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Hensoldt Aktie Prognose Hensoldt: Da haben einige vermutlich mehr erwartet

News: Aktuelle Analyse der Hensoldt Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Hensoldt Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.02.2026 um 21:39 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die am Donnerstag vorgelegten 2025er-Ergebnisse waren solide, mehr aber nicht. Deutlich wichtiger war aber ohnehin der Blick nach vorne. Dass der nicht unbedingt Begeisterung auslöste, zeigt sich im gestrigen Minus der Hensoldt-Aktie. Aber wie geht es jetzt weiter?

Dass Hensoldt 2025 in den ersten drei Quartalen dramatisch zulegte, basierte auf der festen Erwartung, dass dieser Spezialist für Verteidigungs-Elektronik von den deutlich steigenden Verteidigungsausgaben Deutschlands, aber auch des ganzen europäischen Raums, erheblich profitieren werde. Und dabei dürfte jedem klar gewesen sein, dass dieses Geschäft keines ist, bei dem man wie im Retail-Bereich bei sich ändernden Rahmenbedingungen sofort Ergebnisse in der Bilanz sehen könnte. Das Wachstum würde seine Zeit brauchen, aber kommen, so die Denkweise. Also kaufte man schon einmal kräftig vor. Das Problem war:

Niemand konnte absehen, wann man mit dieser Hausse überzieht. Als im vierten Quartal langsam deutlicher wurde, dass zwar der Auftragseingang massiv zulegt, das Unternehmen aber nicht einfach seine Kapazität im Eilzugtempo so ausbauen kann, dass man dieses „Mehr“ auch blitzschnell abarbeiten könnte … zumal solche Aufträge oft Zeitspannen von mehreren Jahren abdecken … wurden erste Anleger vorsichtiger. Die Aktie begann eine umfassende Korrektur. Eine Korrektur, aus der sie am Donnerstag nach Vorlage des 2026er-Ausblicks zwar nicht herauskam. Aber sie intensivierte sich auch nicht.

Hensoldts Blick zurück war, wie gesagt, solide, mehr nicht. Der Umsatz legte um knapp zehn Prozent zu, der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, um knapp zwölf Prozent, die EBITDA-Gewinnmarge stieg nur leicht von 18,1 auf 18,4 Prozent. Da war von einem „Rüstungs-Boom“ also noch nichts zu sehen, aber:

Expertenmeinung: Der Auftragseingang, der um satte 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro stieg und damit sehr weit über dem 2025er-Umsatz von 2,45 Milliarden Euro lag, machte klar: Das Wachstum wird kommen. Ein positiver Faktor, der indes vom konkreten Ausblick des Unternehmens konterkariert wurde. Denn für 2026 sieht Hensoldt derzeit nur ein Umsatzplus von gut 12 Prozent und eine nach 18,4 Prozent im Vorjahr bei 18,5 bis 19,0 Prozent liegende EBITDA-Marge. Damit könnte, bliebe es dabei, auch in diesem Jahr von einem Gewinnsprung keine Rede sein.

Entsprechend schwach reagierte die Aktie auf diesen Ausblick. Doch aus charttechnischer Sicht hat sich die Lage dadurch erst einmal nicht weiter zugespitzt, weil es gelang, den Kurs deutlich vom Tagestief zu lösen. Mit den am Ende zu Buche stehenden -4,3 Prozent hielt Hensoldt Tuchfühlung mit der Dezember-Aufwärtstrendlinie und blieb in der Supportzone 75,94 zu 81,00 Euro. Aber wie ordnet man die Sache denn nun ein? Ist der Ausblick vielleicht so konservativ, dass er im weiteren Jahresverlauf angehoben wird? Hätte die Aktie damit genug Luft nach oben … oder nicht?

Selbst ein Blick auf die Analysten-Meinungen hilft da kaum weiter. Denn einerseits sehen die Aktie momentan nur 5 von 14 Experten als unmittelbar kaufenswert an, andererseits liegt das durchschnittliche Kursziel mit derzeit knapp 92 Euro deutlich über dem Kurs. Was daran liegt, dass einige Einschätzungen vorgenommen wurden, als der Hensoldt-Kurs noch deutlich höher notierte. Was tun?

