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Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Reichen markige Worte, um den Ölpreis zu drehen?

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

In diesem Artikel
Brent Crude Oil
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Ticker: COIL
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Währung: USD
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Börse: --
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Der US-Präsident ändert abrupt seine „Strategie“ gegenüber dem Iran, der US-Finanzminister verkündet mit markigen Worten vage, was man tun will, und der Ölpreis fällt. Doch die Frage, die sich vermutlich alle am Ölmarkt stellen, hat ihre Berechtigung: Reicht das für eine Wende?

Man werde nunmehr beispiellose Maßnahmen zur wirtschaftlichen Isolation des Irans vornehmen, so der US-Präsident in der vergangenen Woche. Und alle, die weiterhin mit dem Iran Handel treiben würden, würden ernsten Konsequenzen entgegensehen. Diese Aussagen sollten am Montagabend in einer Pressekonferenz von US-Finanzminister Bessent konkretisiert werden, doch die versammelten Journalisten sowie die gespannten Anleger bekamen keine klaren Fakten, sondern erneut markige Worte ohne wirklich klare Aussagen zu hören. Der US-Präsident kontaktiere gerade die Länder, die nach seinem Willen den Handel mit dem Iran komplett einstellen sollen. Da die Vereinigten Arabischen Emirate dies bereits getan haben, dürfte es da vor allem um China und die Türkei gehen. Und da kommen bereits die ersten Fragen auf:

Werden sich diese beiden Länder wirklich Trumps Willen aufzwingen lassen, der sich ein Recht nehmen will, das er nicht hat, indem er in den Handel von zwei Ländern eingreifen will, von denen keines die USA ist? Würden die USA ggf. einen Verbündeten (Türkei) oder einen wirtschaftlichen Riesen, mit dem man sich sowieso schon angelegt hat (China), mit Sanktionen belegen, die vermutlich, wie fast immer in solchen Fällen, auch der US-Wirtschaft Nachteile bringen würden?

Und letztlich noch wichtiger ist die Frage: Wird das den Iran wirklich in die Knie zwingen? Kann das dazu führen, dass der seine Ambitionen in Bezug auf die Kontrolle der Straße von Hormus aufgibt und der Schiffsverkehr dort zeitnah wieder frei abgewickelt werden kann? Wobei man zwar aktuell den Eindruck gewinnt, dass die US-Streitkräfte sukzessive mehr Kontrolle über die Meerenge erlangen, aber „sicher“ ist sie noch nicht: Der Schiffsverkehr bleibt eingeschränkt und für eine ausreichende Ölversorgung zu gering. Was auch bedeutet:

Expertenmeinung: Trumps neue Vorgehensweise müsste nicht nur grundsätzlich funktionieren. Für eine Beruhigung der Lage am Ölmarkt und nennenswert sinkende Kurse müsste sie auch schnell funktionieren.

Und da kommen massive Zweifel ins Spiel. Selbst, wenn es gelingen sollte, die Regierungen in Ankara und Peking dazu zu bringen, keinen Handel mit dem Iran zu treiben und ihm zudem keine Plattform für Geldtransfers zu bieten, würde es bei einem Regime, wie man es in Teheran vorfindet, lange dauern, bis man dort tatsächlich einknickt. Zumindest, solange die USA nicht zugleich erneut militärisch agieren würden. Für eine freie Passage durch die Straße vor Hormus könnte das, was Donald Trump als „beispiellosen Wirtschaftskrieg“ ansieht, mittelfristig womöglich funktionieren. Aber nicht kurzfristig.

Daher sollte man den Rückgang bei Brent Crude Oil als Reaktion auf diese Aussagen von US-Finanzminister Bessent lieber nicht überbewerten. Vor allem nicht, weil dieses Minus des Dienstags aus Sicht des bullischen Lagers bislang nichts anderes ist als das Entstehen der Notwendigkeit, für einen Ausbruch über das letzte Zwischenhoch vom Juli (bei 93,66 US-Dollar pro Barrel, bezogen auf den hier abgebildeten Future mit Liefertermin November, der aktuell zur nächstliegenden Laufzeit wird) noch einmal neu ansetzen zu müssen.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 25.08.2026, Kurs 87,10 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 25.08.2026, Kurs 87,10 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Alle wichtigen, potenziellen Supportlinien liegen derzeit noch unterhalb des aktuellen Kurses. Erst, wenn Brent Crude mit Schlusskursen unter 76,76 US-Dollar ein Doppeltopp vollendet hätte, dann die nahe gelegene 200-Tage-Linie bei aktuell 73,63 US-Dollar unterboten und idealerweise auch noch das Juli-Tief bei 67,04 US-Dollar unterschritten hätte, könnte man sagen: Das war sie, die Abwärtswende. Was wir bislang im Chart sehen, ist nichts als eine kleine Chance, dass die Hoffnung auf freie Fahrt in der Passage von Hormus bald mehr ist als Wunschdenken. Und das ist zu wenig, um jetzt bereits für einen weiter steigenden Ölpreis Entwarnung geben zu wollen.

