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In der Spitze gab Infineon seit dem vergangene Woche bei 88,46 Euro erzielten Verlaufsrekord binnen weniger Tage 16,3 Prozent ab. Unter normalen Umständen würden die ersten da schon von einem „Crash“ sprechen, hier indes nimmt man die Sache bislang gelassen. Zu Recht?
Das war so eine richtige „Eisdusche“, würde man im Trader-Jargon sagen. Sicher, je länger und schneller es nach oben geht, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit für einen solchen, scharfen Rücksetzer. Das dürfte jedem auch vorher klar gewesen sein. Die Frage ist aber, ob das nur der Anfang vom Ende der Hausse war … oder der Montag bereits das Ende der Korrektur darstellte. Denn eine „Eisdusche“ ist ja an sich nicht ungesund, sondern weckt den Geist und härtet ab.
Was wiederum bedeuten könnte, dass das bullische Lager jetzt auf der einen Seite wachsamer agiert, zugleich aber auf diesem auf einmal ein gutes Stück niedrigeren Kurslevel womöglich beherzt und erfrischt zugreift. Wie stehen die Chancen, dass diese etwas gewagte Interpretation in Bezug auf die Folgen eines Rücksetzers zutrifft?
Dass im bullischen Lager zumindest einige der Ansicht sind, dass das bisherige Korrekturtief, gestern bei 74,02 Euro erreicht, eine Einstiegschance sein könnte, sieht man im Chartbild: Die Aktie startete deutlich im Minus, drehte dann aber zum Handelsende ins Plus. Sie schloss zwar nicht auf Tageshoch, aber immerhin 1,22 Prozent höher.

Und vor allem wurde dadurch zwar nicht das uralte, vorherige Rekordhoch aus dem Jahr 2000 bei 83,45 Euro verteidigt, aber die nächstgelegene unter den aktuellen Unterstützungen in Form der 20-Tage-Linie. Und die wiederum dient bei dynamischen Aufwärtsbewegungen als Leitstrahl der bullischen Trader. Sprich: Die Basis für einen neuen Aufwärtsimpuls wurde, rein vom Chartbild her, am Montag geliefert. Aber ob das ausreicht?
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Expertenmeinung: Denn in Relation zu der vorangegangenen, Anfang April losgetretenen Kaufwelle macht sich dieser Rücksetzer, so prozentual erheblich er auch ausfiel, noch verschwindend klein aus. Hinzu kommt die ambitionierte Bewertung, die einiges an starkem Wachstum beim Gewinn pro Aktie vorwegnimmt. Das könnte so manchen, der durch diese „Eisdusche“ aus dem Tunnelblick einer Nonstop-Rallye geholt wurde, zaudern lassen … und:
Unterhalb dieser 20-Tage-Linie, die gestern bei 74,26 Euro verlief, gähnt aus rein charttechnischer Sicht ein Abgrund. Durch diese massive Kaufwelle ohne nennenswerte Rücksetzer konnten sich keine Unterstützungen oberhalb der Zone der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und des Februar-Hochs im Bereich von grob 48 zu 50 Euro ausbilden. Das könnte die Leerverkäufer, sprich die Bären, anlocken. Bleibt also weiterhin ein „Absturz-Risiko“ bei dieser Aktie?
Theoretisch natürlich ja, vor allem, wenn dieses Montags-Tagestief bei 74,02 Euro auf Schlusskursbasis unterboten wird und dadurch tatsächlich ein theoretisches Kursziel von 48/50 Euro aufgetan würde. Nur ist es sehr fraglich, ob das real auch nur im Ansatz erreicht würde, es sei denn, die gesamte Spekulation um das Thema KI bräche zusammen … was sich bislang in keiner Weise andeutet, denn:
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei etwa 72 Euro und wurde schon fast wieder von oben kommend erreicht. Zugleich liefern die meisten Experten weiterhin für Infineon eine Kaufempfehlung. Zu glauben, die Aktie würde jetzt einfach haltlos einbrechen, wäre daher gewagt, darauf aktiv zu setzen ohnehin. Die wahrscheinlichste Variante in dieser Gesamtsituation wäre eine volatile Phase mit einer übergeordnet leicht aufwärts gerichteten Tendenz, basierend auf einem durch diesen heftigen Rücksetzer wieder geschärften Risikobewusstsein.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/IFX.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.06.2026 um 23:24 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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