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SÜSS MicroTec Aktie Prognose SÜSS MicroTec: Ist das jetzt langsam das Ende der Fahnenstange?

News: Aktuelle Analyse der SÜSS MicroTec Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der SÜSS MicroTec Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.03.2026 um 22:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der für die Halbleiterindustrie fertigende Anlagenbauer SÜSS MicroTec legte am Montag sein Ergebnis für 2025 sowie einen Ausblick auf 2026 vor. Der Ausblick enttäuschte, aber in zunächst stark gedrückte Kurse hinein kamen Käufe auf. Wie muss man das einordnen?

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 30.03.2026, Kurs 48,88 Euro, Kürzel: SMHN | Online Broker LYNX
SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 30.03.2026, Kurs 48,88 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Für das Jahr 2025 meldete der im TecDAX gelistete Chip-Spezialanlagenbauer einen Umsatz von 503 Millionen Euro nach 446,7 Millionen im Jahr 2024. Doch damit endete bereits die „problemlose Zone“ bei den 2025er-Zahlen. Der Auftragseingang lag wegen einer rückläufigen Nachfrage bei chinesischen Kunden nur bei 471,8 Millionen Euro und damit unter dem Umsatz. Zugleich kam die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von 16,7 Prozent im Jahr 2024 auf 13,1 Prozent im Jahr 2025 zurück. Zwar hatte SÜSS MicroTec selbst die Zielzone bei 11 bis 13 Prozent angesetzt, so dass die Marge letztlich knapp über dem oberen Ende der eigenen Ziele lag. Aber gut war der Margen-Rückgang dadurch ja nicht.

Trotzdem lagen diese Werte im Rahmen oder knapp über der durchschnittlichen Analystenprognose, wären also kein Grund gewesen, die Aktie zu Handelsbeginn wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen, immerhin lag der Abschlag am Tagestief bei satten 18,6 Prozent. Das lag am Ausblick auf das laufende Jahr, denn einer der da genannten Werte lag keineswegs im Rahmen der bisherigen Erwartungen: die EBIT-Marge.

Während der Umsatzausblick seitens SÜSS MicroTec auf 425 bis 485 Millionen Euro angesetzt wurde und damit komfortabel um die durchschnittliche Prognose der Analysten von 445 Millionen herum lag, sieht das Unternehmen die EBIT-Marge nach den 13,1 Prozent im Vorjahr nur noch bei acht bis zehn Prozent. Das war deutlich unter der bisherigen Konsens-Schätzung von 11,6 Prozent. Und das hieße, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern im laufenden Jahr in einer Spanne zwischen 34 und 48,5 Millionen Euro liegen würde – deutlich unter den 69,5 Millionen des Vorjahres. Bisher waren die Analysten im Schnitt von etwa 52 Millionen ausgegangen.

Kein Wunder also, dass das negativ honoriert wurde. Es wirkt vielmehr wie ein Wunder, dass es gelang, das Minus angesichts einer solchen Prognose am Tagesende auf 6,27 Prozent zu reduzieren. Was trieb die Käufer da um?

Expertenmeinung: Es war eine typische Reaktion auf das Wort „Übergangsjahr“– und genau das tauchte in der Meldung des Unternehmens auf. SÜSS MicroTec erklärte, dass 2026 ein Jahr werde, das zwar rückläufige Zahlen bringen werde, die anstehenden, neuen Produkte danach aber die Basis für profitables Wachstum in den kommenden Jahren sein würden. Und man kam gleich mit weit nach vorne reichenden Zielen um die Ecke: 2030, so SÜSS, wolle man einen Umsatz im Bereich 750 bis 900 Millionen erreichen und die für 2026 auf acht bis zehn Prozent angesetzte EBIT-Marge auf 20 bis 22 Prozent steigern.

Käme es so, wäre die Aktie hier und heute mit Blick auf 2030 billig. Doch wer hat den langen Atem, heute mit Blick auf Ziele zu kaufen und investiert zu bleiben, die vier Jahre entfernt liegen und deren Erreichen niemand garantieren kann? Wer gestern kaufte, hakte Ende März bereits das Jahr 2026 ab und blickte nach vorne. Das ist eine recht wacklige Basis für einen stabilen Aufwärtstrend … indem sich die Aktie derzeit auch gar nicht befindet.

