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Am Dienstagmorgen hatte ich Siltronic an dieser Stelle wegen einer deutlichen Anhebung des Kursziels vorgestellt. Die Käufe als Reaktion darauf kamen erst einmal nicht weit. Denn am Dienstagabend kam eine Meldung, deren Bedeutung man nicht unterschätzen sollte.
Es ist zwar eine Binsenweisheit, aber doch ein Spruch, dem man an der Börse immer wieder begegnet: Schlau handelt, wer billig kauft und teuer verkauft. Aber gilt das nur für Anleger? Nein, warum sollte es. Nicht anders denken und handeln Unternehmen, die Aktien anderer Unternehmen im Portfolio halten, weil es sich dabei um Tochterunternehmen handelt, die man an die Börse gebracht hat. So, wie es in Bezug auf Siltronic für Wacker Chemie gilt.
Und am Dienstagabend kam unverhofft die Mitteilung, dass die „Mutter“ Wacker Chemie im sogenannten „beschleunigten Bookbuilding-Verfahren“ 2,2 Millionen Siltronic-Aktien an institutionelle Investoren verkauft hat. Privatanleger waren dabei, wie üblich bei einem solchen Prozedere, nicht gefragt worden. Damit hat Wacker 6,7 Prozent des Siltronic-Grundkapitals abgegeben und seine Beteiligung am Wafer-Hersteller auf rund 15 Prozent reduziert.
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Expertenmeinung: Dass Wacker Chemie das irgendwann tun würde, war bekannt. Eine Reduzierung des Siltronic-Anteils auf diese Größe von 15 Prozent war schon lange kommuniziert worden. Aber das „Wann“ und der Preis waren etwas, das zumindest besondere Aufmerksamkeit verdient. Denn wie gesagt: Gemeinhin verkauft man, wenn man der Ansicht ist, dass man dabei einen guten Preis erzielt, sprich nach oben vorerst wenig mehr zu erwarten wäre.
Und diese Meinung hatte man bei Wacker Chemie offenbar und war sogar bereit, die Aktien mit einem sehr ordentlichen Rabatt abzugeben. Denn während die Siltronic-Aktie am Abend des 22. September mit 82,75 Euro aus dem Xetra-Handel ging, gingen die an die institutionellen Investoren verkauften Aktien zu 77,25 Euro und damit ganze 5,50 Euro billiger über die Theke.
Dass die Siltronic-Aktie daraufhin umgehend auf dem Absatz kehrte und am Donnerstagabend dann sogar unter den „Rabatt-Preis“ des Wacker-Verkaufs fiel, deutet an, dass so mancher Marktteilnehmer das Zeichen verstanden hat. Immerhin agiert Siltronic derzeit in der Verlustzone. Einem auch für 2027 noch erwarteten Minus beim Gewinn steht allein die Hoffnung gegenüber, dass der KI-/Chip-Boom so lange und intensiv weitergehen wird, dass Siltronic in der Zukunft wieder goldene Zeiten bevorstehen werden. Würde man das bei Wacker Chemie genauso sehen und erwarten, dass die Aktie der „Tochter“ aus der im Chart zu sehenden Dreiecksformation nach oben ausbrechen könnte … hätte man dann ausgerechnet jetzt verkauft?

Dadurch ist die Chance für ein bullisches Signal für den Moment erst einmal vom Tisch, sodass man jetzt wohl umso mehr gut daran täte, einem tatsächlichen Ausbruch aus dem Dreieck und über das markante Hoch vom August bei 91,60 Euro nicht vorzugreifen.
Quellenangaben:
Meldung über den Verkauf von Anteilen durch Wacker Chemie, 22.09.2026: https://www.wacker.com/cms/de-de/press-and-media/press/press-releases/2026/press-releases-detail-2026-318144.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/WAF.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.09.2026 um 22:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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