PUMA hat bislang ein fatales Börsenjahr hinter sich. Die Hoffnung, Marge und Gewinn würden sich zeitnah deutlich erholen, ist geplatzt. Einzig frischer Wind könnte die Sicht der Anleger auf die Aktie ändern. Etwas in dieser Art kam gestern. Aber was ließe sich davon halten?
Gestern wurde von „Bloomberg“ gemeldet, dass man aus „informierten Kreisen“ erfahren habe, der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports würde über ein Übernahmeangebot für PUMA nachdenken. Auch der nach Anta Sports zweitgrößte chinesische Sportartikelhersteller Li Ning soll angeblich Optionen für eine solche Übernahme oder eine größere Beteiligung prüfen. Und zuletzt sei auch noch der japanische Asics-Konzern ein denkbarer Käufer.
Die Reaktion der Aktie war drastisch: Der PUMA-Kurs startete mit einer gewaltigen Aufwärts-Kurslücke von 12,8 Prozent in den Donnerstagshandel und legte danach noch etwas zu, sodass am Ende ein Kursplus von satten 18,9 Prozent zu Buche stand. Aber gackern die Trader da nicht über ungelegte Eier? Immerhin hielt „Bloomberg“ auch fest, dass man bei keinem der denkbaren Käufer wirklich bereits konkret geworden sei.
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Expertenmeinung: Das ist so, ohne Frage. Allerdings könnte man im Fall von PUMA durchaus festhalten: Eine größere Beteiligung oder gar die komplette Übernahme durch einen großen und finanziell besser aufgestellten Konzern dürfte dem Unternehmen guttun. Sich alleine aus der aktuellen Misere herauszuboxen, ist schwierig. Marktanteile, die in einem derart dichten Markt wie dem der Sportartikel verlorengehen, zurückzugewinnen, ist kein leichtes Unterfangen und, ohne „frischen Wind“, vor allem eines, das Jahre dauern und am Ende trotzdem misslingen kann.
Außerdem hat der Kurs mit diesem Satz nach oben trotzdem nur einen Teil dessen zurückgeholt, was er seit Ende Oktober verloren hatte, und ist in die breite Seitwärtsspanne zurückgekehrt, in der er sich seit dem Frühjahr bewegt hatte. Aus charttechnischer Sicht ist die Aktie damit nur auf Trading-Ebene bullisch, mittelfristig aber „nur“ wieder neutral. Aber die Frage ist ja vor allem: Könnte sich dieses wieder etwas höhere Kurslevel halten, auch wenn das, was „Bloomberg“ da meldete, nicht wirklich konkret ist?

Denkbar wäre es, eben weil eine Übernahme hilfreich wäre und der derzeitige Aktienkurs potenzielle Beteiligungen oder Übernahmeangebote stützen würde. Immerhin liegt der Kurs trotz Rallye nicht einmal auf halber Höhe dessen, was man zu Jahresbeginn für eine PUMA-Aktie auf den Tisch legen musste. Dies in Kombination mit der etablierten Marke, dem Kundenkreis und den Produkten macht PUMA für eine Übernahme attraktiv. Und der größte Anteilseigner in Form der französischen Pinault-Familie hat den Einstieg eines anderen Konzerns ja längst als grundsätzlich interessant eingeordnet.
Fazit: Diese Eier sind zwar tatsächlich noch nicht gelegt worden, aber es ist keineswegs unrealistisch, dass das noch kommt. Doch nach diesem Kurssprung erst noch auf den Zug aufspringen zu wollen, erscheint mehr als gewagt. Schließlich hängt die Chance auf eine konstruktive Beteiligung oder Übernahme auch davon ab, was ein Käufer dafür bezahlen müsste – eine zu teure Aktie würde die Sache weniger bis gar nicht mehr lukrativ machen. Die momentan vernünftigste Entscheidung wäre daher wohl, die PUMA-Aktie, wenn man sie denn hätte, einfach vorerst zu halten und in Bezug auf die Short-Seite die Segel zu streichen.
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