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PRIIPs / KIDs CME Futures

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.08.2026 um 19:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Brent Crude Oil Aktie

11.08.2026
07:57 Uhr

Brent Crude Oil: Die Wetten gehen in Richtung „Scheitern“ — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.08.2026 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Vor gut einer Woche hatte Mr. Trump mitgeteilt, er habe einen Angriff auf den Iran abgesagt, weil gute Fortschritte bei den Verhandlungen erreicht wurden. Doch auf ein Ergebnis wartet man bislang vergeblich. Die Skepsis steigt, wie man am Chartbild von Brent Crude Oil sieht.

Heute, spätestens morgen solle es so weit sein, dann hätte man eine Einigung mit dem Iran in Bezug auf die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus erreicht, hieß es Anfang vergangener Woche. Seither hört man nichts mehr – und die Kurse der wichtigsten Rohöl-Sorten ziehen wieder an.

Wie so oft wollte man an ein gutes Ende der Nahost-Misere glauben, als es am vorvergangenen Wochenende seitens Donald Trump hieß, die Sache sei so gut wie geregelt. Wieder einmal startete Brent Crude Oil mit einer Abwärts-Kurslücke in die Woche, wie es schon in der Woche zuvor der Fall gewesen war. Aber wenn viel angekündigt und nichts geliefert wird, werden solche Aussagen irgendwann ignoriert. Was man am Montagabend sehen konnte, denn:

Am Abend europäischer Zeit erklärte der US-Präsident, allein die USA hätten die Kontrolle über die Straße von Hormus, zudem habe die US-Marine bereits die gesamte Passage von Minen geräumt. Brent Crude Oil reagierte auf dieses Statement in keiner Weise. Denn mittlerweile ahnen auch die Bären am Ölmarkt, dass derartige Statements mehr Wahlkampf als faktenbasiert sind. Zumal von keiner Seite eine Bestätigung dafür kam und sich die Zeichen mehren, dass diese Verhandlungen, so es sie denn hinter verschlossenen Türen geben sollte, scheitern.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 10.08.2026, Kurs 87,56 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 10.08.2026, Kurs 87,56 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Dass der Iran und der Oman derzeit Gespräche über die konkrete Nutzungsaufteilung der Straße von Hormus führen und man in Teheran prüft, wie sich für die Passage Gebühren kassieren ließen, unterfüttert die Zweifel, zumal derzeit die westlich gelegene Passage aus dem Roten Meer nach Süden durch die Huthi-Rebellen ebenfalls unsicher geworden ist.

Ebenfalls ein Argument für das Bullen-Lager sind kolportierte Tendenzen seitens der zuletzt durch den Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate geschwächten OPEC, die Fördermengenerhöhung für den Rest des Jahres auszusetzen.

Aber auch wenn Brent Crude Oil seit einigen Tagen wieder anzieht: Ein klares, bullisches Signal ist zwar nahe, aber noch nicht vollzogen. Der Kurs hat jetzt die derzeit am höchsten notierende der wichtigen gleitenden Durchschnittslinien erreicht bzw. leicht überboten: die bei 87,25 US-Dollar verlaufende 100-Tage-Linie. Sie klar zu überbieten, wäre aus charttechnischer Sicht ein erster, wichtiger Schritt hin zu einem neuen Aufwärtstrend, aber dem muss der zweite, entscheidende folgen:

Der Ausbruch über die seit Anfang Mai geltende Abwärtstrendlinie sowie das letzte markantere Zwischenhoch von Ende Juli, das im hier abgebildeten Futures-Kontrakt mit Liefertermin Oktober bei 95,30 US-Dollar wartet. Erst darüber hätten die Bullen das Ringen gewonnen … aber gegen sie zu wetten hieße, darauf zu setzen, dass im Hintergrund gerade entscheidende Schritte in Richtung einer Bereinigung der Lage in der Straße von Hormus gelingen. Und das scheint auf Basis der momentanen Nachrichtenlage ein gewagtes Unterfangen zu sein.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

23.07.2026
08:35 Uhr

Brent Crude Oil: Jetzt könnte es wieder brenzlig werden!   — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.07.2026 um 22:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Ankündigung der jemenitischen Huthi-Rebellen, die Meerenge von Bab al-Mandab für saudi-arabische Schiffe zu blockieren, könnte die Lage in Bezug auf die Ölversorgung massiv verschärfen. Aber kommt es wirklich so? Brent Crude Oil preist diese Lage bereits ein.

