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Redcare Pharmacy Aktie Prognose Redcare Pharmacy: +7,78% am Montag – Kommt jetzt die Wende?

News: Aktuelle Analyse der Redcare Pharmacy Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Redcare Pharmacy Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.03.2026 um 19:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Zuge der Corona-Phase kam es bei der Redcare Pharmacy-Aktie zu einer starken Hausse, die indes am Ende komplett abverkauft wurde. 2023/2024 versuchten es die Bullen erneut … jetzt ist auch dieser Anstieg nahezu dahin. Grund: Man hatte erneut zu viel erwartet.

Die Online-Apotheke legte am Mittwochmorgen ihr Ergebnis des Jahres 2025 vor. Das da gemeldete, kräftige Wachstum von 24 Prozent beim Umsatz auf 2,9 Milliarden Euro und von 72 Prozent beim als EBITDA gerechneten, operativen Gewinn auf 57 Millionen war allerdings erwartet worden … das Ergebnis lag sogar leicht unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen.

Wachstum, aber ein bisschen weniger als gedacht. Das alleine wäre kein Grund für einen kapitalen Kursrutsch, wie ihn die Aktie als Reaktion auf das Zahlenwerk zeigte. Schon gar nicht, wenn der Kurs wie in diesem Fall ohnehin schon in den vergangenen Monaten deutlich abgerutscht ist, was indiziert, dass da eher wenige im Vorfeld der Bilanz in der Hoffnung auf eine positive Überraschung vorgekauft hatten. Aber das war ja auch nicht das einzige Problem, mit dem die Anleger konfrontiert wurden.

Der Blick nach vorne, sprich der Ausblick auf 2026, fiel ebenfalls magerer aus als erwartet. Und das nicht nur ein wenig. Im Schnitt waren die Analysten bislang von einem 2026er-Umsatz von 3,48 Milliarden Euro ausgegangen. Redcare Pharmacy plant indes mit einem Umsatzplus zwischen 13 und 15 Prozent. Damit käme man auf eine Range zwischen 3,28 und 3,34 Milliarden, das ist nicht unwesentlich weniger. Bei der um Sonderfaktoren bereinigten EBITDA-Gewinnmarge, die 2025 von 1,4 auf 2,0 gesteigert wurde, sieht Redcare im laufenden Jahr mindestens 2,5 Prozent, hier hatte man seitens der Experten 3,0 Prozent erwartet … und das bei einer zugleich höheren Umsatzprognose.

Richtig ist zwar, dass das Rx-Geschäft, d.h. der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, weiter dynamisch wächst, befeuert vor allem durch das E-Rezept in Deutschland. Aber das alleine konnte die Marktteilnehmer nicht begeistern, denn:

Expertenmeinung: Der Weg zu einem Nettogewinn bleibt angesichts der deutlich langsamer als gedachten Wachstumsraten steinig. 2020 dachte man noch, das alles würde weit schneller gehen und Redcare Pharmacy, die damals noch als Shop Apotheke firmierte, werde in wenigen Jahren tiefschwarze Zahlen erreichen. Heute weiß man, dass man die Erwartungen deutlich zu hoch gehängt hat. Und das gilt auch für diesen zweiten Anlauf der großen Hoffnungen, der zur Jahreswende 2022/2023 einsetzte, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt.

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 04.03.2026, Kurs 47,00 Euro, Kürzel: RDC | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 04.03.2026, Kurs 47,00 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

2025 lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei -28,5 Millionen. Nicht entscheidend weniger als 2024 (-39 Millionen). Und netto, unterm Strich, verringerte sich der Verlust der Online-Apotheke von -46,4 Millionen im Jahr 2024 auf -39,4 Millionen im Jahr 2025. Das sind nur „Trippelschritte“. Und das war es, was die Akteure dazu bewog, die Reißleine zu ziehen.

Ob es trotzdem 2026 gelingt, die schwarze Null beim Betriebsergebnis zu erreichen, wird von vielen Faktoren abhängen. Dem Gesamtumfeld, dem Kundenverhalten, der Frage, wie stark sich Konkurrenten etablieren, auch die Marketingkosten und die Höhe der Investitionen spielen eine jetzt noch nicht klar eingrenzbare Rolle. Aber der Chart zeigt sehr klar: Aus großen Erwartungen ist, ebenso, wie das 2021/2022 der Fall war, große Ernüchterung geworden. Es könnte allemal sein, dass diese Aktie am Ende des Jahres deutlich höher steht. Aber ins fallende Messer zu greifen und einfach mal darauf zu setzen, dass es so kommt, wäre eine blind getätigte Wette … und wie heißt es: Mit Geld spielt man nicht. Vorerst würde ich die Aktie meiden.