Ein mittelfristig bärisches Signal wäre zwar erst im Fall eines Bruchs der markanten Unterstützungszone 37,04 zu 39,90 Euro gegeben. Aber auch, wenn das Sommerhoch 2025 bei 47,48 Euro zum Handelsende verteidigt wurde, bullisch wäre die Aktie erst wieder, wenn es gelingt, die am Montag unterbotene November-Aufwärtstrendlinie mit Schlusskursen über 52,50 Euro zurückzuerobern und damit zugleich das Minus des Montags komplett zu egalisieren. Aber auch dann wäre Vorsicht geboten. Zum einen, weil SÜSS MicroTec eine hochvolatile Aktie ist, zum anderen, weil Käufe auf Basis von weit in der Zukunft liegenden Unternehmenszielen immer hochspekulativ sind.

Quellen:
Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, Ausblick auf 2026, 30.03.2026:
https://www.suss.com/de/news/corporate-news/2026/suss-hat-im-geschaeftsjahr-2025-alle-prognosewerte-erreicht-und-einen-neuen-rekordumsatz-erzielt

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.01.2026 um 22:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wenn die Schwankungsintensität bei einer Aktie plötzlich auffallend zunimmt, sollte es plausible Argumente dafür geben. Bei SÜSS MicroTec ging es in der vergangenen Woche zu wie in einer Achterbahn … aber es fehlte an Gründen dafür. Da sollte man aufpassen.

Bis zu neuen Bilanzdaten ist es beim Hersteller von Spezialanwendungen für die Halbleiterindustrie noch lange hin: Die nächsten Zahlen, die dann auch das vierte Quartal beleuchten, stehen erst mit der 2025er-Gesamtjahresbilanz am 30. März an. Sofern keine vorläufigen Zahlen gemeldet würden. Aber da kam zuletzt nichts aus dieser Richtung, was die immensen Schwankungen der Aktie hätte auslösen können. Nach einem ruhigen Montag ging es bei SÜSS-Aktie zu wie in der Achterbahn. Erst ein kräftiger Anstieg, dann ein 2 Tage währender Abverkauf, gestern dann eine Gegenreaktion nach oben. Handelsspanne in dieser vergangenen Woche: vom Tief aus gerechnet: 19 Prozent. Zu viel, um es zu ignorieren.

Man würde allerdings fündig, wenn man nach Auslösern sucht, die außerhalb der Situation und Perspektive von SÜSS MicroTec liegen: Die ASML Holding legte am Mittwoch ihre Quartalszahlen nebst Ausblick auf 2026 vor. Aber diese Zahlen fielen hervorragend aus – warum also sollte SÜSS MicroTec, die als Zulieferer für die Chipindustrie immerhin im selben Sektor agieren, daraufhin derart schwanken? Weil es ASML auch tat? Das ist höchstwahrscheinlich der Grund für diese immense Volatilität. Nur ist es kein guter.

Expertenmeinung: Nicht gut, weil schon bei ASML Kursschwankungen auftraten, die den Eindruck erwecken, dass hier gefährlich viel Spekulation auf immens hohem Kursniveau vorliegt. Erst erreichte die ASML-Aktie als Reaktion auf die sogar besser als prognostiziert ausgefallenen Zahlen ein neues Rekordhoch, dann rutschte sie ins Minus. Am Donnerstag wurde ein Erholungsversuch abverkauft, am Freitag gelang es, eine Gegenbewegung ins europäische Handelsende zu retten. Die SÜSS MicroTec-Aktie bewegte sich dazu wie ein Schatten. Derart starke Kursausschläge, die nur „nachmachen“, was beim größten der Chipindustrie-Zulieferer im Kurs passiert? Das zeugt nicht von vernunftbezogenem Trading. Und wenn sich der Faktor Vernunft verabschiedet, steigt das Risiko.

Zudem ist das nicht gut, weil es keinen Grund gibt, zu unterstellen, dass das, was bei ASML in Sachen Aufträge, Umsatz, Marge und Gewinn passiert, automatisch auch bei SÜSS so aussehen müsste, nur weil man im selben Metier arbeitet.

Fazit: Diese Achterbahnfahrt zeigt auf, dass wir uns bei dieser Aktie in einer zunehmend riskanten Phase bewegen, in der irrationale Faktoren starke Reaktionen auslösen können. Daher sollte ein Schlusskurs unterhalb des Vorwochen-Verlaufstiefs bei 46,16 Euro, der dann auch den Bruch der Kreuzunterstützung aus 20-Tage-Linie und dem Hoch des vergangenen Sommers bedeuten würde, unbedingt als Anhalt für eine konsequente Stopp-Absicherung in Betracht gezogen werden.

