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Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Die Nerven, die Nerven …

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

In diesem Artikel
Brent Crude Oil
|
Ticker: COIL
|
Währung: USD
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Es ist viel Geld im Spiel am Ölmarkt. Zudem hängt die gesamte Weltwirtschaft am Auf und Ab des Ölpreises. Und die Nerven der Investoren werden jetzt schon fast drei Monate strapaziert. Kein Wunder, dass man mittlerweile auf jedes Zucken des Nachrichtentickers reagiert.

Die Weltwirtschaft steuert auf ernste Probleme zu, wenn die Straße von Hormus nicht sehr, sehr bald wieder frei befahrbar ist. Ein deutlicher Abstieg bei den Kursen der wichtigsten Ölsorten wie Brent Crude Oil ist daher etwas, was sich das Gros der Marktteilnehmer dringend wünscht. Zumal der Aktienmarkt auf einem Level angekommen ist, auf dem ihm nur dann nicht jederzeit der Boden unter den Füßen entzogen werden könnte, wenn Rohöl eine Abwärtswende vollzieht. Und zwar eine nachhaltige. Und das schnell.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 20.05.2026, Kurs 104,92 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 20.05.2026, Kurs 104,92 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Doch wir sehen es im Chart: Noch ist davon nichts zu sehen. Die Schwankungen sind erheblich, aber sie spielen sich auf einem deutlich höheren Niveau ab als das, was man gerne sehen würde. Kein Wunder, dass immer mehr Akteure Nerven zeigen und auch bei Nachrichten drastisch reagieren, die tendenziell gar keine sind. Zumindest keine, die eine glaubwürdige Veränderung für den Ölpreis darstellen würden – so auch gestern:

Expertenmeinung: In dem Moment, als die iranische Nachrichtenagentur Tasnim gestern Nachmittag mitteilte, dass in den vergangenen 24 Stunden 26 Frachtschiffe in Koordination mit den iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus passiert hätten, brach der Kurs von Brent Crude Oil binnen kürzester Zeit deutlich ein. Sicher, das wirkte im ersten Moment, als sei man gerade auf dem Weg zu einer Normalisierung. Aber ist man das wirklich?

Vor Beginn des Iran-Krieges fuhren täglich über 100 Frachter durch die Meerenge. 26 helfen da herzlich wenig. Zumal man sich fragen könnte: Wollten es nicht die USA sein, die kontrollieren, wer da durchfährt und wer nicht? Was da gemeldet wurde, ist, wenn es zutreffen sollte, nur ein Tropfen auf einen mittlerweile sehr heißen Stein.

Auch die Aussage des US-Präsidenten, man sei mit den Verhandlungen mit dem Iran „in einer finalen Phase“ sorgte für Druck auf den Ölpreis. Aber so etwas hört man nicht zum ersten Mal. Und hatte nicht genau dieser Präsident gerade erst am Montagabend verkündet, er habe in allerletzter Minute vor einem „sehr großen Angriff“ entschieden, diesen erst einmal auszusetzen? Ein Angriff, der zweifellos erfolgen sollte (wenn er denn wirklich bevorstand), weil diese Verhandlungen weiter zu nichts führen?

Am Ölmarkt werden die Nerven dünner. Man beginnt zu glauben, was man glauben will, auch abseits belastbarer Fakten. Das bedeutet immer größer werdende Risiken, die Trader, die dem Nachrichtenticker folgen, eingehen. Daher würde es sich hier unbedingt anbieten, konsequent erst dann und mit kontrolliertem Kapitaleinsatz über eine Positionierung oder das Drehen einer bestehenden Position nachzudenken, wenn das Chartbild das hergibt.

Und wir sehen es ja: Brent Crude Oil sackt immer mal wieder durch, zieht bislang aber schnell wieder an. Irgendwann wird Brent Crude nachhaltig abwärts drehen und deutlicher fallen, keine Frage. Aber noch ist der Trend unter dem Strich eben aufwärts gerichtet. Erst, wenn die zuletzt in den Fokus gerückte, im Chart blau gehaltene 50-Tage-Linie eindeutig und auf Schlusskursbasis fallen sollte, wären Zweifel angebracht, ob „Long“ noch die richtige Seite ist. Oberhalb dieses gleitenden Durchschnitts sind Short-Attacken weiterhin eine gefährliche Sache.

Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier: PRIIPs / KIDs CME Futures

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.05.2026 um 22:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der Brent Crude Oil Aktie

08.05.2026

Brent Crude Oil: Große Hoffnungen, kleine Chancen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.05.2026 um 22:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

In der Spitze gab Brent Crude Oil vom Wochenhoch des Montags bis zu 20 US-Dollar nach. Das wirkt, als wäre das Gröbste jetzt überstanden. Aber der Schein könnte trügen – bezogen auf die Rahmenbedingungen ebenso wie auf das Chartbild. Denn noch bleibt Brent bullisch.

Hinsichtlich der für die Tendenz des Rohöls entscheidenden Rahmenbedingungen tappen die Marktteilnehmer weiterhin im Dunklen. Am Dienstag schien es, als könnte sich die Krise schnell lösen lassen, nachdem der US-Präsident mitteilte, dass sein gerade erst einen Tag vorher verkündetes „Project Freedom“ erst einmal ausgesetzt würde, weil man mit den Verhandlungen mit dem Iran so weit gediehen sei, dass eine Einigung sehr bald möglich sei. Daraufhin begannen die Kurse der wichtigsten Ölsorten rasant zu fallen, nur:

In der Nacht zum Donnerstag kamen wieder die alten Drohungen, dass es zu massiven Zerstörungen kommen werde, wenn der Iran nicht bald einem „Deal“ zustimmen würde. Was den Gedanken aufkommen lässt, dass die Eskortierung von Frachtschiffen nur deswegen ausgesetzt worden sein könnte, weil man im Weißen Haus eingesehen hat, dass ein sicheres Geleit einfach nicht sicherzustellen ist. Was den Verdacht schürt, dass man in Sachen Einigung eigentlich keinen Schritt weiter ist als in der Vorwoche.

Was ist jetzt denn nun Fakt? Man weiß es nicht. Was man aber wissen kann, zumal das zahlreiche Experten und Institute so kommuniziert haben: Selbst wenn es umgehend zu einer tragfähigen Einigung käme und die Passage für die festsitzenden Frachter umgehend freigegeben würde, sind doch so viele Zerstörungen in Bezug auf die Produktion und die Logistik angerichtet worden – und das in den meisten Ländern der Region –, dass es grundsätzlich auf Monate hinaus zu einem Nachfrageüberhang kommen würde, was hieße:

Expertenmeinung: Eine Rückkehr des Kurses von Brent Crude Oil auf das Level vor dem Angriff auf den Iran wäre vorerst wenig wahrscheinlich, das Abwärtspotenzial also begrenzt. Damit wären die jetzt auch auf den Aktienmarkt projizierten großen Hoffnungen auf einen „Deal“ und in dessen Folge deutlich und nachhaltig fallende Ölpreise bislang eher mit kleinen Chancen versehen. Und das Chartbild von Brent Crude spiegelt das auch durchaus wider, denn so kräftig der Abstieg der vergangenen Tage auch war: Für ein bärisches Signal hat er bis jetzt nicht sorgen können.

Der Chart zeigt, dass die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts zwar den Ausbruch über das März-Hoch abgefangen haben, wodurch Brent Crude Oil wieder in die vorherige Handelsspanne zurückfiel. Aber ein „Deckel“ ist deswegen noch lange nicht drauf. Sollte es zu entsprechend unguten Nachrichten kommen, kann der Kurs jederzeit erneut nach oben ausbrechen. Denn noch hat er als einzige der vier derzeit entscheidenden gleitenden Durchschnittslinien nur die kurzfristigste von allen, die 10-Tage-Linie, unterboten. Am Mittwoch ebenso wie am Donnerstag wurde die 20-Tage-Linie zwar intraday unterboten, zum Handelsende indes jeweils wieder überschritten.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 07.05.2026, Kurs 101,49 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 07.05.2026, Kurs 101,49 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Auffällig ist auch, dass die 50-Tage-Linie (im Chartbild blau), die beim bislang tiefsten Kurs seit Anfang März, der Mitte April bei 81,40 US-Dollar erreicht wurde, ein zuverlässiges Sprungbrett für die Bullen war, schnell von unten als zusätzlicher Support heranläuft. Der Weg nach unten wäre auch darunter noch von mehreren potenziell soliden Auffanglinien erschwert, daher: Hier Short-Trades aufzubauen hieße, einer Entwicklung vorzugreifen, die weder von der Nachrichtenlage noch vom Chartbild bislang Unterstützung bekäme – das wäre eine äußerst verwegene Wette mit aktuell eher geringen Chancen, sie zu gewinnen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

