Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Schwäche internationaler Softwarewerte hinterließ auch beim bekannten deutschen Softwareunternehmen deutliche Spuren. In den vergangenen Monaten geriet die SAP-Aktie unter Druck und etablierte einen klaren Abwärtstrend mit tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Ende Januar beschleunigte sich die Abwärtsdynamik nochmals, ehe sich die Kurse knapp oberhalb der 160er-Zone stabilisieren konnten.
Dort setzte eine erste Gegenbewegung ein. Das Handelsvolumen zog phasenweise an, was auf zunehmendes Interesse institutioneller Marktteilnehmer hindeuten könnte. Dennoch bleibt die übergeordnete Struktur angeschlagen, da wichtige mittelfristige Durchschnittslinien weiterhin nach unten zeigen.
Expertenmeinung: Die aktuelle Stabilisierung könnte den Grundstein für eine Bodenbildung legen, sofern es gelingt, die im Chart eingezeichnete Formation nach oben zu verlassen und kurzfristige Widerstände zu überwinden. Eine nachhaltige Rückeroberung der 20-Tage-Linie könnte das Chartbild spürbar aufhellen.
Bleibt die Aktie jedoch unter Druck und fällt erneut unter die jüngsten Zwischentiefs, könnte sich der Abwärtstrend fortsetzen – die Erholung wäre dann eher als technische Zwischenphase einzuordnen.
Aussicht: Neutral
SAP Aktie: Chart vom 03.03.2026, Kurs: 165.02 EUR, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.03.2026 um 8:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der SAP Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.02.2026 um 21:39 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Seit dem im Februar 2025 bei 283,50 Euro markierten Rekordhoch kannte SAP nur den Weg nach unten. Doch jetzt hätte die Aktie eine Chance, mit Rückenwind von unerwarteter Seite zumindest auf kurzfristiger Ebene einen Boden zu vollenden – falls die Käufer dranbleiben.
Im Rahmen der persönlichen Einschätzungen zu Nvidias am Mittwochabend nach US-Handelsende vorgelegter Bilanz, dem Ausblick und den Perspektiven des Unternehmens ebenso wie der KI an sich sagte Nvidia-Chef Jensen Huang, dass er nicht davon ausgehe, dass diejenigen richtig lägen, die seit Januar massiv Software-Aktien in der Erwartung verkaufen, dass Software-Diensten von KI-Agenten der Rang abgelaufen wird. Er gehe davon aus, dass Unternehmen KI-Agenten haben wollen, die innerhalb von bestehenden Systemen wie denen von Salesforce oder SAP arbeiten und diese ergänzen und aufwerten, so dass die Nutzung dieser Software-Plattformen eher steigen statt sinken dürfte.
Dieses Statement aus berufenem Munde führte dazu, dass sehr viele Software-Aktien deutlich zulegten, der Sektor wurde am Donnerstag zum Tagesgewinner. Auch die SAP-Aktie profitierte und wurde mit +3,26 Prozent zur zweitstärksten Aktie im DAX. Ist der „KI-Spuk“ im Software-Sektor damit ausgestanden?
Expertenmeinung: Das muss sich erst noch herausstellen. Dass die Argumentation von Jensen Huang schlüssig klingt, steht außer Frage. Wie sich diese Entwicklung in der Zukunft aber konkret darstellen wird, ist dennoch offen. Ob Unternehmen wie SAP durch die KI-Entwicklung insgesamt am Ende sogar profitieren könnten, die Sache eher ohne große Folgen bleibt oder aber doch neue, anders strukturierte und enger mit KI verbundene Systeme in den Vordergrund treten, wird sich zeigen müssen.
Das hängt sehr von den individuellen Entscheidungen und Bedürfnissen der verschiedensten, als Kunden auftretenden Unternehmen ab. Zumal auch noch nicht absehbar ist, wer von den bisherigen Software-Giganten imstande sein wird, sich diesen veränderten Gegebenheiten schnell und effektiv anzupassen und wer am Ende tatsächlich auf der Strecke bleibt.
Letztlich ist es hier und heute vor allem eine „Glaubensfrage“ seitens der Marktteilnehmer. Und da ist es nun einmal in der Regel so, dass die Neigung, zum Optimismus zurückzukehren, sehr davon abhängt, ob man sich da in guter Gesellschaft wähnt, sprich: Erst müsste die SAP-Aktie den Kopf aus der charttechnischen Schlinge bekommen, indem erste Akteure den Kurs wenigstens aus der kurzfristigen Abwärtstendenz herauspauken, dann kann die Zahl derer, die hier wieder einsteigen, schnell wachsen. Und auch, wenn SAP am Donnerstag Boden gutmachte: Bis dieser Punkt erreicht wäre, muss noch mehr gelingen.
SAP Aktie: Chart vom 26.02.2026, Kurs 172,22 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Sie sehen im Chart, dass sich der Kurs zwar vom unteren Ende der seit Ende Januar geltenden Handelsspanne lösen konnte. Aber damit ist aus charttechnischer Sicht noch nichts gewonnen. Erst, wenn die SAP-Aktie den Kreuzwiderstand aus dem oberen Ende dieser Range und der unteren Begrenzung des nach unten durchbrochenen, mittelfristigen Abwärtstrendkanals bei 179 Euro überbietet, wäre die Aktie zumindest auf kurzfristiger Ebene wieder bullisch und hätte die Chance, in Richtung 200 Euro zu laufen. Das kann so kommen … aber eben nur, wenn die Einschätzungen von Nvidias CEO Huang auch in den kommenden Handelstagen noch Wirkung zeigen.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.02.2026 um 16:02 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der Kurssturz von SAP kam überraschend, aber nicht grundlos. Die Kernfrage ist jedoch, ob der Abverkauf gerechtfertigt ist.
Wenn Erwartungen enttäuscht werden
Der Kurssturz der SAP-Aktie kam für viele Anleger überraschend, hatte aber mehrere klar benennbare Ursachen. Als Hauptgrund für den Abverkauf wurde die enttäuschende Entwicklung im Cloud-Geschäft angeführt.
SAP gilt hier als einer der wichtigsten europäischen Hoffnungsträger, doch das Wachstum des Cloud-Backlogs fiel schwächer aus als prognostiziert. Das ist brisant, denn dieses Auftragsvolumen steht für künftige Umsätze. Als SAP zudem signalisierte, dass sich das Cloud-Wachstum 2026 verlangsamen könnte, kippte die Stimmung abrupt. Aus Zuversicht wurde Skepsis, was unmittelbar zu Verkaufsdruck geführt hat.
Hinzu kam, dass einzelne Kennzahlen die Erwartungen nicht erfüllt haben. Das reichte aus, um die Analysten nervös zu machen. Mehrere Banken und Researchhäuser senkten ihre Kursziele oder stuften die Aktie herab. In einem angespannten Marktumfeld wirken solche Signale wie Brandbeschleuniger.
Hinzu kommt das allgemein negative Sentiment für Softwareunternehmen. Steigende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung, gepaart mit Zweifeln an klassischen Geschäftsmodellen im Zeitalter künstlicher Intelligenz, belasten den gesamten Sektor.
SAP als KI-Verlierer?
Und KI wird derzeit ja ohnehin als Argument für alles genutzt, so auch im Fall von SAP. Im Zuge des Kurssturzes wurde SAP an einigen Stellen auch als KI-Verlierer bezeichnet. Greifbare Argumente für diese These habe ich jedoch nicht gefunden. Mir erschließt sich die Logik hinter diesem Gedanken auch nicht.
Die Produkte von SAP sind tief in die operativen Kernprozesse von Unternehmen eingebettet. Einkauf, Finanzbuchhaltung, Logistik, Personalwesen und Produktionsplanung sind hochkomplex, datenintensiv und geschäftskritisch.
KI dient hier als Tool, um die Effizienz zu steigern, aber nicht als Ersatzprodukt für SAP. KI-Anbieter haben auf diese Prozesse in der Regel überhaupt keinen direkten Zugriff, ganz im Gegensatz zu SAP.
Ferner verfügt SAP über einen strukturellen Vorteil, den reine KI-Firmen nicht haben: qualitativ hochwertige, unternehmensspezifische Daten. KI ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie arbeitet. Die wertvollsten Daten liegen nicht in offenen Modellen, sondern in ERP-Systemen. SAP kontrolliert diese Datenebene seit Jahrzehnten. Wer Geschäftsprozesse optimieren will, kommt an dieser Datenbasis kaum vorbei.
Wohl eher Psychologie
Darüber hinaus werden ERP-Systeme nicht leichtfertig ersetzt. Die Wechselkosten sind hoch, die Integrationen tief, die Risiken enorm. KI kann diese Systeme verbessern, beschleunigen und vereinfachen – sie ersetzt sie nicht.
SAP bietet genau das, was Unternehmenskunden benötigen: Kontrolle, Sicherheit, Compliance und Nachvollziehbarkeit. Viele generative KI-Lösungen sind für Unternehmen regulatorisch heikel oder operativ schwer beherrschbar und vor allem für größere Unternehmen als Alternative undenkbar.
Am Ende basiert das Narrativ vom „KI-Verlierer SAP“ aus meiner Sicht weniger auf Fakten als auf Börsenpsychologie.
Wirklich enttäuschend?
Doch all das ist nur meine Einschätzung. Man kann das vermutlich auch anders sehen. Am Ende steckt die Wahrheit in den Zahlen. Schauen wir sie uns also an.
Im Kern möchte ich in dieser Analyse vor allem auf die Frage eingehen, was „enttäuschend“ ist und was nicht. Die Quartalszahlen und der Ausblick von SAP wurden allgemein als enttäuschend bezeichnet, doch das liegt im Auge des Betrachters.
In diesem Fall dürfte die Trennlinie eindeutig sein. An der Börse wurde dem Umstand, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden, mehr Gewicht beigemessen – so ist das meistens. Für Investoren ist jedoch entscheidend, ob sich das Unternehmen in die richtige Richtung entwickelt, der Ausblick positiv ist und ob die Bewertung stimmt.
Im vierten Quartal konnte der Umsatz um 3 % auf 9,68 Mrd. Euro gesteigert werden, währungsbereinigt lag das Plus jedoch bei 9 % und somit nur knapp unter dem Wert für das gesamte Geschäftsjahr in Höhe von 11 %. Die Umsatzzahlen sind aber nach wie vor durch die Transformation in Richtung Cloud verzerrt.
Gewinn und Cashflow ziehen massiv an
Das Betriebsergebnis konnte im vierten Quartal um 27 % auf 1,90 Mrd. Euro gesteigert werden. Der Gewinn verbesserte sich um 16 % auf 1,62 Euro je Aktie. Davon kann man enttäuscht sein – oder auch nicht.
Das Betriebsergebnis konnte im Geschäftsjahr 2025 von 8,15 auf 10,42 Mrd. Euro verbessert werden, ein Plus von 31 %. Das Ergebnis je Aktie kletterte um 36 % von 4,53 auf 6,15 Euro je Aktie (beides Non-IFRS). Der freie Cashflow hat sich auf Jahressicht von 4,22 auf 8,24 Mrd. Euro nahezu verdoppelt. Auch davon kann man enttäuscht sein – oder eben nicht. Es liegt im Auge des Betrachters. Rational betrachtet ist es aber vollkommen klar, wie man derartige Geschäftszahlen einordnen sollte – das muss nicht weiter kommentiert werden.
Ausblick und Bewertung
Der Auftragseingang spricht dafür, dass sich die gute Entwicklung vorerst fortsetzen dürfte. Der Current Cloud Backlog konnte um 16 % auf 21,05 Mrd. Euro gesteigert werden. Währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 25 %.
Für 2026 stellt SAP einen Anstieg der Clouderlöse von 21,0 auf 25,8 – 26,2 Mrd. Euro in Aussicht, was einem Plus von 23 – 25 % entspricht. Die Cloud- und Softwareerlöse sollen von 32,54 auf 36,3 – 36,8 Mrd. Euro steigen und das Betriebsergebnis von 10,42 auf 11,9 – 12,3 Mrd. Euro.
Beim freien Cashflow erwartet man einen Anstieg von 8,24 auf 10 Mrd. Euro. SAP erwartet demnach einen Gewinnsprung um etwa 16 % und einen Anstieg des freien Cashflows um 22 %. Auch davon kann man enttäuscht sein – oder aber nicht.
SAP kommt demnach auf ein KGVe von 23,8 und einen forward P/FCF von 20,8. In Anbetracht von zweistelligen Wachstumsraten ist das vertretbar. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 26,3 und der P/FCF bei 27,5.
Im Zuge der Quartalszahlen wurde ein zweijähriges Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 10 Mrd. Euro beschlossen, was in etwa 5 % des Börsenwerts entspricht.
SAP Aktie: Chart vom 09.02.2026, Kurs: 173,42 EUR – Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Gelingt jetzt eine Rückkehr über 175 Euro, würde sich die Lage aus technischer Sicht entspannen. Über 183 Euro würde es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 200 und 214 Euro kommen.
Fällt die Aktie hingegen unter 165 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 148 – 150 Euro gerechnet werden.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.02.2026 um 7:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das deutsche Softwareunternehmen SAP präsentiert sich seit Monaten angeschlagen und die Kurse rutschen von einem Tief zum nächsten.
Lediglich im Oktober zeigte sich eine kurze Phase der Stabilisierung, doch auch diese Bewegung wurde von den Bären schnell wieder abverkauft. Die zuletzt veröffentlichten Quartalsergebnisse sorgten erneut für spürbaren Verkaufsdruck und bestätigten den bestehenden Abwärtstrend. Damit setzt sich die bärische Struktur der SAP-Aktie unverändert fort und lässt bislang keine nachhaltige Entlastung erkennen.
Expertenmeinung: Auch wenn die Aktie kurzfristig in eine überverkaufte Situation geraten ist, fehlt es weiterhin an klaren Umkehrsignalen. Der Verkaufsdruck scheint sich bislang nicht spürbar aufzulösen, sodass technische Gegenbewegungen eher korrektiven Charakter hätten.
Erst eine deutliche Veränderung der Trendstruktur würde das Bild aufhellen. Bis dahin bleibt SAP aus charttechnischer Sicht klar in den Fängen der Bären. Eine Entwarnung lässt sich derzeit kaum ableiten, auch wenn zuletzt Nachrichten über starke Insiderkäufe die Runde machten.
Aussicht: Bärisch
SAP Aktie: Chart vom 03.02.2026, Kurs: 167.30 EUR, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.01.2026 um 0:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die SAP-Aktie, zwischen Herbst 2022 und Anfang 2025 das Super-Zugpferd des DAX zur aktuell am schlechtesten performenden Aktie seit der Jahreswende würde? Und das, obwohl die vorgelegte 2025er-Bilanz eigentlich gut ausfiel!
„SAP erreicht Umsatzziele und übertrifft Ausblick für Betriebsergebnis (Non-IFRS) und Free Cashflow für das Gesamtjahr 2025.“ Mit dieser Aussage begann die Mitteilung zu den Ergebnissen des vierten Quartals sowie des Gesamtjahres 2025. Und in der Tat, die Zahlen sahen gut aus:
Der Umsatz legte im Gesamtjahr nicht währungsbereinigt um acht, währungsbereinigt um elf Prozent zu. Damit kam man auf 36,8 Milliarden Euro. Im Schnitt hatten die Analysten 36,9 Milliarden erwartet. Das lag also marginal unter der Konsenprognose. Doch die Margen entwickelten sich besser als gedacht, so dass trotzdem ein Nettoergebnis von 7,49 Milliarden Euro erreicht wurde, komfortabel über der Analysten-Schätzung von 7,07 Milliarden.