Quellen:
Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, Ausblick auf 2026, 04.03.2026:
https://www.redcare-pharmacy.com/de/newsroom/press-releases/fy-q4-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.01.2026 um 19:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Redcare Pharmacy legte am Mittwoch vorläufige Umsatzzahlen für das vierte Quartal bzw. das Gesamtjahr 2025 vor. Auf den ersten Blick sah das gut aus, auf den zweiten eher nicht. Die Aktie fiel zwar nur moderat, könnte jetzt aber auf der Oberseite weniger Spielraum haben.

Im Gesamtjahr 2025 gelang der Online-Apotheke ein Umsatzanstieg von 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Im vierten Quartal waren es, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, immerhin noch 18 Prozent. Das klingt robust. Aber es war weniger, als die Analysten im Vorfeld im Schnitt erwartet hatten. Und damit war die Sache noch nicht „durch“, denn:

Zwar legte der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten im Gesamtjahr mit +33 Prozent überproportional zu, was vor allem durch das jetzt eingeführte E-Rezept in Deutschland befeuert wurde, wo dieser sogenannte RX-Umsatz im Gesamtjahr um 98 Prozent stieg. Aber mit rund einer Milliarde Euro Umsatz ist dieses Segment das deutlich kleinere.

Die Non-Rx-Umsätze, also der Umsatz außerhalb verschreibungspflichtiger Medikamente, machten 1,9 Milliarden Euro aus … und dieser Löwenanteil des Geschäfts wies eben weniger Umsatzwachstum auf als seitens der Analysten vermutet: Mit neun Prozent Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum im vierten Quartal und 15 Prozent im Gesamtjahr deutet sich ein Problem an.

Expertenmeinung: Denn dieses zwei Drittel des Umsatzes ausmachende Segment steht ja nicht nur in Konkurrenz zu Apotheken. Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel, Shampoos, Tees etc. sind überall zu bekommen. Der Vorteil der Online-Apotheken ist da vor allem der Preis. Aber soll er konkurrenzfähig niedrig bleiben, bleibt auch die Gewinnmarge niedrig, es muss also über die Mengen laufen. Und nachdem jetzt die Drogeriemarktkette „dm“ in den Online-Vertrieb eingestiegen ist und das Damoklesschwert in Form eines deutschen Markteintritts von Amazon Pharmacy weiter über dem Markt schwebt, stellt sich die Frage:

Ist da noch viel Luft im Non-Rx-Geschäft nach oben? Und könnte weiteres Wachstum dann nur auf Kosten niedrigerer Margen gelingen, sodass sich das auf den gestern noch nicht berichteten Gewinn nicht positiv auswirken würde? Kann der Rx-Sektor das ausgleichen, indem er mehrere Jahre lang noch zügig weiter zulegt? Das Wachstum der aktiven Kunden lag 2025 bei gut elf Prozent. Das ist wenig genug, um da zumindest vorsichtig zu werden.

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 07.01.2026, Kurs 66,90 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 07.01.2026, Kurs 66,90 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Dass die Redcare-Aktie am Mittwoch negativ reagierte, deutet an, dass diese Fragen einige Akteure beschäftigt haben dürften und man da eher skeptisch war. Und da es hier nicht um einen womöglich unerwartet auf der Stelle tretenden, robusten Gewinn pro Aktie geht, sondern um die Frage, ob es in dieser Gemengelage womöglich misslingt, den bislang von den Analysten für 2026 erwarteten, erstmaligen Sprung in die schwarzen Zahlen auf Nettobasis zu schaffen, sollte man nicht zu sicher sein, dass der Kurs diese negative Reaktion auf die Umsatz-Ergebnisse schnell wird abschütteln können.

Es ist gut möglich, dass diese Zahlen der Aktie auf der Oberseite einen Deckel verpassen, der so schnell nicht gehoben werden kann. Selbst wenn in den kommenden Tagen doch noch gelingt, was durch diese Umsatzzahlen vereitelt wurde, nämlich der Ausbruch über die Widerstandszone 69,64 zu 71,50 Euro, wäre das aufgrund dieses, noch ein wenig steiniger als bisher wirkenden Wegs zum Netto-Unternehmensgewinn eher eine Trading-Gelegenheit und kein Signal für ein mittelfristiges, umfassenderes Investment.

