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Nemetschek Aktie Prognose Nemetschek: Aufwärtswende „in Arbeit“

News: Aktuelle Analyse der Nemetschek Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Nemetschek Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.03.2026 um 21:32 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nemetschek ist eine der drei heute vorgestellten Aktien, die gemeinsam haben, dass sie seit Beginn des Angriffs auf den Iran zulegen konnten und sich so vom Gesamtmarkt abgekoppelt haben. Die Frage ist bei allen dreien die gleiche: Hat diese relative Stärke Hand und Fuß?

Die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek war über Jahre hinweg überbewertet. Jetzt aber, nachdem sich der Kurs seit dem Sommer 2025 in der Spitze mehr als halbiert hat, der Gewinn pro Aktie derweil weiter stieg und man auch weiterhin Wachstum erwartet, wäre sie es nicht mehr. Aktuell läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) für die durchschnittliche 2026er-Gewinnschätzung bei etwa 30. Angesichts einer derzeitigen Gewinnerwartung von jeweils +20 Prozent im laufenden und im kommenden Jahr ist das sogar eher günstig. Selbst ein KGV von 40 wäre da noch nicht überzogen.

Wenn es denn so kommt, wie die Analysten momentan vermuten. Denn genau das ist der Knackpunkt, der diese ohnehin schon stark gedrückte Aktie in den vergangenen Wochen noch mehr unter Druck setzte: der sogenannte „KI-Spuk“.

Die Befürchtung, dass die KI vieles, das Softwarehersteller derzeit von Menschen erarbeiten lassen, übernehmen wird und so die Preise und mit ihnen die Gewinnmargen unter Druck kommen und/oder der Absatz sinkt, weil billigere Systeme durch KI möglich sind und mit den bisherigen Software-Systemen in Konkurrenz treten, ist nicht aus der Luft gegriffen, nur:

Expertenmeinung: In welcher Größenordnung sich das abspielen könnte, wann und wie lange das der Fall wäre und ob Software-Unternehmen wie Nemetschek nicht durch zügige Anpassung an neue Möglichkeiten ihre starke Position behalten, weiß niemand. Dieser Abverkauf basiert nicht auf schwachen Zahlen, sondern auf starken Behauptungen. Und so etwas ist immer eine höchst wacklige Sache.

Dass ausgerechnet Software-Aktien, das beschränkte sich vergangene Woche keineswegs auf Nemetschek, in der vergangenen Woche so relativ robust daherkamen, mag aber auch daran liegen, dass man sie in Bezug auf steigende Ölpreise und eine steigende Nervosität in den Industriebranchen als nicht exponiert einstufte. Da wagte womöglich manch einer einen „Switch“ heraus aus stark unter Abgabedruck stehenden Titeln in diese jetzt ja eher günstig bewerteten Aktien. Nicht zuletzt, weil die ihre Baisse ja schon gesehen haben und die Luft nach unten – auch mit dem Aspekt KI als Damoklesschwert – irgendwann eben dünner werden muss, solange keine Zahlen auftauchen, die diese für die Softwarebranche so düsteren Weissagungen belegen.

Aber auch wenn aus dieser relativen Stabilität grundsätzlich eine Aufwärtswende werden könnte … und auch, wenn das KGV jetzt da ist, wo man es sich die Jahre zuvor hätte wünschen mögen … ist diese Wende eben noch nicht da.

Erst wenn die markante und massive Doppel-Hürde aus August-Abwärtstrendlinie und 50-Tage-Linie mit Schlusskursen über 76 Euro genommen würde, wäre hier ein wirklich solides, bullisches Signal gegeben. Das kann gelingen. Aber das muss es keineswegs. Das Thema KI könnte vom bärischen Lager ein ums andere Mal aufgewärmt werden, wenn es dienlich wäre, um die Aktie an entscheidenden Chartmarken nach unten abzuweisen. Insgesamt zeigt die Bodenbildung, dass hier langsam Chancen auftauchen, und die relativ günstige Bewertung, dass sie auch umsetzbar wären … Aber einer solchen Aufwärtswende vorzugreifen, wäre trotzdem hoch riskant. Erst müssten hier die Kohlen aus dem Feuer, danach wäre vermutlich immer noch genug Potenzial nach oben vorhanden, um nicht zu spät dran zu sein.