Das Problem ist, dass die Nachrichtenlage unklar ist. Die einen behaupten dieses, andere schreiben jenes … und selbst, wenn sich klar einordnen ließe, was aktuell tatsächlich Fakt ist, wüsste man nicht, wie sich diese Gemengelage morgen und übermorgen entwickeln wird. Können die Huthis diese südliche Passage aus dem Roten Meer bei Bab al-Mandab wirklich effektiv blockieren? Würde das wirklich nur saudi-arabische Schiffe bzw. saudi-arabisches Öl betreffen? Und wie sieht es dann parallel dazu mit der Straße von Hormus, dem „Ausgang“ aus dem Persischen Golf, aus?

Wären beide Passagen blockiert, würde es in Bezug auf die Angebotssituation für Rohöl schnell kritisch. Vor allem asiatische Länder würden dann Probleme bekommen. Und die Kurse der Ölsorten könnten deutlich anziehen, womöglich sogar über das bisherige Jahreshoch hinaus. Sie könnten … wenn es zum Schlimmsten kommen würde. Aber genau das weiß man ja nicht.

Zumal dann auch völlig offen ist, was die USA in einem solchen Fall tun könnten und wollen. Würde dieser laufende Konflikt dann auch auf den Jemen übergreifen und das Risiko eines Flächenbrands steigen? Könnte es gelingen, die Lage am Verhandlungstisch zu entschärfen? In einer Situation, in der alle Beteiligten unberechenbar agieren und reagieren, ist das realistisch in keiner Weise einschätzbar. Aber getradet wird eben trotzdem.

Expertenmeinung: Und bei Brent Crude Oil weist die Richtung nach oben. So markant, dass Charthürden, die den Anstieg allemal hätten aufhalten können, mittlerweile überboten sind. Brent Crude war zunächst am Kreuzwiderstand aus 50-Tage- (blau) und 100-Tage-Linie (violett) hängengeblieben. Mit der Ankündigung der Huthis in Bezug auf die Passage aus dem Roten Meer wurde diese Charthürde aber jetzt mit Schwung überboten.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 22.07.2026, Kurs 90,37 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 22.07.2026, Kurs 90,37 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Damit wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht frei bis in die Region zwischen 99 und 108 US-Dollar pro Barrel, die im hier abgebildeten, jetzt als nächstliegender Verfalltermin laufenden Future mit Liefertermin Oktober die bisherigen Hochs des Jahres vereint. Zwar könnte man behaupten, dass man hier gerade ein Worst-Case-Szenario einpreist, das so keineswegs kommen müsste, nur:

Es ist immer schwierig, argumentativ zu unterfüttern, dass eine mögliche, negative Entwicklung nicht kommt bzw. auch im Fall einer zeitweiligen Beruhigung wirklich endgültig vom Tisch wäre. Man weiß es eben nicht … und in solchen Fällen klammern sich sehr viele Trader an das, was sie greifen können: den Trend. Der weist aktuell klar aufwärts, so dass die Short-Seite derzeit bei Brent Crude Oil ein äußerst riskantes Pflaster darstellen würde!

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17.07.2026
08:35 Uhr

Brent Crude Oil: Die Bullen stehen bereits in den Startlöchern — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.07.2026 um 18:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein kurzfristiges, bullisches Signal entstand bereits zu Wochenbeginn, als Brent Crude Oil die Mai-Abwärtstrendlinie mit Schwung überwand. Aber der Ölpreis könnte jetzt auch jederzeit ein mittelfristig relevantes Signal generieren. Die kommenden Tage werden entscheidend.

Man darf vermuten, dass nicht gerade viele Investoren dem „Rahmenabkommen“ als Basis für eine binnen 60 Tagen zu schließende, endgültige Einigung zwischen den USA und dem Iran viel zugetraut hatten. Aber dass sich die Sache derart schnell in Rauch auflösen würde, war dann doch ernüchternd. Seither bewegt man sich zügig an einen Punkt, an dem die Lage genauso offen und unberechenbar wird wie Ende März, als man erstmals hoffte, dass der Spuk bald ein Ende haben würde. Und es geht bei allem, was die Kontrahenten verkünden und/oder tun, ums Öl.