Quellenangaben: Vorläufiges Umsatzergebnis 4. Quartal / Gesamtjahr 2025, 07.01.2026:
https://www.redcare-pharmacy.com/de/newsroom/press-releases/preliminary-results-q4-fy-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Skepsis in Bezug auf die „Wachstums-Power“ durch das E-Rezept hatte die Aktie der Online-Apotheke Redcare Pharmacy seit Herbst 2024 unter Druck gesetzt. Dann kamen gestern überraschend starke Umsatzzahlen – und die Aktie startete durch. Was ist davon zu halten?

Was die im MDAX gelistete, niederländische Online-Apotheke da vorlegte, las sich zumindest mal tadellos. Der Umsatz im Konzern stieg um 25,2 Prozent. Dabei legte der Umsatz mit nicht rezeptpflichtigen Produkten (Non-Rx genannt) um 16,7 Prozent, der mit rezeptpflichtigen Produkten (Rx) um satte 42,3 Prozent zu, sodass jetzt bereits knapp 38 Prozent des Umsatzes auf verschreibungspflichtige Produkte entfällt. Sehr stark entwickelte sich der Rx-Umsatz in Deutschland, hier betrug die Steigerung 82,1 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2024. Was zeigt: Diese Sache mit dem E-Rezept funktioniert.

Die Anleger waren beeindruckt. Die Aktie startete bereits mit einer Aufwärts-Kurslücke und schaffte zum Handelsende ein solides Plus von 11,39 Prozent, das sie in die Widerstandszone 86,20 zu 87,80 Euro hob. Wenn diese Zone klar überboten würde, wäre damit Schritt 1 zu einer Trendwende geschafft. Ein zweiter müsste indes folgen – und da wäre die Widerstandszone massiver:

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 06.10.2025, Kurs 87,05 Euro, Kürzel: RDC | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 06.10.2025, Kurs 87,05 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Für einen Ausbruch aus dem seit November 2024 laufenden Abwärtstrend würde zwar schon ein Schlusskurs über 104 Euro reichen. Aber ein echter Befreiungsschlag wäre erst zu unterstellen, wenn die Widerstandszone zwischen 107,20 und 114,00 Euro, die die 200-Tage-Linie einschließt, ebenfalls bezwungen wäre. Aber warum sollte das nicht gelingen, jetzt, da derart starke Zahlen auf dem Tisch liegen?

Expertenmeinung: Weil es nur die Umsätze waren, die da gemeldet wurden. Erst, wenn die Redcare Pharmacy am 29. Oktober das komplette Zahlenwerk vorlegt, wird man erfahren, ob auch die Gewinnmarge und damit der operative Gewinn und der Nettogewinn vergleichbar stärker daherkommen. Und letzten Endes kommt es eben nicht darauf an, was da in die Lager hinein und hinaus geht, sondern was bei all dem am Ende in der Kasse hängen bleibt.

Es könnte gut sein, dass sich der Weg hin zu einem Nettogewinn mit diesem Quartal beschleunigt hat. Aber da ist, trotz des massiven Abstiegs der Aktie seit Ende 2024, immer noch sehr viel an Vorschusslorbeeren eingepreist. Selbst wenn die Erwartung, dass Redcare 2026 erstmals auch netto schwarze Zahlen schreiben wird, in der Größenordnung eintritt, wie die Analysten das derzeit vermuten, läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis dann um 100. Und immer dann, wenn große Hoffnungen durch fallende Kurse erst einmal unter Druck geraten sind, tun sich Anleger schwer, wieder so ungezügelt zuzulangen wie zuvor.

Bei der Aktie ist jetzt Schritt 1 von 2 auf dem Weg zum charttechnischen Befreiungsschlag in Arbeit, bei den Zahlen liegt ebenfalls nur Schritt 1 von 2 auf dem Tisch, weil erst die kompletten Daten in gut drei Wochen ein Urteil erlauben, wie es hier insgesamt läuft. Entsprechend sollte man auch mit der Aktie umgehen: Mit kleinem Geld und engem Stopp eine Trading-Position als ersten Schritt einzugehen, wäre einen Gedanken wert, wenn der Kurs die jetzt angegangene Widerstandszone 86,20 zu 87,80 Euro klar überwindet. Aber für eine größere, auch längerfristig ausgerichtete Position sollte auch das größere Chartsignal vorliegen, sprich ein Ausbruch über 114 Euro. Ende Oktober werden wir wohl mehr wissen.

