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Krones steht an einem kritischen Punkt. Ist das der finale Boden oder steht die Aktie kurz vor einem Verkaufssignal?
Vor einigen Monaten hatte ich mich positiv zu Krones geäußert. Anschließend kam es zu einem Kursanstieg von fast 20 %. Doch seit einiger Zeit haben die Bären wieder Oberhand.
Im März wurde der mehrjährige Aufwärtstrend kurzzeitig durchbrochen, doch dann meldeten sich die Bullen zurück.

Durch den erneuten Bruch der Aufwärtstrendlinie wird es aus charttechnischer Sicht jetzt zunehmend problematisch. Wird jetzt das Jahrestief bei etwa 109 Euro durchbrochen, kommt es zu einem Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 100 und 90 Euro.
Prallt die Aktie bei 109 Euro jedoch ab und es gelingt eine Rückkehr über 115 Euro, würde sich die Lage wieder spürbar entspannen.
Charttechnik sendet Warnsignale
Charttechnisch ist die Lage vergleichsweise klar. Die Bären scheinen derzeit in der besseren Position zu sein. Schaut man sich jedoch die fundamentale Seite an, stellt sich die Frage, warum der Kurs überhaupt abschmiert.
Wenn eine Einzelaktie plötzlich deutlich fällt, obwohl sich an den fundamentalen Daten kaum etwas verändert hat oder das Geschäft sogar gut läuft, entstehen oft Gelegenheiten für antizyklische Investments.
Die Gründe liegen häufig nicht im Unternehmen selbst, sondern im Marktumfeld. Emotionen, kurzfristige Liquiditätsbewegungen, makroökonomische Sorgen oder sektorweite Rotation können dazu führen, dass selbst solide Werte abgestraft werden.
Dadurch kann eine Bewertungslücke entstehen und genau diese Diskrepanz ist der Kern vieler langfristig erfolgreicher Investments.
Wichtig ist dabei allerdings die Unterscheidung zwischen Aktien, die zu Unrecht oder aber mit gutem Grund gefallen sind. Nicht jeder Kursrückgang ist eine Chance. Entscheidend ist die Frage, ob sich die langfristigen Ertragsaussichten tatsächlich verschlechtert haben oder ob der Kurs übertrieben stark oder sogar grundlos gesunken ist.
Diese Frage gilt es nun zu beantworten.
Absturz ohne fundamentalen Grund?
Seit der letzten Analyse zu Krones hat das Unternehmen dreimal Quartalszahlen vorgelegt. Wir haben also Arbeit vor uns.
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 konnte der Umsatz um 4,7 % auf 1,38 Mrd. Euro gesteigert werden.
Gleichzeitig hat sich die EBT-Marge von 6,8 auf 7,0 % verbessert. Das Ergebnis nach Steuern konnte jedoch nur um 3,4 % auf 2,15 Euro je Aktie gesteigert werden.
Dabei hat sich eine negative Entwicklung fortgesetzt, die ich bereits in dem damaligen Artikel angesprochen hatte: Der Auftragseingang entwickelt sich schleppend, konnte nur um 3,9 % auf 1,37 Mrd. Euro gesteigert werden und lag damit knapp unter dem Umsatz.
Darüber hinaus war die Wachstumsdynamik im dritten Quartal niedriger als im ersten Halbjahr.
Die Zahlen im Realitätscheck
Das Schlussquartal war jedoch wieder erfreulicher, sodass der Umsatz im gesamten Geschäftsjahr um 7,0 % auf 5,66 Mrd. Euro gesteigert werden konnte. Nach neun Monaten lag das Plus bei 6,0 %.
Darüber hinaus hat sich die Profitabilität weiter verbessert, wodurch ein Anstieg des Gewinns um 7,8 % auf 9,45 Euro je Aktie erzielt wurde. Nach neun Monaten lag das Plus bei 6,3 %.
Als Kritikpunkt kann man nach wie vor den Auftragseingang nennen, der nur um 1,9 % auf 5,56 Mrd. Euro gesteigert werden konnte und knapp unter dem Umsatz lag. Der Auftragsbestand lag zum Ende des Geschäftsjahres bei 4,19 Mrd. Euro.
Positiv zu erwähnen ist jedoch der starke freie Cashflow in Höhe von 282,9 Mio. Euro sowie die Nettoliquidität, die von 439,9 auf 548,2 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Krones hat demnach eine grundsolide Bilanz und ist gut mit Kapital ausgestattet.
Darüber hinaus hat Krones das Jahr mit einem Rekordergebnis abgeschlossen, auch wenn die Kursentwicklung etwas anderes suggeriert.
War der Optimismus gerechtfertigt?
Für das Geschäftsjahr 2026 zeigte sich der Vorstand damals optimistisch. Prognostiziert wurde ein Wachstum des um Währungsseffekte bereinigten Umsatzes von 3 % bis 5 %. Die EBITDA-Marge sollte sich auf 10,7 % bis 11,1 % weiter verbessern. Für die dritte finanzielle Zielgröße, den ROCE, erwartete Krones 19 % bis 20 %.
Das erste Quartal lieferte jedoch ein gemischtes Bild. Der Umsatz war um 2,2 % auf 1,38 Mrd. Euro leicht rückläufig. Auch währungsbereinigt lag das Plus nur bei 1,4 % und damit unter dem gesteckten Ziel.
Die EBITDA-Marge lag mit 10,8 % am unteren Ende der Erwartungen und das ROCE mit 17,6 % unter den anvisierten Zielen.
Der Gewinn war daher um 9,6 % auf 2,17 Euro je Aktie rückläufig. Man sollte in ein einzelnes Quartal allerdings nicht zu viel hineininterpretieren. Unterjährige Schwankungen sind vollkommen normal.
Ausblick und Bewertung
Das gilt umso mehr, da der Auftragseingang im letzten Quartal endlich wieder spürbar gestiegen ist, um 5,3 % auf 1,512 Mrd. Euro.
Damit lag der Auftragseingang seit mehreren Quartalen erstmalig wieder über dem Umsatz, wodurch der Auftragsbestand auf 4,32 Mrd. Euro leicht gestiegen ist.
Das gewährleistet eine Auslastung der Produktionskapazitäten bis weit in das vierte Quartal 2026.
Daher hat der Vorstand die Prognose für das laufende Geschäftsjahr abermals bestätigt.
Sollten die Ziele erreicht werden, dürfte der Gewinn um etwa 9 % auf 10,30 Euro je Aktie steigen.
Krones kommt demnach auf ein KGVe von 10,6 und könnte das vierte Jahr infolge ein neues Rekordniveau erzielen. Im langjährigen Durchschnitt lag das KGV bei 18,6 und in den letzten fünf Jahren durchschnittlich bei 17,3.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.06.2026 um 14:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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