Die am Donnerstag vorgelegten Vorab-Ergebnisse zum Jahr 2025 zeigten Bemerkenswertes: HelloFresh hat zwar deutlich weniger umgesetzt, zugleich aber operativ deutlich mehr Gewinn erzielt. Was man positiv werten könnte, aber seitens der Anleger nicht tat – aus gutem Grund.
Im Prinzip könnte man das, was HelloFresh seit einiger Zeit versucht, als „Gesundschrumpfen“ umschreiben. Man reduzierte den Marketingaufwand und versucht, eine stabilere Stammkundschaft aufzubauen. Das funktioniert zwar, aber die Anleger fragen sich: Wie könnte dabei auf Sicht substanzielles Wachstum herauskommen? Denn dass es gelingt, aus weniger Umsatz mehr operativen Gewinn herauszuholen, ist eine grundsätzlich gute Basis für noch mehr Gewinn aufgrund einer höheren Profitabilität. Aber eben nur, wenn der Umsatz beizeiten wieder nennenswert steigt.
Und 2025 tat er das schon mal nicht. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 Prozent, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um Sonderfaktoren bereinigt um 6,0 Prozent. Würde man, wie es in Zeiten eines starken Euro immer mehr praktiziert wird, all das um Wechselkurseffekte bereinigen, wäre der Umsatzrückgang kleiner, der Gewinnanstieg größer ausgefallen, aber das zu berücksichtigen wäre nur sinnvoll, wenn die Unternehmen den Währungseffekt auch hervorheben würden, wenn er zu ihren Gunsten erfolgt – und das passiert, natürlich, so gut wie nie. Also:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur HelloFresh Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Der Gewinn stieg trotz sinkenden Umsatzes. Im Prinzip ja positiv, aber mit den da gemeldeten 423 Millionen Euro lag HelloFresh am unteren Ende der selbst avisierten Zielspanne von 415 bis 465 Millionen. Das dürfte einige zu Recht enttäuscht haben.
Grundsätzlich sinnvoll ist es, sich aus Märkten zurückzuziehen, in denen man nicht wirklich hat Fuß fassen können. Bei HelloFresh sind das Italien und Spanien, wo man jetzt die Reißleine zieht. Aber weniger Märkte reduzieren auch das Potenzial für Umsatzwachstum.
Das Unternehmen teilte mit, dass sich der Umsatzrückgang bei den Kochboxen im vierten Quartal das vierte Vierteljahr in Folge verlangsamt habe. Doch langsamer zu fallen bedeutet eben dennoch, zu fallen. Und dass sich der Bereich der Fertiggerichte, aufgebaut, um das Wachstum zu generieren, das man bei den Kochboxen nicht wie erhofft hatte erreichen können, im Herbstquartal weniger gut entwickelte als erwartet, ist nichts, was die Anleger erfreuen könnte.
Zwar betonte HelloFresh, dass man mit dem Projekt „Refresh“, bei dem man auf mehr Vielfalt, größere Portionen, kürzere Zubereitungszeiten etc. setzt, erste Erfolge erzielt habe. Aber das umfasst alles Aspekte, die den Kunden entgegenkommen und damit eigentlich eher eine Selbstverständlichkeit als ein innovatives Projekt sein müssten. Was den Anlegern insgesamt fehlt, ist daher recht leicht ersichtlich: Wachstumsperspektive.
Entsprechend reagierte man am Aktienmarkt am Donnerstag auf die Zahlen: Die Aktie rutschte aus der monatelangen Seitwärts-Spanne zwischen 5,20 und 6,25 Euro nach unten heraus. Damit ist sie schon zum zweiten Mal „durchgefallen“, denn diese jetzt nach unten verlassene Range war bereits der zweite Versuch, einen Boden zu bilden, nachdem die Aktie im November die markante Unterstützungslinie bei 6,90 Euro durchbrach.

Gegenbewegungen nach oben könnten jederzeit erfolgen. Und sollte es gelingen, mit Schlusskursen über 5,20 Euro wieder in die vorherige Handelsspanne zurückzugelangen, könnte es auch zu einem Test deren oberer Begrenzung kommen. Aber ohne einen klar erkennbaren Pfad, der HelloFresh vom Umsatzvolumen her nennenswert voranbringt, sollte man diese Aktie als Investment auf mittel- oder langfristiger Ebene derzeit eher skeptisch sehen.
Quellen:
Vorläufige Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2025, 12.02.2026:
https://ir.hellofreshgroup.com/de/nachrichten/vorlaeufige-ergebnisse-der-hellofresh-gruppe-fuer-das-geschaeftsjahr-2025/3c4b9b58-7b5f-46dd-887f-098548c4f5fa
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen





