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Hensoldt Aktie Prognose Hensoldt: Immer noch ein Spiegelbild des Nachrichten-Tickers?

News: Aktuelle Analyse der Hensoldt Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Hensoldt Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.12.2025 um 22:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die letzten zwei ganz kurzfristigen Zwischentiefs lagen bei Hensoldt jeweils über dem vorherigen. Ein Hoffnungsschimmer für die Bullen, aber so wirklich nach Bodenbildung scheint das Chartbild bislang nicht auszusehen, das könnte genauso gut eine bärische Flagge sein. Was tun?

Eines ist hier auffällig: Nachdem die Marktteilnehmer monatelang wie befürchtet immer wieder entlang des Nachrichtentickers mal ein- und mal ausgestiegen sind, scheint sich jetzt eine Art Ermüdung eingestellt zu haben. Ob man von dem Treffen Trump/Selenskyj am Wochenende wirklich etwas erwartet hatte oder nicht:

Auf Hensoldt hatte das am Montag nur noch geringe Auswirkung, die Aktie beendete den Tag mit einem nur moderaten Abschlag und verteidigte dabei die 20-Tage-Linie als nächstliegende Unterstützung. Kann das ein Indiz dafür sein, dass so langsam verkauft hat, wer verkaufen wollte und der charttechnische Spielraum, der unter dem Dezember-Verlaufstief von 64,80 Euro dann bis hinunter auf 44,88 Euro reichen würde, nicht ausgelotet wird?

Hensoldt Aktie: Chart vom 29.12.2025, Kurs 72,50 Euro, Kürzel: HAG | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 29.12.2025, Kurs 72,50 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Ein Abriss auf das April-Tief wäre nüchtern betrachtet ohnehin nur dann realistisch, wenn sich Umsatz- und Gewinnperspektive unerwartet weitaus schlechter darstellen, als dies Analysten, Anleger und Hensoldt selbst momentan erwarten. Und ja, es wäre möglich, dass sich hier ein Boden ausbildet, alleine, weil die Erwartungen hinsichtlich des Gewinns pro Aktie und der Kurs jetzt so weit wieder zusammengekommen sind, dass die Aktie nicht mehr als überbewertet einzuordnen wäre. Falls, wie gesagt, in Sachen Gewinnerwartung nichts passiert, was die derzeitigen Prognosen über den Haufen werfen würde.

Aber das heißt nicht, dass dieser Boden gelingen muss. Von einem „Schnäppchenpreis“ ist die Aktie allemal noch ein gutes Stück entfernt. Daher wäre es zwar verwegen, jetzt, nach diesem eindrucksvollen Korrekturimpuls, noch über die Short-Seite nachzudenken. Aber solange dieser Versuch einer Bodenbildung auch noch als „bärische Flagge“ enden kann, indem diese ganz kurzfristige Aufwärtstrendlinie gebrochen und die Bewegung nach unten dadurch fortgesetzt wird, ist Vorsicht geboten.

Besser wäre es, auf charttechnisch bullische Signale zu warten, die dann zu konstatieren wären, wenn es gelingt, Widerstandslinien zu überwinden, die normalerweise vom bärischen Lager verteidigt würden. Dabei wäre ein Schlusskurs über der Widerstandszone 75,94 zu 81,00 Euro ein wichtiger Schritt, wirklich Wasser unter dem Kiel hätten die Bullen aber erst, wenn die Aktie über ihrer derzeit bei 85,50 Euro seitwärts laufenden 200-Tage-Linie geschlossen hat. Ein Szenario, das denkbar genug ist, um Hensoldt im Auge zu behalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.12.2025 um 22:24 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Man darf annehmen, dass es im Frühjahr und Sommer nahezu niemand auch nur für möglich gehalten hätte, dass Rüstungswerte wie Hensoldt gerade auf dem besten Weg sind, zu den größten Verlierern im vierten Quartal zu werden. Und genau das sollte nachdenklich machen.

