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Henkel meldete am Donnerstag zwar real nachgebende Umsätze, organisch legte der Umsatz aber zu – und das etwas besser als prognostiziert. Ein „besser als gedacht“ traf damit auf eine im Vorfeld stark gefallene Aktie. Das Ergebnis: ein kräftiges Plus – das trotzdem zu wenig war.
Henkel lieferte gestern nur Zahlen zum Umsatz ab. Der aber schlug sich wacker: Zwar ging der Umsatz nominal um 5,5 Prozent zurück, organisch, d.h. bereinigt um Währungseffekte und Akquisitionen bzw. Verkäufe von Unternehmensteilen, legte er aber mit 1,7 Prozent mehr zu als seitens der Analysten im Schnitt erwartet (+1,1 Prozent). Zu Marge und Gewinn erfuhr man nichts Konkretes. Immerhin hieß es, man habe nicht nur eine positive Volumen-, sondern auch eine positive Preisentwicklung gesehen.
Die Gesamtjahresprognose blieb unverändert. Da strebt der Henkel-Konzern ein organisches Umsatzwachstum zwischen einem und drei Prozent und eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) zwischen 14,5 und 16,0 Prozent an, die hatte 2025 bei 13,6 Prozent gelegen. Eine solche höhere Gewinnmarge würde das reale Umsatzminus (Wachstum erwartet man ja nur organisch) mehr als kompensieren. Daher rechnen die Experten auch mit einem Anstieg beim Gewinn pro Aktie, der für das laufende Jahr auf diesem Kursniveau ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12 bedeuten würde. Was im historischen Vergleich ungewöhnlich günstig wäre. Da stellt sich die Frage: Wieso fiel die Aktie überhaupt so weit?
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Expertenmeinung: Der einzige, nachvollziehbare Grund wäre, dass viele Marktteilnehmer Henkel nicht zutrauen, zu einer tauglichen Wachstumsdynamik zurückzufinden. Viele große Märkte sind gesättigt, andere weitgehend erschlossen. Zugleich haben die meisten großen Unternehmen im Zuge der kritischen Phasen der Vorjahre bereits rationalisiert, was man rationalisieren konnte. Aber auch, wenn man damit richtig läge, dass Henkels Gewinn pro Aktie in den kommenden Jahren, wenn, dann nur langsam weiter zulegt:

Ein KGV von 12 ist, vor allem mit Seitenblick auf eine über dem Marktdurchschnitt liegende Dividendenrendite, so niedrig, dass eine größere Korrektur nach oben allemal drin wäre … wenn die Käufer dafür im Chart ein Argument finden würden. Und so kräftig das Plus von 4,33 Prozent auch war, das Henkel gegen einen schwachen Gesamtmarkt am Donnerstag an die DAX-Spitze hob: Für ein bullisches Signal im Chart reichte das noch nicht.
Sie sehen, dass der Kurs durch dieses gestrige Plus in eine Widerstandszone zwischen 65,54 und 68,28 Euro hineingelaufen ist, die sich aus zahlreichen Zwischentiefs der vergangenen zwölf Monate zusammensetzt. Und selbst, wenn diese Zone bezwungen würde, wäre die Henkel Vorzugsaktie nur als kurzfristig bullisch, mittelfristig aber als neutral einzustufen, da sie dann nur zurück in die Phase zwischen April 2025 und Januar 2026 dominierende Handelsspanne gelaufen wäre. Für das Bären-Lager wäre Henkel zwar erst dann wieder spannend, wenn der Kurs aus der jetzt attackierten Widerstandszone wieder nach unten herausfiele … aber für Long-Trades finden sich derzeit trotzdem lukrativere Ausgangslagen als diese.
Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 07.05.2026: https://www.henkel.de/investoren-und-analysten/investor-relations-news/2026-05-07-henkel-erreicht-gutes-organisches-umsatzwachstum-im-ersten-quartal-2026-2156630
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