Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Rheinmetall-Aktie startete zum Jahreswechsel mit deutlicher Dynamik. Zuvor bewegte sich das Papier mittelfristig in einer bärischen Trendstruktur, geprägt von tieferen Hochs und tieferen Tiefs.
Der plötzliche Schub weckte Hoffnungen auf eine nachhaltige Trendwende. Mit der neuen Aufwärtsdynamik näherten sich die Kurse sogar wieder der psychologisch wichtigen Marke von 2.000 EUR. Doch genau dort fehlte den Bullen die entscheidende Durchschlagskraft. Das bisherige Allzeithoch blieb außer Reichweite, stattdessen setzten zunehmend Gewinnmitnahmen ein. Diese entwickelten sich mittlerweile zu einer deutlichen Korrektur, welche die gesamten Gewinne seit Jahresbeginn wieder auslöschte. Besonders schwer wiegt aus technischer Sicht, dass das beim Ausbruch entstandene Gap inzwischen vollständig geschlossen und damit relativiert wurde. Solche Bewegungen gelten häufig als Schwächesignal, da sie auf fehlende Anschlusskäufe hindeuten.
Expertenmeinung: Charttechnisch hat sich das Bild deutlich eingetrübt. Die Rückkehr unter wichtige Ausbruchsniveaus spricht dafür, dass der Markt den jüngsten Anstieg vorerst als mögliches Fehlsignal einstuft. Entscheidend wird nun sein, ob sich im Bereich der Unterstützungen von November/Dezember knapp über 1.400 EUR eine Stabilisierung zeigt. Ohne erkennbare Bodenbildung könnte das Risiko weiterer Abgaben erhöht bleiben. Die Aktie wirkt angeschlagen, und ich senke meine Einschätzung auf „bärisch“.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.02.2026 um 7:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der Rheinmetall Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.02.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Rheinmetall wird das 2025er-Ergebnis nebst Ausblick erst am 11. März vorlegen. Aber am Mittwochabend hielt der Konzern einen sogenannten „Pre-Close-Analystencall“ ab. Dadurch wussten einige mehr als andere – und die Aktie sackte durch. Wird es eng für die Bullen?
Ein solcher „Pre-Close-Analystencall“ ist eine für Großinvestoren und/oder Analysten abgehaltene Telefonkonferenz, in der ein Unternehmen im Vorfeld offizieller Zahlen einem ausgewählten Kreis vorläufige Ergebnisse und Perspektiven mitteilt. Was in den letzten Jahren bei einigen Unternehmen „Mode“ wurde, aber natürlich der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, nicht gefallen kann. Aber ob das nun in nächster Zeit unterbunden wird oder nicht: Bei Rheinmetall gab es solche Vorab-Informationen am Mittwochabend. Und natürlich blieben diese Informationen nicht lange „geheim“, denn einige Analysten reagierten auf diese Aussagen umgehend und ließen auch durchblicken, wo es aus ihrer Sicht klemmt. Das zog auch bei den Händlern und automatisch danach bei den Anlegern Kreise … und sorgte für nachgebende Notierungen bei der Aktie.
Was da in diesem „Pre-Close-Call“ unangenehm aufstieß, war die Aussage, dass man bei Rheinmetall für 2026 mit einem Umsatz zwischen 13,2 und 14,1 Milliarden Euro rechne. Die bisherige, durchschnittliche Prognose der Analysten für den 2026er-Umsatz liegt aber mit 15,8 Milliarden deutlich höher. Zeigt das, dass die großen Erwartungen an ein rasantes Umsatzwachstum des Unternehmens, die entscheidend für die Hausse der Aktie waren, jetzt der Grundlage entbehren?
Expertenmeinung: Laut Analysten, die hier dabei waren, betonte Rheinmetall, dass man diese Zahlen eher als eine erste Indikation und nicht als eine in Stein gemeißelte Prognose ansehen solle. Was hieße: Es könnte auch besser laufen … muss es aber nicht. Aber auch, wenn die da in den Raum gestellten 2026er-Umsätze nicht überzeugen konnten: Der genannte, erwartete Auftragseingang könnte es durchaus, wenn es so käme wie da avisiert. Denn da wurden 80 Milliarden als mögliche Größe genannt, 67 Milliarden davon durch Aufträge der Bundesregierung bzw. der Bundeswehr. Das hieße ein auf Jahre hinaus prall gefülltes Auftragsbuch und eine Grundlage, um mit planbaren Eckdaten die Produktion auszubauen.
