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Porsche Aktie Prognose Porsche: Woher soll’s denn kommen?

News: Aktuelle Analyse der Porsche Aktie

von | |

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Porsche Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.01.2026 um 15:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Porsche stellt den Top-Seller Macan sowie Cayman und Boxster ein. Wie soll diese Lücke geschlossen werden? Vermutlich gar nicht.

Wird hier schamlos kopiert?

Es gab Zeiten, in denen Porsche als profitabelster Autobauer der Welt galt und sich vor Käufern kaum retten konnte. Doch das ist längst vorbei.

In der neuen Welt der Elektromobilität scheint Porsche nicht mehr so ein strahlender Stern zu sein wie einst. Und wen wundert das? Die wohl meisten „Elektro-Plastikbomber“ aus China bieten ähnliche Beschleunigungswerte wie ein Elektro-Porsche.
Darüber hinaus wurde das Design von Porsche von anderen Anbietern scheinbar schamlos kopiert, insbesondere von chinesischen Herstellern.

Teilweise sind die Fahrzeuge kaum zu unterscheiden. Der Zotye SR9 sieht dem Macan zum Verwechseln ähnlich. SAIC Z7, BYD Denza Z und Xiaomi SU7 – um nur einige zu nennen – haben deutliche Design-Parallelen zu Porsche-Modellen wie dem 911er.

Porsche wird das Wasser abgegraben und daher tritt das Geschäft inzwischen auch schon das dritte Jahr in Folge auf der Stelle.

China: Der wichtigste Markt bricht weg

Weltweit lieferte Porsche 2025 rund 279.400 Fahrzeuge aus, zehn Prozent weniger als im Vorjahr.
Damit liegt der Absatz auf dem niedrigsten Niveau seit 2020. Fast die Hälfte dieses Rückgangs geht auf China zurück. Dort brachen die Verkäufe um 26 Prozent auf knapp 42.000 Fahrzeuge ein.
Zum Vergleich: 2021 waren es noch fast 96.000 Einheiten.

Der chinesische Markt für Luxusfahrzeuge leidet unter Kaufzurückhaltung wohlhabender Kunden, verschärft durch die Immobilienkrise und einen aggressiven Wettbewerb bei Elektroautos heimischer Hersteller.

Man sollte sich vergegenwärtigen, dass ein BYD Denza Z so aussieht, als hätte ein 911er ein Kind mit einem Lamborghini gehabt, wobei der Preis in China umgerechnet bei 42.000 Euro beginnt.

Ein Porsche 911 beginnt hingegen bei 136.300 Euro. Bei dieser Preisdifferenz werden sich selbst wohlhabende Chinesen überlegen, ob ein BYD nicht auch ausreicht.
Und genau aus diesem Grund sind die Absatzzahlen dort auch rückläufig.

Europa schwächelt

Es knirscht aber nicht nur in China im Getriebe. Auch in Europa zeigte sich ein klares Minus. In Deutschland sanken die Auslieferungen um 16 Prozent, im restlichen Europa um 13 Prozent. Nur Nordamerika erwies sich mit gut 86.000 Fahrzeugen als stabil. Damit fehlt Porsche derzeit eine echte Wachstumsregion, die die Schwäche in China ausgleichen könnte.

Im Modellmix zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Der Macan war mit über 84.000 Auslieferungen erneut das meistverkaufte Fahrzeug. Mehr als die Hälfte entfiel bereits auf die vollelektrische Variante. Gleichzeitig stellte der 911 mit über 51.000 Einheiten einen neuen Absatzrekord auf und behält damit seine Sonderstellung als margenstarker Stabilitätsanker.

Demgegenüber stehen deutliche Rückgänge bei Cayenne, Taycan und den auslaufenden Cayman und Boxster (718).

An dieser Stelle mehren sich für mich persönlich die Fragezeichen. Der Verbrenner-Macan und die Modelle Cayman und Boxster laufen aus, obwohl sie bislang tragende Säulen im Absatz waren.

Besonders der Verbrenner-Macan spielte über Jahre eine Schlüsselrolle beim Volumen und bei der Kundenakquise. Dass Porsche dieses Modell einstellt, obwohl es konzernintern zu den Bestsellern zählt, ergibt für mich auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn und wird schmerzhaft.