Quellen:
Meldung zum Umsatz des 3. Quartals, 06.10.2025:
https://ir.redcare-pharmacy.com/nachrichten/redcare-pharmacy-bestaetigt-jahresprognose-nach-anhaltend-positiver-umsatzentwicklung-im-dritten-quartal-sowohl-bei-rx-als/2d7b617b-1e0e-4645-907c-fe4a5942cd06

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Die etablierten Online-Apotheken werden Konkurrenz durch eine Drogeriemarktkette bekommen. Diese Nachricht hat die Aktie der Redcare Pharmacy am Donnerstag massiv gedrückt, hieß es. Aber so wirklich neu ist diese Sache ja nicht … was also war da los?

Noch in diesem Halbjahr will die Drogeriemarktkette „dm“ rezeptfreie Medikamente online verkaufen. Da diese rezeptfreien Medikamente den Großteil des Umsatzes bei Online-Apotheken wie DocMorris oder Redcare Pharmacy ausmachen, ist diese Entwicklung natürlich eine, die Umsatz- und Gewinnperspektiven der etablierten Online-Anbieter erheblich bedroht. Dass die Redcare-Aktie am Donnerstag fiel, wäre also angesichts dieser Meldung nachvollziehbar … wenn sie denn neu gewesen wäre.

Aber diese Pläne von „dm“ sind eben nicht neu. Dass „dm“ in diese Richtung gehen will, weiß man schon lange. Und nichts hatte darauf hingedeutet, dass die Drogeriekette diese Pläne auf Eis legen oder sogar verwerfen würde. Es mag zwar sein, dass einige das verdrängt hatten. Aber das Damoklesschwert war dennoch da.

Auch die gestrige Senkung des Kursziels durch die Analysten von Jefferies kann kein rationaler Grund für ein Minus von 8,84 Prozent auf ein neues Jahrestief gewesen sein. Denn erstens wurde das Ziel von 170 auf 150 Euro gesenkt, was immer noch meilenweit über dem derzeitigen Kurs wäre. Zweitens behielt man die Einstufung „Kaufen“ bei. Auf so etwas hin eine Aktie zu verkaufen, die am Vortag bei 89,35 Euro geschlossen hatte? Wohl kaum. Also?

Expertenmeinung: Es ist keineswegs abwegig, dass größere Adressen gezielt eine Short-Attacke geritten hatten. Erstens, weil man mit dem Menetekel des Markteintritts von „dm“ ein Argument hätte, das man hochhalten könnte. Zweitens, weil sich das Chartbild für so etwas einfach aufgedrängt hätte. Sehen wir uns das mal an:

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 28.08.2025, Kurs 81,45 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 28.08.2025, Kurs 81,45 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Die Redcare-Aktie hatte am Mittwoch auf der Unterstützungsline bei 87,80 Euro aufgesetzt. Knapp darunter, bei 86,20 Euro, lag eine weitere Unterstützungslinie, die durch das bisherige Jahres-Verlaufstief definiert wurde. Dass darunter allerhand Stop Loss-Absicherungen liegen würden, die, würde man die Aktie mit Leerverkäufen durch diese Zone hindurchdrücken können, ausgelöst werden und den Abwärtsdruck dadurch kurzfristig noch vergrößern, konnte man vermuten. Und in diesen Verkaufsdruck durch Stop Loss-Verkäufe hinein könnte man dann als derjenige, der die Lawine losgetreten hat, die eigenen Short-Trades schon wieder mit schönem Gewinn eindecken und damit die Position schließen.