30.04.2026

Brent Crude Oil: Das Warnsignal ist an, aber kaum einer scheint hinzuschauen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.04.2026 um 22:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wie geht es weiter mit der Ölversorgung? Die Akteure am Ölmarkt preisen gerade eine Verknappung ein, die über einen kurzen Zeitraum deutlich hinausgeht. Da wirkt es extrem gewagt, dass man dieses Warnsignal am Aktienmarkt ignoriert.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 29.04.2026, Kurs 110,72 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 29.04.2026, Kurs 110,72 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Brent Crude Oil hatte im März zwar kurzzeitig Kurse von 116 US-Dollar ausgewiesen, aber auf den Future bezogen war das eine andere Laufzeit gewesen. Aktuell ist der Future mit Liefertermin Juli die als nächstes endende Laufzeit (der Juni-Kontrakt endet heute). Und bei dieser Laufzeit wurde das März-Hoch jetzt erreicht bzw. sogar ganz leicht überboten. Am Terminmarkt zahlt man also gerade gut 110 US-Dollar pro Barrel für eine Lieferung im Hochsommer. Und das ist eine klare Aussage:

Man geht nicht davon aus, dass der Ölpreis in den kommenden Wochen wirklich deutlich und nachhaltig nach unten abdreht. Und diese Erwartung ist auch nachvollziehbar, denn:

Expertenmeinung: Davon abgesehen, dass die Lage zwischen den USA und dem Iran derzeit wie eingefroren scheint und dadurch weiterhin kein nennenswerter Verkehr durch die Straße von Hormus möglich ist, würde selbst eine zeitnahe Öffnung der Passage die Angebotsverknappung nicht sofort beenden, weil viele Förder- und Logistikeinrichtungen durch die bisherigen Kampfhandlungen so beschädigt sind, dass sich die Reparaturen in Einzelfällen Monate hinziehen können. Und die Lagerkapazitäten der Ölförderer sind begrenzt.

Das gilt nicht nur für den Iran, der offenbar kurz davorsteht, seine Förderung großenteils einstellen zu müssen, weil die Lager voll sind und kein Öl mehr das Land verlassen kann, sondern auch für andere Förderer in der Region, die auf diese Passage angewiesen sind. Dass die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Mitgliedschaft in der OPEC quasi fristlos gekündigt haben, deutet zwar an, dass man dort die Gelegenheit nutzen möchte, fernab von kollektiv entschiedenen Förderquoten bei diesen hohen Preisen so viel wie möglich zu exportieren. Aber das alleine kann den Nachfrageüberhang nicht beseitigen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ölpreis schnell und weit sinkt, ist daher klein genug, um nicht nur Spekulanten, sondern auch Unternehmen, die ihren Bedarf über die Futures sichern, dazu zu bringen, zu derart hohen Preisen zu kaufen.

Dass der Aktienmarkt diese haushohen Warnsignale einfach ignoriert, ist extrem riskant, zumal die Experten ja zu Recht darauf hinweisen, dass die konjunkturellen Folgen dieser Situation großenteils mit Verzögerung sichtbar werden. Was Brent Crude Oil selbst angeht, lebt man als Trader aber nicht unbedingt weniger gefährlich. Das obige Chartbild ist zwar grundsätzlich klar bullisch. Aber die Nachrichtenlage kann jederzeit starke Ausschläge auslösen – in beide Richtungen. Hier als „normaler“ Anleger mitzumischen, ist also derzeit nicht wirklich angeraten.  