Natürlich lautet die unsichtbare Inschrift über jedem Eingang zu einem Börsensaal: „Unverhofft kommt oft“. Aber so etwas wie mit Hensoldt und den anderen Rüstungstiteln passiert gemeinhin nicht einfach so. Das Unerwartete lauert deswegen hinter jeder Ecke, weil zu viele Marktteilnehmer glauben, dass man Rahmenbedingungen und Anlegerverhalten vorhersagen und deshalb Trends mit dem Lineal in die Zukunft verlängern könne. Was man noch nie konnte, auch derzeit nicht kann und in Zukunft nicht können wird. Aber:

Das Unerwartete, d. h. eine nicht einkalkulierte Entwicklung eines Kurses, basiert eben grundsätzlich auf neuen Informationen, mit denen nicht zu rechnen war. Eine Gewinnwarnung, ein gewaltiger neuer Auftrag, politische und/oder geopolitische Veränderungen. Aber das trifft auf Hensoldt nicht zu. Seit die derzeitige Bundesregierung Ende Februar angekündigt hat, immense Summen in die Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit zu investieren und die meisten europäischen Staaten in die gleiche Richtung gehen, gab es nichts, das die daraus abgeleitete, positive Sicht auf die Aktie hätte auf den Kopf stellen können. Trotzdem sieht das Kursbild genau danach aus. Warum?

Expertenmeinung: Weil Aktien, die sehr intensiv wegen ihrer spannenden „Story“ gehandelt werden, viele Trader und unerfahrene Anleger anziehen. Erstere sind schnell mit einem Richtungswechsel bei der Hand und traden eine solche Aktie problemlos genauso auf der Short- wie auf der Long-Seite. Letztere agieren meist emotional und aus dem Bauch heraus, sodass hier schnell Gier oder Angst aufkommen und starke Kursimpulse dadurch intensiviert werden. Was im Fall der Hensoldt-Aktie vermuten lässt:

Nachdem man zuerst auf der Oberseite überzogen hat, passiert dasselbe jetzt auf der Unterseite. Denn die Wachstumsstory ist intakt. Und auch wenn die vom Unternehmen formulierten Mittelfrist-Ziele manchen den Zahn übertriebener Wachstumserwartungen gezogen haben: Da, wo sie jetzt notiert, ist die im Oktober noch deutlich zu hoch bewertete Aktie durchaus nicht mehr zu teuer. Was indes fehlt, ist eine Wende im Kurs.

Hensoldt Aktie: Chart vom 01.12.2025, Kurs 66,20 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 01.12.2025, Kurs 66,20 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Denn nur dann hätte man auf der Long-Seite eine realistische Chance. Was wir sehen, ist eine auffällige Serie roter Kerzen und am Montag dann auch das Scheitern eines zögerlichen Bodenbildungs-Versuchs, der sich in der Vorwoche etabliert hatte. Und das, obwohl bei diesen Verhandlungen um den Ukraine-Friedensplan nichts so läuft, wie es laufen müsste, um ernsthaft Basis dafür zu sein, dass die geplanten, markant höheren Verteidigungsausgaben in die Schublade wandern und damit ein Argument da wäre, um Hensoldt in „Bärenfutter“ zu verwandeln. Das zeigt, dass hier viele Akteure einfach „ihren Stiefel runtertraden“ und dem kurzfristigen Trend folgen, ungeachtet der Frage, ob man da nicht längst in der Übertreibungszone ist.

Da müsste nur ein Weckruf her, indem die Aktie auf der Oberseite Zeichen setzt, um die Bären zu vertreiben. Aber dazu braucht es erst einmal Käufer, die genug Kapital und Willen investieren, um ein bullisches Signal zu generieren. Was aktuell dann gegeben wäre, wenn die Aktie die Widerstandszone zwischen 76 und 85 Euro zurückerobert.

Das sollte man eher abwarten. Denn sich selbst aktiv einzubringen, sprich zuzugreifen, ist gegen den Trend immer hoch riskant, weil man nie weiß, ob man nicht unversehens allein auf weiter Flur steht und als Käufer dann tatsächlich als „Bärenfutter“ endet. Hensoldt hätte grundsätzlich wieder Luft nach oben, aber noch ist der Kurs eben unter Wasser, daher: bullische Signale abwarten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.11.2025 um 20:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Anfang Oktober hatte Hensoldt sogar das höchste aller Analysten-Kursziele überboten und wies eine gefährlich teure Bewertung auf. Die darauffolgende Korrektur war somit mit Ansage. Aber seither hat die Aktie gut 40 Prozent verloren. Zeit, mal wieder nach oben zu schauen.

