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IONOS Group Aktie Prognose Ionos: Was Anleger aus diesem Börsenkrimi lernen können

News: Aktuelle Analyse der IONOS Group Aktie

In diesem Artikel
IONOS Group
ISIN: DE000A3E00M1
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Ticker: IOS --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur IONOS Group Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

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Warum scheitern so viele Anleger an der Börse, obwohl sie eigentlich wissen, was richtig wäre? Ionos als Lehrstück.

Die Börse belohnt Geduld – nicht Analystenratings

Der Kursverlauf von Ionos zeigt exemplarisch, wie wenig Aussagekraft Analystenratings häufig haben.
Als ich die letzte Analyse zu Ionos verfasst habe (Ionos: Reißleine ziehen, aussitzen oder zuschlagen?), war die Aktie gerade nach einem Downgrade um 8 % eingebrochen und notierte bei 23,35 Euro.

Heute, nur wenige Monate später, liegt der Kurs bei über 30 Euro. Das Unternehmen hat sich in dieser Zeit nicht grundlegend verändert, wohl aber die Stimmung am Markt.

Genau das ist das Problem vieler Ratings. Sie laufen der Kursentwicklung häufig hinterher, statt ihr vorauszugehen. Nach starken Anstiegen werden Kursziele angehoben, nach deutlichen Rücksetzern gesenkt. Für langfristig orientierte Anleger sind solche Anpassungen daher oft von begrenztem Nutzen.

Entscheidend ist vielmehr, wie sich das operative Geschäft entwickelt. Und hier liefert Ionos weiterhin überzeugende Ergebnisse. Das Unternehmen wächst profitabel, steigert seine Margen und profitiert von mehreren langfristigen Trends gleichzeitig.

Die Digitalisierung des Mittelstands schreitet voran, die Nachfrage nach Cloud-Lösungen nimmt zu und das Thema digitale Souveränität gewinnt in Europa immer mehr an Bedeutung.

Ionos als europäische Alternative

Vor allem im Cloud-Geschäft eröffnet sich erhebliches Potenzial. Während viele Unternehmen ihre IT-Infrastruktur modernisieren, wächst gleichzeitig der Wunsch nach europäischen Alternativen zu den dominierenden US-Anbietern.
Ionos bietet diese Alternative.

Der Kursanstieg der vergangenen Monate ist daher weniger eine Überraschung als vielmehr eine Rückkehr zu einer realistischeren Bewertung. Die Fundamentaldaten haben sich letztlich durchgesetzt, während das damalige Downgrade längst in Vergessenheit geraten ist.

Genau deshalb sollten Anleger Ratings stets kritisch hinterfragen und sich stärker auf die langfristige Entwicklung eines Unternehmens konzentrieren als auf kurzfristige Einschätzungen einzelner Analysten.
Aus meiner Sicht helfen Ratings nicht, sondern ganz im Gegenteil, sie verstärken die an der Börse typischen Übertreibungen zusätzlich.

Zuletzt hat die Aktie jedoch Schützenhilfe von Analystenseite erhalten. Die Bank of America hat die Aktie hochgestuft, woraufhin es zu einem Kurssprung um fast 6 % gekommen ist.

Die Vorgänge offenbaren die Absurdität der Börse. Die Aktie wird bei einem Kurs von etwa 25 Euro abgestuft und Anleger verkaufen panikartig. Und einige Monate später wird die Aktie bei etwa 30 Euro hochgestuft und steigt anschließend um 6 %.

Wer so handelt, wie die Analysten es empfohlen haben, hat also irgendwo bei 23–25 Euro verkauft und ist nun bei 30 Euro wieder eingestiegen.
Dass das kein Modell für Börsenerfolg ist, dürfte klar sein.

Antizyklisch investieren: Erst bestraft, später belohnt

Wer hingegen die damalige Analyse als Anlass zum Einstieg genommen und antizyklisch gehandelt hat, hat das Gegenteil erlebt.
Die Vorgänge sind geradezu ein Paradebeispiel für antizyklische Investments.

