Aktien aus dem Rüstungssektor wie Hensoldt legten am Montag auffallend zu, nachdem am Wochenende in Alaska keine Ansätze für eine Waffenruhe in der Ukraine zu erkennen waren. Manche mag es da schaudern, aber in welcher Beziehung stehen Moral und Börse eigentlich?
Zunächst einmal muss diese Entwicklung in Bezug auf die Ukraine gar nicht zwingend zu den Kursgewinnen am ersten Handelstag nach dem Treffen Trump/Putin geführt haben. Denn dieses gestrige Plus von gut drei Prozent wäre eine logische Folge der verteidigten Supportlinie bei 81 Euro. Der Linie, die Anfang letzter Woche angesteuert wurde, weil die Quartalszahlen bei Hensoldt – ebenso wie bei den meisten anderen Unternehmen im Verteidigungssektor – noch nicht das widerspiegelten, was sich die bullischen Akteure von diesen Unternehmen erhoffen.

Für ein bullisches Signal reichte das aber noch nicht aus. Wir sehen im Chart, dass der Kurs zumindest noch über die Widerstandslinie bei 89,64 Euro und die aktuell bei 91,69 Euro verlaufende 20-Tage-Linie hinaus müsste, um dann aus rein charttechnischer Sicht Spielraum bis an und ggf. auch über das bisherige Rekordhoch bei 108,90 Euro zu erhalten. Aber abrückend von der rein charttechnischen Lage kann man sich natürlich die Frage stellen, ob man, würde man in Aktien aus dem Verteidigungssektor investieren, nicht automatisch so etwas wie ein „Kriegsgewinnler“ wäre. Ich denke:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hensoldt Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Wenn man Aktien, die in direkter oder, wie Hensoldt als Optoelektronik-Konzern, eher indirekter Weise mit Rüstung zu tun haben, meiden möchte, weil man damit nichts zu schaffen haben will, ist das jedes Anlegers gutes Recht. Ebenso, wie sich einige entscheiden, keine Aktien von Unternehmen zu kaufen, die man mit der Schädigung der Umwelt, Suchtproblemen oder Ausbeutung in Verbindung bringen könnte, und man das akzeptieren sollte.
Aber wer sich von diesen Bereichen nicht fernhält, agiert deswegen nicht automatisch unmoralisch. Da sollte man meiner Ansicht nach nicht nur schwarz oder weiß sehen, sondern auch die Graustufen wahrnehmen. So ließe sich durchaus argumentieren, dass Anleger, die in Rüstungswerte einsteigen, diese eher als Verteidigungsaktien ansehen. Und daher keineswegs erfreut waren, dass die Waffen in der Ukraine immer noch nicht ruhen, aber pragmatisch festhalten, dass diese Entwicklung die Notwendigkeit einer besseren Verteidigungsfähigkeit der EU unterstreicht und daher Aktien wie Rheinmetall, thyssenkrupp, RENK oder Hensoldt, aber auch BAE Systems oder Safran rein wirtschaftlich gesehen weiterhin Wachstumspotenzial haben.
Die Börse bietet für jeden Anlegertyp und jede Meinung und Sichtweise etwas. Ich für meinen Teil respektiere eine moralisch basierte Herangehensweise voll und ganz, eine pragmatische aber ebenso. Und gerade weil diese Thematik, ob und inwieweit Moral an der Börse erforderlich und sinnvoll ist, oft sehr emotional geführt wird, würde ich eine Lanze dafür brechen, gegensätzlichen Ansichten mit der Toleranz zu begegnen, deren Fehlen unter anderem dazu führt, dass wir in der Ukraine immer noch keinen Waffenstillstand haben.
An der Börse geht es nicht immer nur aufwärts, oft gibt es auch Phasen mit fallenden Kursen und hoher Volatilität.
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