Als Hensoldt kürzlich seine mittelfristigen Ziele vorstellte, stellte man fest, dass einige Analysten da mehr Dynamik beim Wachstum erwartet hatten. Und jetzt vermuten manche, dass selbst dieses Wachstum infrage gestellt ist, weil einzelne Schlagzeilen andeuten, dass der von den USA zusammengeschriebene Friedensplan für die Ukraine womöglich Erfolg haben könnte und das Thema Verteidigungsausgaben dann in der Politik schnell wieder unter „ferner liefen“ landen wird.

Aber erstens sind Ziele nichts anderes als das: Ziele. Die man sich setzt, um sich eine eigene Guidance zu geben, die aber ebenso deutlich verfehlt wie übertroffen werden können. Und auch die (für manche zu niedrigen) Wachstumsziele des Optoelektronik- und Laser-Spezialisten sind grundsätzlich stark und können bullisch auf den Kurs wirken … vorausgesetzt, im Aktienkurs ist nicht längst deutlich mehr eingepreist.

Zweitens sind Kursreaktionen auf das bislang zu nichts führende Hin und Her seitens der US-Regierung in Bezug auf eine Befriedung im Ukraine-Konflikt normalerweise kurzlebig. Und selbst, wenn es gelingen sollte, wenigstens eine Waffenruhe zu generieren, wäre das nichts, das die aufgestockten Verteidigungsanstrengungen Europas einfach in die Schublade verbannen würde.

Wenn es um die Frage geht, ob diese Aktie jetzt, um die 40 Prozent unter einem erst Anfang des vergangenen Monats markierten Hoch, langsam für einen Einstieg interessant sein könnte, muss man sich andere Aspekte ansehen:

Expertenmeinung: Wie sieht es jetzt mit der am Hoch noch viel zu teuren Bewertung aus? Und wie steht der Kurs nach diesem Abstieg im Vergleich zu den Kurszielen der Experten da?

Durch diesen markanten Abwärtsschub ist die Bewertung deutlich niedriger. Für den aktuell im Schnitt von den Analysten geschätzten 2025er-Gewinn pro Aktie käme man auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von etwa 42. Das ist fair; man könnte sogar langsam vorsichtig das Wort „günstig“ ins Spiel bringen, falls die Erwartungen der Analysten und die Ziele des Unternehmens selbst eintreffen und Hensoldt in den kommenden zwei bis drei Jahren zwischen 20 und 30 Prozent pro Jahr mehr Gewinn pro Aktie erzielt.

Es überrascht nach einem 40-Prozent-Abstieg auch nicht, dass der Kurs zwar am Rekordhoch Anfang Oktober das derzeit höchste Kursziel von 114 Euro überboten hat, jetzt aber deutlich unter dem durchschnittlichen Ziel notiert, das momentan bei 96 Euro liegt. Die Aktie nähert sich mittlerweile sogar dem niedrigsten aller Analysten-Ziele bei 65 Euro an.

Da nicht die Perspektive für den Unternehmensgewinn das Problem war, sondern das Überziehen beim Vorgriff auf dessen Anstieg, wäre dieser Grund, bei Hensoldt wegzubleiben, also eigentlich vom Tisch. Aber da Übertreibungen in beide Richtungen auftauchen, wäre ein daraus abgeleiteter, beherzter Griff ins fallende Messer riskant. Besser wäre es abzuwarten, bis das Chartbild taugliche Signale einer potenziell stabilen Wende zeigt. Dazu wären zwei Hürden zu nehmen:

Hensoldt Aktie: Chart vom 24.11.2025, Kurs 69,20 Euro, Kürzel: HAG | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 24.11.2025, Kurs 69,20 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Zum einen das August-Tief bei 75,95 Euro, zum anderen die 200-Tage-Linie bei aktuell 83,90 Euro, die in Kürze auch über der schnell nach unten laufenden 20-Tage-Linie liegen wird, so dass man über diesem 200-Tage-Durchschnitt dann gleich drei wichtige Chartmarken unter statt über sich hätte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.11.2025 um 23:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Quartalsbilanz von Hensoldt war nicht umwerfend. Aber viele Anleger hakten die Zahlen schnell ab, verwiesen auf starkes Wachstum in der Zukunft und kauften. Doch die am Kapitalmarkttag vorgestellten Wachstumsziele entsprachen den großen Erwartungen nicht.

