Für Redcare Pharmacy ist es ein längerer und steinigerer Weg hin zum Nettogewinn, als sich das viele Anleger vor ein paar Jahren gedacht hatten. Entsprechend klar weist der Trend der Aktie bislang abwärts. Aber der Kurssprung des Montags lässt aufhorchen. Tut sich da etwas?

+7,78 Prozent in einem wackligen Gesamtmarkt, Tagessieger unter den MDAX-Aktien: Das wirkt, als habe es endlich positive Nachrichten bei der Online-Apotheke gegeben. Aber davon war nichts zu sehen. Weiterhin bleibt es beim trüben, Anfang des Monats gelieferten Ausblick, der für 2026 einen langsameren Umsatzanstieg und eine unter den vorherigen Erwartungen der Analysten liegende, operative Marge auswies. Aber wenn von dieser Seite nichts Neues kam, was kann den Kurs zu Wochenbeginn so relativ deutlich nach oben gebracht haben?

Wenn man sich die Aktie in ihrer gesamten Kurshistorie ansieht, die wir neben dem Tageschart in einer zweiten Grafik auf Wochenbasis zeigen, findet sich ein Hinweis. Denn das gestrige Tagestief bei 30,20 Euro war nicht nur der tiefste Stand seit September 2019, sondern war auch sehr nahe am ersten Börsenkurs der Aktie überhaupt, der am 13.10.2016 bei 30,05 Euro gelegen hatte. Wäre es möglich, dass einige da zugegriffen hatten, weil man jetzt sagen könnte: Hier, auf diesem Kursniveau, fängt die Aktie quasi wieder von vorne an also: Auf ein Neues?
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Expertenmeinung: Mir sind schon seltsamere Argumente untergekommen, aber so richtig griffig wirkt dieser Gedanke nicht. Zumindest nicht genug, um daraus die Basis einer Aufwärtswende zimmern zu wollen. Eher denkbar wäre, dass Leerverkäufer, sprich Akteure, die auf der bärischen Seite stehen, Richtung Quartalsende und an einem solchen markanten Kurslevel ihre hier ja beachtliche „Ernte“ einfahren wollten, was, wenn zugleich kaum Verkaufsdruck da ist, schnell zu einem deutlich steigenden Kurs führen kann. Aber Bären, die Gewinne mitnehmen, werden dadurch nicht zugleich bullisch, sie machen eben nur Kasse.
Richtig ist, dass die bisherigen Tiefs in der Kurshistorie zwischen 24,00 und 36,50 Euro eine Unterstützungszone bilden und der Redcare-Kurs jetzt in dieser Zone erst einmal einen starken Tag hatte. Richtig ist auch, dass jetzt einiges an „Krise“ eingepreist ist, was das verbleibende Potenzial auf der Unterseite grundsätzlich eindämmen könnte. Aber nicht richtig wäre, daraus zu folgern, dass der Weg nach unten damit blockiert wäre und eine Trendwende zwingend kommen muss.
Denn Redcare Pharmacy hat nun einmal das Problem, dass man es nicht geschafft hatte, im Online-Handel schnell genug eine marktdominante Stellung zu erreichen, um jedwede Konkurrenz auf Distanz zu halten. Andere Anbieter sind da und haben die Chance, aufzuholen. Man sieht sich jetzt nicht mehr einem Rennen gegen die Zeit, sondern gegen etablierte Konkurrenten ausgesetzt. Und da die Analysten im Schnitt mittlerweile erst für 2027 mit dem Erreichen eines Nettogewinns rechnen, kann man hier nicht unterstellen, dass ein Kursniveau um 30 Euro „billig“ wäre.
Hinzu kommt, das zeigt der Chart auf Tagesbasis, dass die Aktie trotz des beeindruckenden, prozentualen Anstiegs vom Montag nicht einmal aus der Handelsspanne der Vorwoche herausgekommen ist. Da müsste einiges mehr kommen, um hier erste Ansätze einer Wende ausmachen zu wollen. Und auch, wenn die sich in Kürze einstellen sollten: Solange positive Signale im Chartbild nicht vor vergleichbar guten Nachrichten in Sachen Umsatz und Gewinn begleitet werden, bliebe eine Long-Positionierung in der Redcare Pharmacy-Aktie hochspekulativ.
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