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Fraport Aktie Prognose Fraport: Jetzt wird es brenzlig

News: Aktuelle Analyse der Fraport Aktie

von | |
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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Vorherige Analysen der Fraport Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.11.2025 um 11:26 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Fraport hat eine monatelange Rallye hinter sich. Bahnen sich jetzt Turbulenzen an, oder bricht die Aktie zeitnah aus?

Weltweit relevant

Fraport ist einer der weltweit führenden Betreiber von Flughäfen. Das umfasst den reibungslosen Flug- und Terminalbetrieb, die Abfertigung von Flugzeugen, die Logistik am Boden, aber auch Sicherheitsdienstleistungen wie den Betrieb einer Flughafenfeuerwehr.
Im Gegenzug erhält man von den Fluggesellschaften entsprechende Entgelte.

Der Dreh- und Angelpunkt des Unternehmens ist der Flughafen in Frankfurt, einer der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt.
Darüber hinaus ist man an einer Vielzahl weiterer Flughäfen aktiv oder direkt beteiligt.

Dazu zählen unter anderem der Flughafen Antalya in der Türkei, der Flughafen in Lima (Peru), der Indira Gandhi International Airport in Delhi (Indien), Varna und Burgas in Bulgarien sowie mehrere Regionalflughäfen in Griechenland und in den USA, darunter Baltimore, Cleveland, Nashville, New Jersey und New York (JFK).

In Antalya besitzt man einen Anteil von 51 %, in Varna und Burgas jeweils 60 %, in Ljubljana 100 %, in Delhi 10 % und in Xi’an (China) 24,5 % sowie in Lima 80,01 %.
In Fortaleza, Porto Alegre (Brasilien) sowie den US-Flughäfen hat man langjährige Konzessionen und Pachtverträge.

So schnell kann’s gehen

Das Geschäft von Fraport ist grundsätzlich ertragsstark, kam im Jahr 2020 jedoch zeitweise nahezu zum Stillstand. Fraport ist jedoch gut durch die Krise gekommen und konnte bereits 2021 wieder schwarze Zahlen schreiben.
Anschließend kletterte der Gewinn in etwa auf das Vorkrisen-Niveau.

Die Aktie stagnierte dennoch bis Ende 2024 und daher hatte ich damals auf Fraport hingewiesen:
Fraport: Gewinn verdreifacht, Kurs unverändert

Als ich das Datum der letzten Analyse gesehen habe, habe ich mich jedoch etwas erschreckt, denn es ist fast genau ein Jahr seitdem vergangen.

Wer damals eingestiegen ist, könnte heute auf einen Kursanstieg von etwa 44 % blicken; am Hoch lag die Entwicklung zeitweise sogar bei mehr als 60 %.
Spätestens jetzt stellt sich die Frage nach Gewinnmitnahmen.

Fraport Aktie: Chart vom 18.11.2025, Kurs: 71,45 EUR - Kürzel: FRA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Fraport Aktie: Chart vom 18.11.2025, Kurs: 71,45 EUR – Kürzel: FRA | Quelle: TWS

Aus technischer Sicht mehren sich die Warnsignale. Die Aktie ist mehrfach am Widerstand bei 78,25 Euro abgeprallt.
Fällt die Aktie jetzt unter 70,75 Euro, drohen weitere Kursverluste in Richtung 67,25 sowie 64 Euro und 60 Euro.

Über 75 Euro würde sich die Lage entspannen. Wirklich helfen würde aus Sicht der Bullen aber nur ein Ausbruch über 78,25 Euro.
Gelingt ein Anstieg über 78,25 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 83 und 85 – 87 Euro.

Darauf kommt es jetzt an

Welches Szenario wahrscheinlicher ist, wo sich im Falle einer Korrektur ein Einstieg anbietet und wohin es mit dem Kurs langfristig geht, hängt aber vor allem von den Geschäftszahlen ab.

Und auch an dieser Front mehren sich die Warnsignale. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres kam es zu einer positiven Passagierentwicklung in Frankfurt und an den internationalen Standorten.
Der Umsatz konnte nach IFRIC 12 um 7,8 % auf 3,20 Mrd. Euro gesteigert werden, nach den bisherigen Standards wäre der Umsatz jedoch um 1,6 % auf 3,34 Mrd. Euro gesunken.

Bullen und Bären können sich demnach aussuchen, was ihnen besser schmeckt. Fakt ist aber, dass das Konzernergebnis nur um 1,7 % auf 441,5 Mio. Euro gestiegen ist. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich aber immerhin um 4,6 % auf 4,30 Euro je Aktie.

Auch in diesem Fall kann man wieder bullisch oder aber bärisch argumentieren. Nach einem schwachen ersten Halbjahr verlief Q3 wieder deutlich besser. Im Big Picture ist jedoch eine klare Verlangsamung der Dynamik zu erkennen.
Von Gewinnsprüngen, wie in den Vorjahren, kann keine Rede mehr sein.

Ausblick und Bewertung

Den Konsensschätzungen zufolge wird im laufenden Jahr sogar ein Rückgang des Gewinns um 10 % auf 4,41 Euro je Aktie erwartet.
Selbst wenn es nicht dazu kommen sollte und der Gewinn in etwa stabil gehalten werden kann, lassen sich damit keine steigenden Kurse rechtfertigen.

Das gilt umso mehr, da das Ergebnis im kommenden Jahr ebenfalls stagnieren oder leicht sinken soll.
Ohne positive Überraschungen scheint die Kursfantasie bei Fraport daher vorerst begrenzt.

