Durch den kräftigen Abwärtsimpuls zu Wochenbeginn findet sich das bärische Lager bei Siemens Energy jetzt in einer idealen Position wieder: Der Bereich, dessen Unterschreiten eine Toppbildung vollenden würde, wurde erreicht, aber: Er wurde noch nicht unterboten!
Dass der Versuch, die Aktie von Siemens Energy zurück über die 200-Tage-Linie zu heben, misslang, basierte auf mehreren negativen Faktoren: steigende Zinsen, gestiegene Energiepreise und zuletzt, am Wochenende, die Warnungen vor einem zu hohen Entwicklungstempo bei der KI. All das unterminierte die Erwartungen an in den kommenden Jahren weiter zügig steigende Unternehmensgewinne. Denn Investitionen werden dadurch teurer, tendenziell weniger rentabel und, würde die Forderung, bei der KI erst einmal mehr Zeit für das Thema Sicherheit bereitzustellen, umgesetzt, in die Länge gezogen.
Doch auch wenn der Kurs des Energietechnik-Unternehmens durch letztere Aussagen zum Thema KI am Wochenende mit einem kräftigen Abschlag in die Woche startete und dadurch bis auf die untere Begrenzung der für eine Toppbildung zu brechenden Supportzone 130,90 zu 133,30 Euro lief: Durchbrochen wurde diese Zone bislang nicht, der Verkaufsdruck riss bereits am Dienstag ab. Der Haken aus Sicht derer, die hoffen, dass diese Unterstützungszone zum Sprungbrett eines Befreiungsschlags wird, statt wie eine Falltür zu wirken, ist: Von einem dynamischen Schwenk nach oben sieht man bislang auch noch nichts.

Damit ist diese Situation weiter offen und wird mit jedem Tag, der vergeht, ohne dass erkennbar würde, wie sich das kurzfristige Patt auflöst, spannender. Denn damit steigt der Druck im Kessel, sprich, die Nerven der Trader werden dünner. Was erfahrungsgemäß eher über kurz als über lang zu einem kräftigen Impuls führt. Was würde für die bullische, was für die bärische Seite sprechen?
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Siemens Energy Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Auf dem derzeitigen Kursniveau sind Argumente, die einen weiterführenden, größeren Abwärtsimpuls unterfüttern würden, dünn gesät. Zwar spricht das Chartbild eine andere Sprache. Aber angenommen, die Energiepreise blieben hoch, würden tendenziell andere Bereiche der Energietechnik mehr Fahrt aufnehmen, das müsste Siemens Energy nicht ausbremsen. Und höhere Zinsen und die Warnung vor einem zu hohen Tempo in Bezug auf die KI-Entwicklung würden zwar dem aktuell noch unterstellten Wachstumstempo den Schwung nehmen. Aber ist das wirklich ein Problem?
Das wäre eines, wenn die Aktie noch im Bereich ihres bisherigen Rekordhochs bei 191,66 Euro notieren würde, denn dann wäre ein schnelles, rasantes Wachstum zwingend, um die an diesem Hoch auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 43 gestiegene Bewertung zu rechtfertigen. So aber liegt die Bewertung derzeit für das am 30. September endende Geschäftsjahr 2025/2026 bei 30. Da könnte das derzeit von den Analysten avisierte Gewinnwachstum, das im Schnitt für die kommenden zwei Geschäftsjahre bei 35 Prozent liegt, auch kleiner ausfallen. Trotzdem wäre die Bewertung nicht so hoch, dass der Kurs deswegen absturzgefährdet wäre.
Entsprechend positiv ist die Stimmung unter den Analysten. 19 der 25 Experten, die Siemens Energy aktuell einstufen, sagen „Kaufen“. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit mit gut 196 Euro sogar über dem bisherigen Verlaufshoch der Aktie. Zwar mag es sein, dass einige Analysten ihre Kursziele im Licht von teurem Öl, höheren Zinsen und der offenen Diskussion um das Wachstumstempo der KI nach unten korrigieren. Aber auf den Kopf stellen dürfte dies das positive Bild, das von diesen Einschätzungen insgesamt ausgeht, vermutlich nicht.
Was indes fehlt, ist ein Befreiungsschlag, der die Aktie aus der jetzt im Feuer stehenden, charttechnischen Schlüsselzone wegholt. Ein ganz entscheidender Schritt zugunsten der aktuell mit dem Rücken zur Wand stehenden Bullen wäre es, die Linie zu überwinden, an der der Kurs letzte Woche nach tagelangem „Anklopfen“ nach unten abgedreht war, sprich: Siemens Energy müsste über der aktuell bei 151,90 Euro laufenden 200-Tage-Linie schließen. Dann, aber eben erst dann, wäre hier erst einmal die Kuh vom Eis.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ENR.DE/analyst-insights/
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.09.2026 um 21:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Sie möchten ein Depot für Ihre GmbH, AG oder UG eröffnen und Betriebsvermögen in Wertpapieren anlegen? Informieren Sie sich jetzt über unser Wertpapierdepot für Geschäftskunden: Mehr zum Firmendepot über LYNX




