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Die gestern von Wacker Chemie gemeldeten Ergebnisse des Vorjahres waren schlecht, aber keine Überraschung. 2026 soll es zwar besser werden, aber den Ausblick als „verhalten“ zu bezeichnen, wäre keine Untertreibung. Trotzdem legte die Aktie zu – kann das von Dauer sein?
Handelskonflikte und geopolitische Krisen haben 2025 enormen Druck auf die Chemiebranche ausgeübt, erklärte Wacker-CEO Hartel in der Mitteilung zum Gesamtjahr 2025. Bestellungen wurden zurückgehalten, Investitionen verschoben – dass Wacker Chemie in einem solchen Umfeld „nur“ vier Prozent weniger Umsatz erzielte als 2024, klingt da glatt robust.
Aber der Gewinn brach deutlich stärker ein, der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, ging um 29 Prozent auf 529 Millionen Euro in die Knie, unter dem Strich stand netto sogar ein Verlust. Das soll 2026 zwar besser werden. Aber nicht viel besser.
Denn das Unternehmen sieht bislang keine Wende zum Guten im Markt. Dementsprechend wolle man die Hebel einsetzen, die man selbst in der Hand habe, um die Rentabilität zu steigern. Wozu auch gehört, die Dividende für 2025 zu streichen.
Wacker plant derzeit mit einem Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich und einem EBITDA in der Spanne von 550 bis 700 Millionen Euro. Das ist mehr als 2025, aber eben nicht viel mehr. Und die Entwicklung, die wir gerade im Nahen Osten sehen, ist in diese Planungen noch nicht eingearbeitet. Wie sollte man auch, immerhin ist ja absolut offen, wie sich die Lage dort mittelfristig darstellen wird. Wichtig ist das, was dort passiert, aber trotzdem, denn:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Wacker Chemie Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Die Chemiebranche braucht immens viel Energie. Und die wird gerade deutlich teurer, Öl und Gas gleichermaßen. Sollten diese Energiepreise nicht bald auf Levels sinken, die man vor dem Iran-Krieg gesehen hat, könnten selbst diese eher kleinen Wachstumspläne schnell Makulatur sein. So gesehen erstaunt es ein wenig, dass die Wacker Chemie-Aktie gestern im Nachgang dieses 2026er-Ausblicks zulegte.
Natürlich könnte man argumentieren, dass das Ergebnis des Vorjahres, vor allem aber der Ausblick auf das laufende Jahr durchaus hätte schlimmer ausfallen können. Aber das wäre eher ein Argument für Leerverkäufer, die Aktien zurückzukaufen, weil man erst einmal keine neuen Argumente für die Unterseite bekam. Das wäre dann aber nicht automatisch eine Basis für eine Aufwärtswende, zumal die Analysten die Aktie momentan ziemlich zurückhaltend beurteilen. Nur 4 von 14 Experten stufen sie als kaufenswert ein…
Und das durchschnittliche Analysten-Kursziel von aktuell 71,57 Euro wäre mit dem kräftigen Plus der vergangenen zwei Handelstage bereits überboten. Wobei sich die Motivation der Käufe auch daraus erklären könnte, dass die Aktie bereits am Dienstag und damit vor den Zahlen zulegte, denn:

Das korreliert mit einem Abstieg der Energiepreise seit Montagabend, der darauf basiert, dass am Energiemarkt die Hoffnung herrscht, die Kampfhandlungen in Nahost seien bald vorüber und dann sei wieder eine normale Gemengelage bei Öl und Gas zu erwarten.
Wer daran glaubt, obgleich es dafür keine Belege, sondern nur sich oft nicht deckende Aussagen aus Washington gibt, könnte auch bei Wacker darauf setzen, dass der parallel mit dem Ölpreis-Anstieg abgelaufene, drastische Abverkauf der Aktie bald keine Grundlage mehr hat. Was indes eine Wette ist, die allemal auch schiefgehen könnte. Solange das Risiko, dass Öl und Gas auch mittelfristig teurer bleiben, nicht aus dem Markt ist, bliebe diese Aktie daher hoch riskant.
Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 11.03.2026:
https://www.wacker.com/cms/de-de/press-and-media/press/press-releases/2026/press-releases-detail-2026-310080.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/WCH.DE/analyst-insights/
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