Der Iran erklärt die Straße von Hormus für geschlossen, Donald Trump hingegen teilt mit, das US-Militär halte sie geöffnet. Zugleich haben die gegenseitigen Angriffe wieder begonnen. Ob im Hintergrund Verhandlungen laufen und in wie weit das alles noch einigermaßen strukturiert läuft, weiß man nicht. Dass Brent Crude Oil erst einmal wieder kräftig anzog, wundert also nicht. Aber eines ist sehr auffällig:

Expertenmeinung: Zunächst hatte Mr. Trump ja verfügt, dass ab sofort alles, was an Gütern durch die Straße von Hormus transportiert wird, einer „Schutzgebühr“ von 20 Prozent des Warenwerts als Entgelt für die militärische Sicherung durch die US-Streitkräfte unterliegt. Was Öl, das durch diese Passage laufen würde, natürlich immens verteuern würde.  Dabei war im Vorfeld bereits erkennbar geworden, dass diese absolute Sicherheit gar nicht gewährleistet werden kann. Umgehend zog Trump zurück, strich die 20-Prozent-Aktion und teilte mit, man werde die Kosten durch seitens der Anrainerstaaten zugesicherte Investitionen in den USA hereinholen. Doch Sie sehen im Chart:

Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.07.2026, Kurs 84,72 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.07.2026, Kurs 84,72 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Das brachte den Ölpreis in keiner Weise wieder nach unten. Ein Hinweis darauf, dass die Akteure offenbar nicht glauben, dass es damit getan ist.

In dieser Hinsicht könnte das jetzt anstehende Wochenende wegweisend werden. In der Nacht zum Samstag (auf Basis unserer Zeit) will Donald Trump eine große Rede zur Lage der Nation halten. Da wird es natürlich unter anderem um den Iran gehen. Kommen da neue, problematische Entscheidungen auf den Tisch? Oder wird sich unabhängig von dieser Rede auf militärischer Ebene Neues ergeben? Die Lage ist derart problematisch, dass man fast darauf wetten könnte, dass Brent Crude Oil und die anderen wichtigen Ölsorten mit einer Kurslücke in die kommende Woche starten. Nur … in welche Richtung?

In einer Gemengelage wie dieser werden einem da weder Kaffeesatz noch Glaskugel den Weg weisen können, weshalb es definitiv keine gute Idee wäre, hier unmittelbar vor diesem Wochenende einfach mal auf Long oder Short zu wetten. Aber das Chartbild macht eines deutlich: Das bullische Lager hätte momentan die deutlich günstigere Ausgangslage.

Während man auf der Unterseite bis hinunter zur kürzlich erfolgreich getesteten und als Sprungbrett der aktuellen Aufwärtsbewegung dienenden 200-Tage-Linie (im Chart gelb) eine ganze Phalanx an Supportlinien unterbieten müsste, um ein neues, bärisches Signal zu generieren, stünden die Bullen deutlich günstiger da. Denn für ein mittelfristig bullisches Chartsignal, das den Weg in die Region des bisherigen Jahreshochs freigeben würde, müsste Brent Crude nur den Kreuzwiderstand aus einem Ende Mai markierten Zwischentief sowie der 50-Tage- und der 100-Tage-Linie im Bereich 87,10 bis 88,90 US-Dollar überbieten. Ein „Katzensprung“ … vor allem, wenn es an diesem Wochenende zu einer erneuten Verschärfung der Lage kommen sollte!

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09.07.2026
08:09 Uhr

Brent Crude Oil: Ist das ein Sturm im Wasserglas … oder nicht? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.07.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Mittwoch brachte Überraschungen: Der US-Präsident erklärte das Rahmenabkommen mit dem Iran für beendet und teilte mit, dass die US-Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft treten würden. Brent Crude Oil zog an … doch das Chartbild zeigt noch kein Alarmsignal.

