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Fortinet Aktie Prognose Fortinet: Darauf setzen Nvidia und Google

News: Aktuelle Analyse der Fortinet Aktie

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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Vorherige Analysen der Fortinet Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.11.2025 um 10:53 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wenn starke Zahlen auf schwache Kurse treffen, sollten Investoren hellhörig werden. Oft sind Kursstürze Gelegenheiten.

Die Panik war schnell verflogen

Die großen Chancen entstehen, wenn Fundamentaldaten und Kurse auseinanderdriften. Beispielsweise wenn Umsatz, Gewinn und Cashflow nachhaltig und in bedeutendem Umfang steigen, der Kurs aber sinkt.
Glücklicherweise geschieht das an der Börse andauernd.

Fortinet ist ein gutes Beispiel dafür. Nach den letzten Quartalszahlen kam es zu einem Kurssturz:
Fortinet im Feuer: Jetzt noch die Reißleine ziehen?

Der Spuk war jedoch schnell vorüber, der Abverkauf war nach einem Tag zu Ende. Anschließend legte die Aktie um etwa 20 % zu.

Gestern hat das Unternehmen wieder Quartalszahlen vorgelegt und es kam wieder zu einem Kurssturz.
Ein Großteil der Verluste wurde intraday jedoch wieder aufgeholt.

Fortinet Aktie: Chart vom 07.11.2025, Kurs: 80,54 USD - Kürzel: FTNT | Online Broker LYNX
Fortinet Aktie: Chart vom 07.11.2025, Kurs: 80,54 USD – Kürzel: FTNT | Quelle: TWS

Aus technischer Sicht ist das ein bullisches Zeichen. Auf derartige Rebounds folgt in vielen Fällen eine Rallye.

Gelingt jetzt ein Anstieg über 81,40 USD, ist ein Gap-Close wahrscheinlich. Ein mögliches Kursziel liegt bei 87,50 USD. Darüber wäre Platz bis 90 und 92,50 – 93,30 USD.

Aus Sicht der Bullen sollte die Aktie nicht unter 73 USD rutschen.

Comeback-Potenzial

Beim genaueren Blick in den Quartalsbericht stellt man sich ohnehin die Frage, warum die Aktie zeitweise so stark unter Druck stand.

Der Gewinn lag in Q3 mit 0,74 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 0,64 USD. Mit einem Umsatz von 1,72 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 1,70 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 14 % und einem Gewinnsprung um 17 %.

Die operative Marge hat ein neues Rekordniveau von 37 % erreicht. Der einzige Wermutstropfen ist der freie Cashflow, der aufgrund höherer Investitionen fast unverändert bei 567,5 Mio. USD lag.

In den Börsenmedien wurde der „schwache“ Ausblick für das vierte Quartal als Grund für den Abverkauf angeführt.
Fortinet stellt für das Schlussquartal einen Umsatz von 1,82 – 1,89 Mrd. USD und einen Gewinn von 0,73 – 0,75 USD je Aktie in Aussicht. Bisher wurde ein Umsatz von 1,87 Mrd. USD und ein Ergebnis von 0,66 USD je Aktie erwartet.
Ich lasse das unkommentiert.

Die Umsatzprognose für das gesamte Geschäftsjahr wurde von 6,68 – 6,83 auf 6,72 – 6,80 Mrd. USD konkretisiert.
Die Gewinnerwartungen wurden von 2,47 – 2,53 auf 2,66 – 2,70 USD je Aktie spürbar erhöht.

Fortinet kommt demnach auf eine forward P/E von 30. Steigt das Ergebnis im nächsten Jahr wie erwartet auf 2,90 – 3,00 USD je Aktie, würde die P/E dadurch auf 27,3 sinken. In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 42.
Daher bleibe ich bei dem Votum der letzten Analyse: Die Aktie ist fair bewertet.

Geschäftsmodell

Abschließend noch eine kurze Zusammenfassung des Geschäftsmodells.

Fortinet ist ein weltweit führender Spezialist für Netzwerksicherheit und zählt zu den wichtigsten Cybersecurity-Anbietern. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Sicherheitslösungen wie Firewalls, VPNs, Antivirus-Software sowie Schutzmechanismen für Cloud-Umgebungen.

Ein zentrales Element ist das Secure Access Service Edge (SASE) Modell. Es verbindet Netzwerksicherheit mit einer flexiblen Cloud-Architektur und ermöglicht es Organisationen, den Zugriff auf Anwendungen und Infrastrukturen zuverlässig abzusichern – insbesondere für Mitarbeiter, die dezentral oder im Homeoffice arbeiten.

Neben dem klassischen Produktgeschäft bietet Fortinet auch Managed-Security-Services an. Dabei übernimmt das Unternehmen die kontinuierliche Überwachung und Verwaltung der IT-Sicherheit seiner Kunden. Dieser Ansatz entlastet Unternehmen und stellt sicher, dass Sicherheitsmaßnahmen stets auf dem neuesten Stand bleiben.