In den fünf Jahren vor 2020 lag das KGV von Fraport durchschnittlich bei 17,3. Unter der Annahme, dass die Konsenserwartungen richtig sind, ergibt sich daraus auf Sicht von 12 Monaten ein Kursziel von 71,10 Euro.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.11.2025 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Flughafenbetreiber Fraport legte am Dienstag Quartals- bzw. Neun-Monats-Zahlen vor, die solide, aber nicht grandios ausfielen. Trotzdem stieg die Aktie anfänglich deutlich. Das Problem: Davon blieb am Ende nur wenig übrig. Dafür sehen wir hier ein kritisches Chartsignal.

Das war durchaus ordentlich, was Fraport da für die ersten drei Quartale berichten konnte. Der Umsatz sank zwar gegenüber den ersten neun Monaten 2024 um 1,6 Prozent. Dafür legte aber der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, um 9,8 Prozent zu, der Nettogewinn stieg um 1,7 Prozent, der Gewinn pro Aktie um 4,6 Prozent auf 4,30 Euro. Rein auf das Sommerquartal bezogen stieg der Gewinn pro Aktie zum Vorjahr sogar stark, um 31,7 Prozent. Damit kam der Gewinn nach Steuern auch deutlich über der durchschnittlichen Prognose der Analysten herein.

Einzig bei der erwarteten Zahl der Passagiere im Gesamtjahr gab es einen Mini-Wermutstropfen, weil der Konzern da die Prognose leicht von 64 auf 63 Millionen nach unten korrigierte. Was indes nichts ist, was die guten Zahlen ernsthaft schmälern würde, dachten sich diejenigen, die die Aktie am Morgen gleich mit einer großen Aufwärts-Kurslücke ins Rennen schickten. Das sah anfangs sehr gut aus, zumal die Käufe weitergingen und dadurch sogar ein massiv bullisches Signal entstand. Das Problem ist, die Charts zeigen es: Es konnte bis zum Handelsende nicht gehalten werden.

Fraport Aktie: Tageschart vom 11.11.2025, Kurs 76,40 Euro, Kürzel: FRA | Online Broker LYNX
Fraport Aktie: Tageschart vom 11.11.2025, Kurs 76,40 Euro, Kürzel: FRA | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Wir sehen im Chart auf Tagesbasis, dass Fraport in der Spitze grandiose 13,3 Prozent in die Gewinnzone gelaufen war und dadurch mit großem Schwung aus der seit September geltenden Handelsspanne nach oben ausbrach, nachdem deren unteres Ende erst zum Wochenstart getestet worden war. Doch dann kamen die Verkäufe. Am Ende wurde das Plus auf 6,48 Prozent zusammengeschrumpft und damit glatt halbiert. Immer noch gut, möchte man denken. Aber nicht bei den dadurch entstandenen charttechnischen Folgen.

Denn die Aktie rutschte dadurch nicht nur in die vorherige Seitwärtsspanne 70,64/78,76 Euro zurück und legte damit einen Fehlausbruch aufs Parkett … der dadurch, dass die Tageskerze so zu einem potenziell bärischen „Inverted Umbrella Doji“ wurde, noch an Unerfreulichkeit gewinnt. Die Zone, in der die Abgaben auftauchten, ist auch von mittel- und langfristiger Bedeutung, wie wir im untenstehenden Chart auf Wochenbasis erkennen können. Hier verläuft eine Widerstandszone, die aus der Nackenlinie einer 2018 vollendeten Schulter-Kopf-Schulter-Formation und dem vor der Corona-Phase markierten Hoch besteht. Hinzu kommt, dass der Kurs damit nahe der oberen Begrenzung eines breiten, mit dem Tief des Corona-Crashs 2020 begründeten Aufwärtstrendkanals abgedreht hat.

Fraport Aktie: Wochenchart vom 11.11.2025, Kurs 76,40 Euro, Kürzel: FRA | Online Broker LYNX
Fraport Aktie: Wochenchart vom 11.11.2025, Kurs 76,40 Euro, Kürzel: FRA | Quelle: TWS

Wären die Analysten durchweg bullisch und die Bewertung eher niedrig, wäre die Chance groß, dass die Käuferseite einfach entschlossen nachsetzt und dieses bullische Signal, das am gestrigen Tageshoch entstanden wäre, doch noch generiert. Aber:

Nur fünf der 16 die Aktie regelmäßig überwachenden Analysten stufen sie momentan als kaufenswert ein. Zudem liegt das durchschnittliche Kursziel derzeit bei 74,65 Euro und ist damit auch auf Höhe des gestrigen Schlusskurses überboten. Dieser „Inverted Umbrella Doji“ nach den Bilanzzahlen könnte also Folgen haben. Auch wenn die Fraport-Aktie erst im Fall eines Unterschreitens der unteren Begrenzung der jetzt weiter geltenden Handelsspanne bei 70,64 Euro ein bärisches Signal generieren würde: Mit diesem Chartbild ist die Aktie aktuell kein Kauf.

Quellen:
Ergebnis des 3. Quartals 2025, 11.11.2025:
https://www.fraport.com/content/dam/fraport-company/documents/investoren/termine-und-publikationen/zwischenberichte/2025/Quartalsmitteilung%20Q3%209M%202025.pdf/_jcr_content/renditions/original./Quartalsmitteilung%20Q3%209M%202025.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.