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 30.01.2026, Kurs 49,78 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 30.01.2026, Kurs 49,78 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.11.2025 um 16:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Chartbild von SÜSS MicroTec ist zwar höchst originell, aber in dem ungewöhnlichen Kursverlauf der letzten Monate steckt viel Spekulation. Derzeit gleicht man ein negatives „Ist“ durch große Erwartungen an die Zukunft aus … die indes leider nie sicher vorhersagbar ist.

Der Kursverlauf der letzten Monate ist von Kurslücken geprägt, die nicht nur ungewöhnlich zahlreich, sondern auch ungewöhnlich groß ausfallen. Basis dieser abrupten Kursimpulse waren Zahlen bzw. Aussagen des Unternehmens. Im Juli enttäuschten Quartalszahlen die Anleger, man erkannte, dass 2025 kein so gutes Jahr werden würde, wie man das vom für die Chipindustrie fertigenden Anlagenbauer erwartet hatte. Doch einige ließen sich nicht entmutigen und kauften in die gedrückten Kurse hinein. Fast hätte die SÜSS-Aktie dadurch die Abwärtslücke vom Juli wieder geschlossen … aber dann kamen Ende Oktober Vorab-Zahlen zum dritten Quartal nebst gesenkter Gesamtjahresprognose.

Wieder war die Aktie am Boden. Und wieder zog sie an. Auslöser waren die am 6. November präsentierten endgültigen Quartalszahlen. Die kannte man zwar. Aber es kam ein Statement des SÜSS MicroTec-Chefs, das die Trader wieder in Wallung versetzte: Der CEO schrieb, dass man im 4. Quartal auf Basis konkreter Kundenanfragen jetzt mit einer sehr deutlichen Belebung des Auftragseingangs rechne. Und schon ging es mit der Achterbahn wieder aufwärts. Knapp unterhalb des Kreuzwiderstands aus Juni-Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie war dann allerdings erst einmal Schluss … bis gestern.

Denn am Montag war bei SÜSS MicroTec Kapitalmarkttag. Und den nutzte man, um weit in die Zukunft zu blicken, was ja in den letzten Jahren immer mehr in Mode gekommen ist, obwohl man auch und gerade in den Chefetagen von Unternehmen wissen sollte, dass die Zukunft immer auch das Unerwartete beinhaltet. Vor allem, wenn man – wie hier der Fall – fünf Jahre vorausblickt und für das Jahr 2030 Ziele formuliert. Die indes äußerst positiv daherkamen:

Expertenmeinung: Ausgehend von der 2025er-Umsatzprognose von 470 bis 510 Millionen Euro will SÜSS bis 2030 einen Umsatz zwischen 750 und 900 Millionen erreichen. Zugleich soll die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von 11 bis 13 Prozent im laufenden Jahr deutlich auf 20 bis 22 Prozent zulegen.

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 17.11.2025, Kurs 36,62 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Die Aktie machte am Montagmorgen einen Satz nach oben und war sofort über dem Kreuzwiderstand bei 35,30/35,90 Euro, an dem sie zuvor nicht vorbeigekommen war. Sogar das Oktober-Verlaufshoch bei 37,34 Euro wurde erreicht und intraday kurz überboten. Aber dann setzten Abgaben ein. Die waren zwar zu dünn, um das Plus allzu sehr zu verringern, am Ende standen immer noch stattliche +8,34 Prozent zu Buche. Aber sie zeigten, dass einige Marktteilnehmer diese ambitionierten Ziele als das einordneten, was sie nun einmal sind:

Als ambitionierte Ziele. Niemand könnte sicher absehen, wie sich die wirtschaftliche Lage insgesamt und bei SÜSS MicroTec im Besonderen im Jahr 2030 darstellt. Was man erreichen will und was man erreichen wird, ist schon zu oft zweierlei bei allen möglichen, auch sehr großen Konzernen gewesen, um diese Ziele als in Stein gemeißelte Blicke in die Zukunft ansehen zu dürfen. Und heute zu kaufen mit Blick auf etwas, das in fünf Jahren sein könnte, ist ohnehin eine eher verwegene Idee. Aktuell backt man bei SÜSS noch weit kleinere Brötchen. Und ob die so schnell verdaut werden, dass es gelingt, die Aktie auch noch über die nächsten Charthürden und mit Schlusskursen über dem Juni-Hoch bei 47,48 Euro sogar in einen mittelfristigen Befreiungsschlag zu tragen, ist zumindest fraglich.