Das, was sich in solchen Situationen eigentlich immer anbietet und was, statt sich ohne Aussicht auf Erleuchtung den Kopf zu zerbrechen, auch die einfachste Lösung wäre:

Hensoldt Aktie: Chart vom 26.02.2026, Kurs 76,65 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 26.02.2026, Kurs 76,65 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Das Chartbild entscheiden lassen. Sollte der Faktor Hoffnung wieder in den Vordergrund treten, dann wäre das nur dann auch ein Argument, sich die Aktie auf der Long-Seite anzusehen, wenn dabei auch charttechnisch bullische Signale herauskommen. Und das wäre im Fall von Hensoldt dann der Fall, wenn die Aktie den Kreuzwiderstand aus der vom Rekordhoch ausgehenden Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Bereich 88/89 Euro überbietet. Bis das passiert, sollte man die Aktie eher in der Watchlist belassen.

Quellenangaben: Geschäftsbericht 2025, 26.02.2026:
https://investors.hensoldt.net/de/nachrichten/geschaeftsjahr-2025-hensoldt-erzielt-rekord-auftragseingang-und-bestaetigt-strukturellen-wachstumspfad/7f15c9a0-04e9-4f26-91d4-fcdf9af6db2d

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/HAG.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.01.2026 um 20:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Nachrichten des Wochenendes zementieren die rasante Abkühlung des Klimas zwischen Europa und den USA. Damit war es gleichsam zu erwarten, dass Rüstungs-Aktien wie Hensoldt zum Wochenstart anzogen. Aber hat die Aktie wirklich kein Eigenleben mehr?

Doch, das hat sie, wenngleich die Schlagzeilen immer wieder direkte Reaktionen auslösen und die darunterliegende Basis-Tendenz verzerren. Der Handelsverlauf des Montags zeigt, dass es nicht die „News“ alleine sind, die die Aktie bewegen. Denn dass die Hensoldt-Aktie eingangs – wie alle anderen mit dem Thema Verteidigung verbundenen Aktien am deutschen Markt – einen Satz nach oben machte, dann aber Abgaben einsetzten, zeigt:

Hensoldt Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs 92,25 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs 92,25 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Der Gedanke, dass der Radar- und Optoelektronik-Spezialist von einer beschleunigten Aufrüstung in Europa profitiert und die aggressive Haltung im Weißen Haus diese umso dringlicher erscheinen lässt, war da und wurde auch umgesetzt. Aber offensichtlich sind andere Marktteilnehmer zum Wochenstart nicht der Ansicht gewesen, dass das alleine ausreichend wäre, die Aktie an den im Oktober bei 117,70 Euro erreichten Verlaufsrekord zu tragen. Und mit diesem Gedanken stehen die Verkäufer nicht alleine, denn:

Expertenmeinung: Zwar notiert der Hensoldt-Kurs derzeit nahe am durchschnittlichen Kursziel der Analysten von 91 Euro und könnte somit auch noch ein wenig darüber laufen, ohne dass man den Bogen damit gleich überspannen würde. Aber das höchste aller Experten-Kursziele liegt aktuell mit 114 Euro unter dem bisherigen Verlaufsrekord der Aktie. Und nur 4 der 14 Analysten, die derzeit eine Einschätzung für Hensoldt haben, raten zum Kauf. Damit wird etwas greifbar, was die Bullen bis vor ein paar Monaten nicht störte:

Die Tatsache, dass Europa seine Verteidigungsausgaben hochfährt und Unternehmen wie Hensoldt davon unstrittig profitieren, bedeutet nicht, dass diese Aktien nonstop und wie an der Schnur gezogen steigen könnten. Der Anstieg von Umsatz und Gewinn wird auf mittelfristiger Ebene ablaufen. Und jetzt, nachdem auch Hensoldt mittelfristige Ziele gesetzt und kommuniziert hat, hat man Eckwerte in der Hand, anhand derer sich einschätzen lässt, was da in den kommenden ein, zwei Jahren möglich wäre. Und damit ist es auch möglich einzuordnen, wo ein Level erreicht wäre, auf dem der Kurs überzieht oder, im Gegenzug, lukrativ für den Einstieg sein könnte.

Der Umstand, dass Donald Trump einmal mehr Öl ins Feuer gegossen hat, wird die Kapazitäten, mit denen Hensoldt und andere Unternehmen dieses Sektors entwickeln und produzieren könnten, nicht einfach über Nacht ausweiten. Man weiß, was aktuell realistisch möglich ist. Und dieses durchschnittliche Analysten-Kursziel ist ein Hinweis darauf, was unter diesen Umständen in Bezug auf den Kurs als sinnvoll zu sehen wäre.

