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Wacker Chemie Aktie Prognose Wacker Chemie: Ein Plus auf recht dünnen Beinen

News: Aktuelle Analyse der Wacker Chemie Aktie

von | |

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Wacker Chemie Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Freitagnachmittag meldete Wacker Chemie Vorab-Zahlen für das 2. Quartal und passte die Gesamtjahresprognose nach unten an. Aber obwohl der Ausblick für den operativen Gewinn deutlich gesenkt wurde, reagierte die Aktie nur wenig. Ist das ein positives Signal?

Eigentlich überrascht die gelassene Reaktion der Marktteilnehmer nicht allzu sehr. Denn in der Branche waren in den vorangegangenen Tagen bereits mehrere Prognose-Senkungen aufgetaucht, man konnte also damit rechnen, dass es Wacker nicht viel besser ergehen würde. Zwar lagen die Vorab-Ergebnisse für das am 30. Juni beendete Quartal nur marginal unter den Prognosen – leicht gesunkener Umsatz und deutlich gesunkenes EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Aber für das Gesamtjahr sieht man jetzt grau bis schwarz … mit den zuletzt auch von Branchenkollegen zu hörenden Begründungen:

Hohe Unsicherheit im Markt und eine schwache Nachfrage. Und, auch das war mittlerweile öfter zu lesen: Eine Erholung sei, so Wacker Chemie, bislang nicht erkennbar. Aus der zu Anfang des Jahres erhofften, deutlichen Verbesserung der Lage wird also vermutlich nichts. Allerdings fiel die Dimension der Prognose-Senkung doch so umfassend aus, dass das kleine Minus, mit dem die Aktie am Freitag ins Wochenende ging, zumindest nicht zwingend gewesen wäre. Da hätte allemal eine größere Reaktion kommen können.

Denn Wacker sieht den 2025er-Umsatz jetzt nach der bisherigen Prognose-Spanne von 6,1 bis 6,4 Milliarden nur noch bei 5,5 bis 5,9 Milliarden Euro. Und für das EBITDA liegt die Erwartung nach bislang 700 bis 900 Millionen nur noch bei 500 bis 700 Millionen Euro. Das ist dann schon alles andere als harmlos. Warum reagierte der Kurs also nur so wenig?

Expertenmeinung: Man könnte hineininterpretieren, dass man dieses schwache Szenario längst erwartet und eingepreist hatte, so dass sich zu wenige Akteure fanden, die daraufhin noch austeigen oder Wacker-Aktien gezielt leer verkaufen wollten. Das wiederum wäre durchaus ein Signal.

Wacker Chemie Aktie: Chart vom 18.07.2025, Kurs 66,50 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Wacker Chemie Aktie: Chart vom 18.07.2025, Kurs 66,50 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS

Keines, das zum Kauf einladen würde. Dazu müsste sich zum einen der fundamentale Ausblick verbessern und die Aktie zum anderen zumindest mit Schlusskursen über 79 Euro den übergeordneten, seit Sommer 2022 bestehenden Abwärtstrend sprengen. Aber es wäre eines, das indiziert: Hier sollte man besser nicht mehr neu Short gehen und erwägen, bestehende Short-Trades glattzustellen. Denn wenn „bad news“ keine entsprechende Reaktion mehr auslösen, wird die Luft nach unten langsam dünn.

Aber um abschätzen zu können, ob das bärische Lager wirklich bereits ausgebrannt ist, sollte man vielleicht besser noch ein, zwei Tage abwarten, was sich beim Kurs tut. Denn Wacker Chemie hatte die Vorab-Ergebnisse gegen 14 Uhr am Freitag veröffentlicht, nur dreieinhalb Stunden vor der Abrechnung der Juli-Optionen an der Terminbörse. Es ist zumindest denkbar, dass größere Adressen am Terminmarkt die Aktie gezielt auf dem aktuellen Level „festgezurrt“ haben, z.B. durch in den Markt gelegte große Kauforders unter der Freitags-Handelsspanne, die bärischen Tradern die Lust an Leerverkäufen zumindest bis zum Handelsende nehmen würden. Erst wenn die Wacker-Aktie auch heute und in den kommenden zwei, drei Tagen keine Ambitionen für einen erneuten Abwärtsruck zeigt, könnte man überlegen, hier in Sachen Short-Trades Kasse zu machen.

