Anfang des Monats überwand Elmos Semiconductor die im Mai etablierte Abwärtstrendlinie. Doch dieser Ausbruch endete als Bullenfalle. Danach ging es rasant zurück an die Zone, deren Verteidigung zur Basis der jetzt abverkauften Rallye wurde. Damit rückt diese Zone erneut in den Fokus.
Trends können bisweilen komplett gegen die Einschätzungen und Kursziele der Analysten laufen. Das erlebt man auf der bullischen ebenso wie auf der bärischen Seite. Sich also darauf zu stützen, dass sogar das niedrigste aller aktuellen Analysten-Kursziele für Elmos Semiconductor derzeit mit 160 Euro weit über dem letzten Schlusskurs liegt, wäre keine gute Idee, zumal: Wären die Analysten hier momentan relevant, wäre die Aktie ja gar nicht erst so weit gefallen, denn diese bullische Sicht der Experten besteht ja nicht erst seit gestern.
Aber wieso steht diese Aktie überhaupt derart unter Abgabedruck? Im Schnitt erwarten die Analysten für das laufende Jahr einen Anstieg beim Gewinn pro Aktie von 20 Prozent. Und hier ist mitnichten das Gewinnwachstum mehrerer Jahre im Voraus eingepreist worden: Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis für die 2026er-Gewinnschätzung liegt derzeit bei knapp 19. Das ist für das erwartete Gewinnwachstum ungewöhnlich niedrig … weshalb die Experten ja auch klar höhere Kursziele zwischen 160 und 215 Euro aufrufen. Und für einen Chiphersteller ist dieses Kurs-/Gewinn-Verhältnis besonders niedrig – wenn Elmos Semiconductor denn einer wäre, denn:
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Expertenmeinung: Elmos stellt sogenannte ASICS her, das sind anwendungsspezifische Halbleiter, die man vor allem an die Automobilindustrie liefert. Das hat mit dem KI-Boom nichts zu tun. Aber das Unternehmen trägt eben „Semiconductor“ im Firmennamen. Es wäre keine allzu große Überraschung, dass die Aktie deswegen so auffällig im Gleichklang mit den aktuell stark wankenden, klassischen Halbleiter-Aktien läuft. Würde man sich „Elmos Automotive ASICS“ nennen, wäre das womöglich anders.
Aber wenngleich diese „Sippenhaft“ nicht allzu viel Sinn ergibt: Das bullische Lager steht hier mit dem Rücken zur Wand. Dass die Aktie zwischen Ende September und Anfang Oktober die wichtigsten gleitenden Durchschnitte überwand, die Abwärtstrendlinie überbot und dann unverhofft am obersten Ende der Widerstandszone 153/160 Euro auf einmal haltlos zu fallen begann, ist psychologisch wie ein Schlag in die Magengrube. Einer, nach dem man es sich tendenziell zweimal überlegt, an einer Unterstützung zu kaufen, von der man noch vor Kurzem dachte, dass man sie für längere Zeit nicht wiedersehen würde.
An genau diesem Punkt steht die Aktie jetzt. In nur sechs Handelstagen verlor der Kurs 17,1 Prozent. Dabei kam es am Mittwoch zwar zu einem kleinen Plus, aber dieser gestrige Handelstag endete mit einem Doji im Candlestick-Chart. Wenig Bewegung und ein Schlusskurs nahe der Eröffnung: Ein entschlossenes Aufbäumen sieht anders aus.

Daher wäre es gut möglich, dass das bärische Lager die Verunsicherung der Gegenseite nutzt, um den Sack zuzumachen, indem Elmos durch die jetzt im Feuer stehende Supportzone 128/129 Euro gedrückt wird, was, aus rein charttechnischer Sicht, weiteres Abwärtspotenzial in die Region um 100 Euro eröffnen würde. Was dann zwar hieße, dass eine jetzt bereits günstig bewertete Aktie noch weit günstiger bewertet wäre.
Aber da die Fakten hier derzeit in den Hintergrund gedrängt sind, kann man nicht erwarten, dass sich das dann umgehend ändert. Was hieße: Sollte es zum Bruch dieser Unterstützung kommen, würde Elmos Semiconductor auf der Watchlist noch einiges nach oben rücken. Aber ein Einstieg gegen den Trend wäre hier nicht ratsam. Solange es hier nicht zu einem bullischen Signal im Chart kommt, sollte man zwar zuschauen, aber nicht zugreifen.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ELG.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.10.2026 um 21:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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