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Während man am Aktienmarkt eher krampfhaft versucht, ein Bild der Normalität aufrechtzuerhalten, zeigt die Euro/US-Dollar-Relation, dass man am Devisenmarkt keineswegs der Ansicht ist, wieder in ruhigem Fahrwasser unterwegs zu sein: Der US-Dollar bleibt stark.
Es ist letzten Endes mehr ein Reflex als eine zwingende Logik: Wenn die geopolitischen Spannungen zunehmen, neigen Investoren rund um den Globus dazu, den US-Dollar gegenüber anderen Währungen zu bevorzugen. Der Greenback, wie man ihn auch nennt, genießt auch heute noch den Status einer krisenfesten Währung … und das, obwohl die USA derzeit einen der entscheidenden Dreh- und Angelpunkte für die zunehmenden Risiken darstellen. Andererseits:
Die USA werden politisch wie militärisch derzeit immer dominanter. Und ob man das mag oder nicht: Damit kaufen Trader, die aktuell gezielt im US-Dollar Long gehen, die Währung des „Stärksten“, was man tendenziell auch mit dem höchsten Grad an Sicherheit gleichsetzt.
Zugleich zeigt die ungebrochene US-Dollar-Stärke, dass von Normalität und Entwarnung bislang keine Rede sein kann. Denn neue, tragende Argumente, die für ein nachhaltigeres Ende der vorherigen Euro-Stärke sprechen, finden sich nicht. Nichts außer diesem „Krisen-Bonus“ des US-Dollars. Zwar kam es seit Beginn dieser Handelswoche zu einer Gegenbewegung, d.h. der Euro wurde zum US-Dollar wieder etwas stärker, aber der Chart macht klar:
Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars EUR.USD und historische Wechselkurse finden Sie hier.
Expertenmeinung: Das ist bislang nichts, das über eine normale Gegenreaktion in einem intakten Abwärtstrend hinausgeht. Nachdem es gelang, den Kurs über dem Verlaufstief vom 1. August 2025 bei 1,1392 US-Dollar pro Euro zu halten, könnten einige Trader, die im Euro eine Short-Position hielten, eingedeckt und den Euro dadurch etwas gezogen haben. Aber erst wenn der Dreifach-Widerstand aus 20-Tage- und 200-Tage-Linie (die gerade ein bärisches Crossover vollziehen) und der Januar-Abwärtstrendlinie überwunden würde, wäre das Währungspaar zumindest auf kurzfristiger Trading-Ebene bullisch und der Weg aus charttechnischer Sicht in die Region 1,1789 bis 1,1919 US-Dollar frei.
Angesichts der momentan unverändert sehr unklaren geopolitischen Perspektiven wäre eine damit einhergehende, größere US-Dollar-Schwäche aber eher überraschend, daher: Bevor das Chartbild nicht eindeutig etwas anderes meldet, bliebe die Variante, dass der US-Dollar weiter an Boden gutmacht, sprich die Euro/US-Dollar-Relation weiter nachgibt und dabei ggf. auch unter die Unterstützung bei 1,1392 US-Dollar fällt, hinreichend wahrscheinlich, um besser nicht gegen den Trend zu agieren.

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