Der vor allem für den Verteidigungssektor produzierende Radar- und Optoelektronik-Spezialist avisierte im Zuge des am Dienstag abgehaltenen Kapitalmarkttags ein Umsatzwachstum von zehn Prozent für das kommende Jahr, mittelfristig sieht man Wachstumsraten zwischen 15 und 20 Prozent. Nur, wenn man bereits für 2027 ein Wachstum von 20 Prozent unterstellt, kommt man damit knapp an die 3,4 Milliarden Euro heran, die die Analysten für 2027 bislang geschätzt hatten.

In Bezug auf die Gewinnmarge plant Hensoldt mit einer Steigerung der für 2025 bei 18 Prozent oder etwas höher avisierten Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) um die 0,5 Prozent pro Jahr. Damit käme man 2027 auf 19 bis 19,5 Prozent und, wenn man 3,3 Milliarden Umsatz ansetzt, auf ein EBITDA im Bereich von 625 bis 645 Millionen Euro. Die durchschnittliche Schätzung der Experten lag bis dahin bei 658 Millionen. Das ist also nicht drastisch weniger als in Analystenkreisen bislang vermutet. Aber insgeheim hatte man wohl doch noch mehr im Hinterkopf, denn:

Zahlreiche, die Aktie regelmäßig beobachtende Analysten senkten umgehend ihre Kursziele, teilweise nur leicht, teilweise aber um die zehn Prozent. Die alten Ziele, die angepasst wurden, lagen in der Range 72 bis 116 Euro, die neue Spanne dieser aktualisierten Ziele liegt zwischen 69 und 112 Euro. Auch das ist nicht dramatisch, das neue, durchschnittliche Kursziel liegt jetzt um 96 Euro. Dieser Level war zwar deutlich überboten, als die Aktie am 6. Oktober mit 117,70 Euro ihr bisheriges Rekordhoch markierte, aber jetzt liegt die Aktie darunter. Eigentlich also ein Motiv für die Anleger, um zuzugreifen. Eigentlich.

Expertenmeinung: Aber ob sie es auch wirklich tun, ist zumindest offen. Denn wenn große Erwartungen von der Realität eingeholt werden und die Aktie ohnehin schon deutlich in die Knie gegangen ist, greift man eben nicht so einfach zu, als wäre der Kurs noch in einer ungefährdeten Hausse unterwegs. Die Reaktion auf die eher enttäuschenden Prognosen des Kapitalmarkttages war am Dienstag negativ, am Mittwoch fiel die Aktie weiter. Was die Sache jetzt auch aus charttechnischer Sicht spannend macht.

Hensoldt Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs 82,80 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs 82,80 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Denn dadurch hat die Hensoldt-Aktie einerseits eine Gegenbewegung nach oben genau auf Höhe eines Kreuzwiderstands aus der zuvor gebrochenen, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie abgebrochen, binnen zwei Tagen 13 Prozent verloren und dadurch ein neues Korrekturtief erreicht. Das ist massiv bärisch.

Andererseits hat die Aktie damit jetzt auf einer Kreuzunterstützung aus dem März-Hoch, dem August-Tief und der 200-Tage-Linie im Bereich 75,94/82,23 Euro aufgesetzt, das böte dem bullischen Lager die Chance, das Ruder herumzureißen, bevor ein Bruch dieser Zone den Weg in tiefere Regionen freigeben würde. Aber wenn, dann müssen die Bullen sofort ran. Und erst, wenn Hensoldt da nach oben durchgeht, wo sie zu Wochenbeginn nach unten abgewiesen wurde, indem Schlusskurse klar über 96 Euro erreicht werden, wäre die Kuh erst einmal vom Eis. Man täte wohl gut daran, das erst einmal sehen zu wollen, bevor man hier selbst Hand anlegt.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.11.2025 um 23:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Hensoldt legt sein Quartalsergebnis vor und die Aktie steigt um 4,5 Prozent. Bei „normalen“ Aktien wäre das ein Signal dafür, dass die Anleger den Daumen heben. Bei dieser hoch volatilen Aktie hingegen sind 4,5 Prozent nicht viel. Und aus charttechnischer Sicht zu wenig.