Bestseller wird eingestellt

Der Hintergrund ist weniger marktgetrieben als regulatorisch und strukturell. Neue Cybersecurity- und Softwarevorgaben, insbesondere in Europa, lassen sich auf den bestehenden Plattformen nur mit hohem Aufwand umsetzen. Porsche hätte den Verbrenner-Macan technisch tiefgreifend erneuern müssen, ohne die Perspektive, ihn langfristig weiterzuführen.

Daraus ergibt sich jedoch die Frage, wie diese Lücke geschlossen werden soll? Es ist eher nicht anzunehmen, dass die bisher knapp 40.000 jährlichen Käufer des Verbrenner-Macan einfach auf Elektro umsteigen.
Es gibt Menschen, die Verbrenner schlichtweg bevorzugen – es ist sogar ein sehr großer Teil der Autofahrer.

Der Anteil der Elektrofahrzeuge am Gesamtmarkt wächst, aber derzeit (Neuwagenzulassungen Dezember) entfallen nur 22,2 % der Neuwagenzulassungen auf Elektro.
Mehr als ein Viertel der Neuwagenzulassungen sind nach wie vor Benziner, 28,9 % Hybrid, 12,3 % Plug-in-Hybrid und 11 % Diesel.

Wie soll diese Lücke geschlossen werden?

Dieselbe Frage, also wie diese Lücke geschlossen werden soll, stellt sich auch bei Cayman und Boxster.
Im vergangenen Jahr wurden fast 20.000 Caymans und Boxster verkauft.
Die beiden Porsche-Einstiegsmodelle kosteten weniger als die Hälfte eines 911. Ein vollelektrischer Nachfolger ist in Entwicklung, verzögert sich jedoch. Einen direkten Ersatz gibt es nicht.

Und eine Sache dürfte klar sein: Die bisherige Käuferschaft dieser Modelle wird sicherlich nicht plötzlich mehr als das Zweifache (mindestens) ausgeben und sich 911er kaufen.
Die Käuferschicht für Porsche scheint faktisch verloren.

Porsche Aktie: Chart vom 16.01.2026, Kurs: 42,43 EUR - Kürzel: P911 | Online Broker LYNX
Porsche Aktie: Chart vom 16.01.2026, Kurs: 42,43 EUR – Kürzel: P911 | Quelle: TWS

Die zentrale Frage lautet daher, wie Porsche das Volumen stabil halten will, wenn bewährte Verbrennermodelle wegfallen. Die Antwort des Managements ist eindeutig defensiv. Man plane das Volumen realistisch und priorisiere Marge vor Stückzahl.

Gleichzeitig wurde angekündigt, die Elektrifizierungsstrategie zu flexibilisieren und länger als geplant auf Verbrenner zu setzen. Konkrete neue Verbrennermodelle im Macan-Segment sind jedoch nicht in Sicht.

Im Klartext bedeutet das („man plant das Volumen realistisch“) aus meiner Sicht, dass Porsche einen spürbaren Rückgang der Absatzzahlen erwartet.
Wenn Modelle alternativlos auslaufen, die bisher fast ein Viertel der verkauften Fahrzeuge ausgemacht haben, scheint das geradezu vorprogrammiert.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.01.2026 um 22:09 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Langsam kommen die 2025er-Absatzzahlen der großen Autokonzerne. Gestern meldeten VW und Mercedes eher flaue Verkaufszahlen, die von Porsche selbst liegen aber noch nicht vor. Trotzdem war die Aktie am Montag die schwächste Automobilaktie … das lässt tief blicken.

Vergleicht man die Kursentwicklung der Porsche AG Vorzugsaktie seit Beginn des zweiten Halbjahres 2025 mit der von BMW, Mercedes-Benz, der Porsche Holding und Volkswagen, fällt sofort auf, dass sich die Aktie der Sportwagenschmiede deutlich weniger erholte als die anderen. Das galt bis Freitag auch schon, aber mit dem satten Minus von 6,0 Prozent, mit dem die Porsche AG-Aktie in diese Woche startete, gilt es erst recht.

