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Viele Zulieferer kämpfen mit den Herausforderungen der Elektromobilität. SAF könnte hingegen vor einem Gewinnsprung stehen.
Vom Dorfschmied zum Weltmarktführer
SAF-Holland ist ein Hersteller von fahrwerksbezogenen Baugruppen und Komponenten für Trailer, Lkw und Busse.
Bei Kernprodukten wie Achssystemen, Sattelkupplungen Stützwinden, Federungs- sowie Bremssystemen gehört SAF-Holland weltweit zu den Top-3-Anbietern.
Die Wurzeln des Konzerns reichen weit zurück. Die Geschichte der deutschen Sauer Achsenfabrik beginnt bereits 1881 in einer Dorfschmiede mit der Entwicklung eines neuartigen Pfluges. Die amerikanische Holland-Gruppe entstand Anfang des 20. Jahrhunderts rund um eine innovative Sicherheitskupplung für Pferdegespanne. Im Jahr 2005 wurden beide Unternehmen zusammengeführt und legten damit den Grundstein für den heutigen Konzern SAF-Holland.
Heute zählt das Unternehmen zu den weltweit führenden Anbietern von Fahrwerks- und Verbindungssystemen für Nutzfahrzeuge. Produziert werden Komponenten für Lkw, Trailer, Auflieger, Sattelauflieger und Busse.
Im Mittelpunkt stehen Bauteile, die enorme Lasten tragen, Fahrzeuge stabilisieren und die sichere Verbindung zwischen Zugmaschine und Anhänger gewährleisten.
Das Geschäftsmodell basiert auf zwei Ertragssäulen. Einerseits liefert SAF-Holland seine Produkte direkt an Fahrzeughersteller und profitiert von der Produktion neuer Nutzfahrzeuge.
Viel mehr als nur Achsen und Kupplungen
Andererseits erwirtschaftet der Konzern einen erheblichen Teil seines Umsatzes im Ersatzteil- und Servicegeschäft.
Dieser Bereich ist besonders attraktiv, da Lkw und Trailer oft über viele Jahre im Einsatz bleiben und regelmäßig gewartet werden müssen. Die große installierte Fahrzeugbasis sorgt deshalb für wiederkehrende Erlöse und macht das Geschäft weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen.
Aus Investorensicht ist vor allem die Positionierung innerhalb der Mobilitätswende interessant. Viele klassische Automobilzulieferer stehen unter erheblichem Druck. Die Umstellung auf Elektromobilität erfordert hohe Investitionen, während gleichzeitig zahlreiche bisher benötigte Komponenten wegfallen. Das verschärft den Wettbewerb und belastet die Profitabilität der Branche.
All das trifft auf SAF nur in geringem Maße zu, da das Unternehmen keine motorabhängigen Komponenten verkauft, sondern Produkte, die unabhängig von der Antriebsart benötigt werden.
Ob ein Lkw mit Diesel, Wasserstoff oder Batterie unterwegs ist, ändert nichts daran, dass Achsen, Federungen, Kupplungen und Fahrwerkskomponenten benötigt werden. Daher leidet SAF nicht an den für die Zuliefererbranche typischen Problemen.
Ist noch mehr drin?
Daher hatte ich mich in der Vergangenheit bereits positiv zur Aktie geäußert („SAF-Holland: KGV 7 und 5,3% Dividende. Der Gewinn von SAF steigt und steigt, die Aktie allerdings nicht. Wann schließt sich diese Lücke?“). Seitdem ist der Kurs von etwa 12 auf über 20 Euro gestiegen.
Da die Nachfrage nach neuen Trailern und Lkw in Europa und Nordamerika 2025 nach den starken Vorjahren nachgelassen hat, ist das Ergebnis von SAF im letzten Jahr spürbar gesunken.
Für 2026 erwarten die Prognostiker jedoch eine deutliche Gewinnsteigerung, da sich die Nutzfahrzeugmärkte wieder erholen sollen und die Kostenbasis durch die Effizienzmaßnahmen der vergangenen Jahre schlanker geworden ist.
Zusätzlich profitiert SAF Holland vom margenstarken Ersatzteilgeschäft, das weiter wächst und die Profitabilität stützt.
Ist das erste der Anfang?
Die letzten Monate deuten jedoch darauf hin, dass der Rebound bereits begonnen hat. Nach dem Umsatzeinbruch im dritten Quartal 2025 kam es im vierten Quartal zu einem Anstieg der Umsätze von 417,2 auf 425,6 Mio. Euro.
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wurde ein Umsatz von 451,7 Mio. Euro erreicht. Die EBIT-Marge lag mit 9,4 % fast wieder auf Vorjahresniveau.
Das EBT konnte auf Jahressicht von 20,6 auf 31,7 Mio. Euro erheblich gesteigert werden. Der Gewinn kletterte um 57 % auf 0,45 Euro je Aktie.
Dazu passen die Konsensschätzungen, die für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinnsprung um 45 % auf 1,60 Euro je Aktie vorsehen.
SAF kommt demnach auf ein KGVe von 12,6.
Darüber hinaus wird eine Anhebung der Dividende auf 0,80 Euro je Aktie erwartet, was einer Dividendenrendite von 3,97 % entspricht.

Wird das bisherige Jahreshoch überwunden, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit extrapolierten Kurszielen bei 23,25 und 25,00 Euro.
Fällt die Aktie hingegen unter 19,25 Euro zurück, muss mit einer Korrektur in Richtung 17,70 – 18,25 oder möglicherweise sogar bis zum Aufwärtstrend nahe 16 Euro gerechnet werden.
Für antizyklische Investoren könnte das eine Gelegenheit sein.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.06.2026 um 10:26 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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