Fast ein Jahr lang pendelte die Porsche-Aktie in einer breiten Seitwärtsspanne. Dass das nicht auf Dauer so bleiben dürfte, war klar, die Ausbruchsrichtung blieb indes lange offen. Jetzt ist dieser Ausbruch erfolgt … nach unten. Kann der 2026er-Ausblick das ändern?
Die Sportwagenschmiede Porsche meldet die offiziellen Ergebnisse für 2025 zwar erst heute, dann kommt vermutlich auch ein etwas verbindlicherer Ausblick auf das laufende Jahr. Aber im Rahmen der gestern vorgelegten Ergebnisse des VW-Konzerns wurde sichtbar: Es lief absolut nicht so, wie sich die Anleger vermutlich Anfang 2025 gedacht hatten. Laut VW-Bilanz bleiben von den 5,3 Milliarden Euro, die Porsche 2024 operativ verdiente, nur noch 90 Millionen übrig. Und nicht nur das:
Die Anleger ahnen schon seit einiger Zeit, dass 2026 nicht viel zu holen sein wird. Porsche hatte bereits im Januar angedeutet, dass man im laufenden Jahr mit weiter sinkenden Umsätzen kalkuliert. Zwar geht man wenigstens davon aus, dass sich die operative Marge wieder etwas verbessern lässt. Das ist indes dünn genug, um die Aktie weiter gedrückt zu halten … es sei denn, heute würde eine große Überraschung aus dem Hut gezaubert.
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Expertenmeinung: Das Problem ist, dass man sich fragen darf, woher eine solche Überraschung kommen soll. Denn man mag das Gros der Kosten für die erneute Korrektur der Modellstrategie zurück zu mehr Verbrenner-Motoren ins Vorjahr gebucht haben. Aber es braucht seine Zeit, um die Modellpalette anzupassen und entsprechend anders anbieten zu können. Die Zölle sind und bleiben wohl auch längere Zeit ein negativer Aspekt, die magere Entwicklung im chinesischen Markt, der starke Euro und der hohe Ölpreis dito. Allerdings …
… kann und darf man die Frage stellen, ob all das neue Allzeittiefs rechtfertigt, wie wir sie zum Wochenstart gesehen haben. Durch den mit dem Beginn des Iran-Krieges vollzogenen Ausbruch aus der mittelfristigen Handelsspanne zwischen 39,58 und 49,70 Euro nach unten erreichte die im September 2022 an die Börse gebrachte Porsche-Aktie am Montag mit 36,45 Euro ein Rekordtief. Davon konnte sich der Kurs am Dienstag lösen, nachdem der Ölpreis durch Aussagen von Donald Trump am späten Montagabend drastisch zurückkam. Aber hoch blieb er auch gestern. Und alle anderen „Problemzonen“ tangiert das wenig.
So gesehen wäre es aus aktueller Sicht zwar möglich, dass ein wenig Zuversicht in der Kommentierung des Ausblicks oder im Rahmen der Analystenkonferenz imstande wäre, die Porsche-Aktie wieder in ihre alte Handelsspanne zu heben. Aber damit wäre sie nur auf ganz kurzfristiger Ebene bullisch. Der mittelfristige Abwärtstrend bliebe intakt, so dass eine Erholung zurück über 39,58 Euro eben nur eine Erholung wäre und besser nicht als „Wende“ überhöht werden sollte.

Für glaubwürdig bullische Signale im Chartbild müsste die Aktie zwei Hürden nehmen. Zunächst die momentan bei 43,45 Euro verlaufende 200-Tage-Linie und danach dann die obere Begrenzung des jetzt unterbotenen Seitwärts-Kanals bei 49,70 Euro. Und um das zu schaffen, bräuchte es zweifellos deutlich mehr als kommunizierte Zuversicht im Rahmen eines trotz alledem heute wohl höchst mager daherkommenden Ausblicks. Nur vier von 21 die Aktie derzeit regelmäßig einschätzenden Analysten sehen sie aktuell als kaufenswert an: Das sollte Warnung genug sein, hier nicht zu wagemutig zu agieren.
Quellen:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/P911.DE/analyst-insights/
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