Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

ServiceNow Aktie Prognose ServiceNow: Das ist ein seismischer Umbruch

News: Aktuelle Analyse der ServiceNow Aktie

von | |

Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Vorherige Analysen der ServiceNow Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Manchmal ist Panik ein Geschenk – jedenfalls für alle, die mutig zugegriffen haben. Ausblick und Quartalszahlen zeigen: Das Unternehmen ist stärker denn je.           

Manchmal ist Panik ein Geschenk

Kürzlich hatte ich die Frage gestellt, ob man den Crash nicht nutzen und damit beginnen sollte, die Perlen einzusammeln (Jetzt die Perlen einsammeln?). Die Antwort darauf haben wir inzwischen erhalten.
ServiceNow ist seitdem von 794 auf 938 USD gestiegen.

ServiceNow Aktie: Chart vom 25.04.2025, Kurs: 938 USD - Kürzel: NOW | Online Broker LYNX
ServiceNow Aktie: Chart vom 25.04.2025, Kurs: 938 USD – Kürzel: NOW | Quelle: TWS

Ich hatte damals aufgezeigt, dass der Abverkauf bei ServiceNow wenig Sinn ergibt. Zitat: „Auf Platz 11 der Kellerkinder taucht mit ServiceNow jedoch ein Unternehmen auf, bei dem der Abverkauf vollkommen unverständlich erscheint.“

ServiceNow hatte die Erwartungen übertroffen, das Geschäft lief blendend und es gab auch keine anderen Neuigkeiten, die einen Abverkauf in diesem Umfang (-45%) auch nur annähernd gerechtfertigt hätte.

Zitat: „Nach einer Begründung für den Kursverfall sucht man meiner Meinung nach vergeblich. Es scheint schlichtweg so zu sein, dass unter 1.000 USD eine Lawine von Stopps ausgelöst wurde und dann schrittweise eine Panik entstanden ist.“

Wieder wach?

Die jüngsten Quartalszahlen vom 23. April scheinen einige Anleger wachgerüttelt zu haben. Jedenfalls wurde dadurch auch ein Kurssprung um 15 % auf 938 USD ausgelöst.

Der Gewinn lag mit 4,04 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 3,80 USD. Mit einem Umsatz von 3,09 Mrd. USD hat man die Analystenschätzungen von 3,08 Mrd. USD ebenfalls knapp übertroffen.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 18,5 % und einem Gewinnsprung von 18,5 %.
Der freie Cashflow konnte auf Jahressicht um 14,3 % auf 1,40 Mrd. USD gesteigert werden, die FCF-Marge lag bei 48 %.

Wie bereits in der letzten Analyse komme ich auch jetzt wieder zu demselben Fazit: „Perspektivisch stehen die Zeichen ebenfalls auf Wachstum.“

Denn der Wert der ausstehenden Aufträge (RPO, remaining performance obligations) ist um 25 % auf 22,1 Mrd. USD gestiegen. Zeitnah fallen davon 10,3 Mrd. USD an.

Daher hat man die Umsatzprognose für das Abo-Geschäft im laufenden Geschäftsjahr trotz negativer Währungseffekte von 12,60 – 12,70 auf 12,64 – 12,70 Mrd. USD leicht erhöht.

KI als Gamechanger – intern und extern!

ServiceNow hat starke Zahlen abgeliefert, die laut CEO Bill McDermott vor allem auf die führende Rolle des Unternehmens im Bereich KI für Unternehmen zurückzuführen sind.

Besonders stark habe sich die Performance im Bereich „Now Assist“ sowie bei neuen Verträgen gezeigt – hier habe man die eigenen Zielvorgaben deutlich übertroffen, was sich auch in einem signifikanten Anstieg des Auftragsbestands widerspiegle.

Auch intern habe der Einsatz von KI zu einer effizienteren Nutzung der Betriebskosten geführt und somit sowohl die Profitabilität als auch den freien Cashflow gestärkt. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten konzentrierten sich Unternehmen stärker auf die Maximierung ihrer Kapitalrendite und das Senken von Kosten – genau hier setze ServiceNow mit seiner Plattform an und sei in einer Vorreiterrolle, um mit KI noch mehr Wert für seine Kunden zu schaffen.

Die Zahl der „KI Pro+“-Verträge hat sich im Jahresvergleich mehr als vervierfacht. In 39 Fällen wurden sogar drei oder mehr Produkte in einem Deal kombiniert.

Auch die interne Nutzung generativer KI zeige Erfolge: Durch den KI-gesteuerten Vertriebsansatz konnte die Umwandlungsrate von Interessenten zu Kunden um das 16-Fache gesteigert werden, während 86 Prozent der Routinetätigkeiten automatisiert wurden.

Der erste Hype mit Substanz

Daher bleibe ich bei dem, was ich seit Jahren zum Thema zu sagen habe:
KI ist der erste berechtigte Hype, den ich in meiner Zeit an der Börse gesehen habe, und nicht mit all dem Unsinn zu vergleichen, der bei Marihuana, Lithium, Wasserstoff, 3D-Druck und vielen anderen Fällen geschehen ist.

Die Gründe dafür sind simpel und ich habe sie in zahllosen Artikeln immer wieder aufgezeigt:
Die Anwendung liegt nicht in ferner Zukunft, sondern hat sofort begonnen, nachdem die dafür notwendigen Durchbrüche erzielt wurden. Das war spätestens Anfang 2023 der Fall, ChatGPT ging schon einige Monate zuvor live. Das führte unmittelbar zu Investitionen und weiteren Durchbrüchen in allen möglichen Bereichen.

Darüber hinaus waren die meisten „KI-Aktien“, egal ob ServiceNow oder Nvidia, auch ohne KI bereits hochprofitable Milliardenkonzerne. Ihr Geschäft hatte Substanz und wurde durch KI zusätzlich befeuert.
Das steht in einem diametralen Gegensatz zu den meisten Aktien in den zuvor angesprochenen Hype-Sektoren – dort wurden größtenteils substanzlose und unprofitable Buden mit Milliardenbewertungen gehandelt.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Tesla, Deckers, West Pharma und ServiceNow gehören aktuell zu den größten Verlierern. Steckt in diesen Aktien vielleicht mehr Potenzial, als der Markt glaubt?

45 % Minus seit Jahreswechsel

Wenn es mal wieder crasht, lohnt sich immer auch ein Blick auf die Aktien, die am stärksten gefallen sind.
Mit einem Verlust von 45,0 % in diesem Jahr nimmt Tesla die wenig ruhmreiche Spitzenposition im S&P 500 ein.

Auf dem zweiten Platz liegt Deckers mit -40,4 %, doch zu dieser Aktie hatte ich bereits gestern etwas geschrieben. Darauf folgen einige Werte, deren Setup mir nicht sonderlich gefällt.
Zum Beispiel West Pharma mit -31,0 %. Da das Unternehmen bereits im letzten Jahr einen rückläufigen Gewinn verzeichnet hat und es dieses Jahr vermutlich auch wird, sind die Kursverluste gut begründet.

Auf Platz 11 der Kellerkinder taucht mit ServiceNow jedoch ein Unternehmen auf, bei dem der Abverkauf vollkommen unverständlich erscheint.
Seitdem ServiceNow Ende Januar Quartalszahlen vorgelegt hat, ist die Aktie in den freien Fall übergegangen. Der Kurs ist von 1.200 auf 784 USD regelrecht kollabiert.

Ein Rätsel

Der Gewinn lag mit 3,67 USD je Aktie jedoch über den Erwartungen von 3,58 USD. Mit einem Umsatz von 2,96 Mrd. USD hat man die Analystenschätzungen von 2,95 Mrd. USD knapp übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 21 % und einem Gewinnsprung um 18 %.