Diejenigen, die in die morgendlichen Kursgewinne des Montags hinein Kasse machten, nachdem diese Aktie in diesem noch so jungen Jahr in der Spitze sagenhafte 36 Prozent gestiegen war, haben diesen Gedanken konsequent umgesetzt. Und auch, wenn die Zone 107,00/108,90 Euro grundsätzlich erreichbar wäre: Die Luft ist oberhalb des gestrigen Hochs dünn genug, um es sich zweimal zu überlegen, ob man auf diesem Kursniveau noch einsteigen will.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.12.2025 um 22:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die letzten zwei ganz kurzfristigen Zwischentiefs lagen bei Hensoldt jeweils über dem vorherigen. Ein Hoffnungsschimmer für die Bullen, aber so wirklich nach Bodenbildung scheint das Chartbild bislang nicht auszusehen, das könnte genauso gut eine bärische Flagge sein. Was tun?

Eines ist hier auffällig: Nachdem die Marktteilnehmer monatelang wie befürchtet immer wieder entlang des Nachrichtentickers mal ein- und mal ausgestiegen sind, scheint sich jetzt eine Art Ermüdung eingestellt zu haben. Ob man von dem Treffen Trump/Selenskyj am Wochenende wirklich etwas erwartet hatte oder nicht:

Auf Hensoldt hatte das am Montag nur noch geringe Auswirkung, die Aktie beendete den Tag mit einem nur moderaten Abschlag und verteidigte dabei die 20-Tage-Linie als nächstliegende Unterstützung. Kann das ein Indiz dafür sein, dass so langsam verkauft hat, wer verkaufen wollte und der charttechnische Spielraum, der unter dem Dezember-Verlaufstief von 64,80 Euro dann bis hinunter auf 44,88 Euro reichen würde, nicht ausgelotet wird?

Hensoldt Aktie: Chart vom 29.12.2025, Kurs 72,50 Euro, Kürzel: HAG | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 29.12.2025, Kurs 72,50 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Ein Abriss auf das April-Tief wäre nüchtern betrachtet ohnehin nur dann realistisch, wenn sich Umsatz- und Gewinnperspektive unerwartet weitaus schlechter darstellen, als dies Analysten, Anleger und Hensoldt selbst momentan erwarten. Und ja, es wäre möglich, dass sich hier ein Boden ausbildet, alleine, weil die Erwartungen hinsichtlich des Gewinns pro Aktie und der Kurs jetzt so weit wieder zusammengekommen sind, dass die Aktie nicht mehr als überbewertet einzuordnen wäre. Falls, wie gesagt, in Sachen Gewinnerwartung nichts passiert, was die derzeitigen Prognosen über den Haufen werfen würde.

Aber das heißt nicht, dass dieser Boden gelingen muss. Von einem „Schnäppchenpreis“ ist die Aktie allemal noch ein gutes Stück entfernt. Daher wäre es zwar verwegen, jetzt, nach diesem eindrucksvollen Korrekturimpuls, noch über die Short-Seite nachzudenken. Aber solange dieser Versuch einer Bodenbildung auch noch als „bärische Flagge“ enden kann, indem diese ganz kurzfristige Aufwärtstrendlinie gebrochen und die Bewegung nach unten dadurch fortgesetzt wird, ist Vorsicht geboten.

Besser wäre es, auf charttechnisch bullische Signale zu warten, die dann zu konstatieren wären, wenn es gelingt, Widerstandslinien zu überwinden, die normalerweise vom bärischen Lager verteidigt würden. Dabei wäre ein Schlusskurs über der Widerstandszone 75,94 zu 81,00 Euro ein wichtiger Schritt, wirklich Wasser unter dem Kiel hätten die Bullen aber erst, wenn die Aktie über ihrer derzeit bei 85,50 Euro seitwärts laufenden 200-Tage-Linie geschlossen hat. Ein Szenario, das denkbar genug ist, um Hensoldt im Auge zu behalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.12.2025 um 22:24 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Man darf annehmen, dass es im Frühjahr und Sommer nahezu niemand auch nur für möglich gehalten hätte, dass Rüstungswerte wie Hensoldt gerade auf dem besten Weg sind, zu den größten Verlierern im vierten Quartal zu werden. Und genau das sollte nachdenklich machen.