Nemetschek Aktie: Chart vom 09.03.2026, Kurs 69,05 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 09.03.2026, Kurs 69,05 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.02.2026 um 22:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wie der Entwickler von Bau- und Architektursoftware Nemetschek 2025 abgeschnitten hat, weiß man seit Ende Januar. Wie das Unternehmen das angelaufene Jahr einschätzt, erfahren wir erst am 19. März. Was also drückt den Kurs so massiv – und könnten das Kaufkurse sein?

Normalerweise wäre man versucht, diese Frage einfach mit „ja“ zu beantworten. Doch es sollte vorsichtig stimmen, dass die Aktie überhaupt so weit gefallen ist. Denn wäre es eine klare Sache, dass Nemetschek auf diesem Level „billig“ ist und viel Luft nach oben und wenig nach unten hätte, dann würde die Aktie entweder längst höher notieren oder wäre gar nicht erst so weit gefallen. Denn Chancen, die der Markt einfach komplett übersieht, bei einer Aktie, die sehr bekannt und im MDAX ebenso wie im TecDAX gelistet ist, gibt es nicht. Es muss also Argumente geben, warum der Kurs so drastisch unter seinem gerade erst vor gut einem halben Jahr bei 138,50 Euro erzielten Verlaufshoch notiert. Welche?

An der Geschäftsentwicklung des abgelaufenen Jahres lag es schon mal nicht: Nemetschek erfüllte mit einem Umsatzanstieg von 22,6 Prozent und einem um 28,9 Prozent zum Vorjahr gestiegenen operativen Gewinn (gerechnet als EBITDA) die Erwartungen voll. Und ein zu magerer Ausblick auf 2026 kann kein Argument sein, weil es ihn, wie oben erwähnt, noch gar nicht gibt. Nein, es sind zwei andere Aspekte, die derzeit wie Bleigewichte an der Aktie hängen:

Expertenmeinung: Zum einen geht es um die Bewertung der Aktie. Mit einem Gewinnwachstum von fast 30 Prozent wäre ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 50 durchaus zu akzeptieren. Vorausgesetzt aber, dass man davon ausgehen könnte, dass das 2025 gezeigte Wachstumstempo auch 2026 und 2027 in dieser Höhe erreichbar wäre. Aktuell ist das KGV, das in den vergangenen Jahren schon Levels von 80 und mehr gesehen hatte und damit damals massiv überzogen war, bei 35, bezogen auf den 2025er-Gewinn und den derzeitigen Kurs. Wenn Nemetschek den Gewinn 2026 um auch nur 10 bis 15 Prozent steigern würde, wären wir im KGV bei 30 bis 32. Das wäre bei 15 Prozent Gewinnwachstum wiederum in Ordnung. Wo also liegt das Problem?

Es liegt darin, dass viele derzeit bezweifeln, dass kommende Gewinnsteigerungen in größerem Umfang realistisch seien. Und zwar wegen der „KI-Angst“, dieser derzeit umgehenden Befürchtung, dass die KI in naher Zukunft viele Software-Programme überflüssig machen wird und Software-Entwickler wie Nemetschek dadurch eine deutlich geringere Nachfrage sehen könnten. Kommt es so?

Das ist offen, eigentlich, speziell bei Programmen für Architektur und Bauwesen, sogar eher zweifelhaft. Aber es geht hier um eine Annahme, die nicht zeitnah zu widerlegen ist, eine, die emotional bei den Anlegern Verunsicherung und bei bärischen Tradern die Hoffnung auf kräftige Short-Gewinne auslöst. Das ist auf rationaler Ebene nicht eingrenzbar, deswegen muss man konstatieren: Eigentlich könnte die Nemetschek-Aktie höher notieren, somit könnten das hier Kaufkurse sein, es ist aber absolut nicht abzusehen, wie lange diese „KI-Angst“ noch umgeht und was sie mit Software-Aktien wie Nemetschek bis dahin noch anrichten könnte.

Daher wäre es aus aktueller Sicht die sinnvollste Lösung, abzuwarten, bis sich im Chartbild Hinweise zeigen, dass die Bären die Aktie aus ihren Klauen lassen. Was dann zu vermuten wäre, wenn Widerstände, die in einem intakten Abwärtstrend normalerweise vom bärischen Lager effektiv verteidigt würden, zurückerobert werden. Hier, bei Nemetschek, stechen da die 50-Tage-Linie in Verbindung mit der vom Rekordhoch ausgehenden Abwärtstrendlinie heraus. Dieser derzeit bei 80,60 zu 81,70 Euro verlaufende Bereich müsste überboten werden, dann hätten wir hier mehr als nur eine normale Gegenbewegung nach oben … und dann wäre die Aktie immer noch hinreichend günstig bewertet, um über einen Einstieg nachdenken zu können.