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

17.04.2026

Brent Crude Oil: Die Sache ist noch nicht „durch“ — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.04.2026 um 22:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran hat den Ölpreis zwar von seinem vorherigen Hoch heruntergeholt. Aber anders als am Aktienmarkt traut man der Sache am Rohölmarkt noch nicht, denn noch ist hier ein Topp nur „in Arbeit“ und keineswegs bereits vollendet.

Obwohl Donald Trump am Donnerstagabend verkündete, dass jetzt auch zwischen Israel und dem Libanon eine Feuerpause beginnen werde und der Iran den meisten US-Forderungen zugestimmt habe, so dass eine zweite Verhandlungsrunde bereits den Durchbruch bedeuten könnte, legte der Kurs von Brent Crude Oil, der für Europa wichtigsten Rohölsorte, am Donnerstag um recht deutliche 4,7 Prozent zu.

Und das, obwohl erste Öltanker bereits wieder durch die Straße von Hormus fahren? Klingt das nicht, als sei eine Normalisierung der Versorgungslage nur eine Frage kurzer Zeit? Im ersten Moment könnte man das denken. Aber wer sich die Lage genauer betrachtet, erkennt schnell:

Expertenmeinung: Der Schaden, der seit Anfang März angerichtet wurde, ist keinesfalls schnell zu reparieren. Wichtige Produktionsanlagen wurden beschädigt, deren Reparatur Monate – mindestens – dauern wird. Zugleich bleibt die Straße von Hormus ein Nadelöhr, das sich jederzeit wieder schließen könnte. Und die avisierte Anhebung der Produktionsmenge durch die OPEC ist in Relation zum weltweiten Bedarf so klein, dass sie kaum etwas bringt.

Hinzu kommt, dass die Blockade von Schiffen von und nach den Häfen des Irans dessen Ölexport abwürgt. Kein unmittelbarer Abnehmer iranischen Öls gewesen zu sein, hilft wenig: Es geht um das Gesamtangebot, das weltweit zur Verfügung steht, wenn es um die Preisbildung geht. Und das ist eben ohne das iranische Öl spürbar geringer als zuvor. Was bedeutet:

Das Problem ist mit Feuerpausen nicht gelöst. Erst eine solide, glaubwürdig wirkende Befriedung der Lage und die Wiederinbetriebnahme eines Großteils der beschädigten Anlagen im arabischen Raum würden die Lage am Ölmarkt entspannen. Und das wird Zeit brauchen … und muss nicht gelingen. Daher ist der Umstand, dass die noch zur Wochenmitte so greifbar wirkende Vollendung des Topps bei Brent Crude Oil erst einmal vertagt wurde, eigentlich nicht überraschend.

Der Kurs müsste die Nackenlinien-Zone des Topps bei 90,40 zu 91,70 US-Dollar und idealerweise auch die 50-Tage-Linie, aktuell bei 87 US-Dollar, unterbieten, um ein klares, abwärts gerichtetes Signal zu erzeugen, das dann aus rein charttechnischer Sicht den Weg in Richtung der Unterstützungen bei 74,00 US-Dollar (100-Tage-Linie) und 72,60 US-Dollar (Jahres-Verlaufshoch 2025) frei machen würde. Aber auch dann sollte man die Sache mit Vorsicht genießen, denn hier haben wir eine „politische Börse“, die eindeutig nicht die ihr so gerne nachgesagten, kurzen Beine hat!

Brent Crude Oil: Chart vom 16.04.2026, Kurs 99,39 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 16.04.2026, Kurs 99,39 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

01.04.2026

Brent Crude Oil: Man traut dem Braten (noch?) nicht — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.03.2026 um 22:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nach verlängerten Fristen und angeblichen Verhandlungen erwägt Donald Trump angeblich jetzt, die Kampfhandlungen von sich aus zu beenden. Doch Brent Crude Oil fällt bislang nur zögerlich. Es scheint, dass viele den Aussagen aus Washington nicht mehr glauben mögen.

Wobei beileibe nicht die spekulativen Akteure alleine dafür sorgen, dass Brent Crude Oil und andere wichtige Rohölsorten nur zögerlich nachgeben und insgesamt weiter im Aufwärtstrend verharren, Rücksetzer zuletzt immer kleiner wurden und der Kurs weiterhin recht nahe am bisherigen Jahresverlaufshoch von 116,08 US-Dollar pro Barrel notiert.

