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Auf Basis dessen, was man bis zur Vorlage der 2025er-Bilanz nebst Ausblick Ende Februar wusste, war die Nordex-Aktie ziemlich ambitioniert bewertet. Trotz des immensen Kurssprungs nach der Bilanz ist die Bewertung jetzt aber wieder niedrig genug, um die Bären fernzuhalten.
Dass 2025 gut gelaufen war, wusste man bereits seit dem 25. Februar, als die Ergebnisse des Vorjahres auf den Tisch kamen. Vor allem der kräftige Anstieg der Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) von 4,1 auf 8,4 Prozent war beeindruckend und eine Rechtfertigung für höhere Kurse. Was man aber nicht wusste, war: Womit kalkuliert der Windkraftanlagenbauer für das laufende Jahr?
Und über die im Zuge der Bilanz gelieferte Perspektive konnte man einigermaßen begeistert sein … und war es auch, wie die große Aufwärts-Kurslücke bezeugt, die daraufhin im Chartbild entstand. Nordex erwartet nach einem Umsatz von 7,55 Milliarden Euro im Vorjahr für 2026 einen Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro. Das wäre also eine Spanne zwischen +8,6 und +19,2 Prozent. Das alleine ist gut, hätte aber angesichts des vorangegangenen Kursanstiegs keine derart starke Reaktion nach sich gezogen. Aber das war es eben nicht alleine.
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Expertenmeinung: Was die Sache für die Käuferseite so grandios machte, war die Erwartung in Sachen EBITDA-Marge. Hier will man 2026 in einer Range zwischen 8,0 und 11,0 Prozent landen. Damit liegt Nordex beim Umsatz ebenso wie bei der Marge mit der Mitte seiner Planungsspanne klar über dem Schnitt der bisherigen Analysten-Erwartungen. Und das soll darüber hinaus zementiert werden: Mittelfristig sieht das Unternehmen seine EBITDA-Spanne jetzt zwischen 10,0 und 12,0 Prozent. Das bisherige Ziel, das vor zwei, drei Jahren noch ambitioniert wirkte, bei 8,0 Prozent lag und bereits 2025 überboten wurde, ist also Geschichte.
Entscheidend ist, dass eine bei steigenden Umsätzen zugleich steigende Gewinnmarge wie ein Hebel wirkt. Würde man in Bezug auf den Ausblick die Mitte der Spanne ansetzen, würden 8,6 Milliarden Euro Umsatz und eine EBITDA-Marge von 9,5 Prozent den operativen Gewinn gegenüber 2025 von 631 auf 817 Millionen Euro und damit um knapp 30 Prozent nach oben „hebeln“. Und bei solchen Wachstumsraten (das EBITDA hatte sich 2025 zum Vorjahr ja bereits verdoppelt) ist ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit um die 25 nicht zu hoch, im Gegenteil.
Natürlich könnte man argumentieren, dass das Wachstumstempo über kurz oder lang nachlässt und dann ein KGV wie jetzt nicht mehr billig wäre. Aber so, wie es sich momentan darstellt, wäre das eher „über lang“ zu erwarten. Aktuell läuft es … und steigende Ölpreise bieten zugleich ein Umfeld, in dem man vermuten darf, dass die Windkraft noch einiges an Wachstumspotenzial vor sich hat. Daher:
Für das bärische Lager wäre diese Aktie derzeit kein Thema. Zwar wäre es möglich, dass es zu einem „Gap Close“ kommt, sprich diese zwischen 35,04 und 38,54 Euro gelegene Aufwärts-Kurslücke geschlossen wird. Aber angesichts dieser 2026er-Prognosen ist das keineswegs ein „Muss“. Ob man aktuell noch auf diesen nichtsdestotrotz ja ziemlich schnell dahin rasenden Zug aufspringen müsste, sei mal dahingestellt, aber in diesem Zug sitzen zu bleiben, ergäbe aus aktueller Sicht allemal einen Sinn.

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