Nach Jahren des Umbaus scheint JM Smucker die Früchte zu ernten. Die Gewinne steigen deutlich schneller als erwartet.
Kaffee: Das Herzstück des Geschäfts
J. M. Smucker Company wurde 1897 als Hersteller von Fruchtaufstrichen gegründet und gehört heute zu den traditionsreichsten Konsumgüterunternehmen der USA.
Aus dem einstigen Marmeladenproduzenten hat sich im Laufe von mehr als einem Jahrhundert ein breit aufgestellter Markenhersteller mit Schwerpunkten in den Bereichen Kaffee, Tiernahrung und Snacks entwickelt.
Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet bekannte Markenprodukte des täglichen Bedarfs. Der Fokus liegt auf Kategorien, die von Verbrauchern regelmäßig gekauft werden und eine hohe Markenbindung aufweisen.
Dadurch entstehen stabile Umsätze, selbst in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.
Heute ist Kaffee die wichtigste Sparte des Konzerns. Zu den bekanntesten Marken gehören Folgers, Dunkin’ und Café Bustelo.
Im letzten Quartal wurde in diesem Segment ein Umsatz von 830,6 Mio. USD und ein operatives Ergebnis von 214 Mio. USD erzielt. Das entspricht etwas mehr als einem Drittel der Konzernumsätze und fast 40 % des Gewinns. Die operative Marge lag bei 25,8 %.
Tiernahrung als Margenmaschine
Ein zweiter zentraler Bereich ist Tiernahrung. Hier besitzt JM Smucker Marken wie Milk-Bone, Meow Mix und 9Lives. Der Heimtiermarkt wächst seit Jahren überdurchschnittlich, da Haustiere für viele Verbraucher einen immer höheren Stellenwert einnehmen.
In diesem Bereich wurde zuletzt ein Quartalsumsatz von 401,7 Mio. USD und ein operatives Ergebnis von 125,7 Mio. USD erzielt. Mit einer operativen Marge von 31,3 % ist es der profitabelste Konzernbereich.
Dicht gefolgt von dem Geschäft mit Tiefkühlprodukten und Aufstrichen. Im letzten Quartal wurde in diesem Segment ein Umsatz von 454,1 Mio. USD und ein operatives Ergebnis von 124,7 Mio. USD erzielt. Die operative Marge lag bei 27,5 %.
Hinzu kommt der Bereich „Away From Home“, der sich vor allem an Gewerbekunden richtet. In dieser Sparte wurde zuletzt ein Quartalsumsatz von 228,3 Mio. USD und ein operatives Ergebnis von 55,3 Mio. USD erzielt.
Die operative Marge liegt bei 24,2 %.
Warum JM Smucker sein Portfolio verschlankt
Das Sorgenkind im Konzern ist der Bereich „Sweet Baked Snacks“. Auf Jahressicht hat sich die Profitabilität in etwa verdoppelt, die operative Marge lag dennoch nur bei 12,2 %.
Das Segment erzielte einen Umsatz von 237,2 Mio. USD, jedoch nur ein operatives Ergebnis in Höhe von 29,0 Mio. USD.
Die laufende Portfolio-Bereinigung ist die logische Schlussfolgerung daraus. Das Unternehmen verkauft gezielt Marken und Geschäftsbereiche, die entweder zu langsam wachsen, geringe Margen erzielen oder nicht mehr zu den strategischen Kernkategorien passen. Die freiwerdenden Mittel werden in wachstumsstärkere Marken, Schuldenabbau und operative Optimierung investiert.
Zuletzt wurden beispielsweise mehrere Marken aus dem Bereich Sweet Baked Snacks veräußert.
Die Erfolge werden sichtbar
Darüber hinaus scheinen die Maßnahmen zur operativen Verbesserung immer mehr Früchte zu tragen. Im letzten Quartal verzeichneten, abgesehen vom Kaffee-Geschäft, alle Geschäftsbereiche Gewinnsprünge im zweistelligen Prozentbereich – zwischen 18 und 45 %.
Dabei wurden größere Fortschritte erzielt als erwartet. Daher lag der Gewinn im letzten Quartal mit 2,77 USD je Aktie weit über den Schätzungen von 2,64 USD. Mit einem Umsatz von 2,27 Mrd. USD wurden die Prognosen ebenfalls knapp übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 6 % und einem Gewinnsprung um 20 %.
Damit könnte das Unternehmen in eine neue Phase nachhaltig steigender Gewinne eingetreten sein.
Für das gerade angebrochene Geschäftsjahr stellt JM Smucker einen Gewinnsprung um 7-12 % auf 9,75 – 10,25 USD je Aktie in Aussicht. Der Konzern könnte vor dem besten Jahr der Unternehmensgeschichte stehen, obwohl der Konzernumsatz aufgrund von sinkenden Kaffeepreisen wohl sinken dürfte.
Ausblick und Bewertung
JM Smucker kommt demnach auf eine forward P/E von 11,2. Auf Free-Cashflow-Basis ergibt sich ein Multiplikator von 12.
Das ist weder nach absoluten noch relativen Maßstäben viel. Das gilt vor allem, wenn JM Smucker wieder wie erwartet wachsen sollte.
Im langjährigen Durchschnitt wurde JM Smucker mit einer P/E von 14 gehandelt. Sollte die Bewertung wieder auf dieses Niveau steigen, entspräche das einem Kursziel von 140 USD.
Hätte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 keine Sonderdividende ausgeschüttet, wäre JM Smucker heute bereits ein Dividendenaristokrat. Die reguläre Dividende wurde seit 1997 in jedem einzelnen Jahr angehoben, daher ist davon auszugehen, dass das auch in Zukunft der Fall sein wird.
Derzeit schüttet das Unternehmen jedes Quartal 1,10 USD aus, was einer gut finanzierten Dividendenrendite von 3,91 % entspricht.

Können die Abwärtstrends überwunden werden und gelingt ein Ausbruch über 120 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 133 – 135 und 140 – 145 USD.
Fällt die Aktie unter 109 USD, könnte das einen erneuten Rücksetzer bis 100 oder möglicherweise sogar 90 USD nach sich ziehen.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.06.2026 um 11:02 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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