Es sind auch und womöglich gerade die Unternehmen mit hohem Energiebedarf, die in dieser Situation einfach zusehen müssen, dass sie den Ölbedarf für die kommenden Wochen und Monate sicher haben. Einfach, weil sie nicht abschätzen können, ob es nicht doch zu einer ggf. länger anhaltenden Verknappung kommt, die dann sogar dazu führt, dass nicht genug Öl für alle am Markt verfügbar ist. Und wenn das passiert, wenn die Produktion deshalb zum Erliegen käme, käme das eben teurer, als jetzt in diesen äußerst sauren Apfel zu beißen und sich die Lieferung mit Termin Juni zu derart hohen Preisen zu sichern.

Und das führt letzten Endes zum Grund, wieso die Aussagen aus dem Weißen Haus bislang nicht funktionieren, was das Drücken der Ölpreise angeht:

Expertenmeinung: Diejenigen, die ihren Ölbedarf sichern müssen, können sich nicht auf warme Worte verlassen. Auch nicht, wenn der US-Präsident ein ums andere Mal verkündet, der Krieg sei bald vorüber, die Straße von Hormus bald wieder frei und der Iran habe im Rahmen der Verhandlungen bereits mehreren Punkten des Trumpschen 15-Punkte-Plans zugestimmt. Nicht, solange vom Iran aus weiter Raketen abgeschossen werden und aus Teheran mitgeteilt wird, man habe auf den Plan noch gar nicht geantwortet.

Und auch die kolportierten Überlegungen im Weißen Haus, die entscheidenden „Kriegsziele“ als erfüllt zu deklarieren und die Kampfhandlungen einzustellen, werfen zu viele Fragen auf. Selbst, wenn aus Überlegungen Entscheidungen würden: Solange das US-Militär dort noch massiv präsent ist und die Bodentruppen vor Ort bleiben, könnte man es sich jederzeit anders überlegen. Und Zickzack-Kurse hatte man ja aus dieser Richtung schon oft genug gesehen.

Je länger Beteuerungen nicht zur Realität werden, desto tiefer sinkt das Vertrauen in solche Aussagen. Dass die Reaktionen bei Brent Crude mit jedem Versuch des Weißen Hauses, den Preis „herunterzureden“, kleiner wurden, unterstreicht das.

Der Trend weist bei Brent Crude bis jetzt stur aufwärts. Es bräuchte zumindest einen Schlusskurs unterhalb der im Chart rot gehaltenen 20-Tage-Linie bei derzeit 97 US-Dollar und idealerweise auch unter dem letzten, markanteren Zwischentief vom 23. März bei 91,70 US-Dollar, um eine Basis für eine nennenswerte Abwärtskorrektur zu haben.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 31.03.2026, Kurs 104,65 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 31.03.2026, Kurs 104,65 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Eine echte Entwarnung, die bullische Spekulanten zum Ausstieg bringen würde, wäre aber erst gegeben, wenn die Nachrichtenlage das unterstützen würde … und danach sieht es, wie wir wissen, im Augenblick noch nicht aus. Ohne klare Argumente seitens der Charttechnik und der Nachrichtenlage bleiben Trades auf der Short-Seite halsbrecherisch. Und gerade, weil das so offenkundig ist, haben die Bullen, von den Sorgen der Unternehmen bzgl. ihres Energiebedarfs noch unterstützt, bislang noch leichtes Spiel.

Aussicht: Neutral

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

24.03.2026

Brent Crude Oil: Stop Loss-Lawine? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.03.2026 um 21:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein deutlicher Abwärtsimpuls bei Brent Crude Oil lässt manche hoffen, dass der „Spuk“ haussierender Ölpreise ein Ende gefunden hat. Doch der Auslöser für den Sell-off wirft Fragen auf – zumal wir Ähnliches vor zwei Wochen erlebt haben und die Wende da ausgeblieben war.

