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Nordex gehörte am Dienstag zu den größten Verlierern in MDAX und TecDAX. Und wie immer in solchen Fällen stellen sich Marktteilnehmer die Frage: Ist das nur ein „Ausatmen“ von begrenzter Dauer und Reichweite – oder ist jetzt auf der Oberseite ein schwerer Deckel drauf?
Der Dienstag hatte ja durchaus etwas Ungewöhnliches an sich. Die großen Gewinner der vergangenen Wochen gerieten unter Druck, dafür wurde auf einmal kräftig eingesammelt, was zuvor keiner haben wollte. Und wenn man sich ansieht, wie massiv die Aktie des Windkraftanlagenbauers Nordex in den vergangenen Monaten gestiegen ist, könnte man schon den Eindruck gewinnen, dass es, wenn wir da wirklich einen Wechsel der Pferde beim Rennen um Performance sehen, auch mit Nordex in Sachen Hausse vorerst vorbei ist. Aber könnte dieser Eindruck nicht möglicherweise trügen?
Nordex und der „Mit-Verlierer“ SMA Solar gehören ja nicht in die typische Ecke der Hausse-Kandidaten der vergangenen Zeit. Bei denen ging es um KI und um alles, dem man in deren Schlepptau gewaltiges und rasantes Wachstum zutraut: Baufirmen, Energieausrüster, Hableiterhersteller und deren Zulieferer. Aber erneuerbare Energien?
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Expertenmeinung: Das gehört eher in die Ecke mittelfristiger Überlegungen: Höhere Energiepreise bei fossilen Energieträgern und steigender Strombedarf – auch wegen KI, aber nicht nur. Zudem wäre ein Nachfrage-Boom bei Rechenzentren und Halbleitern irgendwann durch, weil die gewünschten Kapazitäten dann bereitgestellt sind, während der Energiebedarf an sich danach trotzdem weiter zunimmt. Daher wäre die Wachstumsperspektive bei Nordex eine solidere, weiter in die Zukunft reichende als z.B. bei Unternehmen, die Rechenzentren bauen.
Das wäre ein Punkt, der dafür spräche, dass für die stark gelaufene Aktie womöglich zwar eine Zeitlang ein Deckel drauf ist, sprich das Jahreshoch Ende April bei 51,70 Euro markiert, erst einmal das Ende der Fahnenstange bleibt, das Korrekturpotenzial aber begrenzt sein könnte.
Der andere Punkt wäre die Bewertung. Während so manche Halbleiter-Aktie in den vergangenen Wochen meilenweit über die Kursziele der Experten hinausgeschossen ist und Bewertungslevels erreichte, bei denen einem schwindelig werden konnte, sehen wir bei Nordex ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis, das mit derzeit 25 auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten noch keineswegs als „teuer“ einzuordnen wäre. Darüber hinaus hat der bisherige Rücksetzer den Kurs sogar leicht unter das durchschnittliche Analysten-Kursziel geführt.
Fazit: Die Nordex-Aktie ist zwar stark gelaufen, deswegen aber kein klassischer „Absturz-Kandidat“. Dass die Aktie am Dienstag die wichtige 50-Tage-Linie unterboten hat, ist kurzfristig nicht gut, aber da sich der Kurs in Treppenstufen nach oben bewegt hat, könnte hier jede Stufe, die man wieder zurückgeht, Halt bieten. Blind in fallende Kurse zu kaufen, ist nie gut, auch hier nicht. Aber Korrekturen zu nutzen, sobald sich bullische Muster ausbilden, ist etwas, auf das man hier durchaus warten könnte.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NDX1.DE/analyst-insights/
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