Man stellt sich gegen den vorherrschenden Trend, wird im ersten Moment dafür bestraft und mittel- bis langfristig dafür belohnt.
Denn die Aktie hat keineswegs bei 23 Euro, also dem Kurs zum Zeitpunkt der letzten Analyse, gedreht – der Kurs ist zuvor noch bis 21 Euro gefallen und ist erst anschließend auf über 30 Euro gestiegen.

Ionos Aktie: Chart vom 14.07.2026, Kurs: 30,16 EUR – Kürzel: IOS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Ionos Aktie: Chart vom 14.07.2026, Kurs: 30,16 EUR – Kürzel: IOS | Quelle: TWS

Das ist das typische Los von antizyklischen Investoren. Es ist nahezu unmöglich, das Tief exakt zu erwischen. Aber das ist auch gar nicht notwendig.

Das Problem an antizyklischen Investments ist, dass man im ersten Moment meistens dafür bestraft wird. Der Kurs sinkt nach dem Kauf weiter und es dauert in der Regel einige Wochen oder Monate, bis sich der Trend umkehrt.

Erfolg beginnt mit Belohnungsaufschub

Diese Phase, in der der Markt einen bestraft und negatives Feedback sendet, überwinden die meisten Anleger nie.
Es ist emotional höchst herausfordernd, diese Durststrecke zu überstehen, und daher wird der absolute Großteil aller Anleger niemals antizyklisch handeln. Sie jagen stattdessen den schnellen Erfolg.

Dabei müsste es jedem aus der Alltagserfahrung klar sein, dass das nicht funktioniert. Weder im normalen Leben noch an der Börse.

Genau hier setzt das Prinzip der Delayed Gratification (Belohnungsaufschub) an. Gemeint ist die Fähigkeit, auf eine sofortige Belohnung zu verzichten, um später einen deutlich größeren Nutzen zu erzielen.
Diese Eigenschaft entscheidet häufig darüber, wer langfristig erfolgreich wird – im Beruf, beim Vermögensaufbau und an der Börse.

An den Kapitalmärkten zeigt sich dieses Prinzip besonders deutlich. Jeder Anleger weiß theoretisch, dass man günstig kaufen und teuer verkaufen sollte. In der Praxis gelingt das jedoch nur den wenigsten. Der Grund ist einfach: Wer antizyklisch investiert, wird in der Regel zunächst vom Markt bestraft.

Der Mensch sucht aber Bestätigung. Fällt eine Aktie nach dem Kauf, zweifelt er an seiner Entscheidung.

Antizyklisches Investieren verlangt deshalb mehr als analytische Fähigkeiten. Es erfordert Geduld und die Bereitschaft, kurzfristige Schmerzen für langfristige Erträge in Kauf zu nehmen.
Genau wie im Leben abseits der Börse.

Diese Prinzipien sind universell

Niemand erwartet, nach zwei Wochen im Fitnessstudio einen Marathon laufen zu können. Niemand wird durch wenige Unterrichtsstunden zum Konzertpianisten oder baut über Nacht ein erfolgreiches Unternehmen auf.
Fortschritt entsteht durch konsequente Arbeit über einen langen Zeitraum. Schritt für Schritt.

An der Börse gilt derselbe Zusammenhang. Wer ständig den schnellen Gewinn sucht, kauft häufig genau dann, wenn die Euphorie ihren Höhepunkt erreicht hat. Wer dagegen bereit ist, kurzfristige Unsicherheit auszuhalten, kauft oft dann, wenn Bewertungen attraktiv und die Erwartungen niedrig sind.

