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Während die Welt über die Grenzen des KI-Booms diskutiert, spricht CEO Huang von einer „parabolischen“ Nachfrageentwicklung.
Nvidia im Ausnahmezustand
Nvidia bedarf inzwischen keiner Vorstellung mehr. Jeder kennt das Unternehmen und weiß, dass es sich um den weltweit führenden Hersteller von KI-Chips handelt. Ein Geschäft, das vor einigen Jahren noch nicht existiert hat und sich aus dem Geschäft mit Grafikkarten entwickelt hat.
Ob OpenAI, Anthropic oder Hyperscaler wie Microsoft und Amazon – wer leistungsfähige KI-Modelle trainieren oder betreiben will, kommt an Nvidia kaum vorbei. Genau deshalb waren die Erwartungen an die jüngsten Quartalszahlen außerordentlich hoch – und Nvidia hat wieder abgeliefert.
Die Zahlen zeigen, wie rasant sich die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiter beschleunigt. Jedes Quartal fragt man sich, wie lange sich das Wachstum noch fortsetzen kann, bis es an seine Grenzen stößt.
Doch bisher ist keine Spur von nachlassender Dynamik. Der Gewinn lag mit 1,87 USD je Aktie über den Erwartungen von 1,78 USD. Mit einem Umsatz von 81,6 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 78,4 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 85 % und mehr als einer Verdopplung des Gewinns.
Das sprengt alle Grenzen
Die Bruttomarge hat sich auf Jahressicht von etwa 61 % auf 75 % verbessert. Der Umsatz konnte von 44,1 auf 81,6 Mrd. USD gesteigert werden. Die operativen Kosten sind in diesem Zeitraum lediglich on 5,0 auf 7,45 Mrd. USD gestiegen.
Im Klartext: Die Kosten klettern kaum, obwohl der Umsatz durch die Decke geht.
Das hat zu einem stark überproportional steigenden Gewinn geführt. Vor Steuern kletterte das Ergebnis um 147 % auf 53,8 Mrd. USD. Die operative Marge liegt demnach bei 66 %.
Die Zahlen von Nvidia sind auch in diesem Quartal wieder von einer anderen Welt.
Zum Wachstum haben alle Konzernsparten beigetragen. Die größte Dynamik findet im Bereich Data Center Networking statt, wo der Umsatz auf Jahressicht um 199 % auf 14,8 Mrd. USD gestiegen ist.
Noch bemerkenswerter wird diese Entwicklung mit Blick auf China. Nvidia hat im letzten Quartal keinerlei Hopper-Produkte nach China verkauft. Vor einem Jahr waren es noch 4,6 Mrd. USD. Trotz dieses Gegenwinds wächst das Geschäft mit atemberaubender Geschwindigkeit.
Parabolisch
CEO Jensen Huang spricht inzwischen offen davon, dass die Nachfrage durch agentische KI „parabolisch“ geworden sei („demand has gone parabolic, because agentic AI has arrived“).
Mit agentischer KI sind Systeme gemeint, die nicht mehr nur reagieren, sondern eigenständig Aufgaben ausführen und Entscheidungen treffen können. Dafür wird immer mehr Rechenleistung benötigt und die wird zu einem großen Teil von Nvidia-Chips geliefert.
Besonderes Augenmerk liegt derzeit auf der neuen Blackwell-Plattform. Huang bezeichnet sie als den schnellsten Produkt-Launch in der Unternehmensgeschichte. All das spricht für eine weitere Beschleunigung. Das Ende der Fahnenstange scheint längst nicht erreicht zu sein.
Für das zweite Quartal stellt Nvidia einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar in Aussicht – deutlich mehr als die bisher erwarteten 84 Milliarden Dollar. Das Wachstum soll erneut vor allem aus dem Datacenter-Segment kommen und sieht keinerlei Exporte nach China vor.
Da die USA inzwischen H200-Lizenzen für chinesische Kunden genehmigt haben, könnten es einige Milliarden mehr werden.
1.000 Milliarden Dollar
Wem es bisher noch nicht den Atem verschlagen hat, keine Sorge, es dürfte gleich so weit sein:
Nvidia geht davon aus, zwischen 2025 und 2027 mit Blackwell- und Rubin-Systemen einen Umsatz von rund 1.000 Milliarden Dollar erzielen zu können.
Am besten lesen Sie den letzten Satz noch ein zweites, drittes und viertes Mal.
Nvidia hat im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 219,9 Mrd. USD erzielt. Um bis Ende 2027 auf insgesamt 1.000 Mrd. USD zu kommen, müsste das Unternehmen in diesem Jahr beispielsweise 400 Mrd. USD und im kommenden Jahr 600 Mrd. USD umsetzen.
Doch Nvidia ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus, sondern investiert aggressiv in die Zukunft. Die operativen Kosten sollen im laufenden Geschäftsjahr um fast 50 Prozent steigen – vor allem wegen höherer Forschungsausgaben und dem verstärkten Einsatz eigener KI-Tools.
Da der Umsatz jedoch wesentlich schneller steigt und der Gewinn überproportional zulegt, wurde die Quartalsdividende von 0,01 auf 0,25 USD je Aktie erhöht.
Gleichzeitig wurde ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 80 Mrd. USD beschlossen.
Den Konsensschätzungen zufolge soll das Ergebnis in diesem Jahr um 77 % auf 8,44 USD je Aktie steigen.
Nvidia kommt demnach auf eine forward P/E von 26,5.

Gelingt jetzt ein Ausbruch über das bisherige Allzeithoch bei 236 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit extrapolierten Kurszielen bei 255–260 USD.
Fällt die Aktie hingegen unter 210 USD, ist eine Korrektur in Richtung 200 oder 192 USD möglich. Darunter wäre sogar ein Rücksetzer bis 170 USD möglich.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.05.2026 um 11:12 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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