Quellenangaben: Aussagen des Kapitalmarkttages vom 17.11.2025:
https://www.suss.com/de/investor-relations/pressemitteilungen/corporate/suss-stellt-auf-dem-capital-markets-day-ambitionierte-plane-fur-weiteres-umsatzwachstum-und-eine-nachhaltige-margensteigerung-vor/1104724916

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.11.2025 um 22:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ende Oktober meldete SÜSS MicroTec ein schwaches 3. Quartal und senkte die Margen-Prognose für das Gesamtjahr. Die Aktie brach ein. Gestern kamen endgültige Zahlen – und ein positiver Ausblick für das 4. Quartal. Die Aktie stieg. Was denn nun, Daumen hoch oder runter?

Man fragt sich, ob die gestern im Zuge der endgültigen Ergebnisse getätigten Statements wirklich nur gut eine Woche vorher, als der Hersteller von Anlagen und Prozesslösungen für den Halbleiterbereich vorläufige Ergebnisse vorstellte, nicht absehbar waren. Denn wenn dem doch so war, hätte man den Abgabedruck, der am 28. Oktober auf die Vorabzahlen folgte, deutlich mindern können. Klar ist: Momentan läuft es nicht, wie man sich das vorstellt.

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 06.11.2025, Kurs 30,10 Euro, Kürzel: SMHN | Online Broker LYNX
SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 06.11.2025, Kurs 30,10 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Der CEO nannte das 3. Quartal „insgesamt nicht zufriedenstellend“. SÜSS MicroTec erzielte im Sommerquartal einen Umsatz von 118 Millionen Euro, das waren 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zum Gewinn machte das Unternehmen zwar keine konkreten Angaben, aber den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte man sich ausrechnen, weil SÜSS die EBIT-Marge nannte. Die war bereits Ende Oktober gemeldet worden und lag bei 10,5 Prozent. Klar unter der durchschnittlichen Analysten-Prognose, die bis Ende Oktober galt. Und noch klarer unter den 16,9 Prozent, die im 3. Quartal 2024 erzielt wurden. Daraus errechnete sich ein EBIT von 12,39 Millionen Euro nach 17,32 Millionen im Jahr zuvor. Nicht gut.

SÜSS MicroTec senkte daraufhin die Gesamtjahresprognose in Bezug auf die EBIT-Marge von zuvor 13 bis 15 auf 11 bis 13 Prozent. Die Anleger zogen die Reißleine, die Aktie brach um gut 27 Prozent ein. Gestern stieg sie nach den testierten Zahlen um 12,9 Prozent. Was war jetzt anders als Ende Oktober?

Expertenmeinung: Im Endeffekt nur ein Satz, der in der Quartalsmeldung zu finden war. Der CEO schrieb, dass man im 4. Quartal auf Basis konkreter Kundenanfragen jetzt mit einer sehr deutlichen Belebung des Auftragseingangs rechne. Das brachte einen Kurssprung der Aktie hervor. Aber der Chart zeigt, dass der Kurs noch weit davon entfernt ist, die Abwärtslücke zu schließen, die durch die Prognosesenkung am Abend des 27. Oktober aufgerissen wurde. Was noch nicht ist, kann noch werden, könnte man zwar sagen. Aber kann man dem Braten trauen?

Man sollte ihn zumindest äußerst vorsichtig beäugen. Denn in diesem vierten Quartal bleibt es bei nennenswerter Kostenbelastung durch einen neuen Standort in Taiwan. Zudem verschieben sich einige Projekte ins Jahr 2026. Effekte steigender Aufträge würde man also nicht vor dem ersten Quartal sehen. Und bis SÜSS darüber berichtet, ist es Frühjahr 2026. Zumal: Der CEO schrieb von steigenden Kundenanfragen und nicht davon, dass da jetzt bereits ein kräftiger Schub besiegelter, neuer Aufträge auf dem Tisch läge.