Natürlich lautet die unsichtbare Inschrift über jedem Eingang zu einem Börsensaal: „Unverhofft kommt oft“. Aber so etwas wie mit Hensoldt und den anderen Rüstungstiteln passiert gemeinhin nicht einfach so. Das Unerwartete lauert deswegen hinter jeder Ecke, weil zu viele Marktteilnehmer glauben, dass man Rahmenbedingungen und Anlegerverhalten vorhersagen und deshalb Trends mit dem Lineal in die Zukunft verlängern könne. Was man noch nie konnte, auch derzeit nicht kann und in Zukunft nicht können wird. Aber:

Das Unerwartete, d. h. eine nicht einkalkulierte Entwicklung eines Kurses, basiert eben grundsätzlich auf neuen Informationen, mit denen nicht zu rechnen war. Eine Gewinnwarnung, ein gewaltiger neuer Auftrag, politische und/oder geopolitische Veränderungen. Aber das trifft auf Hensoldt nicht zu. Seit die derzeitige Bundesregierung Ende Februar angekündigt hat, immense Summen in die Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit zu investieren und die meisten europäischen Staaten in die gleiche Richtung gehen, gab es nichts, das die daraus abgeleitete, positive Sicht auf die Aktie hätte auf den Kopf stellen können. Trotzdem sieht das Kursbild genau danach aus. Warum?

Expertenmeinung: Weil Aktien, die sehr intensiv wegen ihrer spannenden „Story“ gehandelt werden, viele Trader und unerfahrene Anleger anziehen. Erstere sind schnell mit einem Richtungswechsel bei der Hand und traden eine solche Aktie problemlos genauso auf der Short- wie auf der Long-Seite. Letztere agieren meist emotional und aus dem Bauch heraus, sodass hier schnell Gier oder Angst aufkommen und starke Kursimpulse dadurch intensiviert werden. Was im Fall der Hensoldt-Aktie vermuten lässt:

Nachdem man zuerst auf der Oberseite überzogen hat, passiert dasselbe jetzt auf der Unterseite. Denn die Wachstumsstory ist intakt. Und auch wenn die vom Unternehmen formulierten Mittelfrist-Ziele manchen den Zahn übertriebener Wachstumserwartungen gezogen haben: Da, wo sie jetzt notiert, ist die im Oktober noch deutlich zu hoch bewertete Aktie durchaus nicht mehr zu teuer. Was indes fehlt, ist eine Wende im Kurs.

Hensoldt Aktie: Chart vom 01.12.2025, Kurs 66,20 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 01.12.2025, Kurs 66,20 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Denn nur dann hätte man auf der Long-Seite eine realistische Chance. Was wir sehen, ist eine auffällige Serie roter Kerzen und am Montag dann auch das Scheitern eines zögerlichen Bodenbildungs-Versuchs, der sich in der Vorwoche etabliert hatte. Und das, obwohl bei diesen Verhandlungen um den Ukraine-Friedensplan nichts so läuft, wie es laufen müsste, um ernsthaft Basis dafür zu sein, dass die geplanten, markant höheren Verteidigungsausgaben in die Schublade wandern und damit ein Argument da wäre, um Hensoldt in „Bärenfutter“ zu verwandeln. Das zeigt, dass hier viele Akteure einfach „ihren Stiefel runtertraden“ und dem kurzfristigen Trend folgen, ungeachtet der Frage, ob man da nicht längst in der Übertreibungszone ist.

Da müsste nur ein Weckruf her, indem die Aktie auf der Oberseite Zeichen setzt, um die Bären zu vertreiben. Aber dazu braucht es erst einmal Käufer, die genug Kapital und Willen investieren, um ein bullisches Signal zu generieren. Was aktuell dann gegeben wäre, wenn die Aktie die Widerstandszone zwischen 76 und 85 Euro zurückerobert.

Das sollte man eher abwarten. Denn sich selbst aktiv einzubringen, sprich zuzugreifen, ist gegen den Trend immer hoch riskant, weil man nie weiß, ob man nicht unversehens allein auf weiter Flur steht und als Käufer dann tatsächlich als „Bärenfutter“ endet. Hensoldt hätte grundsätzlich wieder Luft nach oben, aber noch ist der Kurs eben unter Wasser, daher: bullische Signale abwarten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.11.2025 um 20:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Anfang Oktober hatte Hensoldt sogar das höchste aller Analysten-Kursziele überboten und wies eine gefährlich teure Bewertung auf. Die darauffolgende Korrektur war somit mit Ansage. Aber seither hat die Aktie gut 40 Prozent verloren. Zeit, mal wieder nach oben zu schauen.

