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TSMC steht im Zentrum des globalen KI-Booms. Die Nachfrage nach modernen Chips wächst schneller, als das Management selbst erwartet hatte.
Ohne TSMC läuft fast nichts
TSMC ist der weltweit wichtigste Auftragsfertiger für Halbleiter und nimmt eine zentrale Rolle in der globalen Technologiebranche ein. Obwohl der Name vielen Verbrauchern kaum bekannt ist, stammen die Chips in zahlreichen Alltagsgeräten aus den Fabriken des Unternehmens. Prozessoren für iPhones, Grafikchips von NVIDIA, KI-Beschleuniger sowie zahlreiche weitere Hochleistungshalbleiter werden von TSMC produziert und bilden das Rückgrat der digitalen Welt.
Der entscheidende Wettbewerbsvorteil liegt im Geschäftsmodell. Als reine Auftragsfertigung entwickelt TSMC keine eigenen Chips und steht damit nicht in Konkurrenz zu seinen Kunden. Unternehmen wie Apple, NVIDIA, AMD, Qualcomm oder Broadcom können ihre modernsten Designs fertigen lassen, ohne einen potenziellen Wettbewerber zu stärken.
Hinzu kommen enorme Markteintrittsbarrieren. Der Bau moderner Chipfabriken erfordert Investitionen in Milliardenhöhe, jahrelange Entwicklungsarbeit und hochspezialisiertes Know-how.
Welches Ausmaß das inzwischen angenommen hat, dazu später mehr.
Dadurch ist ein technologischer Vorsprung entstanden, den selbst finanzstarke Konkurrenten kurzfristig kaum aufholen können. Besonders deutlich zeigt sich das bei den modernsten Fertigungsverfahren: Bei 5-Nanometer-Chips hält TSMC einen Weltmarktanteil von über 80 Prozent, bei der 3-Nanometer-Technologie sogar mehr als 90 Prozent.
TSMC zündet die nächste Wachstumsstufe
Im jüngsten Quartal hat sich die außergewöhnliche Dynamik konsequent fortgesetzt. Der Gewinn lag mit 4,31 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 3,82 USD. Mit einem Umsatz von 40,2 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen erfüllt.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 34 % und einem Gewinnsprung um 37 %.
Die operative Marge hat sich von 60,3 auf 67,7 % verbessert. Auch die Investitionen wurden deutlich ausgeweitet: Mit einer Quartals-Capex von 15,7 Mrd. USD investiert der Konzern so viel wie nie zuvor in den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten.
Noch beeindruckender fällt der Ausblick aus. Für das dritte Quartal stellt TSMC einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Mrd. USD in Aussicht und liegt damit klar über den Markterwartungen in Höhe von 42,6 Mrd. USD.
Auch bei den Margen rechnet das Management weiterhin mit einem außergewöhnlich hohen Profitabilitätsniveau.
Besonders optimistisch zeigt sich das Unternehmen beim langfristigen Wachstum. Für 2026 stellt TSMC nun ein Umsatzwachstum von über 40 % in Aussicht, nach den zuvor prognostizierten „über 30 %“.
Das Tempo nimmt weiter zu: Ausbau soll beschleunigt werden
Treiber bleiben vor allem Künstliche Intelligenz, High-Performance-Computing und der Ausbau moderner 5G-Infrastrukturen. Nach Einschätzung des Managements dürfte die Nachfrage nach KI-Chips mindestens bis 2029 oder 2030 sehr stark bleiben („management expects AI demand to remain „very strong“ through 2029 or 2030“).
Der Vorstand betont sogar, dass sich die KI-Nachfrage stärker entwickelt als noch vor wenigen Monaten erwartet („AI demand is “stronger and stronger and stronger” versus TSMC’s prior mid- to high-50% five-year AI accelerator CAGR outlook“).
Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, erhöht TSMC seine Investitionspläne deutlich. Die geplanten Investitionen für 2026 wurden von 52–56 auf 60–64 Mrd. USD erhöht.
Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen zusätzliche Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar in den USA. Damit summiert sich das geplante US-Engagement auf insgesamt 265 Milliarden US-Dollar. Die Expansion stärkt zwar die strategische Position gegenüber den großen US-Kunden aus dem KI-Bereich, bringt aufgrund deutlich höherer Produktionskosten außerhalb Taiwans jedoch auch Belastungen für die Margen mit sich.
Das Management rechnet mittelfristig mit einem negativen Effekt auf die Bruttomarge um drei bis vier Prozentpunkte.
Die Expansion belastet die Margen
Dennoch bleibt der Ausblick ausgesprochen positiv. TSMC sieht weiterhin eine erhebliche Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bei modernsten Fertigungskapazitäten, insbesondere im 2-Nanometer-Bereich.
Die Produktionskapazitäten dieser Hochleistungschips sollen bis 2028 um 70 % p.a. ausgebaut werden.
Gleichzeitig betont der Vorstand, trotz der hohen Nachfrage keine sprunghaften Preiserhöhungen durchsetzen zu wollen. Statt kurzfristige Gewinne zu maximieren, setzt TSMC auf nachhaltiges Wachstum und langfristige Partnerschaften mit seinen Kunden.
Der langfristige Ausblick ist beeindruckend, doch die steigenden Investitionen haben an der Börse zu einer gewissen Zurückhaltung geführt. Die erste Reaktion auf die Quartalszahlen und den neuen Ausblick war leicht negativ.
Aber unter dem Strich ist das Fazit eindeutig: Die weltweite Nachfrage übersteigt das Angebot und Taiwan Semi baut daher die Kapazitäten noch schneller aus als bisher angenommen, um der Lage Herr zu werden.
All das geschieht nicht zu Lasten der Profitabilität. Taiwan Semi hat die Preise und Margen leicht erhöht, um diesem Faktor Rechnung zu tragen.
Den Konsensschätzungen zufolge wird das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr um 59 % auf 16,68 USD je Aktie steigen.
TSMC kommt demnach auf eine forward P/E von 23,9.
Im kommenden Jahr soll das Ergebnis auf 21,24 USD je Aktie steigen. Wie schnell sich die Konsensschätzungen jedoch ändern können, zeigt der letzte Artikel zum Unternehmen.
Als ich diesen in der vergangenen Woche veröffentlicht habe, wurde für das laufende Geschäftsjahr noch ein Ergebnis von 15,82 USD je Aktie und für das kommende ein Ergebnis von 20,58 USD je Aktie erwartet.

Taiwan Semi ist zum langfristigen Aufwärtstrend zurückgekommen und im ersten Anlauf daran abgeprallt.
Bleiben die Bullen jetzt am Ball, wäre ein Rebound in Richtung 415 USD möglich. Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit Kurszielen bei 450 und 475 USD.
Werden die Aufwärtstrends durchbrochen, muss mit Kursverlusten in Richtung 300 – 325 USD gerechnet werden.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.07.2026 um 15:38 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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