Ein Kurseinbruch, ein plötzlicher Kurssprung und neue Übernahmefantasien. Bei Puma scheint sich etwas zusammenzubrauen.
Plötzlicher Kurssprung sorgt für Rätselraten
Die Aktie des deutschen Sportartikelherstellers Puma zeigt sich derzeit von ihrer volatilen Seite. Nachdem die Aktie Ende vergangener Woche abgesackt ist, ist es am heutigen Handelstag zu einem kräftigen Kurssprung von fast 8 Prozent gekommen – und das ohne ersichtlichen Grund.
(Nachtrag: Während der Artikel geschrieben wurde, haben sich die Kursgewinne auf 16 % ausgedehnt.)
Auslöser für den Kurssturz in der vergangenen Woche waren Berichte, wonach die seit Monaten kursierenden Übernahmespekulationen einen Rückschlag erlitten haben. Demnach sollen Gespräche zwischen der französischen Milliardärsfamilie Pinault, die über die Holdinggesellschaft Artémis S.A.S. rund 30 Prozent der Puma-Anteile hält, und dem chinesischen Sportartikelkonzern Anta Sports beendet worden sein.
Die Reaktion an der Börse fiel heftig aus: Die Puma-Aktie brach am Freitag zeitweise um bis zu zwölf Prozent ein und sackte bis auf 18,28 Euro ab.
Anta Sports hatte sich zuvor bereits Jack Wolfskin und die Rechte an der Marke Fila in China einverleibt. Das Aus der Gespräche war ein spürbarer Dämpfer für die damit verbundenen Übernahmefantasien.
Umso überraschender kommt nun die deutliche Gegenbewegung. Selbst wenn die Gespräche zwischen der Pinault-Familie und Anta beendet sein sollen, verschwinden die Übernahmefantasien dadurch aus meiner Sicht nicht.
Anta Sports: Wirklich raus?
Ganz im Gegenteil. Womöglich geht Anta jetzt den direkten Weg über die Börse und steigt bei Puma ein.
Das Interesse von Anta dürfte sich jedenfalls nicht in Luft aufgelöst haben, nur weil man sich mit Artémis nicht einig wurde.
Dafür geht es um zu viel Geld. Selbst nach den massiven Kursverlusten, die Puma in den letzten Jahren erlebt hat, ist die Beteiligung in Höhe von 30 % noch über 800 Millionen Euro wert.
Aus strategischer Sicht ergibt ein möglicher Einstieg oder eine Übernahme von Puma durch Anta ebenfalls Sinn. Darüber hinaus könnte sich ein Kauf als vergleichsweise günstig erweisen.
Wenn man unterstellt, dass Puma in einigen Jahren wieder so profitabel wird, wie es das Unternehmen bereits war, entspräche der aktuelle Kurs einem KGV von 8,5.
Darüber hinaus würden sich mit Puma für Anta ganz neue Möglichkeiten ergeben. Anta ist zwar einer der größten Sportartikelhersteller der Welt, erzielt aber nach wie vor einen Großteil seines Umsatzes in China.
Warum Puma perfekt zu Anta passen könnte
Puma hingegen ist in Europa, Nordamerika und Lateinamerika stark positioniert. Eine Übernahme würde Anta auf einen Schlag eine globale Präsenz in westlichen Kernmärkten verschaffen – inklusive etablierter Vertriebsnetze, Sponsoringverträge und Retail-Strukturen.
Hinzu kommt, dass Puma sehr gut in die bestehende Mehrmarkenstrategie von Anta passen würde.
Anta besitzt bereits mehrere Sport- und Outdoor-Marken in unterschiedlichen Preis- und Zielsegmenten, ohne dass sich diese stark gegenseitig kannibalisieren. Puma würde dieses Portfolio sinnvoll ergänzen.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die sportliche Glaubwürdigkeit von Puma. Das Unternehmen ist insbesondere im Fußball- und im Running-Segment international stark vertreten und besitzt dort langjährige Partnerschaften mit Vereinen, Nationalmannschaften und Spitzensportlern.
Das fehlt Anta bislang.
Die Geschichte ist noch nicht zu Ende
Aus wirtschaftlicher Sicht spielt zudem das Thema Effizienz eine große Rolle. Anta gilt als äußerst kostendiszipliniert und operativ effizient, während Puma in den vergangenen Jahren wiederholt unter Margendruck gelitten hat. Es ist zwar traurig, dass es bei einem Traditionshaus wie Puma so weit gekommen ist – aber womöglich würden die Chinesen Puma operativ wieder auf Kurs bringen.
Durch den Zusammenschluss würde sich jedenfalls das Potenzial ergeben, durch eine bessere Steuerung der Lieferketten, günstigere Beschaffung und Skaleneffekte die Profitabilität von Puma zu steigern.
Es scheint unwahrscheinlich, dass die Geschichte zwischen Puma und Anta Sports bereits zu Ende ist.
Der Börsenwert von Anta ist fast zehnmal so hoch wie der von Puma. Die Chinesen könnten durchaus in der Lage sein, das Unternehmen komplett zu schlucken.

Das erste größere Kaufsignal würde sich jedoch erst bei Kursen über 24,50 Euro ergeben. Kann diese Hürde überwunden werden, würde dies den Weg in Richtung 28 – 30 Euro freimachen. Darüber rücken Kursziele bei 35 und 39 Euro in den Fokus.
Fällt die Aktie hingegen unter das bisherige Jahrestief, könnte das Vorjahrestief bei 15,30 Euro angesteuert werden.
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