Leider kommt es manchmal zu unvorhergesehenen Problemen. Aktuell trifft das auch auf Fraport zu. Doch auch abseits der Krise gibt es Faktoren, die den Gewinn belasten.
Daher stellt sich die Frage, ob man vorerst die Reißleine ziehen und auf bessere Zeiten warten sollte.
Wie stark ist Fraport vom Iran-Konflikt betroffen?
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hält trotz des Iran-Kriegs an seinem Passagierziel für das laufende Jahr fest. Die Zahl der Fluggäste soll im Vergleich zu 2025 um etwa vier Prozent auf 65 bis 66 Millionen steigen.
Die Auswirkungen seien real, aber begrenzt. Fraport-Chef Stefan Schulte hat sich dazu klar geäußert und begründet das mit einer Veränderung der Verkehrsströme: „Der Verkehr von Frankfurt in den Mittleren Osten ist zwar gesunken, macht aber weniger als fünf Prozent unseres Gesamtaufkommens aus. Und 75 Prozent dieser Passagiere waren Umsteiger, die über den Golf weiterreisen.”
Passagiere und Airlines weichen demnach auf andere Routen aus.
Aus meiner Sicht bestehen abseits davon aber weitere Risiken. Der europäische Flughafenverband ACI warnt wegen des Iran-Konflikts vor möglicher Kerosin-Knappheit und Einschränkungen im Flugbetrieb.
Sollte es dazu kommen, könnte das das Passagieraufkommen in Europa nennenswert unter Druck bringen.
Ob es dazu kommt, ist derzeit vollkommen unklar, da niemand den weiteren Fortgang der Auseinandersetzung um die Straße von Hormus und den Krieg im Iran sicher vorhersagen kann.
Derzeit herrscht eine brüchige Waffenruhe bei gleichzeitiger Sperrung der Straße von Hormus.
Steigende Kosten, sinkender Gewinn
Nüchtern betrachtet bleibt dem Vorstand wenig übrig, als die Sache in ein optimistisches Licht zu rücken. Schließlich ist es Teil des Jobs, das Unternehmen nach außen zu repräsentieren.
Sollte es jedoch zu einer Einschränkung des Flugverkehrs in Europa kommen, würde sich das ohne jeden Zweifel negativ auf das Geschäft auswirken.
Hinzu kommt der Umstand, dass der Ausblick ohnehin verhalten ist. Das Passagieraufkommen mag im laufenden Jahr zwar steigen, aber das ist nicht mit einem steigenden Gewinn gleichzusetzen.
Abseits der Krise hat Fraport derzeit mit steigenden Kosten zu kämpfen. Darüber hinaus wurde am 23. April das neue Terminal 3 in Frankfurt eröffnet, was wiederum zu höheren Abschreibungen und Zinskosten führen wird.
In Summe dürften all diese Faktoren dazu beitragen, dass der Gewinn in diesem Jahr in nennenswertem Umfang sinken könnte.
Den Konsensschätzungen zufolge wird ein Rückgang des Gewinns um 18 % auf 3,78 Euro je Aktie erwartet.
Fraport kommt demnach auf ein KGVe von 18,1. Im langjährigen Durchschnitt liegt das KGV bei 17,8. Aus dieser Sicht ist kein Kurspotenzial vorhanden.

Aus technischer Sicht mehren sich ebenfalls die Warnsignale. Die Aktie ist mehrfach auf der Oberseite gescheitert. Sinkt der Kurs jetzt nachhaltig unter 67,25 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 64 und 60 Euro.
Gelingt hingegen eine Rückkehr über das Widerstandsband bei 70 – 71 Euro, entspannt sich die Lage. In diesem Szenario wäre eine Stabilisierung denkbar.
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