Die erfolgreichsten Investoren unterscheiden sich deshalb weniger durch ihre Intelligenz als durch ihre emotionale Disziplin.
Sie akzeptieren, dass gute Entscheidungen kurzfristig schlecht aussehen können. Sie verstehen, dass der Markt Geduld nicht täglich belohnt, sondern oft zunächst bestraft. Wer diese Durststrecke aushält, verschafft sich einen Vorteil, von dem die meisten Anleger nur träumen können.

Delayed Gratification ist die Fähigkeit, kurzfristiges negatives Feedback auszuhalten, ohne das langfristige Ziel aus den Augen zu verlieren. Genau diese Eigenschaft trennt häufig Durchschnitt von Spitzenleistung – im Leben ebenso wie an der Börse.

Charlie wusste schon lange

Die Harvard Study of Adult Development liefert zu diesem Thema einen interessanten Anknüpfungspunkt, auch wenn sie Delayed Gratification nicht direkt untersucht.

Die seit 1938 laufende Langzeitstudie begleitet mehrere Generationen von Menschen über ihr gesamtes Leben. Eine der wichtigsten Erkenntnisse lautet, dass langfristiger Erfolg und Lebenszufriedenheit nicht auf kurzfristigen Belohnungen beruhen, sondern auf konsequentem Verhalten über viele Jahre.

Menschen, die langfristig denken, ihre Impulse kontrollieren und kontinuierlich in ihre Gesundheit, Beziehungen und Karriere investieren, sind im Durchschnitt erfolgreicher und glücklicher als diejenigen, die vor allem kurzfristige Bedürfnisse priorisieren.

Daher schließe ich mit einem Zitat von Charlie Munger: „Almost all good businesses engage in pain today, gain tomorrow activities.“

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.07.2026 um 15:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Mehr als 13.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Ausgezeichnete Preise. Ausgezeichneter Service. Mein Broker ist LYNX.

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Vorherige Analysen der IONOS Group Aktie

11.02.2026
14:38 Uhr

Ionos: Reißleine ziehen, aussitzen oder zuschlagen? — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.02.2026 um 14:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Selten war die Verunsicherung unter Anlegern so groß wie heute. Anleger suchen nach Orientierung. Helfen Ratings? Wie sieht die Prognose für Ionos aus?

Börse im Ausnahmezustand

Innerhalb des Aktienmarktes verlaufen derzeit scharfe Trennlinien. Der Markt ist stark trendgetrieben und hat sich zuletzt stark von Fundamentaldaten abgekoppelt. Das kommt tatsächlich häufiger vor, als man annehmen würde – doch meistens trifft es nur Einzelaktien oder gewisse Branchen.
Aktuell scheint die Börse aber insgesamt erkrankt zu sein. Das letzte Mal war das aus meiner Sicht 2021 der Fall.

Damals befand sich der Markt in einer klaren Blasenbildung und nahezu jede Aktie war zu hoch bewertet – einige Überflieger waren sogar astronomisch hoch bewertet. Aktuell findet man in dieser Kategorie ebenfalls viele Werte, gleichzeitig befindet sich jedoch die Hälfte aller Aktien im Crash-Territorium.

Eine derartige Spaltung, die vor allem von der unerbittlichen Fortsetzung bestehender Trends getrieben wird, habe ich in knapp 20 Jahren an der Börse noch nicht erlebt. Die Rahmenbedingungen sind alles andere als gewöhnlich.

Wie sollte man sich jetzt verhalten?

Die meisten Anleger wirken ratlos. Keiner scheint so richtig zu wissen, wie man damit umgehen soll.
Das könnte auch einer der Gründe sein, warum Ratings derzeit zu massiven Kursausschlägen führen.

Vielleicht hilft Ihnen der folgende Artikel ein wenig weiter: Einige Gedanken zum aktuellen Zustand der Börse: S&P 500 und Micron

Es bringt nichts, sich gegen die vorherrschenden Trends zu stellen. Das zeigt auch das Beispiel Ionos.