Man dürfte mit diesem kräftigen Abverkauf den vermutet enttäuschenden Verkaufszahlen vorgegriffen haben, die indes, Stand Handelsende des Montags, zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht wurden. Daher könnte man darauf hoffen, dass zu viele hier womöglich übervorsichtig waren und die Aktie im Lichte der tatsächlichen Zahlen umgehend wieder anzieht und damit den jüngsten, am Freitag unternommenen Versuch, sich aus der seit April 2025 geltenden Seitwärtsspanne nach oben abzusetzen, wieder aufnimmt. Aber das wäre eine ziemlich gewagte Wette … besser wäre es, erst einmal abzuwarten, wie die Reaktion auf konkrete Zahlen wirklich ausfällt, denn:

Expertenmeinung: Porsche ist momentan in einer schwierigen Situation. Die Underperformance gegenüber den anderen deutschen Automobiltiteln hat durchaus Gründe.

2024 sollte ein Jahr des Übergangs werden: Man brachte viele neue Modelle heraus, fokussierte sich auf die Elektroantriebe. 2025 sollten Umsatz und Gewinn dann umgehend wieder durchstarten, darauf hoffte das Unternehmen ebenso wie die Anleger, nur: Es lief ganz und gar nicht so wie gedacht. Daraufhin entschied sich Porsche, einen Salto rückwärts zu machen und sich wieder mehr auf Verbrennungsmotoren zu konzentrieren. Was indes Zeit und viel Geld kostet. Und damit lastet auf 2026 die Hypothek des Ungewissen auf der Aktie, was bedeutet:

Die 2025er-Absatzzahlen sind sicherlich wichtig und interessant. Viel wichtiger wäre es indes, zu wissen, wie Porsche die Entwicklung von Umsatz, Marge und Gewinn im neuen Jahr sieht. Aber darauf könnte man noch eine Zeit lang warten müssen, denn wenn da nichts vorab kommen sollte, wäre der offizielle Ausblick erst am 11. März mit dem Gesamtjahresergebnis 2025 fällig. Damit bewegen sich die Akteure weiter in einem Umfeld der Unsicherheit. Und dass viele nervös sind, zeigt der herbe Abschlag gestern, an einem Tag, an dem zwar alle anderen deutschen Automobilwerte ebenfalls zurückkamen, aber keine so deutlich wie die Porsche AG.

Daher sollte man sich nicht zu sicher sein, dass diese Seitwärtsspanne zwischen 39,58 und 49,70 Euro zwingend halten müsste und wenn sie bricht, dass sie dann nach oben verlassen würde. Porsche sieht einem weiteren, kniffligen Jahr entgegen … und die Geduld der Käufer ist endlich, vor allem, wenn die Erfolgserlebnisse ausbleiben sollten. Einem Ausbruch aus einer derart hartnäckigen Handelsspanne nach oben vorzugreifen, wäre verwegen. Aber wer das denn unbedingt tun wollte, sollte zumindest einen Stoppkurs ein, zwei Euro unter das untere Ende der Range platzieren, denn dieser Boden ist alles andere als sicher!

Porsche VZ.: Chart vom 12.01.2026, Kurs 44,34 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Porsche VZ.: Chart vom 12.01.2026, Kurs 44,34 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.12.2025 um 22:39 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit sage und schreibe drei Quartalen sitzt die Porsche-Aktie in einer nur zehn Euro breiten Handelsspanne fest.

Aber auch, wenn sich die Argumente für und wider steigende Kurse schon so lange scheinbar die Waage halten: Diese Handelsspanne ist keine für die Ewigkeit.

Es wirkt, als könne nichts die Aktie der Sportwagenschmiede Porsche aus ihrer monatelangen Seitwärtsbewegung herausholen. Ernüchternde Zahlen und eine kostenintensive Anpassung der Strategie? Die bisherigen Tiefs halten. Das „Aus für das Verbrenner-Aus“? Es reicht nicht für den Ausbruch. Aber auf Dauer wird das so wohl nicht bleiben, einfach, weil die Marktteilnehmer eine grundsätzlich hoch spannende Aktie nicht in einer – wenngleich für Range-Trader hinreichend breiten – Handelsspanne „versauern“ sehen wollen.

