächstliegenden Laufzeit wird) noch einmal neu ansetzen zu müssen.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 25.08.2026, Kurs 87,10 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 25.08.2026, Kurs 87,10 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Alle wichtigen, potenziellen Supportlinien liegen derzeit noch unterhalb des aktuellen Kurses. Erst, wenn Brent Crude mit Schlusskursen unter 76,76 US-Dollar ein Doppeltopp vollendet hätte, dann die nahe gelegene 200-Tage-Linie bei aktuell 73,63 US-Dollar unterboten und idealerweise auch noch das Juli-Tief bei 67,04 US-Dollar unterschritten hätte, könnte man sagen: Das war sie, die Abwärtswende. Was wir bislang im Chart sehen, ist nichts als eine kleine Chance, dass die Hoffnung auf freie Fahrt in der Passage von Hormus bald mehr ist als Wunschdenken. Und das ist zu wenig, um jetzt bereits für einen weiter steigenden Ölpreis Entwarnung geben zu wollen.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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11.08.2026
07:57 Uhr

Brent Crude Oil: Die Wetten gehen in Richtung „Scheitern“ — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.08.2026 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Vor gut einer Woche hatte Mr. Trump mitgeteilt, er habe einen Angriff auf den Iran abgesagt, weil gute Fortschritte bei den Verhandlungen erreicht wurden. Doch auf ein Ergebnis wartet man bislang vergeblich. Die Skepsis steigt, wie man am Chartbild von Brent Crude Oil sieht.

Heute, spätestens morgen solle es so weit sein, dann hätte man eine Einigung mit dem Iran in Bezug auf die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus erreicht, hieß es Anfang vergangener Woche. Seither hört man nichts mehr – und die Kurse der wichtigsten Rohöl-Sorten ziehen wieder an.

Wie so oft wollte man an ein gutes Ende der Nahost-Misere glauben, als es am vorvergangenen Wochenende seitens Donald Trump hieß, die Sache sei so gut wie geregelt. Wieder einmal startete Brent Crude Oil mit einer Abwärts-Kurslücke in die Woche, wie es schon in der Woche zuvor der Fall gewesen war. Aber wenn viel angekündigt und nichts geliefert wird, werden solche Aussagen irgendwann ignoriert. Was man am Montagabend sehen konnte, denn:

Am Abend europäischer Zeit erklärte der US-Präsident, allein die USA hätten die Kontrolle über die Straße von Hormus, zudem habe die US-Marine bereits die gesamte Passage von Minen geräumt. Brent Crude Oil reagierte auf dieses Statement in keiner Weise. Denn mittlerweile ahnen auch die Bären am Ölmarkt, dass derartige Statements mehr Wahlkampf als faktenbasiert sind. Zumal von keiner Seite eine Bestätigung dafür kam und sich die Zeichen mehren, dass diese Verhandlungen, so es sie denn hinter verschlossenen Türen geben sollte, scheitern.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 10.08.2026, Kurs 87,56 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 10.08.2026, Kurs 87,56 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Dass der Iran und der Oman derzeit Gespräche über die konkrete Nutzungsaufteilung der Straße von Hormus führen und man in Teheran prüft, wie sich für die Passage Gebühren kassieren ließen, unterfüttert die Zweifel, zumal derzeit die westlich gelegene Passage aus dem Roten Meer nach Süden durch die Huthi-Rebellen ebenfalls unsicher geworden ist.

Ebenfalls ein Argument für das Bullen-Lager sind kolportierte Tendenzen seitens der zuletzt durch den Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate geschwächten OPEC, die Fördermengenerhöhung für den Rest des Jahres auszusetzen.

Aber auch wenn Brent Crude Oil seit einigen Tagen wieder anzieht: Ein klares, bullisches Signal ist zwar nahe, aber noch nicht vollzogen. Der Kurs hat jetzt die derzeit am höchsten notierende der wichtigen gleitenden Durchschnittslinien erreicht bzw. leicht überboten: die bei 87,25 US-Dollar verlaufende 100-Tage-Linie. Sie klar zu überbieten, wäre aus charttechnischer Sicht ein erster, wichtiger Schritt hin zu einem neuen Aufwärtstrend, aber dem muss der zweite, entscheidende folgen:

Der Ausbruch über die seit Anfang Mai geltende Abwärtstrendlinie sowie das letzte markantere Zwischenhoch von Ende Juli, das im hier abgebildeten Futures-Kontrakt mit Liefertermin Oktober bei 95,30 US-Dollar wartet. Erst darüber hätten die Bullen das Ringen gewonnen … aber gegen sie zu wetten hieße, darauf zu setzen, dass im Hintergrund gerade entscheidende Schritte in Richtung einer Bereinigung der Lage in der Straße von Hormus gelingen. Und das scheint auf Basis der momentanen Nachrichtenlage ein gewagtes Unterfangen zu sein.

