Man hat nicht mit guten Zahlen gerechnet, man hat sie auch nicht bekommen. HelloFresh bleibt, was Umsatz und Gewinn angeht, weiter unter Druck. Der Vorstand betont, dass es dabei um eine bewusste Transformation des Unternehmens geht. Aber die zieht sich ziemlich hin.
Im ersten Halbjahr ist der Umsatz des Kochboxen- und Fertiggerichte-Herstellers im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,8 Prozent gesunken. Der operative Gewinn kam um 23,9 Prozent zurück. Dabei sind Umsatz und operativer Gewinn in beiden Bereichen, bei den Kochboxen ebenso wie bei den Fertiggerichten, die als zweites Standbein die Probleme bei den Kochboxen auffangen sollten, auf dem Rückzug.
Man hatte nicht viel erwartet und mit diesem Zahlenwerk auch nicht viel erhalten. Zwar fiel das Umsatzminus etwas weniger stark aus, als das im Vorfeld von den Analysten vermutet wurde, der operative Gewinn traf die Prognosen aber in etwa. HelloFresh schreibt dazu, dass der Transformationsprozess hin zu treueren Kunden mit regelmäßigen Bestellungen und einer eng an den Kundenwünschen orientierten Produktpalette weiter im Gang ist. Weniger Marketing, mehr Investitionen in die Produkte.
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Expertenmeinung: Das klingt gut und sinnvoll. Aber es dauert, dieser Prozess läuft schon seit Jahren. Und Geduld ist nichts, das die Anleger endlos aufbringen wollen, vor allem nicht bei einem Chartbild wie diesem. Ein Satz im Schreiben des Vorstands an die Aktionäre im Rahmen der Bilanz unterstreicht, dass man hier als Investor womöglich allerhand Zeit mitbringen muss. So heißt es dort:
„Wir haben in den vorherigen Schreiben an die Aktionäre immer wieder betont, dass ein besseres Kundenerlebnis der einzige nachhaltige Weg zurück zum Wachstum für ein Lebensmittelunternehmen ist.“ Diese Formulierung „immer wieder“ löst eben diesen Eindruck eines langen und vor allem in Bezug auf sein Ende und seine Wirkung offenen Prozesses aus.
Das aktuelle Halbjahres-Zahlenwerk machte deutlich: Noch rührt sich da bei Umsatz und Gewinn nichts. Was unübersehbar dazu führte, dass ein „Zahlen wie erwartet“ nicht ausreichte, um nennenswerte Käufe auszulösen und so der Aktie wieder Leben einzuhauchen.
Wir sehen im Chart, dass die HelloFresh-Aktie gestern zwar zeitweilig zulegte, dann aber genau auf Höhe des Kreuzwiderstands aus dem März-Tief und der 20-Tage-Linie bei 3,48/3,49 Euro abgewiesen wurde. Das Tagestief lag auf Höhe des bisherigen Verlaufstiefs von 3,324 Euro … und da die Aktie deutlich näher an dieser Marke als am nicht überbotenen Widerstand aus dem Handel ging, wäre die Vermutung, dass dieses bisherige Tief nicht von Dauer sein muss, womöglich nicht wirklich gewagt.

Quellenangaben:
Bericht 2. Quartal/1. Halbjahr 2026, 13.08.2026: https://ir.hellofreshgroup.com/de/nachrichten/q2-2026-hellofresh-se-setzt-fokus-weiterhin-auf-profitabilitaet-und-effizienz/c4e50710-ecdb-40c5-a578-67ea034f7ab5
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.08.2026 um 19:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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