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Nachdem der Versuch, das bisherige, am 2. Juni markierte Rekordhoch zu überwinden, Anfang dieser Woche schiefging, droht bei der Infineon-Aktie jetzt ein Doppeltopp. Doch aus den USA kam am späten Abend Rückenwind … den müssen die Trader jetzt aber auch nutzen.
Die Hausse, die die Aktie des deutschen Chipherstellers Infineon seit Anfang dieses Quartals aufs Parkett legte, war atemberaubend. Es ging wie an der Schnur gezogen immer höher, sogar das uralte Rekordhoch aus der Internet-Blasen-Zeit im Jahr 2000 wurde überboten. Doch solche Super-Rallyes haben auch ihre Haken:
Es bilden sich keine Wendemarken als potenzielle Unterstützungen heraus, die sonst als Trendlinien-Ersatz fungierenden gleitenden Durchschnitte kommen nicht hinterher. Damit wird der potenzielle Abgrund, in den die Bullen stürzen können, immer tiefer, je extremer die Hausse wird. Und extrem wurde sie hier ohne Zweifel.
Zwar wurde die Aktie seitens Analysten und Anlegern einfach in den KI-/Halbleiter-Hype „eingeklinkt“, so dass man hier mit großen Potenzialen herumhantiert, die sich realisieren könnten (aber nie müssen). Aber die Aktie hat trotzdem das derzeitige, durchschnittliche Analysten-Kursziel von momentan 77,67 Euro überboten und ist mit dem Mittwochs-Schlusskurs von oben dorthin zurückgesetzt. Und die Bewertung liegt mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit 46 für das laufende Jahr klar über der Spanne zwischen 20 und 30, die Chiphersteller üblicherweise zeigen würden.
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Infineon Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Da ist also viel Spekulation im Spiel. Und der Mehrheit der Trader dürfte das klar sein. Das macht empfänglicher für Irritationen, wie sie sich jetzt zum zweiten Mal durch kräftige „Beben“ im Bereich dieser Chipaktien gezeigt haben. Und mit dem Zwischentief vom 8. Juni bei 74,02 Euro hat das Chartbild jetzt zum Abgrund auch noch die passende Klippe geliefert, unterhalb der sich das charttechnische Abwärtspotenzial auftun würde. Doch nervöse Bullen in einem heißgelaufenen Markt, die eine Linie verteidigen müssen, um zu verhindern, dass zügig Luft aus einer Blase entwicht, in der sie sitzen, das kann leicht schiefgehen.

Es sei denn, es finden sich rechtzeitig neue Argumente, die stark genug daherkommen, um das Ruder herumzureißen. Und um idealerweise sogar aus der Defensive direkt in die Offensive übergehen zu können und mit einem Ausbruch über die am Montag erst einmal gerissene Hürde des vorherigen Rekordhochs alle Probleme vom Tisch zu wischen. Genau diese Argumente könnte Micron Technology geliefert haben.
Dieser US-Chiphersteller hat ein ungewöhnliches Geschäftsjahr: Es endet jeweils am 31. August. Das dritte Quartal endete somit am 31. Mai – die Ergebnisse eben dieses Quartals kamen gestern nach US-Handelsende mitten in diese nervöse Stimmung im Halbleiter-Bereich hinein. Und sie fielen stark aus. Umsatz und Gewinn lagen solide über den Analysten-Prognosen. Und auch der Ausblick auf das laufende, am 31.8. endende vierte Quartal übertraf die Prognosen erheblich.
Das kann reichen, um die Nervosität aus diesem so heiß gelaufenen Bereich wieder herauszubekommen und vielen Tradern den Eindruck zu vermitteln, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Und das kann reichen, um die Infineon-Aktie quasi in Microns Kielwasser nicht nur von der Nackenlinie des Doppeltopps wegzubekommen, sondern in einem Rutsch nach oben hinaus zu tragen.
Das darf indes nicht schiefgehen. Noch ist offen, wie die Analystenkonferenz bei Micron laufen und interpretiert wird, was vom nachbörslich immensen Plus dieser Aktie im heutigen, regulären Handel übrigbleibt. Damit gilt für die Infineon-Bullen: „Jetzt oder nie“. Die Nackenlinie des Doppeltopps bei 74,02 Euro sicherheitshalber weiter im Auge zu behalten, kann daher wirklich nicht schaden!
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/IFX.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.06.2026 um 7:43 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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