Natürlich mag es Marktteilnehmer geben, für die es trotzdem noch ein wenig mehr hätte sein müssen. Und natürlich könnte man monieren, dass im Software-Bereich in Sachen Wachstum nicht mehr viel los ist und SAP immer abhängiger vom Cloud-Sektor wird. Aber wie kann alleine das einen derart kapitalen Kurseinbruch auslösen? Da muss doch noch mehr gewesen sein? War der Ausblick auf 2026 womöglich ein Grund zur Besorgnis?
Expertenmeinung: Eher nicht, denn SAP sieht für das angelaufene Geschäftsjahr ein solides Gewinnwachstum zwischen 14 und 18 Prozent. Damit läge man gut im Bereich der bisherigen Experten-Schätzungen. Und dass SAP zudem noch ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro über zwei Jahre avisierte, unterstreicht: Im Unternehmen selbst ist man mit der Situation zufrieden.
Doch es fiel auf, dass als unmittelbare Reaktion auf die Bilanz neben vier neuen oder bestätigten Kurszielen von Analysten, die mit 270, zweimal 290 und einmal sogar 320 Euro meilenweit über dem aktuellen Kurs hereinkamen und allesamt mit „Kaufen“ einstuften, am Nachmittag die DZ Bank ihr Kursziel von 210 deutlich auf 150 Euro kappte und (wie schon zuvor) den Verkauf empfahl. Bislang ein Ausreißer unter den Analystenmeinungen, aber etwas anderes fiel gestern auf:
Nach der Bilanz von Microsoft vom Vorabend geriet die gesamte Software-Branche unter Druck. Microsoft selbst fiel am Donnerstag ebenfalls kräftig und scheint eine Art Sogwirkung ausgelöst zu haben. Der Grund dafür kann einer sein, der für die bereits seit einiger Zeit auffällige Underperformance der Software-Branche zumindest mit verantwortlich, wenn nicht sogar entscheidend war: Man fürchtet, dass die KI in absehbarer Zeit vieles, was die Software-Unternehmen heute entwickeln und liefern, ersetzen wird. Ob es wirklich so kommt, ist natürlich offen, aber so ganz abwegig ist diese Befürchtung nicht. So gesehen:
Ja, der Selloff bei SAP als Reaktion auf solide Zahlen und einen guten Ausblick war grundsätzlich überzogen. Aber wenn man sich überlegt, wie extrem hartnäckig und vor allem aus reinen Hoffnungen aufgebaut die KI-Hausse ausgefallen ist, sollte man einkalkulieren, dass die „dunkle Seite“ dieses KI-Hypes, sprich der Vorgriff auf den Druck, der von der KI-Entwicklung auf den Software-Sektor ausgehen könnte, nicht minder stur betrieben wird, was hieße:
Die SAP-Aktie hätte jetzt zwar mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 23 auf Basis der unternehmenseigenen 2026er-Gewinnprognose eine Bewertung, die so günstig wäre wie seit Jahren nicht mehr. Aber dieser „Spuk“ eines Software-Sterbens sitzt unübersehbar fest im Sattel. Sich da gegen den Trend zu stemmen, wäre brandgefährlich; man sollte idealerweise abwarten, bis der Sturm sich etwas legt und die Aktie Widerstände überwindet, die normalerweise von den Bären verteidigt würden.
Ein Indiz dafür wäre ein mit Schlusskursen über 182 Euro gelungener Wiedereintritt in den durch diesen gestrigen Kursrutsch nach unten verlassenen mittelfristigen Abwärtstrendkanal. Und auch dann wäre die Aktie nur wieder im Abwärtstrendkanal drin und keineswegs tatsächlich bullisch, und damit erst einmal nur ein interessantes Ziel für risikofreudige, kurzfristige Trader!