So könnte es gewesen sein. Aber wenn es so war, was ergibt sich daraus? Noch gar nichts. Denn es ist in keiner Weise sicher, dass solche Short-Trades wirklich schon geschlossen wurden. „dm“ ist ein reales, ernsthaftes Problem und die Aktie hinsichtlich der Gewinnerwartung der Analysten für die kommenden Jahre teuer bewertet. Da ist man also schon lange – ggf. eben zu lange – mit dem Prinzip Hoffnung unterwegs. Und wenn diese Hoffnungen mit einer zunehmenden Konkurrenz schwinden, ist grundsätzlich nach unten kein zwingendes Limit für den Kurs vorhanden, daher: Es kann sein, dass wir hier nur einen kurzen Ausflug nach unten sehen. Aber das ist unsicher genug, um hier nicht ins fallende Messer zu greifen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das am Donnerstag veröffentlichte Urteil des Bundesgerichtshofs, dass Bonus-Modelle bei Bestellungen von rezeptpflichtigen Medikamenten bei in der EU ansässigen Online-Apotheken erlaubt sind, sorgte bei Redcare Pharmacy für einen Kurssprung. Ist das die Wende?

Noch nicht, zumindest nicht aus charttechnischer Sicht. Aber dieses Urteil an sich hat allemal das Potenzial, die zuletzt monatelang unter Druck stehende Aktie zum Leben zu erwecken … was sich mit einem stattlichen Plus von 9,73 Prozent als Reaktion auf das BGH-Urteil bereits am Donnerstag andeutete.

Ein deutscher Apothekerverband hatte Klage eingereicht, weil Online-Apotheken wie Redcare Pharmacy oder DocMorris zwar verschreibungspflichtige Medikamente zu den vorgegebenen, deutschen Festpreisen anboten, zugleich aber „Rezept-Boni“ gewährten: Je nach Höhe des Warenwerts des eingereichten Rezepts gab es einen Bonus, was die Medikamente auf diesem Weg gegenüber dem Kauf in der Vor-Ort-Apotheke günstiger machte. Und das war bzw. ist natürlich ein entscheidender Aspekt:

Wenn man sie in Online-Apotheken nicht billiger einkaufen kann, warum dann rezeptpflichtige Medikamente nicht vor Ort in der Apotheke kaufen, bei denen man sie in der Regel auch sofort mitnehmen kann und nicht auf den Versand warten muss? Nur diese Boni waren der Grund, wieso die Online-Apotheken ein markantes Umsatzwachstum durch das E-Rezept erwartet hatten, mit dem man diese Medikamente einfach über Apps bei ihnen bestellen kann. Und die Sorge, dass die Gerichte dem einen Strich durch die Rechnung machen, ist jetzt vom Tisch. Das ist also durchaus eine Nachricht, die das Potenzial zum „Game Changer“ hat, aber:

Expertenmeinung: Trotzdem muss Redcare Pharmacy erst einmal weiterwachsen, die Marge steigern und auch netto schwarze Zahlen erzielen, bevor aus dieser Aktie mehr wird als eine Spekulation. Das Erreichen eines Nettogewinns erwarten die Analysten mehrheitlich erst für 2027. Bis dahin sollte nicht allzu viel schiefgehen, denn eigentlich hatte man, als die Spekulanten die Aktie 2021 bis auf ein Rekordhoch von 249 Euro trieben, weit früher mit dem Erreichen der Gewinnzone gerechnet. Dieses Urteil kann dafür sorgen, dass der Optimismus wieder auflebt. Aber für eine charttechnische Wende war dieser eine bullische Tag noch zu wenig.

Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 17.07.2025, Kurs 106,00 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Redcare Pharmacy Aktie: Chart vom 17.07.2025, Kurs 106,00 Euro, Kürzel: RDC | Quelle: TWS

Das kräftige Plus reichte zwar, um eine mehrwöchige Bodenbildung abzuschließen und das markante Jahrestief 2024 bei 95,60 zurückzuerobern. Aber eine weit massivere Widerstandszone wurde damit nur von unten angelaufen: der Bereich zwischen 107,20 und 113,10 Euro. Erst, wenn die Redcare-Aktie diese Zone überboten hat, ließe sich von einer Wende sprechen. Und erst, wenn der Kurs darüber hinaus mit Schlusskursen über 126 Euro die mittelfristige Abwärtstrendlinie und die 200-Tage-Linie überbieten konnte, wäre diese Wende wirklich vertrauenerweckend.

Das gestrige Plus kann also der Beginn eines neuen Aufwärtstrends sein. Aber angesichts der vielen, noch über der Aktie wartenden Charthürden, an denen die Bären aktiv Widerstand leisten könnten, wäre, wer nicht gezielt hoch spekulativ agieren will, besser bedient, abzuwarten, bis aus einer Chance ein echtes, bullisches Signal wurde.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.