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23.07.2026
08:35 Uhr

Brent Crude Oil: Jetzt könnte es wieder brenzlig werden!   — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.07.2026 um 22:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Ankündigung der jemenitischen Huthi-Rebellen, die Meerenge von Bab al-Mandab für saudi-arabische Schiffe zu blockieren, könnte die Lage in Bezug auf die Ölversorgung massiv verschärfen. Aber kommt es wirklich so? Brent Crude Oil preist diese Lage bereits ein.

Das Problem ist, dass die Nachrichtenlage unklar ist. Die einen behaupten dieses, andere schreiben jenes … und selbst, wenn sich klar einordnen ließe, was aktuell tatsächlich Fakt ist, wüsste man nicht, wie sich diese Gemengelage morgen und übermorgen entwickeln wird. Können die Huthis diese südliche Passage aus dem Roten Meer bei Bab al-Mandab wirklich effektiv blockieren? Würde das wirklich nur saudi-arabische Schiffe bzw. saudi-arabisches Öl betreffen? Und wie sieht es dann parallel dazu mit der Straße von Hormus, dem „Ausgang“ aus dem Persischen Golf, aus?

Wären beide Passagen blockiert, würde es in Bezug auf die Angebotssituation für Rohöl schnell kritisch. Vor allem asiatische Länder würden dann Probleme bekommen. Und die Kurse der Ölsorten könnten deutlich anziehen, womöglich sogar über das bisherige Jahreshoch hinaus. Sie könnten … wenn es zum Schlimmsten kommen würde. Aber genau das weiß man ja nicht.

Zumal dann auch völlig offen ist, was die USA in einem solchen Fall tun könnten und wollen. Würde dieser laufende Konflikt dann auch auf den Jemen übergreifen und das Risiko eines Flächenbrands steigen? Könnte es gelingen, die Lage am Verhandlungstisch zu entschärfen? In einer Situation, in der alle Beteiligten unberechenbar agieren und reagieren, ist das realistisch in keiner Weise einschätzbar. Aber getradet wird eben trotzdem.

Expertenmeinung: Und bei Brent Crude Oil weist die Richtung nach oben. So markant, dass Charthürden, die den Anstieg allemal hätten aufhalten können, mittlerweile überboten sind. Brent Crude war zunächst am Kreuzwiderstand aus 50-Tage- (blau) und 100-Tage-Linie (violett) hängengeblieben. Mit der Ankündigung der Huthis in Bezug auf die Passage aus dem Roten Meer wurde diese Charthürde aber jetzt mit Schwung überboten.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 22.07.2026, Kurs 90,37 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 22.07.2026, Kurs 90,37 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Damit wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht frei bis in die Region zwischen 99 und 108 US-Dollar pro Barrel, die im hier abgebildeten, jetzt als nächstliegender Verfalltermin laufenden Future mit Liefertermin Oktober die bisherigen Hochs des Jahres vereint. Zwar könnte man behaupten, dass man hier gerade ein Worst-Case-Szenario einpreist, das so keineswegs kommen müsste, nur:

Es ist immer schwierig, argumentativ zu unterfüttern, dass eine mögliche, negative Entwicklung nicht kommt bzw. auch im Fall einer zeitweiligen Beruhigung wirklich endgültig vom Tisch wäre. Man weiß es eben nicht … und in solchen Fällen klammern sich sehr viele Trader an das, was sie greifen können: den Trend. Der weist aktuell klar aufwärts, so dass die Short-Seite derzeit bei Brent Crude Oil ein äußerst riskantes Pflaster darstellen würde!

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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17.07.2026
08:35 Uhr

Brent Crude Oil: Die Bullen stehen bereits in den Startlöchern — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.07.2026 um 18:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein kurzfristiges, bullisches Signal entstand bereits zu Wochenbeginn, als Brent Crude Oil die Mai-Abwärtstrendlinie mit Schwung überwand. Aber der Ölpreis könnte jetzt auch jederzeit ein mittelfristig relevantes Signal generieren. Die kommenden Tage werden entscheidend.

Man darf vermuten, dass nicht gerade viele Investoren dem „Rahmenabkommen“ als Basis für eine binnen 60 Tagen zu schließende, endgültige Einigung zwischen den USA und dem Iran viel zugetraut hatten. Aber dass sich die Sache derart schnell in Rauch auflösen würde, war dann doch ernüchternd. Seither bewegt man sich zügig an einen Punkt, an dem die Lage genauso offen und unberechenbar wird wie Ende März, als man erstmals hoffte, dass der Spuk bald ein Ende haben würde. Und es geht bei allem, was die Kontrahenten verkünden und/oder tun, ums Öl.