Die Aktie ist in den letzten Tagen massiv eingebrochen, ohne dass es irgendwelche relevanten Neuigkeiten von der Unternehmensseite gab.

Die letzte Mitteilung auf der Investor-Relations-Seite von Ionos stammt vom 17. Dezember 2025.

Profitabilität nimmt weiter zu

Ionos verzeichnete in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres ein starkes Neukundenwachstum in Höhe von 210.000, nach 110.000 im Vorjahr, welches sich auch im vierten Quartal fortsetzt.
Dennoch bleibt das Umsatzwachstum in den Bereichen Web Presence & Productivity sowie Cloud Solutions – auch aufgrund von Verzögerungen bei Kundenprojekten – leicht hinter den Erwartungen zurück. Vor diesem Hintergrund passt das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025 an und rechnet nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von rund 6 % (zuvor: ca. 8 %).

Gleichzeitig wurde jedoch die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge von 35 % auf 36,5 % erhöht. Das bereinigte EBITDA soll unverändert um ca. 17 % auf rund 480 Mio. Euro steigen.

Für 2026 stellt Ionos ein Umsatzwachstum in Höhe von 7 % in Aussicht. Parallel dazu erwartet die Gesellschaft eine weitere Steigerung der Profitabilität. Das bereinigte EBITDA soll um ca. 10 % auf rund 530 Mio. Euro steigen.

Ionos Aktie: Chart vom 11.02.2026, Kurs: 23,35 EUR - Kürzel: IOS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Ionos Aktie: Chart vom 11.02.2026, Kurs: 23,35 EUR – Kürzel: IOS | Quelle: TWS

Seitdem haben wir vom Unternehmen selbst nichts mehr gehört. Der Kurs ist jedoch massiv eingebrochen. Der jüngste Auslöser dafür war ein Rating der UBS. Die Schweizer Großbank hat ihre Einstufung von buy auf neutral und das Kursziel von 40 auf 28 Euro gesenkt. Das Resultat war ein Kurseinbruch um 8 %.

Dass Anleger nach wie vor auf Zuruf Aktien kaufen und verkaufen, erstaunt mich immer wieder. Aus meiner Sicht helfen sie auch nicht, sie verstärken die ohnehin schon vorliegenden Trends und Übertreibungen noch mehr.
Banken und Researchhäuser erhöhen Ratings und Kursziele in der Regel, nachdem der Kurs bereits gestiegen ist und umgekehrt.

An den Fundamentaldaten und der Realität ändern die Ratings ohnehin nichts. Ionos ist heute noch dasselbe Unternehmen wie vorgestern, auch wenn die UBS etwas anderes suggeriert.

Den Konsensschätzungen zufolge dürfte das Ergebnis im Geschäftsjahr 2025 um mehr als 30 % steigen und ein Rekordniveau von 1,62 Euro je Aktie erreichen. Ionos wird demnach mit einem KGVe von 14,4 bewertet.

Wird das Ergebnis 2026 wie erwartet auf 1,96 Euro je Aktie steigen, würde das KGV dadurch auf 11,9 sinken.

Geschäftsmodell

Ionos ist mehr als ein Webhoster. Das Unternehmen versteht sich als digitaler Wegbereiter für Europas Mittelstand. Im Fokus stehen kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige und Organisationen, die ihre Geschäfte ins Netz verlagern oder ihre IT modernisieren wollen.
Ionos liefert dafür die komplette Infrastruktur – vom ersten Domainkauf bis zur skalierbaren Cloud-Architektur.

Das Geschäftsmodell ruht auf zwei klar getrennten, sich ergänzenden Säulen. Die erste heißt Web Presence & Productivity. Hier geht es um alles, was eine professionelle Online-Präsenz ausmacht. Domains, E-Mail-Lösungen, Office-Anwendungen, klassisches Webhosting.

