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Seit Jahren glänzt Nemetschek, Entwickler von Bau- und Architektursoftware, mit steigenden Umsätzen und Gewinnen. Der Aktienkurs läuft zwar seit vergangenem Sommer in die entgegengesetzte Richtung. Doch mittlerweile ist die Aufwärtswende zumindest „in Arbeit“.
Gestern legte Nemetschek das Ergebnis des Jahres 2025 sowie den Ausblick auf das laufende Jahr vor. Die Zahlen des Vorjahres waren seit Vorlage von Vorab-Ergebnissen Ende Januar bekannt, der Ausblick aber war neu … und er fiel allemal erfreulich aus.
Das Unternehmen plant mit einem Umsatzplus zwischen 14 und 15 Prozent. Weniger zwar als die 19,7 Prozent im Vorjahr, aber doch mehr als die von den Analysten bis dahin im Schnitt erwarteten gut 13 Prozent. Die operative Marge, gerechnet auf EBITDA-Basis, die 2025 bei 31,2 Prozent lag, soll zwischen 32 und 33 Prozent erreichen. Im Durchschnitt hatten die Experten da 32,4 Prozent vermutet.
Das könnte in etwa auf ein Gewinnwachstum von 20 Prozent hinauslaufen. Das ist nicht gerade dramatisch hoch, aber das Umfeld ist, mit Blick auf die schwache Investitionsneigung, ja auch kein leichtes. Es wäre trotzdem kein Grund, die Aktie auf die Beobachtungsliste zu setzen, wenn der Markt ein solches Wachstum bereits im Kurs vorweggenommen hätte. Aber schon ein kurzer Blick auf den Chart zeigt: Das kann man nun wirklich nicht unterstellen. Und damit wird die Sache interessant.
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Expertenmeinung: Nemetschek gehörte in den vergangenen Jahren gleich zweimal zu den Aktien, von denen viele dachten, sie würden ewig steigen und daher zwingend in jedes Depot gehören. 2021 war die Bewertung auf Basis des Kurs-/Gewinn-Verhältnisses (KGV) dadurch derart grotesk hoch, dass eine herbe Korrektur irgendwann kommen musste – und auch kam. Bei der zweiten „Runde des Übermuts“ zwischen Anfang 2023 und Sommer 2025 war dieses KGV zwar nicht mehr do irrwitzig hoch wie zuvor, weil der Gewinn pro Aktie über die Jahre sukzessiv zugelegt hatte. Zu teuer war sie indes, als im August 2025 bei 138,50 Euro das bisherige Rekordhoch erreicht wurde, trotzdem. Und wieder ging es mit dem Fahrstuhl abwärts. Und jetzt?
Jetzt sehen wir einen Aktienkurs, der sich gegenüber diesem gerade erst einige Monate zurückliegenden Rekordhoch glattweg halbiert hat. Und haben hier dadurch ein KGV, das, wenn die 2026er-Prognose von Nemetschek auch nur einigermaßen eintrifft, nicht mehr teuer ist, sondern bei fairen bis sogar eher „günstigen“ 30 liegt. Ein Argument für den Einstieg?
Das wäre zwar eines, aber das heißt nicht, dass die Wende alleine deswegen gelingen müsste. Denn natürlich zählt nicht die Bewertung allein in Bezug auf die Frage, ob eine Aktie eine Aufwärtswende schafft oder nicht. Es geht immer auch um subjektive Einschätzungen der Akteure. Und zuletzt hat die Sorge, dass Softwareunternehmen durch die Fortschritte im KI-Bereich Probleme bekommen könnten und die Befürchtung, dass die konjunkturelle Lage durch die fehlende Planungssicherheit bei den Unternehmen weiter schlecht bleiben würde, verhindert, dass die an sich jetzt günstige Bewertung den Nemetschek-Kurs hat drehen können. Dies … und der intakte Abwärtstrend an sich.

Und genau da wird es langsam spannend, denn wir sehen im Chart, dass Nemetschek in den vergangenen Wochen einen Boden ausgebildet hat und sich so dem für eine Aufwärtswende entscheidenden Kreuzwiderstand aus 50-Tage-Linie, August-Abwärtstrend und Januar-Tief im Bereich 72,40 zu 73,00 Euro nähert. Dass die Aktie als Reaktion auf den 2026er-Ausblick am Donnerstag nicht gerade aus den Schuhen sprang und ein unmittelbarer Angriff an diese Hürde zunächst ausblieb, muss dabei nicht bedeuten, dass die Trader die Zahlen nicht allzu positiv werten. Denn angesichts eines insgesamt gestern sehr schwachen Gesamtmarkts war das Plus von 3,68 Prozent allemal beachtenswert und reichte für Platz 2 der Performance in MDAX und TecDAX.
Achten Sie auf diese Zone. Wenn es gelingt, sie zu überwinden, ist das nicht nur ein bullisches Signal im Chartbild, es könnte auch dazu beitragen, dass hier Konjunktur- und KI-Skepsis ins zweite Glied zurücktreten und dadurch weitere „Bremsklötze“ aus dem Weg geschafft werden.
Quellenangaben: Ergebnis 2025 und Ausblick 2026, 19.03.2026:
https://ir.nemetschek.com/media/document/26914f50-a3dc-46ad-a42d-01e14b6c1a2e/assets/GB2025_de_5_AnunsereAktionaere.pdf?disposition=inline
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NEM.DE/analyst-insights/
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