SAP Aktie: Chart vom 29.01.2026, Kurs 164,62 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.01.2026 um 20:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
SAP lief in den Jahren 2023 und 2024 wie auf Schienen immer höher. Im Februar 2025 endete die Hausse, seither läuft der Kurs in einem Abwärtstrend. Aber irgendwann müsste es ja mit dem Kursabstieg genug sein – warum dreht die Aktie nicht endlich nach oben?
Man könnte es kurz und knapp so ausdrücken: Der Markt neigt zu Übertreibungen – wobei das immer für beide Richtungen gilt. Und momentan kann man durchaus den Eindruck gewinnen, die SAP-Aktie überzieht es gerade auf der Unterseite. Aber das ist angesichts der „Vorgeschichte“ des Kurses gar nicht mal überraschend.
Als SAP im Februar 2025 bei 283,50 Euro ein Rekordhoch erreichte, kam man dadurch auf ein viel zu teures Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 47 auf Basis der aktuellen 2025er-Gewinnschätzung. Die zwar Anfang 2025 noch höher lag. Teuer war die Aktie indes trotzdem, weil eines schon damals klar wurde:
Die große Zeit des Wachstums für den ursprünglichen Kernbereich Software war vorbei. Der Cloud-Bereich musste es richten. Und ja, da ging und geht es vorwärts, aber nicht so dynamisch, wie man sich das im Zuge der zweijährigen Hausse, als die Cloud-Sparte rasant zulegte, für die Zukunft ausgemalt hatte. Und diese nachlassende Wachstumsdynamik hatten offenbar viele so nicht erwartet. Die Folge war ein Abwärtstrend, den zu brechen die letzten Quartalsbilanzen nicht imstande waren. Zu große Erwartungen erzeugen eben oft ein Extrem auf der Gegenseite: überzogenen Pessimismus.
Aber das ist kein Grund, zu unterstellen, dass dieser Kursabstieg jetzt immer so weitergehen müsste. Und die Chance, den Bann zu brechen, wäre jetzt durchaus vorhanden, denn:
Expertenmeinung: Sollte die momentan geltende, durchschnittliche Prognose für den 2026er-Gewinn pro Aktie in etwa richtig liegen, käme die SAP-Aktie jetzt nur noch auf ein KGV von 27. Das wäre beinahe als „günstig“ anzusehen, was auch dazu führt, dass 24 der 29 diese Aktie regelmäßig einschätzenden Analysten eine Kaufempfehlung abgeben und das durchschnittliche Kursziel der Experten derzeit mit 276 Euro dramatisch weit über dem aktuellen Kurs liegt. Das in nächster Zeit auch wirklich zu erreichen, wäre vermutlich ein wenig zu ambitioniert gedacht. Aber die Chance, diese stete Abwärtstendenz loszuwerden, wäre allemal da … unter zwei Voraussetzungen.
SAP Aktie: Chart vom 22.01.2026, Kurs 189,84 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Zum einen muss SAP mit dem Ergebnis des vierten Quartals überzeugen und idealerweise einen die Anleger mutiger machenden 2026er-Ausblick mitliefern. Und auf diese Zahlen und Aussagen müssen wir hier nicht mehr lange warten: Der Termin hierfür ist der 29. Januar, also der kommende Donnerstag.
Zum anderen müssen ermutigende Zahlen auch den entsprechenden Widerhall im Chartbild erzielen. Dafür würde es aber nicht reichen, in die Seitwärtsspanne zwischen 200 und 215 Euro zurückzulaufen, aus der SAP zuletzt nach unten herausfiel, nachdem zuvor ein Ausbruchsversuch auf der Oberseite fehlschlug. Die Aktie muss die Juli-Abwärtstrendlinie, die zu bezwingen man Mitte Januar angetreten war, überwinden. Dazu müsste SAP über 223 Euro schließen … was zwar ambitioniert wirkt. Aber wenn man bedenkt, dass die Aktie vor knapp zwei Wochen noch bis 219 Euro gelaufen war, wäre das kein Ding der Unmöglichkeit. Achten Sie auf diese Bilanzdaten am 29.1.!
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.