Das war mal wieder ein Tag, der von Donald Trump dominiert wurde. Und das auf die mittlerweile typische Art und Weise. Eingangs wurde massiv gedroht, danach relativiert. Der Ölpreis, so Mr. Trump wenige Stunden nach diesem drastischen Ende des Rahmenabkommens (bei dem die Unterhändler aber trotzdem weiter verhandeln sollen), werde fallen, alleine wegen des aktuellen Überangebots. Ein Überangebot, das wohl nur er sieht, denn auch, wenn die Nordsee-Ölsorte Brent Crude am Abend vom Tageshoch zurückkam:

Brent Crude Oil Future: Chart vom 08.07.2026, Kurs 78,22 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 08.07.2026, Kurs 78,22 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Der Kurs notierte auch am Abend noch deutlich über dem Vorwochen-Verlaufstief, das im hier abgebildeten Future mit Liefertermin September (das ist derzeit der Frontmonat, d.h. der Futures-Kontrakt, der als Nächstes ausläuft), bei 70,14 US-Dollar gelegen hatte. Wenn man sich dieses Chartbild aber mal genauer ansieht, kommt einem der Gedanke: Diese Entwicklung hätte es auch ohne Donald Trumps Aktivitäten geben können, denn:

Expertenmeinung: Brent Crude Oil hatte nach einer wochenlangen Abwärtsbewegung alle wichtigen, gleitenden Durchschnittslinien unterboten … außer einer: der 200-Tage-Linie. Diese im Chart gelb gehaltene Linie hielt. Und dass diese Linie einem ersten Anlauf standhält, ist nach einem derart weitreichenden Abstieg nichts anderes als normal, zumal der Kurs zugleich markttechnisch überverkauft war.

Dass es von dieser Linie aus zu einer Gegenbewegung nach oben kommt, ist ebenfalls mehr die Regel als die Ausnahme. Die Frage ist dann nur: Was wird daraus? Endet diese Aufwärtsbewegung als „Sturm im Wasserglas“, indem die Short-Seller an wichtigen Widerständen effektiv dagegenhalten und die 200-Tage-Linie dann im zweiten Anlauf fällt … oder wird daraus eine echte Aufwärtswende?

Noch ist das offen, denn Brent Crude wurde am Mittwoch an einem Kreuzwiderstand gestoppt, aber noch nicht so, dass man sicher sein könnte, dass der Abwärtstrend erhalten bleibt. Es geht um die Mitte Mai etablierte Abwärtstrendlinie bei 80,65 US-Dollar, an der Brent am Tageshoch nachzugeben begann, sowie um das markante Tief von Mitte April bei 78,08 US-Dollar, das zum Handelsende nur marginal überboten wurde.

Solange diese Zone nicht bezwungen ist, bleibt Brent Crude bärisch, egal, was da an neuen Statements aus dem Weißen Haus kommen mag. Und selbst, wenn dieser Kreuzwiderstand überwunden würde, wäre der Ölpreis erst einmal nur neutral. Ein bullisches Signal würde sich erst ergeben, wenn mit der derzeit bei 89,60 US-Dollar laufenden 50-Tage-Linie die letzte der wichtigen gleitenden Durchschnittslinien bezwungen wäre. Was natürlich möglich wäre, bislang aber sieht es noch nicht danach aus, denn angesichts der martialischen Aussagen des US-Präsidenten fiel die Aufwärtsbewegung eigentlich moderat aus. Fazit: Einer neuen Kaufwelle vorzugreifen, erscheint daher aus aktueller Sicht nicht als eine gute Idee.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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25.06.2026
08:20 Uhr

Brent Crude Oil: Erste bärische Kursziele kommen in Reichweite — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.06.2026 um 7:43 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Da es eigentlich auch in der aktuellen Situation noch Monate dauern könnte, bis sich die Rohöl-Versorgung normalisiert, mag es überraschen, dass so viele Trader bei Brent Crude Oil bereits ins Bären-Lager übergelaufen sind. Es kommen sogar erste, bärische Kursziele in Reichweite.

Bisweilen tut man am Markt etwas, das zumindest so aussieht, als würde man dem Anspruch genügen, dort die Zukunft vorwegzunehmen. Richtiger ist eigentlich, dass die Marktteilnehmer mehrheitlich Trends generieren, die eine Zukunft vorwegnehmen, so, wie sie sie gerne hätten. Denn schließlich weiß niemand, wie sich die Lage in einem, zwei oder drei Monaten wirklich präsentieren wird. Dazu gibt es zu viel Unvorhersehbares. Auch und gerade, wenn es um Rohöl geht.

Aber ein fallender Ölpreis ist eben etwas, das sich eine erdrückende Mehrheit erhofft. Ob als Unternehmen, ob als Privathaushalt und, mit Blick auf den Druck, den hohe Ölpreise auf den Aktienmarkt auslösen können, tendenziell auch als Trader. Also?