Im gesamten Geschäftsjahr 2024 konnte der Umsatz um 22,5 % auf 10,98 Mrd. USD und der Gewinn um 29 % auf 13,92 USD je Aktie gesteigert werden.
Der freie Cashflow lag bei 3,46 Mrd. USD, wovon 1,40 Mrd. USD im Schlussquartal erzielt wurden.

Darüber hinaus wurden erneute Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 3,0 Mrd. USD beschlossen.

Perspektivisch stehen die Zeichen ebenfalls auf Wachstum, denn der Wert der ausstehenden Aufträge (RPO, remaining performance obligations) ist um 23 % auf 22,3 Mrd. USD gestiegen. Zeitnah fallen davon 10,3 Mrd. USD in Aussicht.

Nach einer Begründung für den Kursverfall sucht man meiner Meinung nach vergeblich. Es scheint schlichtweg so zu sein, dass unter 1.000 USD eine Lawine von Stopps ausgelöst wurde und dann schrittweise eine Panik entstanden ist.

Weitere Neuigkeiten?

Seit den Quartalszahlen gab es noch einige andere Neuigkeiten, aber keine davon ist ein Game-Changer und obendrein sind sie weitgehend positiv. ServiceNow hat beispielsweise die Partnerschaft mit Google Cloud ausgebaut und eine Integration in Oracle-Systeme erreicht.

In einem CNBC-Interview hat der CEO darauf hingewiesen, dass das KI-Geschäft im Schlussquartal um 150 % gewachsen ist – jedoch nicht im Vergleich zum Vorjahr, sondern zum vorangegangenen Quartal.

Anfang März stellte man weitere KI-Agenten für die Telekommunikationsbranche vor.

Gestern gab man die Übernahme von Moveworks für 2,85 Mrd. USD bekannt. Wer das als Grund für den gestrigen Abverkauf von fast 8 % heranzieht, steht argumentativ auf wackeligen Beinen.
Denn der Kaufpreis entspricht weniger als 2 % des Börsenwerts von ServiceNow.

Ausblick und Bewertung

Für 2025 stellt man ein Umsatzplus von 18,5 – 19,0 % und einen leichten Anstieg der FCF-Marge von 31,5 % auf 32 % in Aussicht.
Das würde einem Anstieg des FCF von 3,46 auf 4,17 Mrd. USD entsprechen, also einem Plus von 21 %.

ServiceNow kommt demnach auf einen forward P/FCF von 38,7. Das ist absolut betrachtet nicht wenig. Aber es gibt auch wenige Unternehmen, die demnächst in das zehnte Geschäftsjahr in Folge mit einer FCF-Steigerung von über 20 % gehen und ein gut skalierbares Geschäftsmodell mit enormer Kundenbindung vorzeigen können.

Daher lag der P/FCF von ServiceNow seit dem Börsengang 2012 nie unter 33 und in den letzten fünf Jahren durchschnittlich bei 62.

Das KUV liegt derzeit bei 14,4 und forward bei 12,6. In den letzten fünf Jahren lag es durchschnittlich bei 18,7, obwohl die Profitabilität in dieser Zeit zugenommen hat.

ServiceNow Aktie: Chart vom 11.03.2025, Kurs: 784 USD - Kürzel: NOW | Online Broker LYNX
ServiceNow Aktie: Chart vom 11.03.2025, Kurs: 784 USD – Kürzel: NOW | Quelle: TWS

ServiceNow ist übergeordnet bullisch, kurzfristig jedoch angeschlagen. Sollte die Aktie die Unterstützung bei 793 – 810 USD nachhaltig durchbrechen, muss mit weiteren Kursverlusten bis etwa 740 USD und 680 – 700 USD gerechnet werden. Bei 680 USD wäre die Bewertung in etwa auf Allzeittief.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.