Die Frage ist dabei nicht einmal, in welche Richtung die Aktie ausbricht. Diese Frage kann man sich zwar stellen, aber weiter bringt einen das nicht. Denn einem Ausbruch innerhalb dieser Range einfach vorzugreifen wäre, da man nicht weiß, was an neuen Nachrichten den Kurs in den kommenden Monaten treiben oder drücken wird, einfach nur eine blinde Wette. Was nie ratsam ist. Und kommen entsprechende „News“ nebst Ausbruch, sieht man ja, in welche Richtung man sich positionieren muss. Indes, ganz so einfach dürfte es vermutlich nicht laufen, denn:

Expertenmeinung: Je älter eine Handelsspanne wird, desto größer ist das Risiko eines Fehlausbruchs, sprich einer Bullen- oder einer Bärenfalle. Denn bei einer andauernden Seitwärtsbewegung nimmt die Zahl derer, die nicht auf den Ausbruch wetten, sondern innerhalb der Trading-Range unten Long und oben Short gehen, zu. Diese Akteure sichern ihre Positionen dann knapp außerhalb der Handelsspanne ab. Klingt vernünftig, kann aber die Basis für Fehlausbrüche werden.

Und zwar dann, wenn große Adressen eine Verletzung der Begrenzungen gezielt mit massiven Long- oder Short-Attacken herbeiführen, um dann in die Glattstellungen der überrumpelten Range-Trader hinein ihre Position wieder glattzustellen und die Seite zu wechseln, sodass der Kurs wieder in die vorherige Spanne zurückfällt.

Nehmen wir als Beispiel dafür die Oberseite, wo der Widerstand bei 49,70 Euro das obere Ende der Spanne markiert. Man kann vermuten, dass das Gros der Stop-Loss-Orders von short investierten Tradern im Bereich zwischen 50 und 51 Euro liegt. Gelingt es, die Aktie knapp über die Widerstandslinie zu treiben, würden vermutlich ab 50 Euro erste Stop-Loss-Orders Käufe in der Aktie auslösen, durch die die schief liegenden Short-Trader (die die Aktie leer verkauft hatten) ihre Positionen schließen. Dieser zusätzliche Kaufdruck schiebt den Kurs über weitere Stop-Loss-Levels hinaus, die Aktie würde dann alleine dadurch kurze Zeit von alleine weitersteigen. Aber:

Porsche Vz.: Chart vom 17.12.2025, Kurs 45,85 Euro, Kürzel: P911 | Online Broker LYNX
Porsche Vz.: Chart vom 17.12.2025, Kurs 45,85 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS

Wenn große Akteure dieses Szenario gezielt anschieben wollen, muss das mit großem Handelsvolumen passieren. Würde die Aktie 51 Euro oder leicht darüber erreichen, wäre da nicht nur schon ein netter Gewinn drin. Er wäre auch leicht zu realisieren, weil der Ausstieg aus den Aktien, die man zuvor innerhalb der Handelsspanne gekauft hatte, wegen der Stop-Loss-Käufe der überrollten Bären auch die nötige Nachfrage hätte. Und dann wäre es weder schwierig noch ungewöhnlich, wenn solche großen Trader dann einfach mehr verkaufen, als sie müssten, um netto wieder short zu sein, während die Aktie durch den dadurch steigenden Abgabedruck wieder in die Handelsspanne zurückfällt und damit eine Bullenfalle auslöst.

Da könnte manch einer glauben, das sei „Manipulation“. Aber es ist nur die seit ewigen Zeiten genau so funktionierende „Mechanik“ der Börse. Und mal angenommen, Sie hätten gerade ein paar Milliarden zur Hand, mit denen Sie am Markt gezielt agieren könnten: Würden Sie es dann nicht womöglich genauso machen?

Das heißt nicht, dass es so laufen muss, aber Fehlausbrüche bei bereits „alten“ Handelsspannen sind eben absolut keine Seltenheit, daher: Nein, die Porsche-Aktie wird wohl nicht auf alle Zeit in dieser Zehn-Euro-Handelsspanne versauern. Aber es wäre auf jeden Fall zu überlegen, nur dann mitzuziehen, wenn plausible Nachrichten einen Ausbruch nach unten oder oben auch faktisch unterfüttern.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.10.2025 um 22:52 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Vorfeld der unmittelbar nach dem Handelsende des Freitags vorgelegten Neunmonatsergebnisse hatten die Trader die Porsche-Aktie an einen Punkt gezogen, von dem aus sofort ein klares Signal generiert werden kann. Das wird kommen, die Frage ist: in welche Richtung?