Als Hensoldt kürzlich seine mittelfristigen Ziele vorstellte, stellte man fest, dass einige Analysten da mehr Dynamik beim Wachstum erwartet hatten. Und jetzt vermuten manche, dass selbst dieses Wachstum infrage gestellt ist, weil einzelne Schlagzeilen andeuten, dass der von den USA zusammengeschriebene Friedensplan für die Ukraine womöglich Erfolg haben könnte und das Thema Verteidigungsausgaben dann in der Politik schnell wieder unter „ferner liefen“ landen wird.

Aber erstens sind Ziele nichts anderes als das: Ziele. Die man sich setzt, um sich eine eigene Guidance zu geben, die aber ebenso deutlich verfehlt wie übertroffen werden können. Und auch die (für manche zu niedrigen) Wachstumsziele des Optoelektronik- und Laser-Spezialisten sind grundsätzlich stark und können bullisch auf den Kurs wirken … vorausgesetzt, im Aktienkurs ist nicht längst deutlich mehr eingepreist.

Zweitens sind Kursreaktionen auf das bislang zu nichts führende Hin und Her seitens der US-Regierung in Bezug auf eine Befriedung im Ukraine-Konflikt normalerweise kurzlebig. Und selbst, wenn es gelingen sollte, wenigstens eine Waffenruhe zu generieren, wäre das nichts, das die aufgestockten Verteidigungsanstrengungen Europas einfach in die Schublade verbannen würde.

Wenn es um die Frage geht, ob diese Aktie jetzt, um die 40 Prozent unter einem erst Anfang des vergangenen Monats markierten Hoch, langsam für einen Einstieg interessant sein könnte, muss man sich andere Aspekte ansehen:

Expertenmeinung: Wie sieht es jetzt mit der am Hoch noch viel zu teuren Bewertung aus? Und wie steht der Kurs nach diesem Abstieg im Vergleich zu den Kurszielen der Experten da?

Durch diesen markanten Abwärtsschub ist die Bewertung deutlich niedriger. Für den aktuell im Schnitt von den Analysten geschätzten 2025er-Gewinn pro Aktie käme man auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von etwa 42. Das ist fair; man könnte sogar langsam vorsichtig das Wort „günstig“ ins Spiel bringen, falls die Erwartungen der Analysten und die Ziele des Unternehmens selbst eintreffen und Hensoldt in den kommenden zwei bis drei Jahren zwischen 20 und 30 Prozent pro Jahr mehr Gewinn pro Aktie erzielt.

Es überrascht nach einem 40-Prozent-Abstieg auch nicht, dass der Kurs zwar am Rekordhoch Anfang Oktober das derzeit höchste Kursziel von 114 Euro überboten hat, jetzt aber deutlich unter dem durchschnittlichen Ziel notiert, das momentan bei 96 Euro liegt. Die Aktie nähert sich mittlerweile sogar dem niedrigsten aller Analysten-Ziele bei 65 Euro an.

Da nicht die Perspektive für den Unternehmensgewinn das Problem war, sondern das Überziehen beim Vorgriff auf dessen Anstieg, wäre dieser Grund, bei Hensoldt wegzubleiben, also eigentlich vom Tisch. Aber da Übertreibungen in beide Richtungen auftauchen, wäre ein daraus abgeleiteter, beherzter Griff ins fallende Messer riskant. Besser wäre es abzuwarten, bis das Chartbild taugliche Signale einer potenziell stabilen Wende zeigt. Dazu wären zwei Hürden zu nehmen:

Hensoldt Aktie: Chart vom 24.11.2025, Kurs 69,20 Euro, Kürzel: HAG | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 24.11.2025, Kurs 69,20 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Zum einen das August-Tief bei 75,95 Euro, zum anderen die 200-Tage-Linie bei aktuell 83,90 Euro, die in Kürze auch über der schnell nach unten laufenden 20-Tage-Linie liegen wird, so dass man über diesem 200-Tage-Durchschnitt dann gleich drei wichtige Chartmarken unter statt über sich hätte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.