Für Unternehmen ist Cybersecurity längst kein optionales Zusatzthema mehr, sondern ein geschäftskritischer Bestandteil der IT-Strategie. Es geht nicht mehr darum, ob Sicherheitssysteme eingesetzt werden, sondern welche zusätzlichen Lösungen die bestehende Infrastruktur ergänzen können.

Die Ausgaben für Cybersicherheit sind dabei im Verhältnis zu den potenziellen Schäden gering. Dieses Kosten-Nutzen-Verhältnis sorgt dafür, dass Kunden, die sich einmal für Fortinet entschieden haben, in der Regel langfristig treu bleiben.

Darüber hinaus zeichnet sich Fortinets Geschäftsmodell durch hohe Skalierbarkeit und starke Profitabilität aus. Darüber hinaus liefert das Abo-Modell wiederkehrende und planbare Umsätze.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Jede Berichtssaison hat ihre Eigenheiten, doch diese ist ganz besonders – ein statistischer Ausreißer, wie man ihn selten erlebt.

Ein Markt am Limit – warum die Berichtssaison so brutal ausfällt

In dieser Berichtssaison haben wir bereits etliche Crashs erlebt. Das wäre für sich genommen nichts Besonderes, denn das kommt immer vor.
Was diese Berichtssaison jedoch unterscheidet, ist der Umfang der Kursverluste und auf welcher Basis sie stattfinden.

Die durchschnittlichen Kursverluste nach enttäuschenden Quartalszahlen oder der Senkung von Prognosen sind auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen.

Selbst 2022, als es nach Quartalszahlen gefühlt immer abwärts ging, waren die Kursverluste nicht so dramatisch.
Das ist ein klarer Hinweis darauf, wie fragil der Markt sein könnte.

Liefern Unternehmen nicht durchweg ab, übertreffen die Schätzungen und erhöhen gleichzeitig die Prognosen, geht es teilweise drastisch abwärts.
Das ließ sich beispielsweise bei Monday.com beobachten:
Totaler Kollaps: Einstiegschance bei Monday.com?

Sind die Erwartungen zu hoch oder sind die Kurse für realistische Erwartungen zu hoch? Im Endeffekt ist beides dasselbe.

Zu viel billiges Geld

Aus meiner Sicht mehren sich die Warnzeichen bereits seit längerer Zeit. Inflation, Zölle, vergleichsweise hohe Leitzinsen, zunehmende Konflikte – nichts davon spricht für steigende Kurse.
Was den S&P 500 und die Kurse im Allgemeinen in Wirklichkeit treibt, ist die enorme Ausweitung der Geldmenge, vor allem durch die rasante Verschuldung vieler Staaten – allen voran die USA. Daraus resultiert ein enormer Anlagedruck.

Man muss sich nur im Alltag umschauen: Das Geld entwertet in großer Geschwindigkeit, daher scheint jede Anlageklasse recht zu sein, um Cash loszuwerden.
Das führt jedoch zu Fehlallokationen, Blasen und bereitet heute schon den Boden für einen Crash. Der kann nächste Woche beginnen oder aber in 2 Jahren – aber er wird kommen.

Warum Cybersecurity alternativlos bleibt

Kommen wir zurück zu Fortinet, einem Paradebeispiel für die aktuelle Berichtssaison.

Fortinet ist ein Spezialist für Netzwerksicherheit. Das Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf von Netzwerksicherheitslösungen wie Firewalls, VPNs, Antivirus-Software, Cloudsicherheit und anderen Lösungen für die Cybersicherheit.

Zusätzlich bietet Fortinet auch Managed-Security-Services an, bei denen das Unternehmen die Sicherheit seiner Kunden überwacht und verwaltet.

Mit ihrem Secure Access Service Edge (SASE) Modell sind Unternehmen in der Lage, die Zugänge zu Anwendungen und Infrastrukturen abzusichern. Besonders gilt das für Endanwender, die remote arbeiten.

Fortinet war oder ist demnach ein großer Profiteur der zunehmenden Digitalisierung und des Trends zum Homeoffice, wenngleich es bei dem zweiten Thema auch gewisse Strömungen in die entgegengesetzte Richtung gibt.

An den grundlegenden Trends ändert das aber wenig, die Richtung ist vollkommen klar. Die Digitalisierung der Welt wird sich unaufhörlich fortsetzen und das führt dazu, dass die Cybersecurity-Branche von einer stetig steigenden Nachfrage getragen wird.

Das hört man als Anleger gerne

Für die meisten Unternehmen stellt sich nicht die Frage, ob man die Sicherheitssysteme von Anbieter A oder B verwendet, sondern welche man zu den ohnehin schon verwendeten Systemen noch zusätzlich braucht.