Hinzu kommen ein KI-gestützter Website-Baukasten, E-Commerce-Funktionen und leistungsfähige Serversysteme. Sicherheitslösungen und Performance-Optimierung runden das Angebot ab. Für viele Kunden ist Ionos damit der zentrale IT-Dienstleister aus einer Hand.

Eine europäische Alternative

Die zweite Säule, Cloud Solutions, adressiert den wachsenden Bedarf an leistungsfähiger, flexibler IT-Infrastruktur. Ionos bietet Public- und Private-Cloud-Modelle, Bare-Metal-Server sowie vollständig gemanagte Umgebungen.

Das Unternehmen positioniert sich hier als europäische Alternative zu den großen US-Hyperscalern. Skalierbarkeit, Performance und Transparenz stehen im Mittelpunkt. Kunden behalten die Kontrolle über ihre Daten und Systeme, ohne auf moderne Cloud-Funktionalität zu verzichten.

Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil liegt in der eigenen Infrastruktur. IONOS betreibt mehr als 100.000 Server in rund 31 Rechenzentren weltweit, neun davon im eigenen Besitz. Diese technologische Unabhängigkeit schafft Spielraum bei Preisgestaltung, Produktentwicklung und Datensicherheit. Gleichzeitig stärkt sie die Resilienz gegenüber externen Anbietern.

Hinzu kommt das Thema digitale Souveränität. In Zeiten geopolitischer Spannungen und wachsender regulatorischer Anforderungen gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung. IONOS hostet seine Cloud-Dienste ausschließlich in europäischen Rechenzentren.
Für viele Unternehmen ist das kein Detail, sondern ein zentrales Entscheidungskriterium.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

19.11.2025
12:12 Uhr

IONOS: Unterschätzter europäischer Cloud-Champion? — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.11.2025 um 11:12 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

IONOS entwickelt sich zum europäischen Gegenpol der amerikanischen Cloud-Giganten und überzeugt mit Wachstum und digitaler Souveränität.

Europas digitaler Wegbereiter

IONOS ist ein deutscher Digitalisierungsanbieter, der sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), Selbstständige und Organisationen richtet. Als zuverlässiger Partner begleitet das Unternehmen seine Kunden vom Einstieg ins Internet bis hin zur vollständigen Cloud-Infrastruktur.
Das Geschäftsmodell basiert dabei auf zwei klar definierten Säulen: Web Presence & Productivity sowie Cloud Solutions.

Im Bereich Web Presence & Productivity bietet IONOS sämtliche Werkzeuge, die für eine professionelle Online-Präsenz nötig sind. Dazu gehören Domain-Registrierung, E-Mail- und Office-Lösungen, Webhosting sowie ein KI-basierter Homepage-Baukasten. Auch E-Commerce-Funktionen, Serversysteme und zusätzliche Services wie Sicherheits- oder Optimierungswerkzeuge gehören zum Portfolio.

Parallel dazu treibt IONOS sein Cloud-Geschäft voran. Die Cloud Solutions umfassen öffentliche (Public) und private Clouds, Bare-Metal-Server sowie vollständig verwaltete IT-Infrastrukturen (Managed Services). Dabei setzt IONOS auf hohe Skalierbarkeit, starke Performance und maximale Kontrolle.

Sechs Millionen Gründe

Ein zentrales Merkmal des Unternehmens ist seine technologische Unabhängigkeit: IONOS betreibt eine eigene Infrastruktur mit über 100.000 Servern in rund 31 Rechenzentren, davon neun im eigenen Besitz. Außerdem legt das Unternehmen großen Wert auf digitale Souveränität: Seine Cloud-Angebote sind zu 100 % DSGVO-konform und in europäischen Rechenzentren gehostet.

In der Branche nimmt IONOS eine besondere Stellung ein: Als europäischer Marktführer im Webhosting mit starkem Cloud-Momentum kombiniert es Infrastrukturkompetenz mit regulatorischer Sicherheit. Diese Kombination macht das Unternehmen attraktiv für Kunden, die Wert auf Datenschutz, Transparenz und Leistungsfähigkeit legen und lokale Anbieter nutzen wollen.

