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Rekordumsätze, steigende Margen und Expansion in den USA. Warum spiegelt sich das nicht im Kurs von Sixt wider?
Endlich wachgeküsst?
Die heutige Kursreaktion auf die Quartalszahlen ist zwar positiv, aber im Endeffekt fliegt Sixt nach wie vor unter dem Radar. Der Kurs tritt seit Jahren auf der Stelle, obwohl die operativen Erfolge nicht mehr von der Hand zu weisen sind.
Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr konnte der Umsatz von 4,00 auf 4,28 Mrd. Euro gesteigert werden.
Die EBT-Marge verbesserte sich von 8,4 auf 9,4 %. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte um 19,5 % auf 400,5 Mio. Euro gesteigert werden, nach 335,2 Mio. Euro im Vorjahr.
Zum Wachstum haben alle Kernmärkte beigetragen. In Deutschland war das Plus mit 2,8 % moderat, das Europa-Geschäft verzeichnete jedoch ein Umsatzplus von 12,6 % auf 1,7 Mrd. Euro.
In den USA wurde ein währungsbereinigtes Wachstum von 9,0 % auf 1,4 Mrd. Euro erzielt. Damit hat sich der Umsatz in den USA seit 2019 nahezu verdreifacht.
Sixt ist zum Global Player aufgestiegen
Damit ist Sixt etwas gelungen, woran etliche andere Autovermietungen gescheitert sind. Der US-Markt ist stark konsolidiert und wurde bisher von Enterprise, Hertz, Avis und ihren Tochtergesellschaften beherrscht. Sixt ist erfolgreich in diesen Markt vorgedrungen und hat sich nennenswerte Marktanteile gesichert.
Meines Erachtens liegt die Zukunft des Konzerns in den USA.
Der dortige Markt bietet am meisten Raum für Wachstum und erhebliches Potenzial. Dass es gleichzeitig auch im Europa-Geschäft außerhalb Deutschlands zu erheblichem Wachstum kommt, macht die Sache nicht schlechter.
Perspektivisch wäre es jedoch möglich, dass Sixt in den USA mehr verdienen wird als im Heimatmarkt und in Europa zusammen.
Das liegt unter anderem auch an der Strategie, die man dort verfolgt. Sixt setzt in den USA konsequent auf Flughäfen und dürfte Ende des Jahres bereits an den 52 wichtigsten Drehkreuzen des Landes präsent gewesen sein.
Stamm- vs. Vorzugsaktie
Den vorläufigen Zahlen zufolge ist das Ergebnis je Vorzugsaktie von 5,21 auf 6,10 Euro je Aktie gestiegen. Trotz des heutigen Kursanstiegs liegt das KGV der Vorzugsaktie demnach nur bei etwa 9.
Bei Sixt sollten Privatanleger auf die Vorzugsaktie und nicht auf die Stammaktie setzen. Das Stimmrecht der Stammaktie ist faktisch nutzlos, da die Mehrheit der Stimmen durch die Familie Sixt gehalten wird.
Die Vorzugsaktie ist etwa 10 Euro günstiger und bietet dadurch eine wesentlich höhere Dividendenrendite – 6,0 % statt 4,9 %.
Der Vorstand hat eine Dividende von 3,20 Euro je Stammaktie und 3,22 Euro je Vorzugsaktie vorgeschlagen, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg um 18,5 % entspricht.
Die nächste Hauptversammlung wird voraussichtlich am 17. Juni stattfinden. Die Ausschüttung der Dividende dürfte unmittelbar danach erfolgen.
Nach Gewinnsprung und vor Gewinnsprung?
Trotz geopolitischer Unsicherheiten und moderater makroökonomischer Prognosen erwartet SIXT für 2026 einen erneuten Umsatzrekord zwischen 4,45 und 4,60 Mrd. Euro sowie eine EBT-Rendite im Bereich von 10 %.
SIXT setzt dabei auch 2026 seinen strategischen Kurs konsequent fort: Dazu gehört neben der weiteren Umsetzung seiner Premiumstrategie, Investitionen in Technologie und Automatisierung, dem Wachstum in allen regionalen Segmenten, vor allem erneut eine bewusst knappe und in volatilen Zeiten noch diszipliniertere Flottensteuerung, die eine hohe Auslastung und stabile Profitabilität sicherstellt.
Im Klartext bedeutet das, dass Sixt einen Rekordumsatz erwartet und gleichzeitig eine zunehmende Profitabilität.
Der Ausblick entspricht einem Anstieg des Vorsteuergewinns (EBT) von 400,5 Mio. Euro auf mindestens 445 Mio. Euro.
Dazu passen die derzeitigen Konsensschätzungen, die für 2026 einen Gewinnsprung um 15 % auf 7,00 Euro je Aktie vorsehen.
Die Vorzugsaktie kommt demnach auf ein KGVe von 7,7. Damit liegt die Bewertung unter den historischen Normalwerten. Unterstellt man auch nur ein KGV von 10, müsste die Aktie bis Ende des Jahres auf 70 Euro steigen.

Gelingt jetzt ein Anstieg über 55 Euro, würde das den Weg in Richtung 56,50 Euro freimachen. Darüber würde es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 60,00–61,50 Euro oder sogar 63,50 und 65,80 Euro kommen.
Fällt die Aktie jedoch unter 53 Euro zurück, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan. In diesem Szenario müssen erneute Kursverluste bis in den Bereich 50–51 Euro eingeplant werden.
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