Der Iran erklärt die Straße von Hormus für geschlossen, Donald Trump hingegen teilt mit, das US-Militär halte sie geöffnet. Zugleich haben die gegenseitigen Angriffe wieder begonnen. Ob im Hintergrund Verhandlungen laufen und in wie weit das alles noch einigermaßen strukturiert läuft, weiß man nicht. Dass Brent Crude Oil erst einmal wieder kräftig anzog, wundert also nicht. Aber eines ist sehr auffällig:

Expertenmeinung: Zunächst hatte Mr. Trump ja verfügt, dass ab sofort alles, was an Gütern durch die Straße von Hormus transportiert wird, einer „Schutzgebühr“ von 20 Prozent des Warenwerts als Entgelt für die militärische Sicherung durch die US-Streitkräfte unterliegt. Was Öl, das durch diese Passage laufen würde, natürlich immens verteuern würde.  Dabei war im Vorfeld bereits erkennbar geworden, dass diese absolute Sicherheit gar nicht gewährleistet werden kann. Umgehend zog Trump zurück, strich die 20-Prozent-Aktion und teilte mit, man werde die Kosten durch seitens der Anrainerstaaten zugesicherte Investitionen in den USA hereinholen. Doch Sie sehen im Chart:

Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.07.2026, Kurs 84,72 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.07.2026, Kurs 84,72 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Das brachte den Ölpreis in keiner Weise wieder nach unten. Ein Hinweis darauf, dass die Akteure offenbar nicht glauben, dass es damit getan ist.

In dieser Hinsicht könnte das jetzt anstehende Wochenende wegweisend werden. In der Nacht zum Samstag (auf Basis unserer Zeit) will Donald Trump eine große Rede zur Lage der Nation halten. Da wird es natürlich unter anderem um den Iran gehen. Kommen da neue, problematische Entscheidungen auf den Tisch? Oder wird sich unabhängig von dieser Rede auf militärischer Ebene Neues ergeben? Die Lage ist derart problematisch, dass man fast darauf wetten könnte, dass Brent Crude Oil und die anderen wichtigen Ölsorten mit einer Kurslücke in die kommende Woche starten. Nur … in welche Richtung?

In einer Gemengelage wie dieser werden einem da weder Kaffeesatz noch Glaskugel den Weg weisen können, weshalb es definitiv keine gute Idee wäre, hier unmittelbar vor diesem Wochenende einfach mal auf Long oder Short zu wetten. Aber das Chartbild macht eines deutlich: Das bullische Lager hätte momentan die deutlich günstigere Ausgangslage.

Während man auf der Unterseite bis hinunter zur kürzlich erfolgreich getesteten und als Sprungbrett der aktuellen Aufwärtsbewegung dienenden 200-Tage-Linie (im Chart gelb) eine ganze Phalanx an Supportlinien unterbieten müsste, um ein neues, bärisches Signal zu generieren, stünden die Bullen deutlich günstiger da. Denn für ein mittelfristig bullisches Chartsignal, das den Weg in die Region des bisherigen Jahreshochs freigeben würde, müsste Brent Crude nur den Kreuzwiderstand aus einem Ende Mai markierten Zwischentief sowie der 50-Tage- und der 100-Tage-Linie im Bereich 87,10 bis 88,90 US-Dollar überbieten. Ein „Katzensprung“ … vor allem, wenn es an diesem Wochenende zu einer erneuten Verschärfung der Lage kommen sollte!

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09.07.2026
08:09 Uhr

Brent Crude Oil: Ist das ein Sturm im Wasserglas … oder nicht? — Ronald Gehrt

25.06.2026
08:20 Uhr

Brent Crude Oil: Erste bärische Kursziele kommen in Reichweite — Ronald Gehrt

16.06.2026
08:14 Uhr

Brent Crude Oil: Das war die Entscheidung … oder? — Ronald Gehrt

10.06.2026
08:13 Uhr

Brent Crude Oil: Geht den Bullen womöglich die Puste aus? — Ronald Gehrt

02.06.2026
08:24 Uhr

Brent Crude Oil: Kommt es jetzt zum Showdown? — Ronald Gehrt

21.05.2026
08:28 Uhr

Brent Crude Oil: Die Nerven, die Nerven … — Ronald Gehrt

08.05.2026
08:02 Uhr

Brent Crude Oil: Große Hoffnungen, kleine Chancen? — Ronald Gehrt

30.04.2026
08:22 Uhr

Brent Crude Oil: Das Warnsignal ist an, aber kaum einer scheint hinzuschauen — Ronald Gehrt

17.04.2026
08:20 Uhr

Brent Crude Oil: Die Sache ist noch nicht „durch“ — Ronald Gehrt

01.04.2026
08:32 Uhr

Brent Crude Oil: Man traut dem Braten (noch?) nicht — Ronald Gehrt