Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Die Hensoldt-Aktie brach gestern signifikant über die obere Begrenzung der seit Anfang Februar geltenden Handelsspanne aus, die durch die 200-Tage-Linie verstärkt wurde. Charttechnisch ein perfekt bullisches Signal. Was indes fehlt, sind wirklich gute Gründe dafür.
Sie sehen es im Chart: Der Ausbruch verlief blitzsauber und dynamisch – das passt so weit. Jetzt hätte die Aktie aus rein charttechnischer Sicht erst einmal Spielraum bis zum Jahres-Verlaufshoch bei 96,70 Euro, über dem es dann sogar gleich um das im letzten Oktober bei 117,70 Euro markierte Rekordhoch ginge.

Ein Signal wie dieses könnte durchaus Anschlusskäufe rein technisch agierender Trader nach sich ziehen. Aber spätestens, wenn sich die erschöpfen, muss etwas da sein, das verhindert, dass so viele Gewinnmitnahmen einsetzen, dass der Ausbruch als Bullenfalle endet. Und genau dieses „Etwas“ ist aus meiner Sicht derzeit nicht greifbar.
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hensoldt Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Die eigene Quartalsbilanz war als Ausbruchs-Treibstoff nicht tauglich gewesen. Als diese Zahlen Anfang Mai kamen, drehte die Aktie unterhalb der Chartzone 84,20/85,36 Euro nach unten und fiel drei Tage weiter. Unter genau der Chartzone, die jetzt überboten wurde und damit nunmehr als Unterstützung dient … bzw. dienen sollte. Denn das, was man da als Kaufargumente aus dem Hut gezerrt hat, wirkt aus meiner persönlichen Sicht nicht gerade robust:
Zum einen befeuerte eine Kaufempfehlung der Citigroup für Rheinmetall am Dienstag gleich den gesamten Sektor. Aber wirklich beeindrucken kann das nicht. Rheinmetall hatte sich schließlich im Kurs beinahe halbiert. Und die Citigroup setzte das Kursziel nur auf 1.408 Euro … am Hoch hatte Rheinmetall 2.008 Euro erreicht. Davon abgesehen ist es immer ein wenig „tricky“, eine positive Meldung für ein Unternehmen gleich auf die gesamte Branche zu übertragen.
Am Mittwoch war es dann offenbar ein Quartalsergebnis, das die deutschen Rüstungstitel in Marsch setzte. Nur ging es da nicht um ein heimisches, sondern um ein tschechisches Unternehmen, konkret um CSG Systems, das die Erwartungen der Analysten relativ solide übertraf. Aber die Zahlen bezogen sich auf das erste Quartal, das bei Hensoldt, Rheinmetall & Co. eben keine Begeisterung auslöste. Dass es bei einem besser lief, heißt doch nicht, dass es fürderhin für alle anderen ebenso besser laufen muss und die einfach nur ein bisschen Verspätung in Sachen übertroffene Prognosen hatten!
Der Chart überzeugt, die Argumente für den Kurssprung, der immerhin binnen zwei Tagen 18,7 Prozent betrug, nicht. Da kann es nur eines geben: Für Long-Positionen sollte man dringend überlegen, einen Stop Loss unter diese überbotene, jetzt als Support dienende Zone 84,20/85,36 Euro zu legen … für den Fall des Falles!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.05.2026 um 22:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Sie möchten ein Depot für Ihre GmbH, AG oder UG eröffnen und Betriebsvermögen in Wertpapieren anlegen? Informieren Sie sich jetzt über unser Wertpapierdepot für Geschäftskunden: Mehr zum Firmendepot über LYNX