Daher steht dieses „Auf“ nach dem vorherigen, drastischen „Ab“ auf hinreichend dünnen Beinchen, um bei SÜSS zunächst besser in der Beobachter-Rolle zu bleiben. Zumal der Kurs gestern vom Tageshoch ein Stück zurückkam und vorerst weiter unterhalb von allen wichtigen Charthürden notiert, die zu überwinden für einen Befreiungsschlag nötig wären.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.10.2025 um 22:03 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Juli gab es bei der Aktie des Anlagenbauers SÜSS MicroTec einen Crash, gestern gab es mit -27,39 Prozent schon den nächsten. Die Aktie landete in einer Unterstützungszone … könnte das eine Gelegenheit sein, hier billig einzusteigen?

Am Montagabend nach Handelsende legte der für die Halbleiterindustrie fertigende Anlagenbauer seine vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal vor. Schon die Überschrift machte klar: Das wird für die Aktie nicht gut ausgehen. Denn die Formulierung „deutlich unter Markterwartung“ machte klar: Hier lief etwas ganz und gar nicht so, wie sich das diejenigen gedacht hatten, die die SÜSS MicroTec-Aktie seit Anfang September von 24,00 auf in der Spitze 38,42 Euro und damit um bis zu 60 Prozent nach oben gekauft hatten.

Zwar kamen keine Aussagen zu Umsatz und Gewinn im dritten Quartal, aber zur Gewinnmarge. Die lag auf EBIT-Basis, d. h. vor Zinsen und Steuern, bei 10,5 Prozent und damit in der Tat deutlich niedriger als die 12,5 Prozent, die seitens der Analysten erwartet wurden. Das veranlasste den Vorstand, die Gesamtjahresprognose anzupassen. Zwar geht man unverändert von einem Jahresumsatz zwischen 470 und 510 Millionen Euro aus, senkte die Prognosespanne für die EBIT-Marge aber von bislang 13 bis 15 auf 11 bis 13 Prozent.

Grob könnte man daraus ableiten, dass der Gewinn am Ende irgendwo zwischen 20 und 30 Prozent niedriger liegen könnte als gedacht. Und in dieser Dimension hatte die Aktie dann ja auch als Reaktion auf diese Meldung am Dienstag verloren. Warum also nicht einfach zugreifen? Zumal der Kurs durch diesen Kurseinbruch an das obere Ende einer aus den beiden Tiefs vom April und September bei 24,00 zu 26,68 Euro gebildeten Unterstützungszone gerutscht ist. Diese Unterstützungszone könnte doch halten?

Expertenmeinung: Könnte sie. Aber das ist offen genug, um sich besser nicht darauf zu verlassen. Erstens, weil die SÜSS-Aktie auch nach dem Kurseinbruch von Ende Juli, als erstmals die 2025er-Prognose gesenkt werden musste, eine Zeit lang deutlich weiter verkauft wurde. Zweitens, weil eine erneute Prognosesenkung psychologisch noch heftiger wirkt als nur eine, sprich die erste. Und vor allem drittens sollte zur Vorsicht mahnen:

SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 29.10.2025, Kurs 26,30 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SÜSS MicroTec Aktie: Chart vom 29.10.2025, Kurs 26,30 Euro, Kürzel: SMHN | Quelle: TWS

Die vorherige Kaufwelle hatte darauf basiert, dass man unterstellte, dass Investitionsgüter-Hersteller für den Halbleiterbereich durch den bereits zum x-ten Mal erneut ausgerufenen KI-Boom doch profitieren müssten. Aber bislang ist das bei SÜSS MicroTec (und nicht nur dort) nicht der Fall. Und die Aussage, dass man die Prognose senkt, weil sich aus Sicht des Vorstands auch im vierten Quartal keine substanzielle Verbesserung abzeichnet, und der Umstand, dass der Auftragseingang des dritten Quartals mit 70 Millionen Euro unerfreulich gering ausfiel, zeigen:

Dieses KI-Kaufargument lässt sich kurzfristig nicht mehr ausgraben. Daher ist die Chance, dass die Aktie an dieser Supportzone auf dem Absatz kehrtmacht und dann tatsächlich auch über diesem Bereich 24,00 zu 26,68 Euro bleibt, gering genug, um als Fazit zu formulieren: Lieber nicht in ein fallendes Messer greifen!

Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des 3. Quartals, 27.10.2025
https://www.suss.com/de/investor-relations/ad-hoc-releases/vorlaufige-geschaftszahlen-von-suss-fur-das-dritte-quartal-2025-deutlich-unterhalb-der-markterwartung-prognose-fur-die-bruttomarge-und-die-ebit-marge-im-geschaftsjahr-2025-reduziert/743433816

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.