Vor zwei Wochen hatte US-Präsident Trump verkündet, dass der Iran-Krieg sehr bald vorüber sein würde, weil man fast alle militärischen Ziele erreicht habe. Wir wissen: Das war nicht der Fall. Und diese Aussagen brachten den Ölpreis nur kurzzeitig nach unten, den Aktienmarkt nur flüchtig auf höhere Levels, weil man sah: Im Gegenteil, die USA schienen sich in Sachen Iran völlig zu verzetteln. Und von einem Einknicken des Gegners war nichts zu sehen. Bis heute nicht.

Am gestrigen Montag begann der Präsident seinen Tag mit der Aussage, dass man mit einer „Top-Person“ des Irans gesprochen habe, und erklärte, dass der Iran auf Atomwaffen verzichten werde, ernsthaft zu verhandeln bereit sei und man deswegen die Umsetzung der am Wochenende ausgesprochenen Drohung, die iranische Energieversorgung zu zerstören, für fünf Tage aussetzen werde. Da weder der Präsident noch seine Verhandler offenbar mit dem neuen Oberhaupt des Irans noch mit den Führern der momentan die Entscheidungen treffenden Revolutionsgarden gesprochen haben, werfen diese Aussagen mindestens ebenso viele Fragen auf wie die vor zwei Wochen, die sich letztlich als substanzlos entpuppt hatten. Trotzdem reagierte Brent Crude Oil rasch und fiel wie vom Blitz getroffen. Wieso?

Expertenmeinung: Zum einen, weil man solchen vermeintlich extrem positiven Aussagen am Markt großenteils nur gerne glauben möchte. Zum anderen, weil dieser immense Anstieg nach dem ersten Selloff vor zwei Wochen zwar stetig, aber zugleich hoch volatil und schnell ablief, was die prozentualen Steigerungen angeht. Damit haben wir hier einen „heißen“ Markt, der viele hochspekulative Trader anzieht. Die aber, weil es hier ja um einen hebelstarken Future geht, mit sehr engen Stop Loss arbeiten müssen. Was bedeutet:

Ein starker Kursimpuls kann sich rasend schnell intensivieren, indem eine Stop-Loss-Lawine ausgelöst wird: Stop-Loss-Orders lösen aus, drücken den Kurs, der rutscht damit in die Zone weiterer Stop Loss, dadurch entstehen erneut Verkäufe und so geht es weiter. Das ist ein typischer „Mechanismus“ bei hochspekulativen Märkten, der aber nicht bedeutet, dass Brent Crude auch dann auf den per Montagabend erreichten Level gefallen wäre, wenn der Auslöser nicht völlig überraschend aufgetaucht wäre und nicht derart viele Stop-Loss-Absicherungen unter dem Kurs gelegen hätten.

Es kann also durchaus sein, dass das hier nicht das Ende des Aufwärtstrends war. Zumal wir im Chart sehen, dass dadurch gerade einmal der „schnellste“ gleitende Durchschnitt der letzten zehn Handelstage leicht unterboten wurde, die 20-Tage-Linie als nächstfolgender Leitstrahl aber nicht. Nüchtern betrachtet wäre Brent Crude Oil tatsächlich erst dann nicht mehr bullisch, wenn der hier gezeigte, aktuellste Futures-Kontrakt mit Liefertermin Juni unter das Zwischenhoch vom Juni 2025 bei 72,60 US-Dollar fallen würde.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 20.03.2026, Kurs 95,90 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 20.03.2026, Kurs 95,90 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Für Trader, die auf deutlich höheren Levels Long-Positionen aufgebaut haben, wäre dieses Szenario zwar ein Albtraum und würde dazu führen, dass sie gnadenlos aus ihren Positionen geworfen würden. Aber erst unter dieser markanten Supportlinie bei 72,60 US-Dollar könnte man hier auch mal wieder über die Short-Seite nachdenken. Und bedenkt man, wie wenig Substanz der gestrige Auslöser für den Abverkauf bis jetzt zu bieten hat, sollte man das Thema Short erst recht erst einmal vergessen. Brent Crude Oil bleibt weiter ein hochvolatiler Markt, der sein Potenzial nach oben zumindest am gestrigen Montag noch nicht eingebüßt hat. Und spätestens, wenn Ende der Woche Mr. Trumps neue Fünf-Tage-Frist gegenüber dem Iran endet, könnte es hier wieder extrem spannend werden.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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