Bereits am 23. Oktober hatte das Rüstungsunternehmen seine 2025er-Prognose angepasst. Allerdings fielen die Anpassungen bei der Umsatzerwartung unerfreulich aus, denn statt bis dahin 2,5 bis 2,6 Milliarden konkretisierte man auf 2,5 Milliarden. Die EBITDA-Gewinnmarge sieht man bei 18 Prozent oder höher, zuvor hatte man „rund 18 Prozent“ avisiert. Kurz: Für das laufende Jahr war diese Anpassung quasi irrelevant. Das einzige, was wirklich bedeutsam war, war das Verhältnis von Neuaufträgen zu Umsatz. Da hatte man bis dahin ein Verhältnis von 1,2 angegeben, jetzt wurde es drastisch auf 1,6 bis 1,9 nach oben genommen, d.  h., man erwartet, dass für jeden Euro Umsatz zwischen 1,60 und 1,90 Euro neue Aufträge hereinkommen. Das deutet auf einen starken Wachstumsschub beim Umsatz und idealerweise auch bei Marge und Gewinn hin … in der Zukunft.

Hensoldt Aktie: Chart vom 07.11.2025, Kurs 91,65 Euro, Kürzel: HAG | Online Broker LYNX
Hensoldt Aktie: Chart vom 07.11.2025, Kurs 91,65 Euro, Kürzel: HAG | Quelle: TWS

Am Freitag kamen dann die Ergebnisse des Sommerquartals bzw. der ersten drei Quartale insgesamt hinzu. Und eine Offenbarung waren diese Zahlen nicht.

Expertenmeinung: Der Umsatz stieg um 11,55 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2024. Die EBITDA-Marge legte minimal von 13,6 auf 13,7 Prozent zu, die Analysten hatten mit 14,2 Prozent aber mehr Zug in der Marge erwartet. Und das EBITDA selbst konnte um 12,8 Prozent zulegen.

Das war gut. Aber angesichts der gewaltigen Hausse der Aktie muss man sich als bullischer Trader darauf verlegen, auf zukünftig sehr deutlich stärkeres Wachstum zu hoffen. Denn mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von aktuell 53 für die durchschnittliche 2025er-Gewinnschätzung ist die Aktie mit dem aktuellen Stand der Dinge eben überbewertet.

Dass diese Neun-Monats-Zahlen nicht wirklich überzeugen konnten, sah man auch daran, dass einige Analysten ihre Kursziele daraufhin sogar senkten. Die LBBW ging von 105 auf 100 Euro herunter, MWB Research senkte das Ziel sogar von 74 auf 72 und bewertete mit „Verkaufen“. Andere neue oder angepasste Kursziele des Freitags lagen bei 88, 92 und 110 Euro. Aber ein Kursziel, das über dem Anfang Oktober bei 117,70 Euro erreichten Verlaufsrekord liegen würde, fand sich nicht.

Dass die Aktie trotzdem um immerhin 4,5 Prozent zulegte, mag dem Umstand geschuldet sein, dass es im Vorfeld bereits eine recht umfassende Korrektur gab und der Kurs am Vortag bis auf 85 Euro zurückgekommen war. Aber auch, wenn der Hensoldt-Kurs mit dem Freitags-Plus den wichtigen Support in Form der 200-Tage-Linie, derzeit bei 81,50 Euro, auf Distanz halten konnte: Für ein bullisches Signal reichte es andererseits nicht.

Dazu müsste die Aktie zurück über die zu Anfang vergangener Woche gebrochene Februar-Aufwärtstrendlinie und die darüber wartende 20-Tage-Linie im Bereich 94,00/95,50 Euro und idealerweise zügig weiter zulegen. Da aber die Chance für einen neuen Aufwärtsschub als Reaktion auf die Bilanzzahlen im ersten Anlauf eher vertan wurde, sollte man, solange Hensoldt nicht zügig und deutlich an Fahrt aufnimmt, das Risiko auf der Unterseite besser nicht unterschätzen. Fiele die 200-Tage-Linie, würde es eng. Und im Fall eines Bruchs des August-Tiefs bei 75,94 Euro hätten wir hier sogar ein bärisches Signal von mittelfristiger Bedeutung. Das muss nicht so kommen. Aber das eher überschaubare Plus des Freitags hat das Risiko hierfür nicht entscheidend verringert.

Quellen:
Neun-Monats-Ergebnis, 07.11.2025:
https://investors.hensoldt.net/de/nachrichten/hensoldt-mit-weiterem-wachstum-in-den-ersten-neun-monaten-2025/d619c044-36ea-4752-8a6d-d09c2f50c7c2

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.