Nemetschek Aktie: Chart vom 20.02.2026, Kurs 67,60 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.01.2026 um 0:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Donnerstagmorgen präsentierte Nemetschek, Spezialist für Bau- und Architektursoftware, sein vorläufiges Ergebnis des Vorjahres. Die Zahlen lagen solide im Rahmen der Erwartungen. Doch die Aktie, im Plus gestartet, schloss im Minus.

Nemetschek meldete gestern vor Handelsbeginn ein 2025er Umsatzplus von 22,6 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro, einen Anstieg der EBITDA-Gewinnmarge von 30,2 auf 31,2 Prozent und ein entsprechend überproportional zum Umsatz um 28,9 gestiegenes EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 371,1 Millionen Euro.

Das lag zwar „nur“ ziemlich genau im Rahmen der Analystenerwartungen. Aber angesichts des massiven Abstiegs des Aktienkurses hätte man vermuten können, dass diese Zahlen (verbunden mit der mitgelieferten Aussage, dass man sehr zuversichtlich auf 2026 und darüber hinaus blicke und weiteres, nachhaltiges und profitables Wachstum erwartet) dafür sorgen könnten, dass der eine oder andere auch größere Akteur die Hand aufhält. Was zu Handelsbeginn auch der Fall war, aber:

Expertenmeinung: Nachdem der Kurs am Morgen in der Spitze knapp 2,9 Prozent gestiegen war, setzten Abgaben ein, bereits nach einer Stunde war das Plus eliminiert. Und das war aus rein charttechnischer Sicht ein Beleg dafür, dass das bärische Lager „seine“ Baisse nicht nur verteidigen will, sondern auch kann.

Die Aktie war nach dem Bruch des im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrends auch zügig durch die nächstgelegene, potenzielle Auffangzone bei 79,30 zu 82,22 Euro gerutscht. Ende vergangener Woche wurde der Versuch unternommen, diesen Bereich zurückzuerobern – und schlug fehl. Gestern dann scheiterte die Aktie schon am unteren Ende dieser Zone.

Nemetschek Aktie: Chart vom 29.01.2026, Kurs 73,80 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 29.01.2026, Kurs 73,80 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Was im Vorfeld des heutigen, letzten Handelstages der Woche im Chart auf Wochenbasis zu sehen ist, ist damit eine klare Ansage der Bären. Die Aktie ist im Wochenhoch nicht nur nicht an dieser jetzt als Widerstand fungierenden, vorherigen Supportzone vorbeigekommen, sondern hat auch an der langfristig bedeutsamen 1.000-Tage-Linie, im Chart dick schwarz hervorgehoben, nach unten gedreht.

Aber müsste es denn mit diesen Verkäufen nicht langsam genug sein, jetzt, da der Kurs, gerechnet vom im letzten Sommer bei 138,50 Euro markierten Rekordhoch, seiner Halbierung entgegenrutscht? Zwei Aspekte sollten davor warnen, auf Basis solcher Gedanken allzu optimistisch ins fallende Messer zu greifen:

Zum einen war die Nemetschek-Aktie am Rekordhoch absurd überbewertet, so sehr, dass sie auch jetzt noch nicht als „billig“ anzusehen wäre. Zweitens geht gerade das Gespenst eines drohenden, allgemeinen Software-Niedergangs durch den Siegeszug der KI um. Und da bewegen wir uns auf einer emotionalen Ebene, die bekanntlich keine rationalen Grenzen kennt, daher: Hier sollte man vorerst noch nicht versuchen, den Bären mit Logik und/oder Optimismus einen Stock in Speichen werfen zu wollen!

Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 29.01.2026:
https://ir.nemetschek.com/nachrichten/nemetschek-group-schliesst-starkes-geschaeftsjahr-2025-sehr-erfolgreich-ab-und-erreicht-deutlich-die-bereits-angehobene/59445110-cfa8-4dca-a281-6f0f3dd0f6dd

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.01.2026 um 15:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Fast 50 % Kursverlust, gebrochene Unterstützungen, Aufwärtstrends und verunsicherte Anleger: Steht Nemetschek vor dem Abgrund?

