Sehr bald nach Beginn der Kampfhandlungen im Iran erkannten die Anleger, dass VERBIO als Hersteller von Biokraftstoffen von dieser Situation profitieren dürfte. Gestern kam die Prognose-Anhebung. Doch dass damit zu rechnen war, könnte für die Bullen ein Problem sein.
Das hier immer am 30.6. endende Geschäftsjahr 2024/2025 war kein gutes gewesen. Aber 2025/2026 sollte besser laufen. Und nachdem das erste Halbjahr die Erwartungen des Herstellers von Biokraftstoffen mehr als erfüllte, konkretisierte VERBIO seine Gesamtjahresprognose, die ursprünglich ein EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) im hohen zweistelligen Millionenbereich avisierte, an das obere Ende der Spanne, also nahe an 100 Millionen. Gestern wurde dieser Ausblick erneut und recht deutlich angehoben: Jetzt sieht man ein EBITDA zwischen 100 und 140 Millionen, zugleich will VERBIO die Nettoverschuldung schneller senken als bislang geplant.
Der Grund scheint klar: Die Nachfrage ist durch den Sprung bei den Energiepreisen kräftig gestiegen, zugleich sind dadurch bessere Margen drin. Doch das konnte ja niemanden mehr überraschen: Was beim Ölpreis passierte, hätte jeder sehen können … und die Aktie hatte daraufhin auch bereits deutlich zugelegt. Und das birgt Risiken, die auf dem jetzt erreichten Kursniveau besser nicht unterschätzt werden sollten.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur VERBIO Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Denn die Aktie ist seit dem Schlusskurs des 27.2., also dem Handelstag vor Beginn des Iran-Kriegs, mittlerweile um 55 Prozent gestiegen, inklusive der Reaktion auf diese Prognose-Anhebung. Wobei man mal dahingestellt lassen müsste, wieso die Aktie einen Tag vorher bei hohen Umsätzen noch deutlicher zugelegt hatte als am gestrigen Mittwoch, als diese Anhebung als Ad-hoc-Meldung herausgegeben wurde.
Wenn wir überlegen, dass VERBIO am 12.2., als die Aktie am Ende des Tages bei 23,80 Euro schloss, den EBITDA-Ausblick bereits in den Bereich von knapp 100 Millionen angehoben hat und jetzt 100 bis 140 Millionen avisiert, passt die Relation nicht: Selbst mit dieser höheren Prognose wäre das 2026er Kurs-/Gewinn-Verhältnis damit aktuell dreistellig. Das wäre nur dann nicht absurd teuer, wenn man sicher sein könnte, dass die Nachfrage wegen für längere Zeit hoher Preisen für fossile Energie über mehrere Quartale hoch bleibt bzw. idealerweise noch weiter ansteigt und VERBIO diesen Nachfrageschub mit Blick auf die eigene Produktionskapazität auch bedienen kann.
Das sind ein paar „Wenns“ zu viel, um erwarten zu dürfen, dass der Kurs die jetzt angesteuerte, charttechnische Widerstandszone 45,84 zu 51,50 Euro nicht nur erreicht, sondern sogar überbietet.

Zumal die markttechnischen Indikatoren, hier im Tages- ebenso wie im Wochenchart der RSI, erheblich heißgelaufen sind, was Gewinnmitnahmen jederzeit denkbar machen würde, daher:
Hier noch neu einzusteigen, wäre auf diesem Kurs- und Bewertungsniveau definitiv riskant. Und wer dabei ist, sollte sich unbedingt überlegen, mit einem Stop Loss zu arbeiten und den dann sukzessiv nachzuziehen, zumal: Der nächstgelegene Ankerpunkt für eine Absicherung wäre die 20-Tage-Linie – und die ist aktuell gerade einmal bei 32,65 Euro angekommen. Zwar läuft sie schnell hinter dem Kurs her und wird wohl auch den Abstand verkürzen, aber schon daran sieht man: Hier wird schon so viel an kommenden Gewinnsteigerungen vorweggenommen, die sich einstellen könnten, aber gar und gar nicht müssen, dass an dieser Aktie der Zettel hängt: „Vorsicht, heiß!“
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.03.2026 um 22:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