Ein Plus von gut 8,4 Prozent binnen zweier Handelstage … und das, obwohl die Aktien der anderen deutschen Autobauer weitaus weniger zulegten: Das wirkt, als hätten die Marktteilnehmer damit positiv ausgefallene Bilanzzahlen honoriert. Aber diese Käufe kamen vor den Zahlen. Es war eine klassische, spekulative Operation, mit der die Porsche-Vorzugsaktie an eine charttechnische Marke gezogen wurde, die heute, nachdem die Ergebnisse am Freitagabend auf den Tisch kamen, zum Dreh- und Angelpunkt eines neuen Impulses werden soll.

Wir sehen, welche Linie man sich da auserkoren hat: die 200-Tage-Linie. Und, besonders ideal, um neue Signale zu generieren: mit ihr die Hochs der Monate Juli und August. Dieser Bereich bildet bei 47,25/47,83 Euro einen Kreuzwiderstand. Der zwar nicht das obere Ende der monatelangen Handelsspanne darstellt – das wartet bei 49,70 Euro. Aber das wäre auch nicht realistisch zu erreichen gewesen. Und wenn es die Bullen im Vorfeld mit der Rallye übertrieben hätten, hätte das Gewinnmitnahmen provoziert, die das erwünschte „Sekt-oder-Selters“-Szenario hätten aushebeln können.

So steht man jetzt also an einem Punkt, dessen Überwinden der erste Schritt hin zu einer gelungenen Aufwärtswende durch den Ausbruch aus der Seitwärtsspanne werden kann … oder die Basis eines erneuten Tests der unteren Begrenzungszone dieser Range bei 39,58 bis 40,43 Euro. Für welche Seite lieferten die Zahlen die Vorlage?

Porsche Vz.: Chart vom 24.10.2025, Kurs 47,16 Euro, Kürzel: P911 | Online Broker LYNX
Porsche Vz.: Chart vom 24.10.2025, Kurs 47,16 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Das muss sich jetzt erst herausstellen, denn das Zahlenwerk war einerseits düster, andererseits so zu erwarten gewesen. Und diese schlechten Zahlen liefern zugleich die Basis für ein Durchstarten … wenn das denn gelingt. Die Frage ist, ob genug Trader daran glauben, um nach der Vorkauf-Rallye weiter zuzugreifen … oder aber ob viele diesen kurzfristigen Gewinn mitnehmen, weil sie fürchten, dass das, was da auf den Tisch kam, zu wenig für die Aufwärtswende ist.

Diese Sache ist deswegen besonders spannend, weil Porsche ein Zahlenwerk ablieferte, mit dem großenteils zu rechnen war: Es blieb nur ein Mini-Gewinn, zugleich schrumpfte die operative Marge auf 0,2 Prozent nach 14,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Und zwar, weil 2,7 Milliarden Euro in eine Neuorientierung gesteckt werden, die man aber bereits im September kommuniziert hatte. Inklusive der Erwartung, dass eine wieder intensivere Ausrichtung in Richtung Verbrennungsmotoren die Absatzzahlen wieder steigern wird. Letztere fielen, womit zu rechnen war, um sechs Prozent im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2024.

Insgesamt lagen diese Ergebnisse zwar etwas unter den Prognosen der Analysten. Aber dem entgegen stand die Aussage, dass man ausgerechnet in Nordamerika in den ersten neun Monaten einen Auslieferungsrekord erreichte und fünf Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres lag. Es wird also darum gehen, ob genug Anleger bereit sind, die Kosten für die Neuausrichtung als erledigt abzuhaken und, auch mit Blick auf die bislang starken Verkäufe in den USA, optimistisch nach vorn zu blicken, oder ob der Zweifel siegt.

Wirklich bullisch wäre die Porsche-Aktie zwar erst, wenn sie über 49,70 Euro und damit über der seit Ende März geltenden Seitwärtsspanne schließt, aber ein Schlusskurs über dem jetzt angelaufenen Kreuzwiderstand 47,25/47,83 Euro würde immerhin den Weg dorthin freimachen. Doch das müsste umgehend gelingen. Schon ein Rücksetzer unter ca. 45 Euro würde ein Scheitern der Rallye andeuten und potenzielle Käufer vermutlich effektiv abschrecken. Die Auflösung dieses Knotens? Die sehen wir vermutlich gleich heute!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Am Freitag nach Handelsende kam die Porsche AG mit der bereits dritten Prognose-Senkung für 2025 daher. Da der Handel an einem Freitagabend dünn ist und gerade die Terminmarkt-Abrechnung über die Bühne ging, wird es erst heute in Sachen Marktreaktion spannend!