Aber wie gesagt: Der geringe Abwärtsdruck ist ein Warnsignal für die Bären, nicht aber zugleich ein Kaufsignal für die Bullen … hier wäre Neutralität vorerst weiter die bessere Wahl.

Quellenangaben: Vorläufige Zahlen zum 2. Quartal, 18.07.2025: https://www.wacker.com/cms/de-de/press-and-media/press/press-releases/2025/press-releases-detail-2025-258048.html

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Bärisch
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wacker Chemie verfehlte für das erste Quartal die Prognosen der Analysten. Die Entwicklung war schlecht und wurde in den ersten drei Monaten noch schlechter. Das Chartbild reflektiert das eindrücklich: Die daraufhin um 6,52 Prozent gedrückte Aktie bleibt klar in Bärenhand.

Wenngleich Wacker Chemie festhielt, dass man die eigenen Erwartungen im ersten Quartal erreicht habe, schrieb der Vorstandschef dennoch in der unten verlinkten Quartalsmitteilung: „Die schwache Konjunktur prägt weiterhin das Bestellverhalten vieler Kunden. Dazu kommt in den letzten Wochen erhebliche Verunsicherung an den Märkten aufgrund der aktuellen US-Handelspolitik.“

Das bringt die Problematik gut auf den Punkt, wobei man sich fragen kann, woher der auf einmal wieder massiv aufflackernde Optimismus am Gesamtmarkt kommt, wenn man bei Unternehmen wie Wacker Chemie, dessen Branche einen guten Indikator für die Konjunkturlage innerhalb und außerhalb Deutschlands darstellt sieht, dass der Druck nicht nur erhalten bleibt, sondern bislang sogar zunimmt.

Wacker meldete zwar beim Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitrum nur einen Rückgang von 0,8 Prozent. Aber die EBITDA-Gewinnmarge fiel von 11,6 auf 8,6 Prozent, die EBIT-Marge sogar von 4,2 auf null Prozent. Dementsprechend krachte der Gewinn beim EBIT (vor Zinsen und Steuern) von 63,0 auf 0,4 Millionen in den Keller, netto musste sogar ein Verlust von 3,4 Millionen Euro verbucht werden.

Expertenmeinung: Natürlich könnte sich die Gesamtsituation im weiteren Jahresverlauf aufhellen. Worauf man auch bei Wacker Chemie hofft und die im März vorgelegte Gesamtjahresprognose bestätigte, nach der ein Umsatzanstieg in den Bereich von 6,1 bis 6,4 Milliarden Euro erreicht werden soll (2024: 5,7 Milliarden), die EBITDA-Gewinnmarge, die im ersten Quartal bei 8,6 Prozent landete, soll auf das Gesamtjahr gesehen den Vorjahreslevel von 13,3 Prozent erreichen. Aber während man bei DAX & Co. insgesamt derzeit große Hoffnungen einpreist, ist davon bei der Wacker Chemie-Aktie nichts zu sehen.

Im Gegenteil, der Chart auf Wochenbasis zeigt, dass das bärische Lager die Lage voll im Griff hat. Wir sehen hier zwei Abwärtstrendlinien, eine entspringt im Juli 2022, die zweite, steilere, im September 2023. Wenn eine Aktie derart präzise an diesen Linien abgewiesen wird, ist klar, dass sich ein potenzieller Käufer nicht nur gegen eine widrige Gesamtsituation mit entsprechenden Auswirkungen auf die Erträge stemmen, sondern auch mit Bären auseinandersetzen muss, die hier nichts anbrennen lassen.

Dass die Wacker-Aktie im März zwar die 2023er-Abwärtstrendlinie überbot, dann aber präzise auf Höhe der 2022er-Linie abdrehte und der jüngste Erholungsversuch wiederum an der steileren 2023er-Linie endete, unterstreicht das. Ein Einstieg vor dem klaren Ausbruch über beide Abwärtstrendlinien wäre daher ein Unterfangen mit nicht allzu rosigen Erfolgschancen.

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2025, 30.04.2025:
https://www.wacker.com/cms/de-de/press-and-media/press/press-releases/2025/press-releases-detail-2025-252992.html

Wacker Chemie Aktie: Chart vom 30.04.2025, Kurs 66,00 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Wacker Chemie Aktie: Chart vom 30.04.2025, Kurs 66,00 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.