Abverkauf gerechtfertigt?

Der Abgabedruck bei Nemetschek ist unerbittlich. Seit Monaten geht es nahezu unaufhörlich bergab. In Summe hat die Aktie fast die Hälfte an Wert verloren.

Nacheinander wurde zuerst die wichtigste Unterstützung bei 90 – 91 Euro, dann der mehrjährige Aufwärtstrend (hellgrün) und schlussendlich auch noch der Support bei 80 – 81 Euro unterschritten.

Es ist zwar nicht der erste scharfe Kursverfall bei Nemetschek, aber die Heftigkeit ist aus meiner Sicht dennoch überraschend.

Nach dem starken Kursanstieg hatten wohl viele Anleger zu hohe Erwartungen. Am Hoch lag das KGV bei über 70 – das ist selbst für ein Unternehmen mit einer sehr starken Historie und Stellung innerhalb der Branche anspruchsvoll.

Hinzu kommt die laufende Umstellung des Geschäfts von klassischen Lizenzverkäufen zu Abonnements/SaaS.
Das ist langfristig positiv, führt aber zwangsläufig zu Verschiebungen beim Umsatz und den Margen, die von Investoren nicht immer sofort honoriert oder verstanden werden.

Das kennen wir doch irgendwoher?

Tatsächlich konnte man ein ähnliches Phänomen auch bei der direkten Konkurrenz beobachten.
Als Autodesk 2016 auf Abos umstellte, kam die Aktie zuerst ebenfalls unter Druck. Und als das Unternehmen 2022 von mehrjährigen Rabatten Abstand nahm, brach der Kurs deutlich ein.

An der Börse wurde nicht verstanden, dass Umsatz und Cashflow kurzfristig unter Druck kommen, wenn das Unternehmen keine rabattierten mehrjährigen Verträge mehr verkauft.
Wenn man keine Rabatte mehr gewährt und die Kunden an Bord bleiben, steigt dadurch aber langfristig die Profitabilität.

An der Börse werden teilweise selbst einfache Zusammenhänge nicht verstanden. Die sinkenden Kurse mehren die Furcht und die Mehrheit zieht die Reißleine. So geschieht das regelmäßig.

Historische Einstiegschance?

Die Gewinner sind die Geduldigen. Wer bei den zahlreichen Kursstürzen von Nemetschek die Ruhe bewahrt hat, wurde am Ende jedes Mal mit einem neuen Allzeithoch belohnt.

Vielleicht wird das auch dieses Mal wieder der Fall sein. Die Prognosen und die Geschäftszahlen sprechen jedenfalls dafür.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte der Umsatz um 22,9 % auf 866 Mio. Euro gesteigert werden.
Das Lizenzgeschäft war um 44,5 % auf 41,4 Mio. Euro rückläufig und kurz vor der faktischen Auflösung. Im Gegenzug kletterten die wiederkehrenden Umsätze um 31,7 % auf 798,3 Mio. Euro.

Die jährlichen wiederkehrenden Einnahmen (ARR) konnten um 21,9 % auf 1,08 Mrd. Euro gesteigert werden.

Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert. Die EBIT-Marge konnte von 22,8 auf 24,3 % gesteigert werden.
Das EBIT verbesserte sich um 31 % auf 210,2 Mio. Euro und der Gewinn um 23,23 % von 1,07 auf 1,32 Euro je Aktie.

Im dritten Quartal hat die Wachstumsdynamik zwar nachgelassen, der Gewinn konnte jedoch um 40,7 % auf 0,48 Euro je Aktie gesteigert werden.

Ausblick und Bewertung

Den Konsensschätzungen zufolge dürfte der Gewinn im Geschäftsjahr 2025 um 24 % auf 1,88 Euro je Aktie steigen.
Nemetschek kommt demnach auf ein KGVe von 41,4.

Sollte das Ergebnis 2026 wie erwartet um 24 % auf 2,33 Euro steigen, würde das KGV auf 33,4 fallen.