Porsche Vz.: Chart vom 19.09.2025, Kurs 43,67 Euro, Kürzel: P911 | Online Broker LYNX
Porsche Vz.: Chart vom 19.09.2025, Kurs 43,67 Euro, Kürzel: P911 | Quelle: TWS

Ursprünglich, im März, als man den Ausblick für das Jahr 2025 vorstellte, plante die Sportwagenschmiede mit einem Umsatz von 39 bis 40 Milliarden Euro und einer operativen Gewinnmarge zwischen zehn und zwölf Prozent. Jetzt, nach der nunmehr dritten Prognoseanpassung nach unten, liegt zwar das Umsatzziel mit 37 bis 38 Milliarden Euro nur eher moderat unter den ursprünglichen Zielen. Bei der Prognose für die operative Gewinnmarge sieht das jedoch anders aus. Die war bereits zweimal auf zunächst 6,5 bis 8,5 und dann auf 5,0 bis 7,0 Prozent gesenkt worden, bei dieser neuen Projektion vom Freitagabend landete man bei „minimal positiv bis 2,0 Prozent“. Was bedeutet: Der operative Gewinn geht Richtung null. Und warum?

Weil man entschieden hat, die zu mäßige Resonanz auf elektrisch angetriebene Porsche-Modelle zum Anlass zu nehmen, das Produktportfolio neu aufzustellen und wieder einen höheren Anteil an Verbrennungsmotoren anzubieten. Um das zu erreichen, muss Geld in die Hand genommen werden, die Porsche AG geht da von Sonderkosten in der Region von um die 1,8 Milliarden Euro aus.

Dass die Aktie im abendlichen Vorwochenend-Handel negativ reagierte, war keine Überraschung. Aber wirklich weggebrochen ist sie auch nicht, das Minus hielt sich in Grenzen. Wird der Abschlag heute im regulären Handel größer ausfallen … oder könnte es für die Marktteilnehmer Argumente geben, um nicht nur nicht zu verkaufen, sondern sogar zu kaufen?

Expertenmeinung: Das wird davon abhängen, ob viele mit dieser erneuten Gewinnwarnung bereits gerechnet hatten oder nicht. Und davon, wie man den Effekt dieser Neuausrichtung der Produktpalette beurteilt. Denn kämen genug Trader zu dem Schluss, dass man damit relativ zügig mehr Effekt sieht, als es kosten wird, könnte die Reaktion tatsächlich positiv ausfallen. Die Frage dabei ist, wie man am Markt insgesamt eine Veränderung dieser Modellauswahl zurück in Richtung eines größeren Anteils an „Verbrennern“ einordnet: als eine Art Kurzschluss-Reaktion auf wegbrechende Margen oder als wohlüberlegte Korrektur eines falschen Weges mit der Aussicht auf schnelle Erfolge.

Beides wäre nachvollziehbar, zumal die Frage im Raum stehen bleibt, wie man überhaupt zu dieser Entscheidung kam, verstärkt auf E-Antriebe bei einer Sportboliden-Marke wie Porsche zu setzen. Man muss es abwarten, spannend wird die Reaktion auf diese Prognosesenkung allemal. Sofortige, charttechnisch bedeutsame Effekte dürfte das aber eher nicht haben, denn dazu sind die entscheidenden, mittelfristig relevanten Chartmarken einfach zu weit entfernt:

Auf der Unterseite wäre erst beim Bruch der unteren Begrenzungszone des bereits seit April laufenden Seitwärtstrends bei 39,58 zu 40,43 Euro ein neues Short-Signal gegeben. Auf der Oberseite wäre alles, das unter der oberen Begrenzung der Seitwärtsrange bei 49,70 Euro bliebe, nur eine kurzfristige Hoffnungsrallye. Aber die Reaktion auf diese Meldung vom Freitagabend kann allemal taugen, um die grundsätzliche Richtung der Aktie vorzugeben, es sollte lohnen, sich das heute anzusehen.

Quellenangaben: Prognoseanpassung für das Gesamtjahr 2025, 19.09.2025:
https://a.storyblok.com/f/274296/x/af421b23e0/update_strategic_realignment.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.