Ein echtes Drama war dieser „Pre-Close-Call“ also eher nicht. Richtig ist zwar, dass mehrere Analysten am Donnerstag als Reaktion auf diese Vorab-Informationen ihre Kursziele senkten, so dass dadurch auch die Anleger auf diese Informationen aufmerksam wurden. Aber diese Kursziel-Senkungen lagen in einer Größenordnung zwischen 100 und 200 Euro. Und die neuen Kursziele lagen mit 2.000 bis 2.130 Euro trotzdem weit über dem derzeitigen Kurs.
Alleine deswegen daraus zu schließen, dass hier viel Rauch um nichts produziert wurde, wäre indes womöglich unklug. Denn in einem nervös wirkenden Gesamtmarkt kann es durchaus schon reichen, wenn große Erwartungen ein klein wenig zurechtgestutzt werden, um einen Aktienkurs auch über den Tag der ersten Reaktion hinaus unter Druck zu setzen. Zumal das Chartbild der Aktie jetzt wieder kritisch daherkommt:
Wir sehen, dass die Rheinmetall-Aktie bereits zum Handelsende des Mittwochs unter die 200-Tage-Linie gerutscht war und sich mit dem erneuten Abschlag des Donnerstags der Supportzone zwischen 1.410 und 1.500 Euro annähert, deren Bruch ein breit angelegtes Topp vollenden würde, was man Ende 2025 gerade noch hatte ausbügeln können. Und die Bewertung ist, gerade im Licht des unerwartet niedrig angesetzten Umsatzausblicks, hoch genug, dass auch auf dem jetzt bereits gedrückten Niveau genug „Risiko“ im Kurs enthalten ist, um weitere Abgaben argumentativ zu unterfüttern. Daher: Ob dieser Sturm wirklich in seinem Wasserglas bleibt, ist offen genug, um dieses Minus nicht direkt als Einstiegschance anzusehen.
Quellen: Bericht der „Börsenzeitung“ zur Telefonkonferenz mit Analysten am 04.02.2026: https://www.boersen-zeitung.de/unternehmen-branchen/rheinmetall-kurssturz-nach-analystencall-alarmiert-bafin
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.01.2026 um 20:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Die erste Handelswoche des Jahres brachte beeindruckende Kursgewinne für die Rheinmetall-Aktie, dann aber fuhr sich der Kurs fest. Der gestrige Rücksetzer könnte jetzt sogar eine Korrektur einleiten … aber noch hätten die Bullen eine Chance, das abzuwenden.
Das gestrige Minus konnte nicht überraschen. Der US-Präsident kassierte nicht nur die am Wochenende angedrohten Zusatz-Zölle für diejenigen Länder in Europa, die ihm Dänemark in Sachen Grönland zu sehr unterstützt hatten. Er erklärte auch, dass er nicht vorhabe, seine Ambitionen in Bezug auf Grönland mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Und dann folgte am Donnerstag auch noch die Mitteilung, dass man sich in Sachen Sicherheitsgarantien mit der Ukraine einig geworden sei. Kurz:
Es entstand der Eindruck, dass die geopolitischen Risiken gesunken seien. Und das führte zu der üblichen Reaktion bei Aktien aus dem Verteidigungssektor: Die Kurse gaben nach. Seit fast einem Jahr folgen Aktien wie Rheinmetall der Entwicklung der Nachrichtenlage recht engmaschig, obgleich man eigentlich festhalten müsste:
Es geht, was die geopolitischen Spannungen angeht, um die übergeordnete Tendenz, nicht um einzelne Schlagzeilen. Denn wollte man Letzteren folgen, würde dabei ein hektisches Auf und Ab herauskommen. Das wir, wie der Chart zeigt, allerdings auch im Kursbild sehen, eben weil offensichtlich viele Akteure tatsächlich dem Nachrichtenticker folgen. Dafür aber ist das Minus des Donnerstags als Reaktion auf Trumps Absage an militärische Aktionen in Sachen Grönland und die Einigung mit der Ukraine jedoch auffallend klein … vor einigen Monaten wäre dabei vermutlich ein deutlich größerer Abschlag herausgekommen als die -3,4 Prozent, die wir für den gestrigen Handelstag verbuchen.
Expertenmeinung: Eine Schwalbe macht zwar bekanntlich noch keinen Sommer. Aber der Eindruck entsteht, dass genug Marktteilnehmer dieses „Rein und Raus“ bei den Verteidigungstiteln hinreichend leid sind, um die Sache ruhiger und trendkonformer anzugehen … bezogen auf die Charttechnik und auf das, was seitens des Unternehmens tatsächlich an Umsatz und Gewinn gemeldet und/oder erwartet wird. Das würde für Rheinmetall nicht nur ruhigeres Fahrwasser bedeuten, sondern auch die Chance, dass die Aktie doch noch an und über das bisherige Rekordhoch, erreicht am 3. Oktober bei 2.008 Euro, laufen könnte.
Wir sehen im Chart, dass der Kurs zwar in der das Rekordhoch einschließenden Widerstandszone 1.889 zu 2.008 Euro hängengeblieben war und jetzt aus ihr herausgerutscht ist. Aber zum einen hat der gestrige Handelstag einen „Doji“ erzeugt: Der Schlusskurs lag nicht nennenswert unter dem Eröffnungskurs. Nach der Abwärts-Kurslücke kam also kaum Verkaufsdruck hinterher. Zweitens gelang es, die 20-Tage-Linie auf Schlusskursbasis zu verteidigen und so die wichtige, im Chart dick schwarz markierte 200-Tage-Linie (derzeit um 1.716 Euro) auf Distanz zu halten.
Das ist für einen Tag, an dem man sich nicht gewundert hätte, dass Rüstungs-Aktien wie Fallobst daherkommen, moderat … und bietet der bullischen Seite die Basis, ihre Chancen auf der Oberseite aufrechtzuerhalten. Dazu sollte der Kurs aber zügig zurück in die Widerstandszone 1.889/2.008 Euro gelangen. Klappt das nicht und würde im Gegenteil die 200-Tage-Linie klar unterboten, wäre diese jetzt noch realistische Chance für einen erneuten Aufwärtsimpuls indes vom Tisch.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.01.2026 um 7:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die zuletzt gestiegenen geopolitischen Spannungen rund um Venezuela könnten der Käuferseite beim deutschen Rüstungskonzern zusätzlichen Rückenwind gegeben haben. Bis zum Jahreswechsel befand sich die Rheinmetall-Aktie noch in einem klar definierten Abwärtstrend, geprägt von tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Seit November notierten die Kurse zudem unter der fallenden 50-Tage-Linie – ein überwiegend bärisches Umfeld.
Doch seit Wochenbeginn hat sich das Bild merklich aufgehellt. Die Aktie legte deutlich zu, begleitet von neuem Momentum und wachsendem Kaufinteresse. Damit wurde die zuvor dominante bärische Trendphase vorerst unterbrochen, auch wenn der übergeordnete Trend noch nicht eindeutig gedreht hat.
Expertenmeinung: Der dynamische Anstieg spricht für eine Trendunterbrechung und den Übergang in ein neutraleres Marktumfeld. Entscheidend wird nun sein, ob sich Rheinmetall oberhalb der zurückeroberten Marken etablieren kann. Ein nachhaltiges Verbleiben der Kurse über der 50-Tage-Linie wäre ein wichtiges Signal, um die Stabilisierung zu untermauern.
Ohne Anschlusskäufe bleibt jedoch das Risiko bestehen, dass es sich lediglich um eine kräftige Gegenbewegung innerhalb eines größeren Korrekturzyklus handelt. Vorerst passe ich meine Aussicht von bärisch auf neutral an.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bearish
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bearish
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.12.2025 um 7:53 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des deutschen Rüstungskonzerns musste in den letzten Monaten spürbar Federn lassen. Dies war erwartbar und so hatte ich Ende Oktober die Aussichten auf die Rheinmetall-Aktie zunächst nach unten revidiert.
Ende November gingen wir von einer technischen Gegenreaktion aus – und genau diese trat ein. Allerdings konnte diese Erholung die übergeordnete Struktur nicht verändern: Die Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs blieb bestehen und stützt weiterhin einen eher bärischen Tenor. An der 50-Tage-Linie nutzten kurzfristig orientierte Anleger die Gelegenheit zur Gewinnmitnahme, woraufhin die Abwärtsbewegung erneut an Fahrt gewann. Aktuell bewegen sich die Kurse zwischen einer kurzfristigen Unterstützung im Bereich um 1.474 EUR und einem Widerstand um 1.663 EUR – eine Range, aus der die Aktie vorerst nicht ausbrechen konnte.
Expertenmeinung: Technisch bleibt Rheinmetall weiterhin in einem Abwärtstrend. Solange die Serie tieferer Hochs anhält, überwiegt tendenziell der Verkaufsdruck. Erst ein Ausbruch über den Widerstandsbereich bei 1.663 EUR würde das Bild spürbar aufhellen.
Auf der Unterseite gilt es wachsam zu bleiben: Sollte die Zone um 1.474 EUR brechen, sind neue Tiefs nicht auszuschließen. Vorerst gehen meine Aussichten wieder auf die bärische Seite.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.12.2025 um 20:24 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Eine große Koalition europäischer Länder hat einen offenbar von den USA im Großen und Ganzen „abgenickten“ Plan für eine Lösung des Ukraine-Konflikts verabschiedet. Daraufhin ging es mit Rüstungsaktien wie Rheinmetall am Dienstag abwärts. Ist das wirklich logisch?
Das ist es alleine deswegen nicht, weil die Chance, dass man in Moskau diesen Plänen, die man in Kürze dorthin weiterreichen will, zustimmt, gering ist. Und „gering“ ist noch eher defensiv formuliert. Daher ist die Argumentation, auf der Verkäufe bei Aktien wie Rheinmetall am Dienstag basierten, unrealistisch:
Ein baldiger Waffenstillstand, gefolgt von einem dauerhaften Friedensschluss, der die Pläne der europäischen Länder, ihre Verteidigungsfähigkeit schnell und umfassend zu erhöhen, obsolet macht? Unwahrscheinlich.
Indes, die Aktie fiel dennoch. Aber genauso schnell könnte sie Boden gutmachen, wenn die Gegenseite diese Pläne durchweg ablehnt und man damit wieder da ist, wo man seit Jahren festsitzt: in einer verfahrenen Situation ohne Aussicht auf eine tragfähige Lösung. Könnte man bei einer solchen Gemengelage nicht einfach grundsätzlich in fallende Kurse hinein zugreifen?
Expertenmeinung: Das wäre, trotz des letzten Endes unverändert für wachsende Umsätze und Margen sprechenden Umfelds, derzeit ziemlich riskant. Denn die Bewertung der Rheinmetall-Aktie ist mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von gut 50 für die geschätzten 2025er-Gewinne und einem von 34 für die durchschnittliche 2026er-Prognose der Analysten immer noch so teuer, dass der Kurs grundsätzlich noch einiges an Spielraum nach unten hätte, bevor der Bewertungs-Aspekt ein Sprungtuch darstellen könnte. Und noch bräuchte man das, denn derzeit haben die Bären diese Aktie klar im Griff:
Wir sehen im Chart, dass Rheinmetall seit dem kurzen Ausflug über die runde 2.000 Euro-Marke Anfang Oktober (Verlaufsrekord 2.008 Euro) in einem Abwärtstrend läuft. Im November wurde nach nur einem Handelstag Gegenwehr die 200-Tage-Linie gebrochen. An die lief der Kurs dann zwar in der vergangenen Woche von unten wieder heran, nur: Genau dort wurde er auch prompt wieder abgewiesen, was klar macht: Das bärische Lager ist nicht nur willens, sondern auch imstande, entscheidende Widerstandslinien zu verteidigen und zur Ausgangsbasis neuer Abwärtsimpulse zu machen.
Daher wäre es momentan sehr risikoreich, einfach gegen den Trend auf der Long-Seite aktiv zu werden. Zumal die beiden genannten, momentan entscheidenden Hürden, der Oktober-Abwärtstrend und die 200-Tage-Linie, derzeit im Bereich 1.667/1.672 Euro eng beieinander liegen und damit eine perfekte Schlüsselzone markieren, über welcher die Aktie dann tatsächlich wieder bullisch wäre. Das abzuwarten, würde zwar einen höheren Einstiegslevel, zugleich aber ein geringeres Risiko bedeuten, auch und gerade wegen einer dann nahe gelegenen Orientierungsbasis für einen Stop Loss Long!
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.