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Die Spekulation bei KI-nahen Unternehmen, Halbleitertiteln sowie deren Ausrüstern ist zwar noch nicht wieder voll entbrannt, doch viele dieser Aktien tendierten in den letzten Wochen aufwärts. Doch Siemens Energy tut sich auffallend schwer. Müsste das nicht anders sein?
Überall auf der Welt schießen aufgrund der Expansion im KI-Bereich neue Rechenzentren aus dem Boden. Die Aktien von Bau- und Energiekonzernen waren dadurch im Kielwasser des KI-Booms gesucht. Und Siemens Energy ist ein Energietechnik-Unternehmen, produziert, was man für Energieerzeugung und Energietransfer braucht. Wer bei KI und Halbleitern zugreift, müsste also eigentlich auch bei Siemens Energy dabei sein … oder nicht?
Das Chartbild deutet an, dass dieser gedankliche Automatismus aktuell nicht greift. Zwar gelang es Mitte September, die markante, auf das März-Tief zurückgehende Unterstützungslinie bei 130,90 Euro zu verteidigen. Aber nach einem ersten Anstieg als Reaktion darauf trat die Aktie bald auf der Stelle – unterhalb der 200-Tage-Linie und unterhalb der im Mai etablierten Abwärtstrendlinie. Diesen Kreuzwiderstand zwischen aktuell 151,50 und 153,50 Euro müsste der Kurs überwinden, um ein bullisches Signal zu erzeugen.

Allzu weit weg davon notiert die Aktie aktuell nicht, trotzdem zeigt sich, zumindest bislang, noch kein Wille, diese Chance auf einen Befreiungsschlag zu nutzen. Was könnte es sein, das die Käufer zurückhaltend stimmt?
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Expertenmeinung: Es könnte daran liegen, dass das Wachstumstempo bei Siemens Energy bislang nicht so dynamisch daherkommt, wie sich das manche im Zuge der Super-Hausse zwischen Herbst 2024 und Frühjahr 2026 womöglich vorgestellt hatten. Dass der Konzern vom KI-Thema profitiert, ist zwar unstrittig. Zugleich läuft auch die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa wieder besser. Aber deswegen muss der Gewinn pro Aktie nicht zwingend so rasant steigen wie bei so manchem Halbleiter-Hersteller.
Für das am 30.9. beendete Geschäftsjahr 2025/2026 läge die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzung der Analysten bei etwa 32. Das wäre angemessen, wenn Siemens Energy im jetzt begonnenen Geschäftsjahr die aktuelle Erwartung eines um 40 Prozent steigenden Gewinns pro Aktie erfüllt. Für 2027/2028 sieht man dann noch einmal einen Gewinnanstieg um 30 Prozent. Aber angemessen ist nicht das Gleiche wie billig.
Und im Zuge der Ergebnisse zum dritten Quartal, das am 30. Juni endete, meldete das Unternehmen zwar einen Rekord-Auftragseingang. Aber trotzdem legte dieser im Vergleich zum Vorjahr nur um 8,5 Prozent zu. Beim Umsatz lag die Steigerung bei 18,5 Prozent. Das löst keine „Goldgräberstimmung“ aus. Zumal der Auftragsbestand gewaltig ist, was in Sachen Gewinndynamik nicht zwingend positiv sein muss. Die Neuaufträge in diesem Quartal von April bis Juni lagen bei 17,9 Milliarden, der Auftragsbestand bei 162 Milliarden Euro. Das deutet an, dass da einiges an älteren Aufträgen dabei ist, das erst einmal zu womöglich niedrigeren Gewinnmargen abgearbeitet werden muss.
Die derzeitige Zurückhaltung könnte also darauf beruhen, dass viele der Ansicht sind, dass eine gewisse Bindung an das KI-Thema nicht automatisch untypisch teure Bewertungen rechtfertigt. Da werden die Ergebnisse dieses gerade beendeten Quartals womöglich richtungsweisend, nur muss man auf diese noch bis zum 11. November warten, sofern Siemens Energy nicht mit Vorab-Ergebnissen aufwartet. Ob es gelingt, sich schon im Vorfeld dieser Bilanzzahlen nach oben abzusetzen, muss sich zeigen … einem solchen Ausbruch über die Abwärtstrendlinie und die 200-Tage-Linie im Vertrauen auf starke Ergebnisse vorzugreifen, wäre jedenfalls ein höchst gewagter Gedanke.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.10.2026 um 23:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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