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Die Ergebnisse des Frühjahrsquartals fielen überzeugend aus. Auch in den Vorquartalen konnte der Windkraftanlagenbauer Nordex ein ums andere Mal gute Zahlen vorweisen. Doch ob diese aktuellen Bilanzdaten ausreichen, um die Aktie wieder in Fahrt zu bringen, blieb gestern offen.
Nach der Vorlage eines die Trader begeisternden 2026er-Ausblicks im Februar war die Nordex-Aktie zunächst noch weiter gestiegen, aber seit Mai läuft eine Korrektur, die das Gesamtbild in ein potenzielles Topp verwandelt. Die gestern vorgelegten Quartalszahlen hätten die Chance geboten, sich an einem aus charttechnischer Sicht perfekten Punkt aus dieser Toppbildung nach oben zu lösen … aber gestern blieb offen, ob das wirklich gelingt.
Fakt ist: Es läuft bei Nordex. Das Problem zu geringer Gewinnmargen ist Vergangenheit, das Auftragsbuch ist voll, Umsatz und Gewinn sind im Aufwärtstrend und die Analysten bieten mit zumindest mehrheitlich hochgereckten Daumen Rückenwind für das bullische Lager.
Nordex’ Umsatz legte im zweiten Quartal um 16,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 224 Millionen Euro knapp 107 Prozent über dem Vorjahr, massiv angeschoben durch eine von 5,8 auf 10,3 Prozent gesteigerte EBITDA-Gewinnmarge. Der Nettogewinn vervielfachte sich von 31 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 111 Millionen Euro. Beeindruckend.
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Expertenmeinung: Und das ist nichts, das in Kürze verpuffen könnte, denn die Auftragslage sorgt dafür, dass Nordex auf Jahre hinaus alle Hände voll zu tun haben wird. Der Auftragseingang legte gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres im Bereich Projekte um 32 Prozent zu, beim Service stiegen die Aufträge um 18 Prozent. Der Auftragsbestand, Projekte und Service zusammengenommen, liegt derzeit bei gut 18 Milliarden Euro. Wenn man sich ansieht, dass Nordex im zweiten Quartal einen Umsatz von knapp 2,2 Milliarden Euro meldete, wird klar: So schnell geht dem Unternehmen die Arbeit nicht aus.
Was die Analysten angeht, stufte vor dieser Bilanz zwar nur gut die Hälfte die Aktie als kaufenswert ein. Einige dieser Einschätzungen kamen aber, als die Aktie noch deutlich höher notierte, was sich auch daran ablesen lässt, dass das durchschnittliche Kursziel aktuell bei knapp 48 Euro und damit weit über dem derzeitigen Kurs liegt.
Doch die Reaktion, die Nordex am Mittwoch am Markt zeigte, war eher mager. Das Plus betrug am Ende nur 2,79 Prozent. Das würde nicht überraschen, hätten zuversichtliche, bullische Trader die Aktie im Vorfeld der Zahlen massiv nach oben gezogen. Aber das Gegenteil war der Fall: Nordex war im Vorfeld wochenlang abgerutscht, war in die Zone der großen Kurslücke vom Februar geraten, die als Reaktion auf den starken 2026er-Ausblick entstanden war, und hatte auf der 200-Tage-Linie aufgesetzt. Die vermochte die Aktie zwar zu verteidigen, aber:

Ein Test der 200-Tage-Linie wäre ein ideales Sprungbrett, um von dort aus einen neuen Aufwärtsimpuls zu starten. Was die Käufer gestern zuwege brachten, war aber nur mehr ein müder Hüpfer … und das ist mit Blick auf Bilanzdaten, die stark genug für deutlich mehr hätten sein können, ein Warnsignal:
Dieses Ringen um die 200-Tage-Linie beziehungsweise um diese Kurslücken-Zone zwischen 35,04 und 38,54 Euro ist noch nicht entschieden. Die Aktie müsste als Mindestanforderung über die aktuell bei 41,07 Euro verlaufende 20-Tage-Linie steigen und das letzte kleine Zwischenhoch bei 42,14 Euro überwinden, bevor man vermuten dürfte, dass das bullische Lager wieder effektiv Fuß fasst. Bis dahin bleibt die Frage, ob Nordex in Kürze wieder richtig durchstartet, unbeantwortet.
Quellenangaben:
Ergebnis des 2. Quartals 2026, 29.07.2026: https://ir.nordex-online.com/de/nachrichten/nordex-group-erreicht-im-zweiten-quartal-2026-eine-zweistellige-ebitda-marge-steigert-den-auftragseingang-deutlich-und/6d1573b5-7777-454b-9869-3d485476ca7d
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NDX1.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.07.2026 um 20:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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