Expertenmeinung: Also ist die Zukunft, die man bei Brent Crude Oil gerade vorwegnimmt, eine, die eine umgehende Normalisierung der Angebots-/Nachfrage-Situation einpreist … mit der Hoffnung auf einen wegen der OPEC-Fördermengenausweitung sogar leichten Überhang beim Angebot. Dass es da allerhand Widrigkeiten und Stolpersteine gibt, ist richtig. Aber nicht, wenn die Spekulation einen Trend bis zum Exzess ausreizen will. Und möglich wäre das bei Brent Crude Oil mit Blick auf das Chartbild durchaus.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 24.06.2026, Kurs 73,81 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 24.06.2026, Kurs 73,81 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Wir sehen da, dass der Ölpreis jetzt auch das markante Zwischentief aus dem April (beim im jetzt aktuellsten Future mit Liefertermin September liegt diese Marke bei 78,08 US-Dollar) unterboten und damit eine Toppbildung vollendet hat. Dabei ist für die Einschätzung, wie dominant die Trader auf der Short-Seite momentan sind, auch relevant, wie das zustande kam.

Denn das passierte nicht nur zügig, sondern auch auffällig präzise an gleitenden Durchschnittslinien entlang, die üblicherweise als Leitstrahl für kurzfristige Trader herhalten. Schon Anfang des Monats fiel auf, dass Brent Crude mehrfach an der im Chart rot gehaltenen 20-Tage-Linie abgeprallt war. Das leitete in einen Abwärtsimpuls über, der die (im Chart lila gehaltene) 100-Tage-Linie auch noch durchbrach. Der Abwärtsimpuls intensivierte sich … und wir sehen jetzt, dass die 10-Tage-Linie (orange) die Funktion des Leitstrahls übernommen hat.

Das identifiziert einen sehr dynamischen, von Trading geprägten Trend, der aber auch leicht überziehen und zu Gegenbewegungen führen kann. Das Erreichen des ersten potenziellen Kursziels in Form der bei aktuell 70,41 US-Dollar verlaufenden 200-Tage-Linie könnte eine solche Gegenbewegung bereits auslösen. Im Extremfall könnte Brent Crude aber bis an das größere Ziel in Form des Juni-Hochs des Vorjahres bei 65,84 US-Dollar weiterlaufen.

Wie weit der Trendimpuls am Ende kommen wird, ist nicht vorhersagbar. Klar wird aber: Die Bären dominieren die Sache jetzt, sich gegen den Trend zu stellen, wäre mehr als verwegen. Um Brent Crude Oil wieder in einen bullischen Status zu heben, müsste der Kurs mindestens das April-Tief sowie die 10-Tage- und die 20-Tage-Linie zurückerobern. Dazu bräuchte es derzeit Schlusskurse über 86,50 US-Dollar … und, idealerweise, auch neue Argumente für die Trader, um zurück auf die Long-Seite zu wechseln. Das kann kommen, muss es aber nicht, daher sollte man besser den alten Trader-Rat beherzigen: „The trend is your friend“ … und der weist momentan eben nach unten.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

16.06.2026
08:14 Uhr

Brent Crude Oil: Das war die Entscheidung … oder? — Ronald Gehrt

10.06.2026
08:13 Uhr

Brent Crude Oil: Geht den Bullen womöglich die Puste aus? — Ronald Gehrt

02.06.2026
08:24 Uhr

Brent Crude Oil: Kommt es jetzt zum Showdown? — Ronald Gehrt

21.05.2026
08:28 Uhr

Brent Crude Oil: Die Nerven, die Nerven … — Ronald Gehrt

08.05.2026
08:02 Uhr

Brent Crude Oil: Große Hoffnungen, kleine Chancen? — Ronald Gehrt

30.04.2026
08:22 Uhr

Brent Crude Oil: Das Warnsignal ist an, aber kaum einer scheint hinzuschauen — Ronald Gehrt

17.04.2026
08:20 Uhr

Brent Crude Oil: Die Sache ist noch nicht „durch“ — Ronald Gehrt

01.04.2026
08:32 Uhr

Brent Crude Oil: Man traut dem Braten (noch?) nicht — Ronald Gehrt

24.03.2026
08:28 Uhr

Brent Crude Oil: Stop Loss-Lawine? — Ronald Gehrt

17.03.2026
08:19 Uhr

Brent Crude Oil: Die Bullen scheinen nicht nervös zu werden — Ronald Gehrt