Nemetschek Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs: 77,55 EUR - Kürzel: NEM | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs: 77,55 EUR – Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Der freie Cashflow von Nemetschek liegt jedoch systematisch über dem gemeldeten Gewinn und soll im Geschäftsjahr bei 3,02 Euro je Aktie liegen. Das würde einem P/FCF von 25,8 entsprechen.
In den letzten fünf Jahren lag der P/FCF durchschnittlich bei 41,7 und am absoluten Tief bei 27.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.01.2026 um 16:26 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im November verteidigte die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek eine wichtige, mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Doch das war noch nicht die Entscheidung: Jetzt hat der Kurs erneut auf dieser Linie aufgesetzt. Damit heißt es erneut: Sekt oder Selters!

Unser Chart auf Wochenbasis zeigt das übergeordnete Bild, mit dem wir es bei Nemetschek zu tun haben. Die Aktie gehörte im sehr bullischen, von großen Hoffnungen und großem Leichtsinn dominierten Börsenjahr 2021 zu den großen Gewinnern. Und Nemetschek war eine der eher wenigen Aktien, die 2021 „in“ waren und 2025 ihr damaliges Hoch relativ deutlich überbieten konnten. Im August wendete sich das Blatt jedoch. Es begann eine scharfe Korrektur, die den Kurs im November an die im Herbst 2022 etablierte, mittelfristige Aufwärtstrendlinie drückte. Die hielt, aber:

Nemetschek Aktie: Chart vom 06.01.2026, Kurs 91,05 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 06.01.2026, Kurs 91,05 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Effektiv nach oben absetzen konnte sich die Aktie nicht. Aktuell testet der Kurs diese Linie erneut, die, um die Sache noch bedeutsamer zu machen, aktuell bei knapp 89 Euro mit dem „Zoll-Crash“-Tief vom April 2025 bei 88,90 eine Kreuzunterstützung bildet. Das November-Tief lag, da die Trendlinie da noch auf niedrigerem Niveau unterwegs war, bei 87,20 Euro. Das wäre dann eine Art „Sprungtuch“ für die Bullen, wenn die Linie nicht halten sollte. Aber darunter wäre der Weg grundsätzlich frei in den Bereich 74,54 bis 75,32 Euro. Eine für bärische Trader lukrative Größenordnung.

Aber auch auf der Oberseite gäbe es charttechnisch interessantes Potenzial. Würde es gelingen, diese Aufwärtstrendlinie erneut zu verteidigen und das Zwischenhoch bei 96,80 Euro zu überwinden, wäre damit ein kleines Doppeltief entstanden und die Trendlinie wäre damit perfekt verteidigt … was den Weg aus rein charttechnischer Sicht an das nächste Kursziel im Bereich 109,50 bis 113,10 Euro freigeben würde. Wer wird das Rennen machen?

Expertenmeinung: Rein von den Fundamentals her ist das völlig offen, denn es gibt gute Argumente für beide Lager. Die Bullen könnten argumentieren, dass Nemetschek über Jahre hinweg stetig den Umsatz und, von einer „Delle“ 2020 abgesehen, auch den Gewinn gesteigert hat. Man könnte ins Feld führen, dass die Aktie gerade auf Höhe des niedrigsten aller Analysten-Kursziele (90 Euro) und damit weit unter dem Kursziel-Schnitt von momentan 121 Euro notiert. Aber all das würde nur zählen, wenn diese Linie dem zweiten Test standhält und der Kurs klar nach oben dreht.

Das Bären-Lager hätte die weiterhin mit einem 2025er-KGV von 40 teure Bewertung als Argument im Rücken. Und die Verteilung der Analysten-Einschätzungen, denn auch, wenn das Kursziel im Schnitt klar über dem Aktienkurs liegt, empfehlen dennoch aktuell nur 10 von 18 die Aktie regelmäßig überwachenden Experten den Kauf. Argumente, die die Aktie aber wohl nur drücken, wenn die Bären die „Kärrner-Arbeit“ erledigt, sprich Aufwärtstrendlinie und November-Verlaufstief durchbrochen hätten. Also, was tun?

Die sinnvollste Vorgehensweise ergibt sich fast zwangsläufig aus Vorstehendem: Abwarten, welcher Seite es gelingt, charttechnische Fakten zu schaffen. Rein aus charttechnischer Sicht würde Nemetschek bei Schlusskursen über 96,80 Euro ein bullisches, unter 87,20 Euro ein bärisches Signal auslösen. Einen solchen Ausbruch zu traden, wäre eine Überlegung wert, dem vorzugreifen, aber nicht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.