Mit diesem Angebot hat das Unternehmen mehr als 6 Millionen Kunden überzeugt.

Überzeugendes Zahlenwerk

IONOS ist erstaunlich erfolgreich. In den zurückliegenden drei Geschäftsjahren konnte der Umsatz von 1,29 auf 1,56 Mrd. Euro gesteigert werden.
Gleichzeitig verbesserte sich die Profitabilität.

Die operative Marge kletterte von etwa 17 auf nahezu 22 %. Der Gewinn konnte überproportional von 0,53 auf 1,22 Euro je Aktie gesteigert werden.

Der Kurs hat sich seit dem Börsengang 2023 entsprechend gut entwickelt, was Ionos zu einer der wenigen Erfolgsgeschichten unter den Börsenneulingen der letzten Jahre macht.

Ist die aktuelle Korrektur eine Gelegenheit?

In den ersten neun Monaten hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Die Zahl der Kunden konnte von 6,32 auf 6,53 Millionen gesteigert werden.

Der Umsatz verbesserte sich um 6,2 % auf 980,2 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA konnte um 20,8 % auf 368,5 Mio. Euro gesteigert werden und der Gewinn um 40,6 % auf 1,35 Euro je Aktie.

Die Nettoverschuldung konnte im Jahresverlauf von 855 auf 741 Mio. Euro reduziert werden.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wurde bestätigt. IONOS stellt ein Umsatzplus von 8 % (entspricht etwa 1,35 Mrd. Euro), eine zunehmende Profitabilität und einen Anstieg des EBITDA um 17 % auf 480 Mio. Euro in Aussicht.

Darüber hinaus soll das AdTech-Geschäft veräußert werden. In den ersten neun Monaten hat die Sparte ein EBITDA in Höhe von 32 Mio. Euro erzielt.
Es handelt sich demnach um einen Geschäftsbereich mit vergleichsweise geringer Profitabilität.

Ausblick und Bewertung

“Das AdTech-Geschäft steht vor spannenden Herausforderungen und hat gleichzeitig viel Potenzial. Um dieses zu heben, bedarf es zunehmender Management-Attention, die wir dauerhaft nicht optimal leisten können. Wir wollen uns zukünftig vollständig auf unser Kerngeschäft konzentrieren”, so Achim Weiß, CEO IONOS Group SE.

Den Konsensschätzungen zufolge soll das Ergebnis in diesem Jahr um 40 % auf 1,70 Euro je Aktie steigen.
Da in den ersten neun Monaten ein Ergebnis von 1,35 Euro je Aktie erzielt wurde, ist das plausibel. Es besteht sogar eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Erwartungen übertroffen werden.

IONOS kommt demnach auf ein KGVe von 15,6. Das ist im Verhältnis zu den vorliegenden Wachstumsraten und den Charakteristiken des Geschäfts wenig.

Unterstellt man, dass die Bewertung auf dem derzeitigen Niveau bleibt, ergibt sich daraus auf Sicht von 12 Monaten ein Kursziel von 31,98 Euro.

Ionos Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs: 26,50 EUR - Kürzel: IOS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Ionos Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs: 26,50 EUR – Kürzel: IOS | Quelle: TWS

Ionos ist zum Ausgangspunkt der letzten Rallye zurückgekehrt und scheint dort auf Interesse zu stoßen. Gelingt jetzt ein Anstieg über 27 Euro, könnten die Bullen das Ruder wieder an sich reißen.
Mögliche Kursziele liegen bei 30 und 32 Euro. Der nächste harte Widerstand liegt bei 36 Euro.

Fällt die Aktie jedoch unter 25 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 23,25 oder 21,00 – 21,75 Euro gerechnet werden.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.