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Siltronic legte am Mittwoch seine Quartalszahlen vor. Die Aktie fiel anfangs bis zu 8,56 Prozent, schloss dann aber, trotz verfehlter Analystenerwartungen, 7,07 Prozent im Plus. So etwas sieht man nicht alle Tage – was war da los?
Die Ergebnisse des ersten Quartals waren schlecht: Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut elf Prozent auf 306,5 Millionen Euro, die Experten hatten im Vorfeld einen zumindest etwas weniger schwachen Umsatz von 312,1 Millionen geschätzt. Die EBITDA-Marge fiel auf 21,2 Prozent nach 22,6 Prozent ein Jahr zuvor. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kam von 78,3 auf 65,1 Millionen Euro zurück. Nicht gut. Und dass im Zuge der Quartalsmitteilung von einem „anspruchsvollen Marktumfeld“ die Rede war, macht klar: Gemütlich werden die kommenden Quartale eher nicht.
Wie kann es dann sein, dass eine anfangs deutlich abrutschende Aktie zum Ende des Handelstages so deutlich ins Plus läuft? Der Chart zeigt, dass dadurch eine lange, weiße Kerze in einer ungewöhnlichen Größe entstand und darüber hinaus auch noch das vorherige Verlaufshoch, am vergangenen Freitag bei 74,95 Euro markiert, überboten wurde. Irgendetwas muss also die vorherige „Goldgräberstimmung“ bei der im Vorfeld auffallend stark gestiegenen Aktie aufrechterhalten haben. Und ja, man konnte, wenn man es denn wollte, zwischen den trüben Zahlen auch etwas Positives finden:
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Expertenmeinung: Im Statement des Vorstandschefs Heckmeier fand sich die Aussage, dass sich das Wachstum in den KI-getriebenen Endmärkten weiter verstärkt habe. Das klingt nach anziehenden Umsätzen. Er schrieb allerdings auch, dass Kapazitätsengpässe und hohe Lagerbestände weiter ein Problem seien. Man musste sich also die Rosinen aus dem Gesamtbild herauspicken, um in fallende Kurse hinein zuzugreifen, wie es die Trader gestern taten.
Zwar hoben einige Analysten im Angesicht dieses Zahlenwerks ihre Kursziele an, was dem bullischen Lager grundsätzlich Rückenwind lieferte. Aber nur bei Jefferies ging es mit 83 Euro über den aktuellen Kurs hinaus, die anderen Anhebungen gingen auf 55 Euro (MWB Research) und 70 Euro (DZ Bank). Im Schnitt liegen die Analysten-Kursziele aktuell bei 59,40 Euro und damit sehr weit unter dem gestern erreichten, neuen Jahreshoch.

Da steckt jetzt also eine Menge Zuversicht im Kurs drin. Ein solches Niveau wäre eigentlich nur dann zu rechtfertigen, wenn man sicher sein könnte, dass der verhaltene Optimismus des Unternehmens tiefgestapelt ist und in Sachen Wafer-Nachfrage absolut nichts Neues dazwischenkommt. Und das kann bzw. sollte man nicht sein, daher:
Wer hier weiter hart am Wind segeln will, sollte zumindest mit konsequenten Stop-Loss-Absicherungen arbeiten, wobei sich das gestrige Tages-Verlaufstief bei 64,05 Euro, zugleich derzeit auch der Level der 20-Tage-Linie, als Anhalt anbieten würde. Wer hier weniger risikofreudig agieren möchte, könnte sich überlegen, dieses Signal eines gewagt hohen Optimismus als Anlass für ein paar Gewinnmitnahmen zu nehmen.
Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 29.04.2026:
https://www.siltronic.com/de/presse/presseinformationen/siltronic-schliesst-erstes-quartal-2026-im-rahmen-der-erwartungen-ab.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/WAF.DE/analyst-insights/
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