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Dass die Wachstumsdynamik bei SAP nachlässt, mag schon sein, darf aber eigentlich niemanden überraschen. Überraschend ist vielmehr das Ausmaß der Baisse dieser Aktie, wobei man die deutlich optimistischere Sicht der Analysten ignoriert. Könnte sich das ändern?
Gegenüber dem im Februar 2025 bei 283,50 Euro markierten Rekordhoch hatte sich der Kurs der SAP-Aktie im Verlauf dieses Monats glatt halbiert. Eine am Hoch ziemlich ambitionierte Bewertung wurde dadurch ungewöhnlich günstig: Für die durchschnittliche Gewinnprognose der Analysten von gut sieben Euro pro Aktie im laufenden Jahr läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis derzeit bei 21/22. Bei Software-Aktien liegt man im Schnitt um die 30, mal mehr, mal weniger, je nach Wachstumsperspektive. Aber knapp über 20, das ist untypisch.
Begründet wird das mit dem Argument, die KI werde an den Margen der Software-Unternehmen zehren, selbst dann, wenn sie – wie SAP es tut und viele andere Branchenkollegen ebenso – KI in ihre Systeme integriert. Aber muss das zu Umsatzschwund und Margendruck führen, egal, was passiert?
Noch weiß das niemand sicher. Wer wollte heute ernsthaft vorhersagen, wie sich die Marktlage und der Stand der Entwicklung in ein, zwei Jahren darstellt und wie die Kunden dann reagieren? Es ist eine Mutmaßung, die den Kurs immer weiter drückt, hier ebenso wie bei vielen anderen Software-Titeln rund um den Globus, und befeuert dadurch, dass man dem bärischen Lager bislang nicht das Gegenteil beweisen kann … mangels aktueller Zahlen. Und genau da wird es jetzt interessant.
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Expertenmeinung: Denn am kommenden Donnerstag, den 23. April, wird SAP abends nach US-Handelsende mit dem Ergebnis des ersten Quartals aufwarten. Und dann dürften auch aktuelle Aussagen zur Auftragslage und der Perspektive für 2026 kommen, so, wie SAP sie sieht. Sollte da nichts anstehen, was die Bären erfreut, könnte das womöglich zu einem „Game-Changer“ werden, denn so ganz ohne Risiko ist die bislang ziemlich stetige Abwärtsbewegung nicht, alleine, weil sie so auffallend entgegen den Ansichten der Analysten läuft.
Von den 28 Analysten, die SAP derzeit regelmäßig einschätzen, stufen 22 die Aktie mit „Kaufen“ ein, der Rest sieht sie als haltenswert an, niemand rät zum Verkauf. Und es ist nicht nur so, dass das durchschnittliche Kursziel der Experten mit aktuell knapp 227 Euro sehr weit über dem derzeitigen Kurs liegt. Die Aktie schloss gestern sogar weit unter dem niedrigsten aller Analysten-Kursziele von 170 Euro. Dort, bei den Experten, sieht man zwar auch das nachlassende Wachstumstempo. Aber keine schwere Krise durch KI. Und damit sollte das bärische Lager jetzt auf der Hut sein.
Sollte es gelingen, die Aktie klar über das Zwischenhoch des Freitags bei 159,40 Euro zu heben, wäre sie immerhin schon mal wieder in ihrer vorherigen, zwischen Ende Januar und Mitte März geltenden Handelsspanne zwischen 159,60 und 187,14 Euro. Ein mittelfristig positives Signal wäre zwar erst generiert, wenn die Aktie den Kreuzwiderstand zwischen 203 und 210 Euro überwindet. Aber sollte SAP auf diese übermorgen Abend erwarteten Quartalsergebnisse mit steigenden Kursen reagieren, wäre man hier vermutlich froh, nicht auf der Short-Seite zu stehen, denn derzeit wirkt es, als hätten die Bären den Bogen bereits ziemlich weit gespannt.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/SAP.DE/analyst-insights/
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