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Viel mehr „Fahrstuhlaktie“ als VERBIO geht kaum. Der Ölpreis ist dieser Tage hoch volatil – und VERBIO ist als Hersteller von Biokraftstoffen unmittelbar involviert. Derzeit zeigt die Aktie ein charttechnisch bullisches Bild. Aber Charttechnik allein ist hier nicht entscheidend.
Am 12. Februar hatte VERBIO recht ermutigende Ergebnisse zum ersten Halbjahr des hier immer bis zum 30. Juni laufenden Geschäftsjahres gemeldet. Die Analysten gehen derzeit im Schnitt davon aus, dass es gelingen würde, nach dem Verlustjahr 2025 wieder leicht in die schwarzen Zahlen zu kommen. Grundsätzlich war man daher positiv gestimmt: Von den fünf Experten, die den Hersteller von Biokraftstoffen regelmäßig einstufen, waren bzw. sind weiterhin vier bullisch, einer rät zu „Halten“. Und mit 24,18 Euro lag das durchschnittliche Kursziel für die VERBIO-Aktie am Tag dieser Bilanzvorlage in etwa auf dem da erreichten Aktienkurs. Doch seither ist viel passiert.
Jetzt sehen wir ein Szenario, das für VERBIO geradezu perfekt ist: Eine Verknappung von Kraftstoffen durch den Iran-Krieg. Damit wirkt eine Nachfragesteigerung nach Alternativen wie den Biokraftstoffen quasi gesichert. Dass die Aktie in den vergangenen knapp zwei Wochen erheblich zugelegt hat, ist also im Prinzip nachvollziehbar. Und das lief auch noch mit charttechnischem Rückenwind ab, denn:

Wir sehen in diesem Chart auf Wochenbasis, dass der Kurs im vergangenen Oktober zuerst eine kleine und im Januar dieses Jahres dann eine große Untertassen-Wendeformation vollendet hatte. Das alleine ist charttechnisch tadellos, zumal es sich hier um eine auf der Zeitachse sehr lang gezogene Wende handelte. Perfekt war zudem, dass es zu einem Rücksetzer an die Nackenlinien-Zone der großen „Untertasse“ kam und diese sich als Support bewährte – ein trendbestätigender Pullback. Aber was danach passierte, war deutlich dynamischer … was grundsätzlich nicht überraschen konnte.
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Expertenmeinung: Mit Beginn des Iran-Konflikts zog der VERBIO-Kurs in der vergangenen Woche zunächst noch eher verhalten an und lief an die nächste Widerstandslinie bei 29,93 Euro. In dieser Woche wurde diese Hürde mit immenser Dynamik überboten. Dadurch wäre der Kurs zwar jetzt markttechnisch heiß gelaufen, das immense Momentum der Aufwärtsbewegung könnte die Aktie aber grundsätzlich durchaus noch an, im Idealfall sogar über die nächste Charthürde bei 45,84 Euro tragen. Aber darauf zu setzen, wäre keineswegs ohne Risiko, denn hier gibt es viele offene Fragen:
Eine aus der derzeitigen geopolitischen Entwicklung ableitbare, nennenswerte Steigerung von Umsatz, Marge und Gewinn bei VERBIO setzt voraus, dass sich die problematische Situation bei der Kraftstoffversorgung eine längere Zeit hinzieht und VERBIO überdies auch die Produktionskapazität entsprechend schnell und deutlich hochfahren kann. Wie stark Letzteres machbar ist, weiß man nicht genau. Und zur ersten Frage gibt es erst recht keinen Fingerzeig, man weiß dahingehend schlicht gar nichts. Daher müsste man hier jederzeit mit scharfen Rücksetzern rechnen. Die nicht kommen müssen, aber können. Und da es hier um eine relativ marktenge Aktie geht, sollte man auf sukzessiv nachgezogene Stop-Loss-Absicherungen auf keinen Fall verzichten.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/VBK.DE/analyst-insights/
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