Anfang Oktober hatte Hensoldt sogar das höchste aller Analysten-Kursziele überboten und wies eine gefährlich teure Bewertung auf. Die darauffolgende Korrektur war somit mit Ansage. Aber seither hat die Aktie gut 40 Prozent verloren. Zeit, mal wieder nach oben zu schauen.
Als Hensoldt kürzlich seine mittelfristigen Ziele vorstellte, stellte man fest, dass einige Analysten da mehr Dynamik beim Wachstum erwartet hatten. Und jetzt vermuten manche, dass selbst dieses Wachstum infrage gestellt ist, weil einzelne Schlagzeilen andeuten, dass der von den USA zusammengeschriebene Friedensplan für die Ukraine womöglich Erfolg haben könnte und das Thema Verteidigungsausgaben dann in der Politik schnell wieder unter „ferner liefen“ landen wird.
Aber erstens sind Ziele nichts anderes als das: Ziele. Die man sich setzt, um sich eine eigene Guidance zu geben, die aber ebenso deutlich verfehlt wie übertroffen werden können. Und auch die (für manche zu niedrigen) Wachstumsziele des Optoelektronik- und Laser-Spezialisten sind grundsätzlich stark und können bullisch auf den Kurs wirken … vorausgesetzt, im Aktienkurs ist nicht längst deutlich mehr eingepreist.
Zweitens sind Kursreaktionen auf das bislang zu nichts führende Hin und Her seitens der US-Regierung in Bezug auf eine Befriedung im Ukraine-Konflikt normalerweise kurzlebig. Und selbst, wenn es gelingen sollte, wenigstens eine Waffenruhe zu generieren, wäre das nichts, das die aufgestockten Verteidigungsanstrengungen Europas einfach in die Schublade verbannen würde.
Wenn es um die Frage geht, ob diese Aktie jetzt, um die 40 Prozent unter einem erst Anfang des vergangenen Monats markierten Hoch, langsam für einen Einstieg interessant sein könnte, muss man sich andere Aspekte ansehen:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hensoldt Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Wie sieht es jetzt mit der am Hoch noch viel zu teuren Bewertung aus? Und wie steht der Kurs nach diesem Abstieg im Vergleich zu den Kurszielen der Experten da?
Durch diesen markanten Abwärtsschub ist die Bewertung deutlich niedriger. Für den aktuell im Schnitt von den Analysten geschätzten 2025er-Gewinn pro Aktie käme man auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von etwa 42. Das ist fair; man könnte sogar langsam vorsichtig das Wort „günstig“ ins Spiel bringen, falls die Erwartungen der Analysten und die Ziele des Unternehmens selbst eintreffen und Hensoldt in den kommenden zwei bis drei Jahren zwischen 20 und 30 Prozent pro Jahr mehr Gewinn pro Aktie erzielt.
Es überrascht nach einem 40-Prozent-Abstieg auch nicht, dass der Kurs zwar am Rekordhoch Anfang Oktober das derzeit höchste Kursziel von 114 Euro überboten hat, jetzt aber deutlich unter dem durchschnittlichen Ziel notiert, das momentan bei 96 Euro liegt. Die Aktie nähert sich mittlerweile sogar dem niedrigsten aller Analysten-Ziele bei 65 Euro an.
Da nicht die Perspektive für den Unternehmensgewinn das Problem war, sondern das Überziehen beim Vorgriff auf dessen Anstieg, wäre dieser Grund, bei Hensoldt wegzubleiben, also eigentlich vom Tisch. Aber da Übertreibungen in beide Richtungen auftauchen, wäre ein daraus abgeleiteter, beherzter Griff ins fallende Messer riskant. Besser wäre es abzuwarten, bis das Chartbild taugliche Signale einer potenziell stabilen Wende zeigt. Dazu wären zwei Hürden zu nehmen:

Zum einen das August-Tief bei 75,95 Euro, zum anderen die 200-Tage-Linie bei aktuell 83,90 Euro, die in Kürze auch über der schnell nach unten laufenden 20-Tage-Linie liegen wird, so dass man über diesem 200-Tage-Durchschnitt dann gleich drei wichtige Chartmarken unter statt über sich hätte.
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