Cybersecurity ist daher ein integraler Bestandteil geworden, um die Integrität, Verfügbarkeit und Vertraulichkeit von Informationen zu gewährleisten und um den reibungslosen Betrieb von Geschäfts- und Regierungssystemen sowie kritischen Infrastrukturen zu gewährleisten.

Die Kosten für Cybersecurity sind im Verhältnis zu den möglichen Schäden marginal und machen auch grundlegend nur einen minimalen Anteil aller Ausgaben aus.
Das führt dazu, dass Kunden, die erstmal gewonnen wurden, in der Regel auch für eine lange Zeit Kunden bleiben.

Darüber hinaus ist das Geschäft von Anbietern wie Fortinet hochprofitabel, gut skalierbar und dank der gängigen Abo-Modelle auch gut planbar.

Fortinet auf Siegeszug

Diese Trends und Faktoren haben dazu beigetragen, dass Fortinet ein massiver Outperformer wurde.

In den zurückliegenden zehn Jahren konnte der Umsatz von 1,01 Mrd. USD auf 5,96 Mrd. USD gesteigert werden.
Der freie Cashflow legte im selben Zeitraum von 0,28 auf 2,43 USD je Aktie zu.

Das Geschäft ist gut skalierbar und hochprofitabel, die FCF-Marge liegt bei über 30 %. Daher konnte man das Wachstum vollständig aus dem laufenden Cashflow finanzieren. Nennenswerte Schulden hat das Unternehmen nicht.

Seit 2017 kauft das Unternehmen sogar sukzessive eigene Aktien zurück und hat die Zahl der ausstehenden Papiere von 872 auf 764 Millionen Stück reduziert.

Mal wieder ein Kurssturz

Doch all das hat Fortinet nicht davon bewahrt, von Zeit zu Zeit eine größere Korrektur zu vollziehen oder einen handfesten Crash hinzulegen.
An dieser Stelle könnte ich wieder das Lied von der irrationalen Kurzsichtigkeit des Marktes anstimmen, aber ich belasse es dabei.

Stattdessen schauen wir uns an, was den Kurssturz ausgelöst hat.

Der Gewinn lag in Q2 mit 0,64 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 0,59 USD. Mit einem Umsatz von 1,63 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 1,62 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 14 % und einem Gewinnsprung von 12 %.

Der operative Cashflow verbesserte sich um 32 % auf 451,9 Mio. USD. Aufgrund von größeren Anschaffungen war der FCF jedoch von 318,9 auf 284,1 Mio. USD rückläufig.

Ob das alles einen Kurssturz von fast 30 % rechtfertigt, ist fragwürdig. Bei der UBS hatte man aber sofort eine Begründung gefunden. Das Geldhaus warnt vor „niedrigen zweistelligen“ Wachstumsraten, da Fortinet für das vierte Quartal nur ein Umsatzplus von 11 % in Aussicht stellt, was unter den langfristigen Zielen von 12 % liege.
Ich musste herzlich lachen.

Prognosen, Panik und Potenzial

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wurde in unbedeutendem Umfang angepasst und weitgehend bestätigt.
Die Umsatzprognose wurde beispielsweise von durchschnittlich 6,75 auf 6,80 Mrd. USD erhöht, beim Servicegeschäft jedoch von 4,65 auf 4,60 Mrd. USD gesenkt. Die operative Marge wurde von durchschnittlich 32,5 % auf 32,75 % erhöht und die Gewinnerwartungen von 2,46 auf 2,50 USD je Aktie leicht erhöht.

Weder die Quartalszahlen noch der Ausblick haben irgendwelche tiefgreifenden neuen Informationen geliefert, die die Lage grundlegend verändert haben oder würden.

Den Konsensschätzungen zufolge soll der freie Cashflow in diesem Jahr um 14 % auf 2,77 USD je Aktie steigen.
Fortinet kommt demnach auf einen forward P/FCF von 28,3. Damit ist die Aktie zum ersten Mal seit August vergangenen Jahres wieder fair bewertet. In den letzten fünf Jahren lag der P/FCF durchschnittlich bei 29,7.  

Fortinet Aktie: Chart vom 13.08.2025, Kurs: 78,47 USD - Kürzel: FTNT | Online Broker LYNX
Fortinet Aktie: Chart vom 13.08.2025, Kurs: 78,47 USD – Kürzel: FTNT | Quelle: TWS

Die erste Panik ist schnell verflogen. Mit der Rückkehr über 78 USD wurde sogar ein Kaufsignal ausgelöst. Ein erstes mögliches Kursziel liegt bei 82,00 – 83,50 USD. Darüber wäre sogar ein schneller Gap-Close denkbar.

Fällt die Aktie hingegen unter 78 USD zurück, muss mit erneuten Kursverlusten in Richtung 73 oder 70 USD gerechnet werden.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.